ADOLF III., Graf von Schaumburg (Schauenburg), Kurfürst und Erzbischof von Köln, 1511 als Sohn des Grafen Jobst von Holstein und Schaumburg-Pinneberg, † 20.9. 1556 in Brühl, beigesetzt im Dom zu Köln. - A. III. wurde 1529 Domherr zu Köln und Mainz und war außerdem Dechant und seit 1533 Propst des freiadeligen Stifts St. Gereon zu Köln. Er wurde Ende 1533 Koadjutor des Erzbischofs Hermann V. von Wied und nach dessen Absetzung 1546 zunächst Administrator des Erzstifts und 1547 Erzbischof. A. III. hob als einer der Führer der altkirchlichen Richtung die von seinem Vorgänger eingeführten Reformen auf, war aber seinerseits um eine tiefgreifende Erneuerung des kirchlich-religiösen Lebens bemüht, hatte jedoch mit seinen Reformbestrebungen keinen Erfolg, weil die Stände des Erzstifts und vor allem Herzog Wilhelm von Jülich-Berg sich seiner Kirchenpolitik gegenüber ablehnend verhielten.
Lit.: G. Wolf, Aus Kurköln im 16. Jh., in: Hist. Stud. 51, 1905; - J. Linneborn, Zur Reformtätigkeit des EB v. Köln, A.s III. v. Sch., in Westfalen, in: Zschr. f. vaterländ. Gesch. u. Altertumskunde Westf.s 65, II, 1907, 145 ff.; - R. Schwarz, Personal- u. Amtsdaten der Bisch. der Kölner Kirchenprov. 1500-1800, in: Veröffentlichungen des Kölner Gesch.ver., Heft 1, 1914; - Hans Foerster, Reformbestrebungen A.s III. v. Sch. in der Kölner Kirchenprov. (= RGST 45/46), 1925; - Leopold v. Ranke, Dt. Gesch. im Zeitalter der Ref., hist.-krit. Ausg., 1925; - Joseph. Lortz, Ref in Dtld. II, 1949, 235. 238 ff.; - August Franzen, Die Kölner Archidiskonate in vor- u. nachtridentin. Zeit, in: RGST 78/79, 1953, 81 ff.; - NDB I, 83 f.; - LThK I, 151 f.