Verlag Traugott Bautz |
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AKIBA ben Joseph, Rabbi, der einflußreichste jüdische Gesetzeslehrer zu Beginn des 2. Jahrhunderts. - A. gehörte zum Gelehrtenkreis der Schule in Jammia = Jabne, 20 km südlich von Jaffa, lehrte aber an seinem Wohnsitz in Lydda und Bene Barak. Er deutete 4. Mose 24, 17 auf den Messias und auf Bar-Kochba (»Sternensohn«), den Führer des letzten großen Aufstandes der Juden Palästinas gegen die Römer während der Regierung Hadrians, der auf den Trümmern Jerusalems die heidnische Stadt Aelia Capitolina baute. A. wurde nach mehrjähriger Haft 137 grausam hingerichtet, nicht, wie die Überlieferung berichtet, wegen Beteiligung an dem Aufstand von 132-135, sondern wegen seiner Gesetzestreue, weil er das Verbot jüdisch-gesetzlicher Lehrtätigkeit übertreten hatte. - A., der unumstrittene Meister der Halacha, eines der Hauptzweige der jüdischen Traditionslehre, ist bekannt durch die Methode seiner Schriftauslegung, wonach jeder Buchstabe und jede Partikel des alttestamentlichen Textes Andeutungen gesetzlicher Vorschriften enthält. A. ordnete den überlieferten Stoff der Satzungen der Pharisäer. Eine von ihm redigierte Mischna liegt wahrscheinlich außer anderen Sammlungen der uns erhaltenen Mischna, eines der Hauptwerke der jüdischen Traditionsliteratur, zugrunde.
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
1996
John S. Levi, Akiba, in: Aubr 44.1996, S. 16-31; -
2008
Susan Marks, Follow that crown. Or, rhetoric, rabbis, and women patrons, in: JFSR 24.2008, S. 77-96; -
2009
Matthew V. Novenson, Why does R. Akiba acclaim Bar Kokhba as messiah?, in: JSJPHR 40.2009, S. 551-572.
Letzte Änderung: 06.11.2011