ANGILBERT, Diplomat und Dichter, Heiliger, * um 750, † 18.2. 814. - A. stammte aus edlem Geschlecht und erhielt seine Bildung am fränkischen Hof als Schüler Alkuins. Karl der Große verlieh ihm als Laienabt die Benediktinerabtei Centula (St. Riquier) bei Abbeville in der Picardie und betraute ihn mehrfach mit diplomatischen Sendungen an den päpstlichen Hof: zweimal unter Hadrian I. in der adoptianischen Frage und bei Überreichung der Libri Carolini, einmal 796 unter Leo III., dem er die königliche Hilfe zusichern sollte. A. widmete sich neben Staatsgeschäften auch gelehrten Studien am Hof Karls des Großen, dessen Tochter Bertha ihm als seine Geliebte zwei Söhne gebar: Harnid und den Geschichtschreiber Nithard. Von A.s lateinischen Gedichten sind mehrere lyrische erhalten; auch das Bruchstück eines Epos über Karl den Großen (536 Verse) wird ihm zugeschrieben.
Werke: MG PL I, 355 ff.; - MG SS XV, 173 ff.; - MPL 99, 825 ff.
Lit.: AS Febr. III, 91 ff.; - F. Loth, Hariulfe, Chronique de l'Abbaye de Saint-Riquier, Paris 1894; - Hans v. Schubert, Gesch. der christl. Kirche im Früh-MA, 1921, 362. 753 u. ö.; - G. Schnürer, Kirche u. Kultur im MA I, 1924, 357. 362; - Otto Wimmer, Hdb. der Namen u. Hll., 19592, 115; - Manitius I, 543 ff.; - Wattenbach I, 191 ff.; - Wattenbach-Levison 197. 200. 235 ff. 244 f. 251; - VerfLex I, 80 ff.; - Hauck II, 180 f.; - Zimmermann I, 227 f.; - DHGE III, 120: - LThK I, 544 f.; - NDB I, 294.