ALVENSLEBEN, Busso von, Bischof von Havelberg, Diplomat, * 1468 als Sohn eines brandenburgischen Rats, † 4.5. 1548. - A. studierte in Leipzig und in Italien, promovierte zum Dr. jur. und wurde 1508 Domherr zu Magdeburg. Er bereitete 1513 die Wahl des Markgrafen Albrecht von Brandenburg zum Erzbischof von Magdeburg und Administrator des Bistums Halberstadt vor und erlangte 1514 die päpstliche Genehmigung für die Wahl des Erzbischofs Albrecht von Magdeburg zum Kurfürsten von Mainz und die wider-kanonische Vereinigung der drei Bistümer in einer Hand. A. wurde Dompropst von Brandenburg, Propst von Salzwedel und Stendal, Statthalter des Kardinals Albrecht in Magdeburg und 1523 Bischof von Havelberg. Kurfürst Joachim II. von Brandenburg trat 1539 der Reformation bei; aber A. verhinderte bis zu seinem Tod die Einführung der brandenburgischen Kirchenordnung von 1540 in seinem Bistum. Er war der letzte katholische Kirchenfürst in Kurbrandenburg.
Lit.: S. Lentz, Stifts-Historie v. Havelberg, 1750; - Felix Priebatsch, Werner v. Schulenburg, Albrecht v. Klitzing, B. v. A., drei brandenburg. Diplomaten des 15. Jh.s, in: FBPG VII/2, 1894, 218 ff.; - Leopold v. Ranke, Dt. Gesch. im Zeitalter der Ref., hist.-krit. Ausg., hrsg. v. Paul Joachimsen, 5 Bde., 1925; -Gustav Abb u. Gottfried Wentz, Das Bistum Brandenburg I (= Germania Sacra I/1), 1929, 119 f.; - Gottfried Wentz, Das Bistum Havelberg (= Germania Sacra I/2), 1933, 74 f.; - NDB I, 232.
Friedrich Wilhelm Bautz
Letzte Änderung: 06.11.2011