ALLEMAND (Aleman), Louis d', Kardinalerzbischof von Arles, * um 1390 auf dem Schloß Arbent bei Bugay (Dep. Ain), † 16.9. 1450 in Salon (Dep. Bouchesdu-Rhône), beigesetzt in Arles. - A. wurde Magister und Doctor decretorum in Avignon und nahm als solcher an den Konzilien von Pisa und Konstanz teil. Seit 1418 war er Bischof von Maguelone in Südfrankreich, ließ aber das Bistum von Vikaren verwalten, während er als Vizekämmerer am Hof Martins V. in Florenz und später unter Eugen IV. in Rom lebte. Martin V. betraute ihn mit wichtigen Missionen und ernannte ihn 1423 zum Erzbischof von Arles und 1426 zum Kardinal. A. trat auf die Seite der Gegner Eugens IV. und verließ 1433 Rom. Er begab sich nach Basel und wurde der Führer der radikalen Gruppe auf dem Konzil von Basel. Nach dem Bruch zwischen Konzil und Papst im Januar 1438 blieb A. als einziger Kardinal in Basel und leitete die Verhandlungen, während Eugen IV. 1438 das Konzil in Ferrara eröffnete und 1439 nach Florenz verlegte. Der Papst erklärte ihn am 4.9. 1439 für abgesetzt und aller Würden verlustig. Auf A.s Betreiben wählte man in Basel am 5.11. 1439 Herzog Amadeus VIII. von Savoyen als Felix V. zum Gegenpapst. A. weihte ihn am 24.7. 1440 in Basel zum Bischof und krönte ihn mit der Tiara. Das Basler Konzil siedelte 1448 nach Lausanne über, wo Felix V. residierte. Als dieser am 7.4. 1449 abdankte, erkannte das Konzil Nikolaus V., den Nachfolger Eugens IV., an und löste sich auf. Martin V. setzte A. in seine Würden wieder ein, und Clemens VII. sprach ihn 1527 selig.
Lit.: AS Sept. V, 436 ff.; - Concilium Basiliense. Stud. u. Qu. z. Gesch. des Conzils v. Basel. I: Stud. u. Dokumente 1431-1437, hrsg. v. Johannes Haller, Basel 1896; - G. Pérouse, Le card. L. A., président du concile de Bâle, et la fin du grand schisme, Paris 1904; - N. Valois, La crise religieuse du XVe siècle. Le Pape et le Concile 1418-50, ebd. 1909; - Gallia christiana novissima, hrsg. v. J. H. Albanès, fortgef. v. U. Chevalier, Montbéliard 1899-1921, III, 787 ff.; - Hefele VII, 603 ff.; - RE I, 371; - DHGE II, 86 ff.; - EC I, 745 ff.; - LThK I, 302 f.