Verlag Traugott Bautz |
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ADELHEID, die Heilige, Kaiserin, * um 931 als Tochter des Königs Rudolf II. von Burgund, † 16.12. 999 im Kloster Selz (Elsaß). - A. verlor 950 durch Giftmord ihren Gatten, den König Lothar von Italien. Sie weigerte sich, den Sohn Berengars II. von Ivrea, Adalbert, zu heiraten, und wurde deswegen eingekerkert. Sie floh und rief den deutschen König Otto I. um Schutz an. Sie wurde 951 mit ihm in Pavia vermählt und 962 in Rom von Papst Johannes XII. zur Kaiserin gekrönt. Auf die öffentlichen Angelegenheiten in Deutschland und Italien übte sie bedeutenden Einfluß aus. Nach dem Tod Ottos II. (983) war A. eine Zeitlang Statthalterin in Italien und führte mit ihrer Schwiegertochter Theophano und dem Erzbischof Willigis von Mainz für ihren Enkel Otto III. die Regierung. Sie gründete zahlreiche Klöster, förderte die cluniazensische Reform und zog sich 995 in ihre Klosterstiftung Selz zurück. - A. wurde 1097 von Urban II. heiliggesprochen. - Fest: 16. Dezember.
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
2002
A. de Bourgogne. Genèse et représentations d'une sainteté impériale. Études réunies par Patrick Corbet. Dijon 2002; -
2004
Queenship ans sanctity. The Lives of Mathilda and the Epitaph of Adelheid. Transl. with an introd. and notes by Sean Gilsdorf. Washington, DC 2004; -
2005
Kaiserin A. u. ihre Klostergründungen in Selz. Hrsg. von Franz Staab u. Thorsten Unger. Speyer 2005; -
2009
Bruno Keiser, A. Königin, Kaiserin, Heilige. Ungekürzte Taschenbuchausg. München 2009.
Letzte Änderung: 06.11.2011