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Band I (1990)Spalte 163 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

ANDERSSON, Lars (latinisiert: Laurentius Adreae), schwedischer Reformator und Kirchenpolitiker, * um 1470 in Strängnäs, † daselbst 29. oder 25.4. 1552. - A. studierte in Skara und Uppsala und wurde Domherr in Strängnäs, setzte das Studium in Rostock und Leipzig fort und wurde 1520 Archidiakon des Bistums Strängnäs. Unter seinem Protektorat begann der Diakon Olaus Petri (Olaf Peterson), der 1516-19 in Wittenberg studiert hatte, seine reformatorische Wirksamkeit. Gustav I. Vasa, der auf dem Reichstag zu Strängnäs 1523 zum König gewählt worden war, trat mit den beiden in Verbindung. Petri wurde 1524 Prediger und Stadtsekretär in Stockholm, und A. war 1523-31 Sekretär und Kanzler des Königs, den er für die neue Lehre und die Einführung der Reformation gewann. A., seit 1524 Archidiakon des Erzbistums, legte den Grund zu einer nationalen protestantischen Kirchenpolitik in Schweden. Olaus Petri und A. übersetzten das Neue Testament ins Schwedische; sie benutzten dabei die Übersetzung Luthers. 1526 erschien das Neue Testament. 1541 vollendete A. die Übersetzung der ganzen Bibel, die Gustav-Vasa-Bibel. Sie blieb die Kirchenbibel und wurde für die Sprache und Kultur Schwedens so wichtig wie Luthers Werk für Deutschland. Als Gustav Vasa versuchte, sein mehr und mehr absolutistisches Regiment auch auf die Kirche auszudehnen, zerfiel A. mit dem König und ließ sich in eine Verschwörung ein, die seinen Sturz herbeiführte. A. und Olaus Petri wurden 1539 des Hochverrats angeklagt, 1540 zum Tod verurteilt und erst nach Bezahlung hoher Geldstrafen begnadigt.

Lit.: Hjalmar Holmquist, Den svenska reformationens begynnelse 1523-1531, 1923 (dt. v. Helene Jablonowski, Die schwed. Ref. 1523-1531, 1925): - Ders., Reformationstidevaevet 1521-1611, 1933; - Ders., Handbok i Svensk Kyrkohistoris II, Stockholm 1940, 7 ff ; - N. Lindqvist, Översättaren av NT 1526. O Petri eller L. A., in: Arkiv för nordisk filologi 45, 1929, 305 ff.; 46, 1930, 1 ff ; - H. G. F. Sundberg, Kyrkorätt, Helsingfors 1948; - Svensk Uppslagsbok 17, Malmö 1950, 956 f.; - RGG IV, 241 f. (Laurentius Andreae); - LThK I, 508 f.

Friedrich Wilhelm Bautz

Ein weiterer Beitrag über ANDERSSON

Letzte Änderung: 15.01.2006