ARCIMBOLDI, Giovannangelo, * ca. 1485 in Mailand, † 6. April 1555 ebd. Er war der Sohn eines Mailänder Beamten im Dienste der Fürsten Sforza und der Neffe des Mailänder Erzbischofs, Giovanni Kardinal A. (1468-1488) Erst nach dem Tode seiner Ehefrau, mit der er drei Kinder hatte, trat er in den geistlichen Stand ein und zog nach Rom, um in den Dienst der Kurie zu treten. Hier wurde er Apostolischer Referendar. Im Jahre 1514 wurde er zum Nuntius ernannt und gleichzeitig, im Zusammenhang mit dem Bau des Petersdomes, zum Ablaßkommissar für fast alle Kirchenprovinzen des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation (von der Rhone bis zum Rhein) und Skandinavien. Einer seiner Unterkommissare war für das Gebiet von Meißen J. Tetzel. A. übte sein Amt nach Art eines Marktschreiers aus, was dem Ruf der Kirche äußerst abträglich war. Als er sich in Skandinavien auch noch in politische Machenschaften verstrickte, mußte er schließlich aus Schweden fliehen. Er kehrte nach Italien zurück. Sforza machte ihn 1522 zu seinem Botschafter bei Papst Adrian VI. (1522-1523) und Klemens VII. (1523-1534), doch konnte er Ende 1525 das Bistum Novara in der Kirchenprovinz Vercelli erlangen. Nach weiteren 25 Jahren kehrte er 1550 in seine Heimatstadt Mailand als Erzbischof zurück, wo er Reformen durchführte.
Werke: Statuta Ripariae S. Julii; Ordinationes pro clero et suo Dioecesi, 1550; Catalogus Haereticorum, 1554.
Lit.: F. Argelati, Bibliotheca scriptorum Mediolanensium, I/2, Mailand 1745, 80ff.; - G. M. Mazzuchelli, Gli scrittori d'Italia, I/2, Brescia 1753, 964; - Pastor 10IV, 225f., 239, 481, 602f.; - N. Paulus, Geschichte des Ablasses im Mittelalter, III, Paderborn 1923, 174f.; - F. Ughelli, Italia sacra s. de episcopis Italiae, Venedig 1717-1722 (2. Aufl. von N. Coleti), IV, 392f., 991; - C. Eubel, Hierarchia Catholica medii [et recentioris] aevi, hrsg. von L. Schmitz-Kallenberg, Münster 21923, 275, 278; - ECatt I, 1840f.; - LThK 2I, 827f.; - Encyclopedic Dictionary of Religion, Philadelphia-Washington, D.C. 1979, 249f.