ALBINUS (Albini), Johann Georg, Theologe und Dichter, * 6.3. 1624 in Unternessa bei Weißenfels (Saale) als Sohn des Pfarrers Zacharias Albinus (Weisse) und Urenkel des Nikolaus Selnecker, †25.5. 1679 in Naumburg (Saale). - A. kam 1638 zu einem Vetter nach Leipzig, da sein Vater 1635 in Stuhlburgwerben gestorben war, und nach dem Tod seines Vetters 1643, ein Jahr nach dem Tod seiner Mutter, zu einem Schulrektor nach Naumburg. »Ich habe mich als ein armer Geselle Tag und Nacht bemüht, etwas Ehrliches und Gründliches zu lernen, weil ich mich auf nichts als auf Gott und gute Leute, so mir allenthalben fortgeholfen, habe verlassen können.« Seit 1645 studierte A. in Leipzig Theologie und widmete sich zugleich der Dichtkunst und unterrichtlicher und erziehlicher Tätigkeit im Haus seines Schwagers, des Bürgermeisters Dr. Kühlwein. Er wurde 1653 Rektor der Domschule in Naumburg und wirkte dort seit 1657 als Pfarrer an St. Othmar. - A. hat viel gedichtet. Er wurde 1654 Mitglied der »Fruchtbringenden Gesellschaft« und trat auch in die »Deutschgesinnte Genossenschaft« des Philipp von Zesen ein. A. wird das Lied »Alle Menschen müssen sterben« (EKG 329) zugeschrieben. Wahrscheinlich ist aber Johannes Rosenmüller nicht nur der Komponist, sondern auch der Dichter dieses Liedes; denn er selbst nimmt die Verfasserschaft für sich in Anspruch, indem er das Lied bezeichnet als »Letzte Ehre, welche dem Herrn Paul von Henßberg mit seiner Poesie und Musik hat erweisen wollen Johannes Rosenmüller. Leipzig 1652«. Ebenfalls zweifelhaft ist es, ob A. die Lieder »Welt, ade, ich bin dein müde« und »Straf mich nicht in deinem Zorn« (EKG 176) gedichtet hat.
Werke: Geistl. Nachtharfe, o. J.; Trauriger Zypressenkranz aus den hl. fünf Wunden Jesu, 1653; Alpha et Omega oder Jüngstes Gericht, Qual der Verdammten, Freude des ewigen Lebens, 1653; Eumelio. Poema dramaticum, 1657; Geistl. u. weltl. Gedichte, 1659; Geistl. geharnischter Kriegsheld, 1675; Himmelflammende Seelenlust oder Hermann Hugons Pia desideria, 1675; Der himmelwandernden Philuranien Sterbeton, d. i. Sterbelieder der Freunde des Himmels, 1679.
Lit.: Koch III, 392 ff.; - Goedeke III, 184 f. 243; - Fischer-Tümpel IV, 270 ff.; - Wilhelm Frels, Dt. Dichterhss. v. 1400 bis 1900, 1934; - Richard Newald, Die dt. Lit. vom Späthumanismus zur Empfindsamkeit (1570-1750), 1951, 247; - Hdb. z. EKG II/1, 162f.; - ADB I, 222f.; - NDB I,149f.