AGRICOLA, Mikael, Reformator Finnlands und Begründer der finnischen Schriftsprache, um 1510 zu Pernaja im östlichen Nyland als Sohn eines Bauern, † 9.4. 1557 zu Uusikirkko bei Moskau (auf der Rückreise von einer politischen Sendung nach Rußland). - Als Schüler in Åbo stand A. unter dem nachhaltigen Einfluß des Magisters Peter Särkilaks, der während seines Studiums in Wittenberg 1517-23 für die Reformation gewonnen worden war und nun in seiner Heimat die neue Lehre verbreitete. Martin Skytte, der erste ev. Bischof Finnlands, dessen Schreiber A. war, veranlaßte ihn, sein Studium 1536 in Wittenberg fortzusetzen. Er schloß sich der reformatorischen Bewegung an und promovierte 1539 zum Magister. Mit Empfehlung Luthers an König Gustav I. kehrte A. nach Finnland zurück und wurde Rektor der Kathedralschule in Åbo und Gehilfe des Bischofs. Als seine erste Schrift gab er 1543 ein Abc-Buch heraus, dem ein Katechismus und 1544 ein Gebetbuch folgten. A. hatte bereits in Wittenberg mit der Übersetzung des Neuen Testaments ins Finnische begonnen, die er 1548 vollendete. 1549 gab er ein Handbuch für die Taufe heraus und 1551/52 die Übersetzung der Psalmen und einiger Propheten. Mit diesen Schriften begründete A. die finnische Schriftsprache. Nach Skyttes Tod 1550 vertrat er das Bischofsamt und wurde 1554 Bischof von Åbo.
Werke: M. A.n teokset I-III, 1931 (Faksimileaufl.).
Lit.: Jaakko Gummerus, M. A., der Reformator Finnlands. Sein Leben u. sein Werk, Helsingfors 1941; - Ders., M. A.n rukouskirja ja sen lähteet I-III, 1941-55 (A.s Gebetbuch u. seine Qu.); - K. Antell. M. A. släkt, in: Finsk histocisk tidskrift, 1954, 7 ff.; - RGG I, 188. - LThK I, 208.
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
2007
Sonja Ranki: Zum 450. Todestag von Mikael Agricola. In: Notizen. Periodikum der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Bayern, 2, 2007, 17f.
Letzte Änderung: 06.11.2011