ALLIOLI, Joseph Franz, kath. Theologe, * 10.8. 1793 in Sulzbach (Oberpfalz) als Sohn eines Handelsmanns, † 22.5. 1873 in Augsburg. - A. war in Landshut Schüler Johann Michael Sailers und empfing 1816 die Priesterweihe. Nach längerem Studienaufenthalt in Wien, Rom und Paris wurde er 1821 in Landshut Dozent, 1823 ao. und 1824 o. Professor der orientalischen Sprachen, der Exegese und biblischen Archäologie, siedelte 1826 mit der Universität Landshut nach München über und wurde 1830 Mitglied der dortigen Akademie der Wissenschaften und Rektor der Universität. Wegen eines Halsleidens gab A. das Lehramt auf und wurde 1835 Domkapitular in Regensburg und 1838 Dompropst in Augsburg. Bekannt wurde er durch seine mit päpstlicher Druckerlaubnis versehene deutsche Bibelübersetzung nach der Vulgata, die aber in Anmerkungen den hebräischen und griechischen Text berücksichtigt.
Werke: Bibelübers. mit Anm., 6 Bde., 1830-34 (3 Bde., 1894
9; Neubearb., hrsg. v. August Arndt, 1899-1901
10; letzte Ausg. Colmar 1942); Bibl. Altertümer. I: Häusl. Altertümer der Hebräer nebst bibl. Geogr., 1825; Hdb. der bibl. Altertumskunde (mit Lorenz Klemens Gratz u. Daniel Bonifatius Henneberg), 2 Bde., 1843/44 (1848
2); Die Bronzetür des Doms zu Augsburg, 1853.
Lit.: SAM 1874, 162 ff.; - Beda Hubert Bastgen, Bayern u. der Hl. Stuhl in der 1. Hälfte des 19. Jh.s II, 1940, 712 ff. 723 ff.; - ADB I, 310; - NDB I, 203; - RE III, 81; - RGG I, 245; - DHGE I, 617 f.; - LThK I, 352.
Friedrich Wilhelm Bautz
Letzte Änderung: 06.11.2011