Verlag Traugott Bautz |
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AGNES, römische Märtyrerin, Heilige. - Ihr Todesjahr ist unbekannt, vermutlich etwa 250 unter Decius, nicht 304 unter Diokletian, wie allgemein angenommen wird. Unbestimmt ist ferner, ob sie durch das Schwert oder durch den Scheiterhaufen den Tod fand. Ihr Gedächtnistag ist der 21.1. als ihr Todestag und der 28. 1., weil an diesem Tag im Jahr 1198 A. Pius III. während der Messe erschienen ist, damit er den Orden der Trinitarier, dessen Patronin sie ist, bestätige. A., die Vertreterin jungfräulicher Unschuld und Keuschheit, wird in der bildenden Kunst mit dem Lamm dargestellt, weil man A. mit dem lateinischen agna = Lamm in Verbindung bringt, während A. ursprünglich die Keusche bedeutet, entsprechend dem griechischen hagnē. In der Basilika S. Agnese in Rom, die von Konstantin I. auf ihrem Grab an der Via Nomentana erbaut worden sein soll, werden auf ihrem Altar alljährlich am 21.1. zwei Lämmer geweiht, aus deren Wolle man die erzbischöflichen Pallien webt.
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
1986
Karl Böck, Menschen und Heilige. 2. Aufl. Donauwörth 1986, S. 22-24; -
1996
Gérard de Martel, Trois sermons inédits du XIII siècle sur Ruth 3,11, in: AFrH 89.1996, S. 379-424; -
2006
Barbara Hutzl-Ronge, Feuergöttinnen, Sonnenheilige, Lichtfrauen, 2000, 80f.; - Karl Mühlek, A., Jungfrau u. Märtyrin - 21. Januar, in: PrV 111.2006, S. 92f.; -
2010
Paolo Tomea, Corpore quidem iuvencula sed animo cana. La "Passio Agnetis BHL" 156 e il topos della puella senex nell'agiografia mediolatina, in: AnBoll 128.2010, S. 18-55
Letzte Änderung: 06.11.2011