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Verlag Traugott Bautz
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ATHANASIUS der Große, Bischof von Alexandrien, der »Vater der Orthodoxie«, * um 295 in Alexandrien, † daselbst 2.5. 373. - A. wurde 319 Diakon und Sekretär des Bischofs Alexander von Alexandrien, den er 325 nach Nicäa in Bithynien zur ersten ökumenischen Synode (s. Arius) begleitete. Am 17.4. 328 starb Alexander. A. wurde einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt und empfing am 8.6. 328 die Bischofsweihe. Er war der hervorragendste Theologe des Nicänums, der Führer der kirchlichen Orthodoxie im Kampf um die Geltung des Nicänums. Sein eigener Einfluß in Nicäa ist von der Nachwelt überschätzt worden. An den synodalen Beratungen der Bischöfe hat A. nicht teilgenommen, wohl aber in außersynodalen Debatten »freimütig gegen die Arianer polemisiert«. Seine antiarianischen Hauptschriften sind mindestens 13 bis 14 Jahre jünger als das Nicänum. Mit allem Nachdruck betonte A. die ewige Zeugung des Logos. Bis zu seiner zweiten Verbannung (339) verwandte er mit Vorliebe die Termini »dem Wesen nach ähnlich« und »ähnlich in jeder Beziehung«. Später wurde seine Terminologie eine andere und er ein entschiedener Verfechter der nicänischen Formel »dem Vater wesenseins«. Sein Anliegen war es, die Gottheit Christi gegen alle Irrlehren zu verteidigen. An dem philosophischen Logosbegriff hatte A. kein Interesse; ihm ging es vielmehr um die Verbindung von Christologie und Erlösungslehre. Ein Geschöpf oder Halbgott kann uns nicht erlösen; darum bekämpfte er den Arianismus. Nur der Logos, der wesentlich Gott ist, kann die Unvergänglichkeit in die der Vergänglichkeit verfallene Menschheit bringen. Nur die volle Gottheit Christi verbürgt uns die Erlösung, die in der Erlangung des göttlichen Wesens, in der Vergottung des Menschen besteht: »Er wurde Mensch, damit wir vergottet würden.« Durchdrungen von der Heilsbedeutung des nicänischen Glaubens, hat A. für das Bekenntnis zur Wesenseinheit des Sohnes mit dem Vater gekämpft und gelitten. Eusebius von Nikomedien bemühte sich um die kirchliche Rehabilitation seines Freundes Arius und erreichte, daß der Kaiser A. aufforderte, Arius wieder in sein Amt als Presbyter in Alexandrien einzusetzen. Da sich aber A. weigerte, wurde Eusebius sein Todfeind. Die Gegner des A. verbanden sich mit den Anhängern des Meletius von Lykopolis, die verleumderische Anklagen lieferten, so daß Konstantin I. A. 331 zum Verhör nach Nikomedien lud. A. konnte sich glänzend rechtfertigen, so daß ihm der Kaiser ein Schreiben an die Alexandriner mitgab, in dem er ihm sein Wohlwollen bezeugte. Als A. auf Grund neuer Beschuldigungen und Verleumdungen 334 vor eine Synode nach Cäsarea geladen wurde, reiste er nicht dorthin, sondern überzeugte Konstantin I. brieflich von der Grundlosigkeit der Anklagen. Aber seine Gegner ruhten nicht. Sie redeten dem Kaiser ein, A. sei der Störenfried und müsse darum beseitigt werden. So willigte Konstantin I. ein, daß auf einer Synode gegen A. verhandelt würde, bevor man in Jerusalem zur Einweihung der Grabeskirche zusammenkäme, und forderte A. auf, vor der Synode zu Tyrus zu erscheinen, falls er nicht mit Gewalt herbeigeholt werden wolle. A. reiste am 11.7. 335 aus Alexandrien zur Synode nach Tyrus ab. Die Meletianer waren seine Kläger, die Eusebianer seine Richter. Da die Verhandlungen der Synode für A. ungünstig verliefen, verließ er heimlich Tyrus und reiste nach Konstantinopel, damit der Kaiser ihm sein Recht verschaffe. Die Synodalen begaben sich von Tyrus nach Jerusalem, wo sie ihre Beratungen fortsetzten und die Wiederaufnahme des Arius in die Kirchengemeinschaft beschlossen. A. traf am 30.10. in Konstantinopel ein und erreichte von Konstantin I., daß die Synodalen an den Hof geladen wurden. Eusebius von Nikomedien, Eusebius von Cäsarea, Theognos von Nicäa, Patrophilus von Skythopolis und die Führer der abendländischen Arianer Ursacius von Singinduum (jetzt: Belgrad) in Mösien und Valens von Mursa in Pannonien leisteten der Vorladung Folge. Sie klagten A. politischer Umtriebe an und erreichten, daß Konstantin I. ihn ohne Verhör Ende 335 nach Trier verbannte. Der Kaiser starb am 22.5. 337, und alle Verbannten wurden zurückgerufen. A. zog am 23. 11. 337 in Alexandrien wieder ein. Die drei Söhne Konstantins I. teilten das Reich so unter sich, daß Konstantius den Orient, Konstantin II. Gallien, Britannien und Spanien und Konstans Italien, Illyrien und Afrika erhielt. Eusebius von Nikomedien erneuerte seine Bemühungen, A. zu stürzen, und gewann Konstantius für seine antinicänische Kirchenpolitik. Anfang 339 wurde A. auf einer Synode zu Antiochien abgesetzt und der Kappadozier Gregor zum Bischof von Alexandrien geweiht. Am 18.3. erschien der Exarch von Ägypten in Alexandrien und gab bekannt, daß laut kaiserlichem Erlaß Gregor zum Nachfolger des A. bestellt sei. In der darauffolgenden Nacht wurde A. verfolgt und flüchtete, während die Kirche des Theonas brannte. Vier Tage später zog Gregor unter militärischem Schutz in Alexandrien ein. Die Unruhen und Parteikämpfe dauerten an. Als A. in der außerhalb der Stadt gelegenen Nachbarkirche seines Lebens nicht mehr sicher war, reiste er nach Rom. Einige Zeit später trafen dort auch andere verbannte Nicäner ein, u. a. Marcellus von Ancyra. Das Abendland wurde dadurch in den Arianischen Streit hineingezogen und stellte sich entschlossen auf die Seite des A. Die Herbst 340 von Julius I. einberufene römische Synode sprach A. und Marcellus von allen gegen sie erhobenen Beschuldigungen frei und erklärte ihre Absetzung für rechtswidrig. Im Auftrag der Synode teilte der Papst den Orientalen das mit. Anläßlich der Einweihung der von Konstantin I. begonnenen und von Konstantius vollendeten sog. goldenen Basilika in Antiochien tagte dort Sommer 341 eine Synode, die die Lehre des Marcellus verurteilte und das Nicänum durch drei verschiedene Formeln ersetzte, die sowohl das »mit dem Vater wesenseins« als auch die arianischen Schlagworte vermieden. Auf einer neuen Synode Herbst 341 einigte man sich auf eine 4. antiochenische Formel. Konstantin II. fiel 340 im Kampf gegen Konstans, der nun das ganze Abendland beherrschte. Er beschied Spätherbst 342 A. zu sich nach Mailand und teilte ihm mit, er habe auf Bitten einiger Bischöfe bei seinem Bruder die Einberufung einer Reichssynode angeregt. A. blieb in Mailand, bis Konstans nach seinem britischen Feldzug ihn Sommer 343 nach Trier kommen ließ. Von dort reiste A. mit Hosius von Corduba nach Sardica oder Serdica, dem heutigen Sofia, wo Spätherbst 343 (oder 342?) die Synode zusammentrat. Die etwa 80 orientalischen Eusebianer verlangten von den etwa 90 bis 100 abendländischen Bischöfen und den zu ihnen haltenden homousianischen Orientalen den Ausschluß der anwesenden gebannten Bischöfe A., Marcellus von Ancyra und Asklepas von Gaza. Als das abgelehnt wurde, zogen sich die Eusebianer zu einer Sondersynode zurück. Die Mehrheitssynode erklärte nach erneuter Untersuchung A., Marcellus und Asklepas für unschuldig und ihre Nachfolger für Eindringlinge. Jede Partei verhängte über die andere den Bann. Damit war die Kirchengemeinschaft zwischen dem Morgen- und dem Abendland aufgehoben. Der Versuch des Konstantius, die Synodalbeschlüsse der Eusebianer im Osten mit Gewalt durchzuführen, kam durch die steigende Bedrängnis des Perserkrieges zum Stillstand. Gregor von Alexandrien starb am 26.6. 345. Nun erlaubte Konstantius A. die Rückkehr aus der Verbannung. Am 22.10. 346 traf er in Alexandrien ein. Durch den Tod seines Bruders Konstans, der 350 auf der Flucht vor dem Usurpator Magnentius in Elno am Fuß der Pyrenäen ermordet wurde, bzw. durch die siegreiche Schlacht bei Mursa in Pannonien im September 351 und den Selbstmord des Magnentius und seines Bruders im August 353 wurde Konstantius Alleinherrscher. Die Eusebianer stellten 351 auf der 2. Synode zu Sirmium in Pannonien ein allgemein gehaltenes Glaubensbekenntnis auf, das das Nicänum verdrängen sollte, die sog. 1. sirmische Formel, die mit dem Symbol der Synode zu Antiochien von 341 übereinstimmt. Unter dem Einfluß der Hofbischöfe Ursacius und Valens wurde des Kaisers arianische Politik aggressiv. Auf der Synode zu Arles 353 und besonders auf der zu Mailand 355, die von mehr als 300 aus dem Westen, aber nur von wenigen aus dem Osten besucht wurde, verlangte Konstantius vom abendländischen Episkopat die Verurteilung des A. und die Preisgabe des Nicänums, die Anerkennung der 1. sirmischen Formel von 351 und somit Kirchengemeinschaft mit den Orientalen. Der Kaiser setzte sich durch. Wer sich weigerte, diesen Forderungen zuzustimmen, wurde verbannt. So wanderten Eusebius von Vercelli, Lucifer von Calaris, Dionysius von Mailand, Liberius von Rom, Hilarius von Poitiers und Paulinus von Trier in die Verbannung. Nun galt es, A. zu verdrängen. Sommer 355 traf in Alexandrien ein Beamter der Reichskanzlei ein, der aber nach vier Monaten die Stadt verließ, weil er sah, wie treu die Bevölkerung zu ihrem Bischof stand, und darum nichts gegen ihn zu unternehmen wagte. Dem Chef der Militärverwaltung in Ägypten, der im Januar 356 in Alexandrien erschien, erklärte A., er werde nur einem schriftlichen Ausweisungsbefehl Folge leisten. Am 9.2. 356 drang während des nächtlichen Gottesdienstes Militär in die Kirche des Theonas ein; es kam zu Tumult und Blutvergießen. A. konnte im Gedränge der Verhaftung entrinnen und floh zu den Mönchen der ägyptischen Wüste. Am 24.2. 357 zog der Kappadozier Georg als Nachfolger des A. in Alexandrien ein. Die Einheit unter den Gegnern des Nicänums war nur eine scheinbare. Das zeigte sich bald nach ihrem Sieg. Sie spalteten sich in drei Parteien: 1. die radikalen Arianer unter Führung des Aëtius und des Eunomius, die man nach ihren Stichworten Exukontianer, Anhomöer und Heterusiasten nannte; 2. die Homöusianer, ein großer Teil der origenistischen Mittelpartei unter Führung des Basilius von Ancyra, der 358 auf der Synode zu Ancyra die Formel aufstellte, der Sohn sei »dem Vater ähnlich dem Wesen nach«; 3. die Homöer, die Hofpartei unter Ursacius und Valens, die 357 auf der 3. Synode zu Sirmium in der sog. 2. sirmischen Formel die »unbiblischen Ausdrücke« »wesenseins« und »wesensgleich« mied und an der Unterordnung des Sohnes unter den Vater festhielt. Mai 359 kam es auf der 5. Synode zu Sirmium in Gegenwart des Kaisers zu einer Verständigung zwischen den Homöern und den Homöusianern auf Grund der sog. 4. sirmischen Formel, die den Sohn als »dem Vater ähnlich entsprechend der Heiligen Schrift« bezeichnete und am Schluß wiederholte: »dem Vater ähnlich in jeder Hinsicht«. Konstantius berief 359 zwei getrennte Synoden, die eine nach Rimini (Ariminum) in Italien für den Westen, die andere nach Seleucia in Isaurien für den Osten. Jede Synode sollte für sich ohne Rücksicht auf die andere verhandeln und dann je 10 Abgeordnete nach Konstantinopel an den Hof schicken, damit sich dort der Westen und der Osten verständige. Mai 359 trat die abendländische Synode zusammen. Anwesend waren 300 bis 400 Bischöfe, darunter etwa 80 Arianer. Die Mehrheit erklärte sich für das Nicänum und belegte am 21.7. Valens und Ursacius mit dem Bann, sandte 10 Abgeordnete an den Kaiser und bat, nach Hause zurückkehren zu dürfen. Auch die Gegenpartei schickte ihre Legaten nach Konstantinopel. Konstantius teilte der Synode mit, daß die Abgeordneten in Adrianopel auf ihn warten müßten, weil er »kriegerischer Unternehmungen wegen« sie jetzt nicht empfangen könnte. Den Synodalen, die ihre Bitte um Entlassung wiederholten, gebot der Kaiser, in Rimini zu bleiben. Inzwischen verständigten sich die Abgeordneten der Mehrheit mit denen der Minderheit und nahmen bei Verhandlungen zu Nice in Thrazien am 10.10. die von Valens veränderte 4. sirmische Formel an: das »in jeder Hinsicht« ist gestrichen. Nach ihrer Rückkehr erkannte die Mehrheit in Rimini die Formel an und bat den Kaiser um Auflösung der Synode. Da aber noch etwa 20 ihre Zustimmung zu dieser Formel verweigerten, mußten alle bleiben, bis schließlich im Dezember auch die letzten nachgaben. Valens reiste mit den Abgeordneten der geeinten Synode nach Konstantinopel zum Kaiser. Im September 359 begann in Seleucia die Synode für den Osten. Die Homöusianer bildeten die Mehrheit. Acacius von Cäsarea, der Führer der Minderheit, legte eine Formel vor, die mit der 4. sirmischen Formel inhaltlich übereinstimmte, nur das »unähnlich« verurteilte und das »in jeder Hinsicht« strich. Die Synode spaltete sich. Die Homöusianer verhandelten unter sich weiter, setzten Acacius und andere Hauptvertreter der Gegenpartei ab und sandten gemäß der kaiserlichen Weisung 10 Abgeordnete nach Konstantinopel. Dort warteten schon die Vertreter der Acacianer auf sie. Der Kampf der Parteien wurde fortgesetzt. Die Homöusianer erreichten die Verurteilung des Aëtius. Mit den Acacianern verbündeten sich Valens und die Abgeordneten der Synode von Rimini, die im Dezember in Konstantinopel eintrafen. Unter dem Druck des Kaisers nahmen auch die Abgeordneten von Seleucia am 31.12. 359 die Formel von Nice an, und Acacius feierte 360 mit seinen Anhängern auf der Synode zu Konstantinopel den Sieg der Homöer. Am 3.11. 361 starb Konstantius, und mit dem Regierungsantritt des Kaisers Julian begann der letzte Abschnitt des Arianischen Streites (361-381). Alle Verbannten durften zurückkehren. A. traf am 21.2. 362 in Alexandrien ein und konnte sofort seinen Bischofssitz wieder einnehmen, weil der Gegenbischof Georg in einem Volksaufstand am 30.11. 361 eingekerkert und am 24.12. ermordet worden war. A. erstrebte den Zusammenschluß aller Gegner des Arianismus und verlangte darum 362 auf der Synode zu Alexandrien nur die allgemeine Anerkennung des Nicänums, während er die spezielle Auslegung dem einzelnen unter Ausschluß des Arianismus überließ. Es kam zu einer bedeutsamen Annäherung der beiden Gruppen, der Homöusianer und der Homousianer, der »Altnicäner«. So entstand die dogmatische Richtung der »Neuorthodoxie« oder der »Jungnicäner«. Das altnicänische »wesenseins« wurde neunicänisch als »wesensgleich« verstanden. Um eine weitere Einigung der Alt- und Jungnicäner waren die »drei großen Kappadozier« Basilius der Große, Gregor von Nazianz und Gregor von Nyssa bemüht. Nach kurzer Wirksamkeit wurde A. von Julian des Landes verwiesen. Am 24.10. 362 verließ er Alexandrien und begab sich nach der Thebais. Als ihn die Kunde von Julians Tod († 26.6. 363) erreichte, reiste A. zum Kaiser Jovian, der ihn in Antiochien ehrenvoll aufnahm, und traf am 20.2. 364 in Alexandrien ein. Nach Jovian († 17.2. 364) regierte im Westen Valentinian I. (364-375), im Osten sein arianischgesinnter Bruder Valens (364 bis 378). Die homöusianische Synode zu Lampsacus im Herbst 364 erklärte die Beschlüsse der Synode zu Konstantinopel von 360 für ungültig und die bald nach jener Synode durch die Homöer erfolgte Absetzung der homöusianischen Bischöfe für unrechtmäßig. Valens gebot Frühjahr 365, alle unter Konstantius abgesetzten Bischöfe, die unter Julian ihre Sitze wieder eingenommen hätten, wiederum zu verjagen. A. floh am 5.10. 365 heimlich aus der Stadt nach der »Villa am neuen Fluß« in der Nähe von Alexandrien, bevor die vom Präfekten erbetene kaiserliche Entscheidung eintraf, ob auch A. unter dieses Edikt falle. Auf kaiserlichen Befehl wurde er am 1.2. 366 wieder in sein Amt eingesetzt und blieb die letzten 7 Jahre seines Lebens unangefochten. A. hat das Ende des Arianischen Streites nicht mehr miterlebt, aber den endgültigen Sieg der nicänischen Theologie kommen sehen. Er wurde herbeigeführt durch das Religionsedikt von Thessalonich vom 28.2. 380, das alle römischen Untertanen zur Annahme des Christentums verpflichtete und das von Damasus I. von Rom und Petrus II. von Alexandrien vertretene Bekenntnis für alleinberechtigt erklärte. Es wurde von Theodosius I. erlassen und als Reichsgesetz auch von Gratian und Valentinian II. unterzeichnet. Die »zweite ökumenische« Synode zu Konstantinopel beendete 381 im Osten den Arianischen Streit. Sie bestätigte das Nicänum und erkannte die jungnicänische Trinitätslehre an. Im weströmischen Reich fand der Arianische Streit 388 sein Ende durch den Tod der Justina, der Mutter Valentinians II., gegen deren Versuch, das homöische Bekenntnis zu erneuern, Ambrosius erfolgreichen Widerstand leistete. Bei den ostgermanischen Stämmen, zu denen das Christentum durch die arianischen Westgoten und ihren Bischof Wulfila (Ulfilas) gelangte, hielt sich der Arianismus bis ins 7. Jahrhundert. - A. entfaltete eine reiche schriftstellerische Tätigkeit, um den nicänischen Glauben zu verteidigen und den Arianismus zu bekämpfen. Seine Streitschriften sind wichtige Quellen für die Erforschung des Arianischen Streites und der neualexandrinischen Theologie. Als Freund und Förderer des Mönchtums warb A. mit seinem »Leben des Antonius« erfolgreich für das mönchische Ideal. Seine Osterbriefe fanden weit über seinen Sprengel hinaus Verbreitung. - Fest: 2. Mai.
Werke: das zweibändige apologet. Werk Oratio contra gentes u. De incarnatione Verbi; Orationes quattuor contra Arianos (4. Rede unecht); Apologia contra Arianos (Urkundensammlung); Historia Arianorum ad monachos (Gesch. des Arianismus v. 335 bis 357; für die Mönche geschr.); De decretis Nicaenae synodi; De synodis Arimini et Seleuciae celebratis; De sententia Dionysii (Lehre des Dionysius v. Alexandrien); Apologia ad Constantium (Verteidigung gegen verschiedene Anklagen seiner Gegner); Apologia de fuga sua (A. weist den vorwurf der Feigheit zurück); Expositio fidei; Sermo major de fide; Vita Antonii; 4 Briefe an Bisch. Serapion v. Thmuis in Ägypten (A. verteidigt darin die Gottheit des Hl. Geistes); Brief an Bisch. Epiktet v. Circumcellä (gegen Apollinaris); Festbriefe (nur Fragmente; darunter das für die Kanongesch. wichtige Fragment der epistola festalis 39; vgl. Theodor Zahn, Gesch. des nt. Kanons II, 1890, 203 ff.). - Werke, hrsg. v. Lopin u. B. Montfaucon (Maurinerausg.), 3 Bde., Paris 1698; verm. Abdr., bes. v. N. A. Giustiniani, 4 Bde., Padua 1777, = MPG 25-28. - Ausgew. Schrr. in dt. Übers.: BKV2 13, 1913; 31, 1917. - Werke, hrsg. v. Hans-Georg Opitz, 1934 ff. - Briefe (kopt.), hrsg. v. L. Th. Lefort: CSCO 150/151, 1955.- Einf. u. Ausw. v. Gottfried Fischer, hrsg. v. Severin Leidinger, Benediktinerabtei Lambach 1959.
Lit.: K. Hoß, Stud. über das Schrifttum u. die Theol. des A., 1899; - Albert Stülcken, Athanasiana, 1899; - Eduard Schwartz, Zur Gesch. des A., in: NGG 1904, 336 ff. 518 ff.; 1905, 164 ff. 257 ff.; 1908, 305 ff.; 1911, 367 ff. 469 ff. ( Ges. Schrr. III, 1959); - Friedrich Lauchert, Leben des hl. A. d. Gr., 1911; - Joseph Wittig, Die Friedenspolitik des Papstes Damasus I. u. der Ausgang der arian. Streitigkeiten, 1912; - Richard Reitzenstein, Des A. Werk über das Leben des Antonius, 1914; - Eduard Weigl, Unterss. z. Christologie des hl. A., 1914; - G. Bardy, S A., Paris 19253; - Karl Friedrich Hagel, Kirche u. Kaisertum in Lehre u. Leben des A. (Diss. Tübingen), 1933; - Edmund Weber, Das erste german. Christentum, Stud. z. got. Arianertum, 1934; - Hans-Georg Opitz, Unterss. z. Überlieferung der Schrr. des A., 1935; - Lietzmann III, 82. 92. 112. 117 ff. 178 ff. 194. 201. 203 ff. 208. 210 ff. 214. 220 ff. 247 ff. 268 ff. 317. 325; - Heinz Eberhard Giesecke, Die Ostgermanen u. der Arianismus, 1939; - Joseph Barbel, Christos Angelos. Die Anschauung v. Christus als Bote u. Engel in der gelehrten u. volkstüml. Lit. des christl. Altertums. Zugleich ein Btr. z. Gesch. des Ursprungs u. der Fortdauer des Arianismus (Diss. Bonn), 1941; - Guido Müller, Lexicon Athanasianum, 1944-52; - F. L. Cross, The study of St. A., Oxford 1945; - L. Bouyer, L'incarnation et l'Eglise corps du Christ dans la théologie de S. A., Paris 1945; - Hermann Dörries, Die Vita Antonii als Gesch.qu., 1949 (= NAG 14, 357 ff.); - Franziskus Maria Stratmann, Die Hll. u. der Staat. III: A., Ambrosius, Chrysostomus, Augustinus, 1950; - Wilhelm Schneemelcher, A. v. Alexandrien als Theologe u. als Kirchenpolitiker, in: ZNW 43, 1950/51, 242 ff.; - Das Konzil v. Chalkedon, hrsg. v. Aloys Grillmeier u. Heinrich Bacht, I, 1951, 77 ff.; - R. Bernard, L'image de Dieu selon S. A., Paris 1952; - Jörg Erb, Die Wolke der Zeugen I, 19522, 60 ff.; - Ders., Geduld u. Glaube der Hll., 1965, 158; - Kurt Aland, KG in Lb. I, 1953, 176 ff.; - Nik. Schmitt, Der hl. A., 1955; - Hans Frhr. v. Campenhausen, Griech. Kirchenväter, 1955, 72 ff.; - Friedrich Hauß, Väter der Christenheit I, 1956, 39 f.; - Otto Wimmer, Hdb. der Namen u. Hll., 19592, 127; - Bardenhewer III, 47 ff.; - Altaner 241 ff.; - LM I, 387 f.; - RAC I, 860 ff.; - DHGE IV, 1313 ff.; - EC II, 254 ff.; - LThK I, 976 ff.; - RE II, 6 ff. 194 ff.; XXIII, 113 f.126 f.; - EKL I,234f.;- RGG I,669f.
Friedrich Wilhelm Bautz
Werkeergänzung:
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Zwei Schriften gegen d. Arianer. Eingel., übers. u. komm. von Werner Portmann. Stuttgart 2006; -
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Gegen die Heiden. Über d. Menschwerdung d. Wortes Gottes [u.a.]. Aus d. Griech. übers. u. hrsg. von Uta Heil. Frankfurt/M. 2008; Karl Suso Frank, "Die selige Synkletike wurde gefragt". Vita der Amma Synkletike / [Athanasios von Alexandria]. Eingel. u. übers. von Karl Suso Frank. Beuron 2008.
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Letzte Änderung: 03.05.2010