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Verlag Traugott Bautz
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AUGUSTINUS, Aurelius, der bedeutendste lateinische Kirchenvater, der Theologe des Abendlandes in der Zeit der Alten Kirche, * 13.11. 354 in Thagaste, einer kleinen Stadt der römischen Provinz Numidien in Nordafrika, dem heutigen Souk Ahras in Algerien, † 28.8. 430 in Hippo Regius, etwas südlich von dem heutigen Annaba. - A.s Vater, Patricius, wahrscheinlich Nachkomme eines römischen Veteranen, der in Nordafrika Siedlungsland erhalten hatte, gehörte zum Stadtrat und hatte einen kleinen Landbesitz; er war Heide und ließ sich erst kurz vor seinem Tod (etwa 371) auf Wunsch seiner Frau taufen. A.s Mutter, Monnica, war eine gläubige Christin von schlichter, inniger Frömmigkeit; sie hatte auf Leben und Werdegang ihres Sohnes entscheidenden Einfluß. In dankbarer Liebe und Verehrung hat ihr A. später in seinen »Confessiones« ein unvergleichliches Denkmal gesetzt. Patricius war nicht gegen die religiöse Erziehung seines Sohnes durch die Mutter. Schon als Kind zählte A. zu den Katechumenen, den Taufbewerbern. Während einer schweren Erkrankung verlangte der Knabe selbst nach der Taufe. Als aber in seinem Befinden unerwartet eine Besserung eintrat, wurde die Taufe aufgeschoben. Nach dem Besuch der Elementarschule in Thagaste schickte der Vater seinen Sohn zur weiteren Ausbildung in die etwa 24 km entfernte Stadt Madaura. Auf der dortigen höheren Schule erwarb sich A. die Kenntnis und innige Vertrautheit mit den lateinischen Klassikern und Cicero. Die Eltern erstrebten einen schnellen Aufstieg ihres Sohnes, einen Beruf, der ihm Ansehen und Reichtum einbringen sollte. Der Vater dachte an den des Advokaten; der Sohn aber wollte Professor der Rhetorik werden und wäre auch einer der gefeiertsten Rhetoren der Spätantike geworden, wenn es in seinem Leben und Denken nicht zu der entscheidenden Wendung gekommen wäre. Mit 16 Jahren kehrte A. ins Elternhaus zurück und mußte aus pekuniären Gründen seine Berufsausbildung unterbrechen. Da ermöglichte ihm Romanianus, ein vermögender Vetter seines Vaters, die Fortsetzung seines Studiums in Karthago. Die durch ihren Luxus und ihre Sittenlosigkeit berüchtigte Handelsmetropole zog den Provinzler an. Obwohl er mit Eifer studierte, genoß A. seine Freiheit und die Freuden des weltlichen Lebens; er stürzte sich in den Strudel der Liebesabenteuer und wurde das Opfer seiner Leidenschaft und Sinnlichkeit. Vor groben Ausschweifungen bewahrte ihn das Konkubinat mit einer Afrikanerin, über deren Herkunft und Namen er uns nichts mitteilt. Dieses »feste Verhältnis« hat 15 Jahre bestanden. - Ein monogamisches Konkubinat unterschied sich von einer legitimen Ehe nur durch die Standesungleichheit der Frau, die Formlosigkeit des Beginns und die willkürliche Lösung des Verhältnisses sowie die beschränkte Erbfähigkeit der aus ihm hervorgegangenen Kinder, die rechtlich nicht als »uneheliche«, sondern als »natürliche Kinder« galten. Bis zum 5. Jahrhundert ist kirchlicherseits der Bestand des Konkubinats nicht angefochten worden. - Im Sommer 372 wurde A. von seiner Konkubine ein Sohn geboren, den er Adeodatus (= von Gott geschenkt) nannte. Bis zu seinem frühen Tod (389) blieb der begabte Adeodatus seines Vaters Glück und Freude. Ihr Verhältnis zueinander wurde noch inniger durch die gemeinsame Bekehrung zur strengen christlichen Lebensanschauung. Doch zu dieser Wegwende gelangte A. erst spät auf weiten Wegen und mühsamen Umwegen. Ein erster Schritt auf diesem Weg zum Ziel wurde ihm die Lektüre eines Buches, das sein Studienplan vorsah. Es war der seit dem Mittelalter verlorene Dialog »Hortensius«, in dem Cicero seine Leser von der politischen Rhetorik zur Philosophie rief. Im Gedenken an den Eindruck, den die Lektüre dieser Schrift auf ihn gemacht hat, schreibt A. in seinen »Confessiones«: »Dieses Buch gab meiner ganzen Sinnesart eine andere Richtung, lenkte meine Gebete hin zu dir, o Herr, und änderte meines Sehnens und Wünschens Inhalt. Plötzlich sanken mir alle eitlen Hoffnungen in nichts zusammen; mit unglaublicher innerer Glut verlangte ich nach unsterblicher Weisheit, und schon begann ich mich zu erheben, um zu dir zurückzukehren. - Nur das stieß mich in aller meiner großen Begeisterung zurück, daß der Name Christi in dem ganzen Werk nirgends zu finden war.« Die erste Wirkung des durch die Lektüre des »Hortensius« ihm widerfahrenen geistigen Erlebnisses war der ernsthafte Versuch, die Heilige Schrift zu lesen, um in seinem Zwiespalt und inneren Ringen zur Klarheit zu kommen. »0 Wahrheit, Wahrheit, wie innig seufzte schon damals meine Seele in ihrem Mark nach dir!« Der Versuch aber scheiterte: die Lektüre der Bibel fesselte ihn nicht, ihre Worte erschienen ihm »nicht wert, mit der Würde eines Cicero verglichen zu werden«. Dem jungen irrenden, suchenden Mann fehlten die rechten Freunde, die ihm hätten weiterhelfen können. Da das kirchliche Christentum ihn nicht befriedigte, schloß sich A. als »auditor« (= Hörer) dem unter den Gebildeten in Karthago stark verbreiteten Manichäismus an, einer durch den Perser Mani im dritten Jahrhundert begründeten Weltreligion, die im Osten bis nach China vordrang, im Westen bis nach Nordafrika, Italien, Gallien und Spanien. Die Lehre dieser letzten großen Religionsschöpfung des Ostens wurde beherrscht von dem schroffen Dualismus der beiden Urprinzipien des Lebens und der Finsternis. Die bestehende Welt ist eine Vermischung von Licht und Finsternis. Die Seelen der Menschen sind zerstreute Lichtfunken der göttlichen Lichtsubstanz. Diese Lichtfunken müssen aus dem dunklen Gefängnis ihrer Leiblichkeit befreit werden. Die Erlösung des Menschen besteht darum in der Befreiung der göttlichen Lichtsubstanz von der Knechtschaft der materiellen Leiblichkeit. Das geschieht durch strenge Askese, die der Manichäismus von dem kleinen Kreis der »Vollkommenen« oder »Erwählten« (electi) verlangt, während er dem weiteren Anhängerkreis der »auditores« eine mildere Form der Askese gestattet. A. glaubte in dieser neuen Weltreligion das zu finden, was er bisher vergeblich gesucht hatte. Ihm erschien der Manichäismus als eine wirkliche, geistig begründete Weltanschauung, eine höhere, philosophische Form des Christentums, die abschließende Erfüllung der bisherigen Religionen einschließlich des Christentums. - Nach Beendigung seiner Studien in Karthago, gegen Ende des Jahres 373, kehrte A. nach Thagaste zurück und begann dort mit seiner Lehrtätigkeit als Rhetor. Es sammelte sich um ihn ein kleiner Schülerkreis, zu dem auch der aus Thagaste gebürtige Alypius gehörte, der sein vertrauter Freund wurde. Monnica litt sehr darunter, daß ihr Sohn dem Glauben der Kindheit so völlig entfremdet war und nun dem Manichäismus nicht nur angehörte, sondern auch für ihn unter seinen Freunden warb und bereits einige, darunter auch Alypius, für diese von der Kirche heftig bekämpfte Erzketzerei gewonnen hatte. Eine Zeitlang löste sie darum die häusliche Gemeinschaft mit ihrem Sohn, der dafür, daß seine Mutter um sein Seelenheil bekümmert war und für seine Rettung betete, keinerlei Verständnis, sondern nur spöttisches Lächeln und kränkende Bemerkungen hatte. Der Bischof, dem Monnica ihr Leid klagte, tröstete sie mit den Worten: »Geh deines Weges! So wahr du lebst: ein Sohn solcher Tränen kann nicht verlorengehen.« - Nach kurzer Wirksamkeit in Thagaste ging A. mit Alypius nach Karthago, wo er sich als Rhetor einen Namen erwarb und nach einem öffentlichen Wettstreit durch den Prokonsul mit dem Siegeskranz gekrönt wurde. Sein Verhältnis zum Manichäismus veränderte sich: der Anfangszeit der Begeisterung für ihn folgten nun Jahre der nüchternen Beurteilung seiner Lehre und Anhänger. Die kritische Überprüfung der manichäischen Lehre weckte in ihm Fragen und Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der Manichäer und machte ihn skeptisch gegen ihre phantastischen Mythologien. Hinzu kam, daß die strenge Askese der »Vollkommenen« sich ihm in manchen Fällen als Lug und Schein erwies. So vollzog sich bei A. eine allmähliche innere Lösung vom Manichäismus. Seine Freunde vertrösteten ihn auf die Ankunft des von ihnen erwarteten hochgelehrten Faustus von Mileve in Numidien und versicherten ihm, der Bischof würde durch klärende Gespräche und Diskussionen mit ihm aus ihm, dem kritischen und am Manichäismus fast irre gewordenen »auditor«, einen überzeugten und entschiedenen Anhänger des Manichäismus machen. Nach längerer Lehrtätigkeit in Rom traf Faustus von Mileve, der bedeutendste Vertreter des abendländischen Manichäismus, 383 in Karthago ein. A. wurde aber von Faustus, dessen Wissen er überschätzt hatte, enttäuscht: der Bischof konnte ihm weder seine Fragen befriedigend beantworten noch seine Zweifel zerstreuen. So führte die Begegnung mit ihm den inneren Bruch des A. mit dem Manichäismus herbei, dem bald darauf auch der äußere folgte. Kurz nach dem Zusammentreffen mit Faustus verließ A. Karthago und reiste nach Rom, wo sein »Herzensbruder« Alypius bereits auf ihn wartete. Damit seine Mutter ihn nicht begleite und in Rom ständig um ihn sei, hatte er ihr eine falsche Abfahrtszeit des Schiffes angegeben. Während seines dortigen Aufenthalts erkrankte A. lebensgefährlich, verlangte aber nicht - wie in seiner Kindheit - nach der Taufe. Von der manichäischen Lehre unbefriedigt und enttäuscht, wandte er sich jetzt der gemäßigteren Skepsis der »Akademiker« zu, einer vom Zweifel an allem bestimmten philosophischen Richtung, die aber das Sein der Wahrheit nicht bezweifelte, sondern nur ihre Erkennbarkeit. »Mir kam der Gedanke, daß die Weltweisen, die Akademiker heißen, klüger als alle übrigen sind. Sie sind der Meinung, daß man an allem zweifeln müsse. Sie behaupten, daß der Mensch keinerlei Wahrheit mit Sicherheit erkennen könne.« Ein völliger Skeptiker ist A. doch nie geworden. Im Rückblick auf jene Zeit bekennt er, daß der Glaube an einen lebendigen Gott »in ihm fest wurzelte. Kein Philosoph konnte den ausroden.« - Auf Empfehlung des römischen Stadtpräfekten Symmachus kam A. 384 als Rhetor nach Mailand, der damaligen kaiserlichen Residenzstadt des west-römischen Reiches. Dort gewann der Bischof Ambrosius, ein bedeutender Prediger, Theologe und Kirchenpolitiker, im Lauf der Zeit entscheidenden Einfluß auf ihn. Aus beruflichem Interesse besuchte A. seine Gottesdienste, um »die Redegabe« des großen Mannes »zu prüfen«: »Entspricht sie wohl seinem Ruf? Strömt sie stärker oder schwächer, als man sie preist? Dabei wurde ich von seinen Worten stark gefesselt. Ich fragte nichts nach dem Inhalt. Ich freute mich an der Anmut der Sprache. Doch ob mir nichts daran lag, zu lernen, was er sagte, sondern nur zu hören, wie er es sagte, so drang doch zusammen mit den Worten, die ich gern hatte, auch der Inhalt, den ich gar nicht schätzte, in meine Seele. Ich konnte schließlich beides nicht mehr auseinanderhalten. Mein Herz war aufgetan, das, was er gewandt sagte, zu empfangen. Gleichzeitig, wenn auch nur nach und nach, trat das mit herein, was er an Wahrheiten aussprach.« Die allegorische Schriftauslegung des Ambrosius in seinen Predigten beseitigte bei A. seine Anstöße am Alten Testament, das der Manichäismus - wie auch die Gnosis - verwarf. Obwohl er durch Ambrosius sich der Kirche und dem Christentum näherte, kam A. in seinem Ringen doch nicht zum Durchbruch und zur letzten Entscheidung. Monnica, die ihrem Sohn nach Mailand nach-gereist war, verehrte den Bischof und hoffte zuversichtlich, er werde eines Tages A. für den christlichen Glauben und die Taufe gewinnen. Sie bemühte sich um eine vornehme und reiche Heirat ihres Sohnes. »Die Wahl fiel auf ein Mädchen, das aber zum Heiraten noch zu jung war. Erst in zwei Jahren konnte man daran denken.« Monnica setzte die Entlassung der Konkubine durch. Adeodatus blieb in Mailand, während seine Mutter nach Afrika zurückkehrte, seinem Vater aber lebenslang die Treue hielt. A. konnte nicht warten und verzichten und nahm darum alsbald eine neue Konkubine zu sich. Im Innersten war er unglücklich; vergeblich rang er darum, von den Fragen und Nöten, die ihn quälten, frei zu werden: »Mit inneren Stacheln triebst du mich an, daß ich keine Ruhe fand.« Einen Schritt weiter in der Entwicklung zur völligen Hinkehr zum Christentum führte ihn das Studium der neuplatonischen Philosophie. In der lateinischen Übersetzung des Rhetors Marius Victorinus las er Schriften von Porphyrios und vor allem von Plotin. Die Begegnung mit dem christlichen Neuplatonismus erschloß ihm eine neue Anschauung von Gott und Welt, lehrte ihn den Begriff des rein Geistigen und veranlaßte ihn - wie einst das Hortensiuserlebnis - zur Lektüre der Heiligen Schrift, die er nun »mit größter Begierde« las, weil sie zu seinem Herzen sprach. A. war zu der erwünschten Klarheit gelangt, zögerte aber noch, die Folgerungen daraus zu ziehen: »So hatte ich die köstliche Perle schon gefunden, und nun sollte alles verkauft werden, was ich besaß, damit sie gekauft werden könne; ich aber schwankte.« Um sich auszusprechen, suchte A. Simplicianus auf, den Seelsorger und späteren Nachfolger des Ambrosius. Er schilderte ihm die Irrfahrt seines Lebens und erwähnte auch seine Lektüre der Schriften Plotins. Da erzählte ihm der Priester, er habe in Rom mit Marius Victorinus, dem Übersetzer jener Schriften, freundschaftlich verkehrt und es miterlebt, wie der gefeierte Rhetor in hohem Alter über den Neuplatonismus den Weg zum Christentum fand, sich taufen ließ, vor der versammelten Gemeinde ein öffentliches Bekenntnis ablegte und auf seinen Lehrstuhl verzichtete, als der Kaiser Julian 362 durch Gesetz den Christen das Amt eines öffentlichen Rhetors untersagte. Das Gespräch mit Simplicianus verfehlte seine Wirkung nicht. In A. wogte es auf und nieder; aber er fand nicht den Mut und die Kraft, den Freuden und Ehren der Welt zu entsagen und Christ zu werden. »Meinen Willen hielt der Feind gefangen. Er hatte mir eine Kette geschmiedet und mich damit gefesselt. Überzeugt von der Wahrheit, hatte ich keine andere Ausrede als nur die säumenden, träumenden Worte: >Bald! Ja, bald! Warte nur ein wenig!< Aber das >Bald! Ja, bald!< kannte kein Ende, und das >Warte nur ein wenig!< zog sich in die Länge.« Doch die Stunde der Entscheidung nahte heran. Als eines Tages A. und Alypius allein daheim waren, besuchte sie ihr Landsmann Ponticianus, ein hoher kaiserlicher Beamter und Christ. Zu seiner Überraschung sah er auf dem Tisch eine Handschrift der Paulusbriefe liegen. Im Lauf der Unterhaltung erzählte ihnen Ponticianus von dem Einsiedler Antonius (+ um 356), dem Sohn eines wohlhabenden Grundbesitzers in Ägypten, den im Alter von etwa 20 Jahren nach dem Tod seiner Eltern im Gottesdienst das Evangelium vom reichen Jüngling mit solcher Gewalt ergriff, daß er sein großes Erbe an die Armen verschenkte, der Welt entsagte und als Asket zunächst in der Nähe seines Heimatdorfes, dann in einer entfernten Grabhöhle, später in der Ruine eines alten Bergschlosses lebte und zuletzt sich in eine fast unzugängliche Felsenhöhle zurückzog, vom Volk hochverehrt und von vielen aufgesucht, die Hilfe, Trost und Rat begehrten. A. und Alypius hatten von solchem Einsiedlerleben und von Antonius noch nie etwas gehört. Auch von dem Kloster vor den Toren Mailands, von dem Ponticianus weiter berichtete, wußten sie nichts. Dann erzählte ihnen der Gast ein Erlebnis. Während eines Aufenthalts in Trier ging er an einem freien Nachmittag mit drei kaiserlichen Geheimkommissaren spazieren. Unterwegs schlugen zwei von ihnen eine andere Richtung ein und entdeckten auf ihrem Streifzug durch das Gelände eine Hütte von Einsiedlern. In dieser Mönchsniederlassung fanden sie eine Handschrift mit der Lebensbeschreibung des Antonius und lasen darin. Die Lektüre fesselte und beeindruckte sie so sehr, daß sie beschlossen, sofort ihr Amt aufzugeben, der Welt zu entsagen und auch solche Asketen wie diese Mönche zu werden, obwohl beide verlobt waren. Durch die Erzählung des Ponticianus wurde A. aufs tiefste getroffen. Von seinem Entscheidungskampf für ein asketisches Christentum berichtet er in seinen »Confessiones«: »Zu unserer Mietswohnung gehörte ein kleiner Garten. Dorthin führte mich der tobende Aufruhr meines Herzens. Alypius folgte mir auf dem Fuß. Ich knirschte im Geist, voll wilder Empörung darüber tobend, daß ich auf den Bund und Vertrag mit dir, mein Gott, nicht einging. Ich redete mir innerlich zu: >Ja, jetzt muß es geschehen! Jetzt muß es geschehen!< Und mit diesem Wort wollte ich schon zum festen Entschluß schreiten. Fast tat ich es auch schon. Und doch tat ich es nicht. So wogte der Kampf in meinem Innern, der Kampf meines Ichs gegen mich selbst. Aber Alypius saß unentwegt mir zur Seite und erwartete still den Ausgang meiner ungewöhnlichen Gemütsbewegung. Als nun aber meine tiefe Selbstbetrachtung aus dem geheimen Grund meines Innern mein ganzes Elend hervorgezerrt und vor die Augen meiner Seele gebracht hatte, erhob sich in mir ein ungeheurer Sturm, der einen gewaltigen Regenguß von Tränen mit sich führte. Ich mußte ihm und all seinen Stimmen in mir freien Lauf lassen, stand auf und verließ Alypius. Unter einem Feigenbaum warf ich mich, ich weiß nicht wie, zur Erde nieder. Ich ließ meine Tränen fließen. Fluten brachen aus meinen Augen hervor, ein wohlgefälliges Opfer, dir geweiht. Siehe, da hörte ich aus dem Nachbarhaus vielleicht eines Knaben oder eines Mädchens Stimme in singendem Ton immer wieder und wieder die Worte sagen: >Nimm und lies! Nimm und lies!< Alsbald verwandelten sich die Züge meines Angesichts. Ich begann, angestrengt darüber nachzudenken, ob die Kinder bei irgendeinem Spiel diese Worte zu singen pflegen. Ich konnte mich dessen aber durchaus nicht entsinnen. Ich hielt den Tränenguß zurück und stand auf; denn ich konnte es mir nicht anders deuten als einen Befehl vom Himmel, die Schrift aufzuschlagen und das erste Kapitel, auf das ich treffen würde, zu lesen. Hatte ich doch gehört, daß Antonius die Worte des Evangeliums, auf die er ganz zufällig gestoßen war, als eine gerade für ihn bestimmte Ermahnung aufgefaßt hatte: >Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach.< Und auf Grund dieses Spruches hätte er sich sofort zu dir bekehrt. So begab ich mich denn in heftiger Erregung zu dem Platz zurück, auf dem Alypius saß; denn dort hatte ich, als ich aufgestanden war, die Schriften des Apostels liegenlassen. Ich ergriff sie, schlug sie auf und las schweigend den Abschnitt, der mir zuerst in die Augen fiel: >Nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern ziehet an den Herrn Jesus Christus und laßt euch bei der Sorge für den Leib nicht durch Lüste beherrschen< (Röm. 13, 13. 14). Weiter wollte ich nicht lesen. Es war auch nicht nötig; denn gleich beim Schluß dieses Satzes ergoß es sich wie Licht und Sicherheit in meine Seele. Alle Finsternis, aller Zweifel war dahin.« Als Alypius erfuhr, was geschehen war, wünschte er die Bibelstelle zu sehen. Er las weiter und fand sogleich in dem nächsten Vers ein Wort auch für seine Seele. Beide Freunde gingen sofort zur Mutter: »Sie freut sich. Sie jauchzt. Sie triumphiert. Sie sagt dem Dank, der überschwenglich tun kann über alles, was wir bitten und verstehen, viel mehr, als sie früher in Jammer und Seufzen zu erflehen wagte.« So erlebte A. seine »Bekehrung«. Er bekehrte sich aber nicht vom Heidentum zum Christentum, nicht vom Unglauben zum Glauben, auch nicht von der Philosophie zur Theologie, sondern von seinem weltlichen Leben und Treiben zu einer neuen, christlichen Lebensführung philosophischer Prägung und strenger Askese. Durch seine »Bekehrung« gewann A. keine tieferen theologischen Einsichten, wie sie etwa Luther durch seine »reformatorische Entdeckung« in seinem bekannten »Turmerlebnis« zuteil wurden; erst ein Jahrzehnt später drang A. zum eigentlichen Paulinismus durch. Die »Bekehrung«, zu der er sich nach langem, hartem Kampf durchgerungen hatte, bestand in dem totalen Bruch mit dem bisherigen Leben, in der Aufgabe seines Rhetorenberufs und im Verzicht auf Ehe und sinnliche Genüsse, auf Reichtum, Glanz und Bewunderung der Menschen. Bis zum Beginn der Weinleseferien in etwa drei Wochen führte A. den Unterricht zu Ende und zog dann für mehrere Monate mit Monnica, Adeodatus und einigen Schülern und Freunden auf das Landgut Cassiciacum, südlich vom Comersee, das ihm der ihm befreundete Mailänder Rhetor Verecundus zum Ferienaufenthalt angeboten hatte. Nach strenger Tagesordnung und Zeiteinteilung verlief das Leben auf dem Landgut. Jeder hatte Zeit zur Sammlung und für private Studien. A. las mit einigen Vergil, führte mit allen philosophische Gespräche in der Art der platonischen Dialoge, unternahm aber auch gemeinsame Wanderungen in die schöne Umgebung und nutzte die Stille und Freizeit zu philosophischer Schriftstellerei. In den 3 Büchern »Contra Academicos« (MPL 32, 905-958) setzte er sich mit dem Skeptizismus auseinander. Nach dem Festmahl an seinem 32. Geburtstag erörterte man die Frage: »Worin besteht das wahre Glück?« und beantwortete sie übereinstimmend: »Wer Gott hat, der hat es.« Aus diesen Gesprächen entstand »De beata vita« = »Vom glückseligen Leben« (MPL 32, 959-976). Anlaß zu den 2 Büchern »De ordine« = »Die Ordnung« (MPL 32, 977-1020) waren kleine Beobachtungen in der Natur und tiefsinnige Gespräche mit seinen Freunden und eigene Überlegungen, durch die er die Überzeugung gewann, daß in allem sich die göttliche Ordnung offenbart. Als Höhepunkt seines literarischen Schaffens in der Stille von Cassiciacum gelten die 2 Bücher »Soliloquia« = »Alleingespräche« (MPL 32, 869-904), Meditationen in der Form eines Dialogs zwischen ihm und seiner Seele, philosophische Selbstgespräche seiner schlaflosen Nächte. In diesem Werk bekennt A. als das Ziel seines geistigen Strebens: »Deum et animam scire cupio. Nihilne plus? Nihil omnino.« = »Gott und die Seele begehre ich zu kennen. - Sonst nichts mehr? - Schlechterdings nichts.« Anfang 387 kehrte A. nach Mailand zurück, um mit seinem Sohn und seinem Freund Alypius an dem üblichen Katechumenenunterricht teilzunehmen, der die österlichen Tauffeiern einleitete. »Adeodatus war fünfzehn Jahre alt und überragte«, nach den Worten seines Vaters, »an Geist viele gewichtige und gelehrte Männer.« Durch den Taufunterricht trat A. Ambrosius näher, von dem er sagt: »Ich wurde von dir, mein Gott, zu ihm geführt ohne mein Wissen, auf daß ich von ihm zu dir geführt würde mit meinem Wissen.« In der Osternacht, 24./25. April, des Jahres 387 wurde A. zusammen mit Adeodatus und Alypius von Ambrosius getauft. Die Taufe galt ihm als das Siegel der getroffenen Entscheidung. Kurz darauf gewann A. einen neuen Freund, Evodius aus Thagaste, der als kaiserlicher Beamter in Mailand nach seiner Taufe den Staatsdienst aufgegeben hatte. Beide beschlossen die Rückkehr nach Nordafrika, um in Thagaste auf dem väterlichen Besitz des A. das klösterlich-philosophische Leben von Cassiciacum fortzusetzen. Monnica, Adeodatus, Alypius und Navigius, der Bruder des A., stimmten freudig zu. Während man in Ostia, der Hafenstadt Roms, auf die Überfahrt nach Afrika wartete, erkrankte Monnica am Fieber und starb einige Tage später im Alter von 56 Jahren. Im Gedenken daran, daß sie das Ziel ihres Lebens erreicht hatte, sagte Monnica in dem letzten großen Gespräch zwischen Mutter und Sohn: »Es war ja nur eines, warum ich ein wenig länger in diesem Leben zu bleiben wünschte: ich wollte dich als katholischen Christen sehen, ehe ich stürbe. Das hat mir mein Gott nun erfüllt und mehr als erfüllt: ich durfte jetzt auch noch sehen, daß du das irdische Glück verachtest und ganz sein Knecht geworden bist. Was tu ich noch hier?« Mit ihrem Heimgang schließt der biographische Teil der »Confessiones«. Durch Monnicas Tod im Herbst 387 wurde der Reiseplan durchkreuzt. Man blieb vorläufig in Rom und trat erst im Herbst 388 die Fahrt nach Afrika an. Nach kurzem Aufenthalt in Karthago traf man in Thagaste ein. Mit seinem Sohn, seinem Bruder und seinen Freunden bezog A. das alte väterliche Haus und setzte mit ihnen hier das klösterlich-beschauliche Leben von Cassiciacum fort. Sie lebten in Gütergemeinschaft, äußerst bescheiden und völlig anspruchslos. Als der geistige Führer dieses kleinen Kreises förderte und vertiefte A. das gemeinsame Leben und Arbeiten. Obwohl er zurückgezogen lebte, zog A. doch die Aufmerksamkeit der Leute von Thagaste auf sich, so daß mancher von ihnen sich in geistlichen und weltlichen Fragen und Angelegenheiten an ihn um Rat und Hilfe wandte; doch fand er hinreichend Zeit zur Stille und literarischen Arbeit. A. widmete sich vertieften biblischen Studien und vollendete 389/90 die schon 388 in Rom begonnene Schrift »De moribus ecclesiae catholicae et de moribus Manichaeorum« = »Von den Sitten der katholischen Kirche und den Sitten der Manichäer« (MPL 32, 1309-1378); sie ist ein Grundriß der christlichen Sittenlehre und eine kritische Beurteilung der sittlichen Praxis bei den Manichäern. A. begann 388 die 3 Bücher »De libero arbitrio« = »Vom freien Willen« (MPL 32, 1221-1310) mit dem grundsätzlichen Problem vom Ursprung und Wesen des Bösen, vollendete dieses Werk aber erst 395. Um 390 entstand die Schrift »De vera religione« = »Von der wahren Religion« (MPL 34, 121-174), in der er sich gegen den Dualismus der Manichäer wandte und den Glauben an den einen wahren Gott verteidigte. A. liebte das klösterlich-beschauliche Leben von Thagaste und wäre als Asket und theologischer Schriftsteller gern für immer dort geblieben; doch sollte die Zeit der Stille früher ihr Ende finden, als er dachte. Ein Beamter in der nördlichen Hafenstadt Hippo Regius korrespondierte mit A., der eine klärende Aussprache für ratsam und erforderlich hielt. Darum reiste er Anfang 391 zu ihm und hoffte, er werde ihn für das Asketenleben in der Gemeinschaft von Thagaste gewinnen. Während seines Aufenthalts in Hippo Regius besuchte A. den Gottesdienst, ohne zu ahnen, was ihm in der Kathedrale widerfahren würde. Der hochbetagte Bischof Valerius von Hippo Regius hielt schon seit langem nach einem Gehilfen Ausschau. Als er nun im Gottesdienst darüber klagte, daß sich bis jetzt noch kein geeigneter Mann zu seiner Unterstützung im Predigtamt gefunden habe, bemerkten einige A., drängten ihn nach vorn und forderten seine Priesterweihe. A. war entsetzt, weinte und weigerte sich hartnäckig, Weihe und Amt anzunehmen. Die Gemeinde aber glaubte, er lehne ab, weil ihm die Priesterwürde zu gering erschiene, und beruhigte ihn, er könne dessen gewiß sein, daß man ihn später zum Nachfolger des Valerius wählen würde. Als A. einsah, daß sein Widerstand vergeblich war, fügte er sich und ließ sich zum Presbyter weihen. Er sollte seinen Dienst sofort beginnen, erreichte aber durch ein Bittgesuch, daß der Bischof ihm Urlaub gewährte und den Zeitpunkt seines Amtsantritts auf Ostern 391 festsetzte. Valerius wies ihm als Wohnung ein Haus mit Garten in der Nähe der Kathedrale an. So siedelte A. mit einem Teil seiner Freunde von Thagaste nach Hippo Regius über und lebte mit ihnen in seinem Haus in einer Art Klostergemeinschaft. Hippo Regius war die volkreichste Stadt der Provinz Numidien, neben Karthago die bedeutendste in Nordafrika. Obwohl damals nur die Bischöfe das Recht hatten, im Gottesdienst zu predigen, betraute Valerius, der als geborener Grieche die lateinische Sprache nicht völlig beherrschte, A. mit dieser Aufgabe und übertrug ihm bald eine Amtspflicht nach der andern. Er schätzte A. sehr, befürchtete aber, daß eine andere Gemeinde ihn zum Bischof berufen würde. Darum bat Valerius den Primas Aurelius von Karthago um seine Zustimmung zur Weihe seines Presbyters zum Mitbischof. Aurelius war damit einverstanden. So wurde A. Ende 395 zum Mitbischof geweiht, obwohl eine solche Weihe zu Lebzeiten des bisherigen Bischofs gegen den Kanon 8 von Nizäa verstieß, was aber weder Valerius noch A. wußten. Als einige Monate später Valerius starb, wurde A. 396 Bischof von Hippo Regius. Da er in den Bischofshof übersiedeln mußte, übertrug er einem andern die Leitung der Klostergemeinschaft (monasterium), aus der mehrere Bischöfe hervorgegangen sind: Alypius von Thagaste, Severus von Mileve, Evodius von Uzale und Possidius von Calama, der in seiner Biographie seines Freundes A. vor allem dessen letzte Jahrzehnte schilderte. Auf das Leben in einer solchen Klostergemeinschaft wollte A. aber nicht verzichten. Darum veranlaßte er seinen Klerus, ganz zu ihm zu ziehen. Alle Kleriker der Stadt begründeten unter seiner Leitung eine »vita communis«. Sein »Klerikerkloster« (monasterium clericorum) wurde für das frühe Mittelalter das Muster weiterer Gründungen dieser Art. Eine uns sonst unbekannte Schwester des A. war bis 420 Oberin eines in der Nähe der bischöflichen Wohnung gelegenen Frauenklosters. Um die Ausbreitung und Organisation des Mönchtums in Afrika hat sich A. eifrig bemüht. Die Echtheit mehrerer Klosterregeln unter seinem Namen wird bestritten. In der vermutlich echten »regula secunda« (MPL 32, 1378), der ältesten abendländischen Klosterregel überhaupt, heißt es: »Das erste Ziel eures gemeinschaftlichen Lebens ist, in Eintracht zusammenzuwohnen und ein Herz und eine Seele in Gott zu haben. - Wir haben den Wunsch, nach der Art der Apostel zu leben.« Es war keine leichte Aufgabe, die Kirchengemeinde zu Hippo Regius und das Bistum zu verwalten. Stärker als die Katholiken waren die schismatischen Donatisten; dazu kamen weitere Sekten und die zahlenmäßig nicht geringe heidnische Bevölkerung. Mit allen gab es Auseinandersetzungen und Streit. A. war als Bischof nicht nur Prediger und Seelsorger, sondern auch Richter. Zur Rechtsprechung befugt waren die staatlichen Richter und die Bischöfe. Seitdem das Christentum unter Konstantin I. den Sieg errungen hatte, waren die bischöflichen Urteile auch öffentlich-rechtlich anerkannt. Sehr viel Zeit und Kraft mußte A. daran wenden, seinen richterlichen Pflichten gewissenhaft nachzukommen; sie boten ihm aber reichlich Gelegenheit zur Ausübung der Seelsorge. Durch seine überragende Persönlichkeit wurde A. der geistige Führer der nordafrikanischen Kirche, die 500 bis 700 Bischöfe zählte, da jede der zahllosen kleinen Städte ihren eigenen Bischof hatte. So kam es, daß er viel auf Reisen war, obwohl er lieber in seiner Gemeinde blieb. Synoden und Disputationen, Sitzungen und Konferenzen, Predigttätigkeit und seelsorgerlicher Briefwechsel, theologische Abhandlungen und zum Teil umfangreiche Werke der Polemik und Kontroverse beanspruchten seine ganze Zeit und Kraft. Die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens und Wirkens fielen in eine politisch sehr bewegte Zeit. Vier Jahre vor seinem Tod ernannte A. den Priester Heraklius zu seinem Koadjutor und übertrug ihm einen Teil der Verwaltungsgeschäfte, um mehr Zeit für literarische Arbeiten zu haben. Am 26.9. 429 ließ er in öffentlicher Gemeindeversammlung in Gegenwart zweier Bischöfe und zahlreicher Priester seinen Koadjutor zu seinem Nachfolger wählen und das Wahlprotokoll von allen Anwesenden, soweit sie dazu in der Lage waren, unterzeichnen. Im Mai 430 begann die 14 Monate dauernde Belagerung von Hippo Regius durch die Vandalen. A. blieb wie selbstverständlich bei seiner Gemeinde; es wäre ihm sicherlich ein leichtes gewesen, nach dem rettenden Italien über das Meer zu entkommen. Im dritten Monat der Belagerung erkrankte A. an heftigem Fieber und starb nach kurzer Krankheit. Er wurde in Hippo Regius begraben. Zu Beginn des 6. Jahrhunderts brachten flüchtende Bischöfe die Gebeine nach Sardinien hinüber. 200 Jahre später gab ihnen Luitprand, der König der Langobarden, in der Peterskirche zu Pavia eine neue Ruhestätte. Nachdem im vorigen Jahrhundert die Franzosen Nordafrika erobert hatten, brachte man die Gebeine des A. nach Hippo Regius zurück. - Durch seine Auseinandersetzung mit dem Manichäismus, Donatismus und Pelagianismus wurde A. der Lehrer der Kirche. - Als Presbyter in Hippo Regius setzte A. die 388 in Rom und 389/90 in Thagaste begonnene Polemik gegen den Manichäismus fort. Durch seine Schrift »De utilitate credendi« = »Vom Nutzen des Glaubens« (MPL 42, 65-92), die sich jeder verletzenden Polemik enthält, versuchte er, seinen Jugendfreund Honoratus, den er seinerzeit für die manichäische Lehre gewonnen hatte, von dieser Irrlehre wieder abzubringen. 392 fand in Hippo Regius zwischen dem Presbyter A. und dem manichäischen Presbyter Fortunatus eine öffentliche Disputation statt, deren protokollarische Aufzeichnung uns in den »Acta seu disputatio contra Fortunatum Manichaeum« (MPL 42, 111-130) vorliegt. Die dreitägige Disputation endete mit der Niederlage des Fortunatus, der bald darauf Hippo Regius verließ. Eine Hauptquelle für die Kenntnis der manichäischen Lehre sind die 33 Bücher »Contra Faustum Manichaeum« (MPL 42, 207-518), die A. 397/398 geschrieben hat. In diesem Werk widerlegte er eingehend die Behauptungen des Faustus und verteidigte das Alte Testament, besonders die alttestamentlichen Patriarchen. 404 forderte A. Felix, den damals angesehensten Führer der Manichäer, zu einer öffentlichen Disputation auf. Sie fand in der Kirche zu Hippo Regius statt und endete mit der Niederlage des Felix. Kurz darauf erhielt A. einen freundlichen Brief von Secundinus, einem ihm persönlich unbekannten Manichäer, der ihn zur Rückkehr zum Manichäismus aufforderte. Er antwortete mit der Schrift »Contra Secundinum Manichaeum« (MPL 42, 571-602), die nach seiner Beurteilung die beste seiner antimanichäischen Schriften ist. - In der Auseinandersetzung mit dem Donatismus hat A. seine Lehre von der Kirche und den Gnadenmitteln entwickelt. Bei dem Donatismus handelt es sich nicht um eine Häresie, eine Irrlehre, sondern um ein Schisma, eine innerkirchliche Spaltung. Anlaß zu diesem donatistischen Schisma war die Wahl und Weihe des Bischofs Cäcilian von Karthago im Jahr 311. In der Beurteilung der Christen, die während der Diokletianischen Verfolgung abgefallen waren oder sich nicht recht verhalten hatten, gab es zwei Richtungen, eine strengere und eine mildere. Archidiakon Cäcilian, ein Vertreter der milderen Richtung, war zum Nachfolger des Bischofs Mensurius von Karthago gewählt und in aller Eile vom Bischof Felix von Aptungi geweiht worden, den man als »Traditor« beschuldigte, ihm also vorwarf, er habe christliche Bücher ausgeliefert, um auf diese Weise sich vor der Verfolgung zu retten. Hinzu kam, daß das alles geschehen war unter Nichtbeachtung des Beteiligungsrechts der numidischen Bischöfe, deren Primas Secundus von Tigisis zudem noch zur rigoristischen Partei gehörte. Darum weihten 70 numidische Bischöfe den Diakon Majorinus zum Gegenbischof. Nach dem baldigen Tod des Majorinus folgte ihm Donatus der Große. Die Staatsregierung mischte sich in den Streit: sie entschied sich für Cäcilian und verfolgte die Donatisten. Das Schisma blieb im wesentlichen auf Nordafrika beschränkt, da die Kirchen im Westen und Osten zu Cäcilian hielten. Auch das Konzil in Rom 313 und die Synode in Arles 314 traten für Cäcilian ein. Der Donatismus grenzte sich gegen die Staatskirche ab, indem er die, die zu ihm übertraten, wiedertaufte. Die Donatisten behaupteten, sie allein seien die wahre und apostolische Kirche. Ihre Gegner erklärten: Die Heiligkeit der Kirche beruht nicht auf der Heiligkeit der Glieder, sondern auf dem Besitz der Gnadenmittel. Die erbitterten Kämpfe zwischen den Katholiken und den Donatisten zogen sich durch das ganze 4. Jahrhundert hin. Sozialrevolutionäre Elemente, die »Circumcellionen«, schlossen sich den Donatisten an und steigerten die Bewegung zum Bürgerkrieg. Sie zogen durch das Land, plünderten die Besitzungen reicher Grundherren, brannten katholische Kirchen nieder, überfielen auf ihren Raubzügen Vorübergehende und zwangen die Bevölkerung zur Unterstützung ihres Treibens. Als A. seine Wirksamkeit in Hippo Regius begann, fand er den Donatismus noch als eine Macht vor. Das Bistum war überwiegend donatistisch. In Hippo Regius besaßen die Schismatiker die größte Basilika. In Afrika gab es damals etwa 270 donatistische Bischöfe. Durchdrungen von dem Wissen, daß die Einheit der Kirche ein Gebot Christi und das Bemühen um sie ein Anliegen der apostolischen Mahnungen seien, und in der zuversichtlichen Hoffnung, daß man eine Einigung zwischen Katholiken und Donatisten erreichen könne, weil in Lehre und Kultus keine wesentlichen Unterschiede bestanden, erkannte es A. als seine Aufgabe und das Gebot der Stunde, an der Überwindung des Schismas mitzuhelfen. In Predigten, Schriften und Briefen bemühte er sich um die Rückgewinnung der Schismatiker, was ihm aber nur in wenigen Fällen gelang. Auch durch persönliche Gespräche versuchte er eine Annäherung, so durch ein Religionsgespräch mit dem Donatistenbischof Proculeianus von Hippo Regius und eine öffentliche Unterredung mit dem Bischof Fortunius von Tubursis; doch solche Gespräche kamen nicht zustande oder verliefen völlig ergebnislos. Der Donatist Ticonius nahm einen vermittelnden Standpunkt ein: er verwarf die Kindertaufe und unterschied in der Kirche die wahre Kirche von der, die nur äußerlich Kirche sei. Ihm widersprach der theologisch nicht unbedeutende Bischof Parmenian von Karthago, der Nachfolger des Donatus. In seinem Brief an Ticonius bemühte er sich, ihn für die radikale, unversöhnliche Richtung des Donatismus zu gewinnen. In den 3 Büchern »Contra epistulam Parmeniani« (MPL 43, 33 bis 108) widerlegte A. dessen Ansichten und wies darauf hin, daß das konventikelhafte Kirchenideal undurchführbar sei; denn Christus wollte, daß Weizen und Unkraut miteinander wachsen sollten, bis er selber Gericht hielte (Matth. 13, 24-30. 36-43). Um diese Zeit schrieb er auch die 7 Bücher »De baptismo contra Donatistas« (MPL 43, 107-244) und wandte sich 401/02 in seinen 3 Büchern »Contra litteras Petiliani« (MPL 43, 245-388) gegen die heftigen und gemeinen Angriffe des Donatistenbischofs Petilianus von Cirta. In seiner Predigt und Polemik gegen die Donatisten bemühte sich A. um Volkstümlichkeit und Verständlichkeit. In seinem »Psalm gegen die Partei der Donatisten« (MPL 43, 23-32) erzählt er in 293 alphabetisch aneinander gereihten Knittelversen von Ursprung und Wesen des Donatismus. »Ich wollte«, schreibt A. in seinen »Retractationes«, »die Sache der Donatisten gerade dem niedersten Volk und überhaupt den Ungebildeten und Einfältigen zur Kenntnis bringen und nach Kräften einprägen. Ich wollte dazu nicht irgendwelche Formen eines Kunstgedichts gebrauchen, um nicht durch Gesetze der Metrik zur Wahl solcher Wörter genötigt zu sein, die im Volk ungebräuchlich sind.« Jede Strophe endet mit dem vom Volk zu singenden Kehrreim: »Die ihr euch der Einheit freuet, urteilt nun: Wo ist die Wahrheit?« Eine Synode der katholischen Bischöfe in Karthago bemühte sich 401 um eine Verständigung mit den Donatisten und die friedliche Beilegung des Schismas; doch kam man sich keinen Schritt näher. Die Verhandlungen gaben nur Anlaß zu neuen Gewalttaten der »Circumcellionen«: sie warfen den Katholiken mit Essig vermischten Kalk in die Augen und planten einen bewaffneten Überfall auf A.; er gelangte aber nicht zur Ausführung, weil der Bischof durch den Irrtum seines Führers einen anderen Weg eingeschlagen hatte. Doch setzten die Katholiken ihre Bemühungen um Annäherung und Verständigung fort. Der Versuch friedlicher Zusammenkünfte aber scheiterte 403: die »Circumcellionen« schlugen den Bischof Possidius von Calama bewußtlos nieder und stürzten den von ihren Mißhandlungen schwerverwundeten Bischof Maximianus von Bagai von einem Turm herab; er blieb aber dadurch am Leben, daß er auf einen Misthaufen fiel. Da man erkannte, daß auf friedlichem Weg die Wiedervereinigung der Schismatiker mit den Katholiken nicht erreicht werden konnte, bat die Synode von Karthago 404 die Staatsregierung um energisches Vorgehen gegen die Donatisten. Daraufhin erließ Kaiser Honorius 405 zur Unterdrückung der Schismatiker strenge gesetzliche Bestimmungen, durch die aber der Widerstand der Donatisten nicht gebrochen wurde. Die literarische Auseinandersetzung mit ihnen ging weiter. So schrieb A. 410 das Buch »Deunico baptismo contra Petilianum« (MPL 43, 595-614) mit dem Hauptgedanken: Es gibt nur eine Taufe Christi, die darum nicht wiederholt werden kann. Als letzter Versuch der Einigung fand 411 unter dem Vorsitz des Tribunen Flavius Marcellinus das von der Regierung angeordnete Religionsgespräch in Karthago statt, zu dem 286 katholische und 279 donatistische Bischöfe erschienen. Den Donatisten wurden Gleichberechtigung und volle Freiheit der Aussprache gewährt. Drei Tage stritt man miteinander. Die Donatisten wehrten sich erbittert und verzweifelt gegen die geistige Übermacht, die ihnen vor allem in A. entgegentrat. Schließlich sprach Marcellinus den Katholiken den Sieg zu und verfügte die Veröffentlichung der Verhandlungsakten. Mit allen Strafmitteln, die einem Staat zu Gebote stehen, ging man jetzt gegen die Schismatiker vor. Die Kirchen wurden ihnen genommen und ihre Versammlungen verboten. Die bürgerlichen Rechte hörten für sie auf. Durch harte Geldstrafen, Entziehung jeden Eigentums, Landesverweisung, Gefängnis und Zwangsarbeit sorgten kaiserliche »executores« für die Durchführung des »katholischen Friedens«. So brach der Donatismus als öffentliche Macht zusammen. Die Gewalttätigkeit des Vorgehens gegen die Donatisten bedauerte A., rechtfertigte aber theologisch die Zwangsmaßnahmen. »Ursprünglich war ich der Meinung, zur Einheit Christi dürfte niemand gezwungen werden. Es schien mir richtig, nur mit dem Wort zu handeln, mit Streitgesprächen zu kämpfen und mit vernünftigen Gründen zu siegen. Aber diese meine Meinung wurde widerlegt.« Er erinnert daran, daß doch auch die Eltern ihre Kinder zum Gehorsam und die Lehrer ihre Schüler zur Arbeit zwingen, wofür man ihnen nachträglich dankbar ist. »Und da meinst du, man dürfe keine Gewalt anwenden, um einen Menschen vom Verderben des Irrtums frei zu machen! Du siehst doch an eindeutigen Beispielen, daß sogar Gott, der uns mehr als alle Menschen liebt und unser Heil will, solches tut.« Er weist hin auf das Wort im Gleichnis vom großen Abendmahl (Luk. 14, 23): »Cogite intrare!« = »Nötigt sie, hereinzukommen! « Die Anwendung der Todesstrafe lehnte A. allerdings entschieden und erfolgreich ab. Jahrelang leistete der Donatismus hier und da erbitterten Widerstand. Noch 420 erklärte Bischof Gaudentius von Thamugadi, er wolle lieber mit dem Rest seiner Gemeinde in seiner Kirche den Feuertod suchen als sie den Katholiken ausliefern. Die 2 Bücher »Contra Gaudentium Donatistarum episcopum« (MPL 43,707-752) waren des A. letztes Werk in seinem Kampf gegen die Donatisten. Mit ihren Zwangsbekehrungen begann der Niedergang der afrikanischen Kirche, die als einzige des Mittelmeerraumes bei der Überflutung durch die Mohammedaner spurlos verschwunden ist. - In dem ihm durch sein Amt aufgezwungenen mehr als zwanzigjährigen Kampf gegen den Donatismus mußte sich A. mit dem Kirchen- und Sakramentsbegriff der Donatisten auseinandersetzen und entfaltete so in seinen antidonatistischen Schriften seine Lehre von der Kirche und den Gnadenmitteln. 1. Die Kirche ist äußere Sakramentsgemeinschaft (externa societas sacramentorum). Sie besitzt das apostolische Bekenntnis, die apostolische Verfassung und die von Christus eingesetzten Sakramente. Die Kirche Christi ist die Kirche für alle und in aller Welt; sie ist keine Sonder- oder Winkelkirche wie die der Donatisten. Die katholische Kirche ist die einzige universale, die sich über alle Völker ausbreitet, und ebendarum die wahre Kirche. 2. Von dieser äußerlich sichtbaren Kirche ist die wesentliche zu unterscheiden: die Gemeinschaft der Gläubigen und Heiligen (communio fidelium et sanctorum), in denen der Geist Gottes wirklich wirkt. Darum ist diese Kirche Geistes- und Liebesgemeinschaft. »Die Liebe schafft Gemeinschaft, die Gemeinschaft liebt die Einheit, und die Einheit bewahrt die Liebe.« Der Wille zur Einheit und Gemeinschaft ist die Voraussetzung für die Zugehörigkeit zur wahren Kirche: »So töricht wird, denke ich, niemand sein, zu meinen, es gehöre irgend jemand zur Einheit der Kirche, der nicht die Liebe besitzt.« Dem Donatismus fehlt diese innere Haltung und Gesinnung; er will die Einheit und Gemeinschaft der Christen nicht und beharrt darum bei seiner Absonderung. Christus hat uns erlöst zur Einheit und Gemeinschaft seines Leibes, der die Kirche ist. Die katholische Kirche steht darum mit der Kirche in Rom, mit den alten Kirchen des Ostens und mit den Kirchen in aller Welt in fester Verbundenheit und Gemeinschaft. Die katholische Kirche ist heilig, weil sie auf die Apostel zurückgeht, deren rechtmäßige Nachfolger die Bischöfe sind. Nur in dieser Kirche ist es möglich, zur Gerechtigkeit und zur Seligkeit zu gelangen. Der Häretiker und Schismatiker kann nicht gerecht und selig werden; er kann nur heilig scheinen, aber nicht heilig sein, weil er nicht der wahren Kirche angehört. Außerhalb der katholischen Kirche findet niemand das Heil. Gute und Böse haben wohl Sakramentsgemeinschaft miteinander, sind aber innerlich voneinander getrennt. Die Bösen sind in der Kirche, gehören aber nicht zu ihr. Die irdische Kirche ist ein corpus permixtum, eine durchmengte Körperschaft. Die Donatisten behaupten, die einzige wahrhaft heilige christliche Gemeinschaft zu sein, und wollen dieses Kirchenideal verwirklichen, was aber nicht möglich ist. Weizen und Unkraut sollen miteinander wachsen, bis am Ende der Weltzeit das Unkraut vom Weizen gesondert wird (Matth. 13, 24-30. 36-43). Die Kirche gleicht dem Netz, in dem gute und schlechte Fische gefangen werden; erst am Jüngsten Tag wird die Scheidung der Bösen von den Gerechten erfolgen (Matth. 13, 47-52). Wir sind noch nicht am Ziel, sondern unterwegs; »die äußere Scheidung am Ende der Welt können wir indessen gläubig, geduldig und mutig nur erwarten.« 3. Die Kirche ist die Gemeinschaft der Prädestinierten (communio praedestinatorum). Wahrhaft gut ist nur der, der von Gott prädestiniert ist, der die Kraft, im Guten zu beharren, empfangen hat. Dieser numerus praedestinatorum ist nicht identisch mit der externa societas sacramentorum, auch nicht mit der communio fidelium et sanctorum. Außerhalb der ecclesia catholica kann es auch Erwählte geben, und mancher gehört zur Gemeinschaft der Prädestinierten, der zur Zeit noch ungläubig ist. - Die Sakramente vermitteln die Zugehörigkeit zur Kirche und somit zum Reich Gottes. In ihnen wirkt der Geist, der den wahren Glauben und die Liebe schafft. Ihrem Wesen nach sind sie die signacula rerum divinarum visibilia, die die res ipsae invisibiles sichtbar machen. Die Sakramente sind gewissermaßen das sichtbar gewordene Wort: »Detrahe verbum, et quid est aqua nisa aqua? Accedit verbum ad elementum et fit sacramentum, etiam ipsum tamquam visibile verbum.« A. unterschied genau zwischen Gültigkeit, Rechtlichkeit und Wirksamkeit der Sakramente. Taufe und Ordination standen im Streit mit den Donatisten im Vordergrund. Die Donatisten behaupteten, nur würdige, heilige Priester könnten die Sakramente wirksam spenden, und vollzogen darum die Wiedertaufe an denen, die zu ihrer Kirche übertraten. A. dagegen erklärte, die Gültigkeit des Sakraments sei nicht von der Würdigkeit des einzelnen Spenders abhängig: »Baptisma per se sanctum est.« Darum ist auch außerhalb der katholischen Kirche die Taufe gültig und verleiht einen character indelebilis. Der durch die Taufe aufgeprägte Eigentumsstempel (character) ist unauslöschlich (indelebilis) und der Eigentumsanspruch Christi unanfechtbar, ob nun die Taufe von einem katholischen oder schismatischen oder häretischen Priester vollzogen worden ist. Darum kann und darf die Taufe nicht wiederholt werden. Das gleiche gilt auch von der Ordination. Sakramente sind und bleiben Sakramente ohne Rücksicht auf die »Heiligkeit« ihrer Spender und Empfänger; aber den Sakramenten der Donatisten fehlt die Wirkungskräftigkeit (virtus sacramenti), weil nur in der wahren Kirche der Geist Christi wirksam ist. »Aliud est sacramentum, aliud virtus sacramenti. « Darum gilt: »Sacramentum in schismate acceptum non prodest.« - Seine Lehre von Sünde und Gnade hat A. in seinem Kampf gegen den Pelagianismus entwickelt und ist durch sie in besonderem Maß zum Kirchenvater des Abendlandes geworden. In dem pelagianischen Streit handelte es sich um die Frage: Gesetzesreligion oder Erfahrungsreligion? Religiöse oder sittliche Weltauffassung? Verhältnis zwischen Religion und Sittlichkeit? A. ordnete die Sittlichkeit der Religion unter, Pelagius umgekehrt. Das sind im letzten Grund Antinomien. Der sittliche Mensch sagt: Du kannst, was du sollst. Der religiöse: Was ich kann, das ist Gottes Gnade in mir. Der eine nennt es Schuld, der andere Sünde. Dieser Kampf wurde hier ausgefochten. - Pelagius stammte aus Britannien. Er war ein sittenstrenger Laienmönch und kam vor 400 nach Rom. Dort warb er für seine mönchischen Ideale, gewann Schüler, u. a. den Advokaten Caelestius, und predigte erfolgreich gegen die Laxheit und Sittenlosigkeit der christlichen Gesellschaft. Auch als theologischer Schriftsteller trat Pelagius hervor: Kommentar zu den Paulinischen Briefen; Brief an die asketische Demetrias (412/13); Glaubensbekenntnis an Papst Innozenz (417). Er war ein entschiedener Gegner der Manichäer und hat darum auch die antimanichäischen Schriften des A. studiert, besonders dessen bedeutsames Werk »De libero arbitrio«. Auf der Flucht vor den Westgoten kamen Pelagius und Caelestius 410/11 nach Nordafrika. Während Pelagius nach Jerusalem weiterreiste und im Osten, wo man im Grunde pelagianisch dachte, Ansehen und Freunde gewann, bewarb sich Caelestius um eine Presbyterstelle in Karthago, wurde aber als Irrlehrer abgelehnt und exkommuniziert. - Der Pelagianismus ist der unter dem Einfluß des griechischen Mönchtums konsequent entwickelte christliche Rationalismus und Moralismus. Das ganze Interesse des Pelagius galt einem in seinem Sinn tugendhaften Leben. Er betonte, daß der Mensch das Vermögen zum Guten besitzt. Durch die Gewohnheit des Sündigens ist eine Schwächung zum Guten eingetreten, der nun die Gnade begegnet. Sie ist die Belehrung durch Gesetz und Evangelium über unsere wahre Aufgabe in der Welt, die darin besteht, das Gute zu tun. Das Evangelium ist nur ein vergeistigtes, vertieftes Gesetz, ein Gesetz der Freiheit. Diese Gnade empfängt der Christ in der Taufe, durch die ihm die Sünden vor der Taufe vergeben werden. Diese Gnade ist aber das zweite Gnadengeschenk. Das erste ist die possibilitas utriusque partis, der freie Wille, sich für das Gute zu entscheiden, posse sine peccato esse et mandata Dei posse custodire. Auch der Sündenfall Adams hat nichts daran geändert. Adam war nur der erste, der sündigte. Ähnlich aber wie er sündigen auch wir durch freien Willensentschluß. In der consuetudo peccandi ist eine gewisse necessitas vorhanden. Das zweite Gnadengeschenk hebt nun die Notwendigkeit zu sündigen auf. - Der Systematiker des Pelagianismus ist der Bischof Julian von Eclanum in Apulien, ein glänzender Dialektiker mit aristotelischer und stoischer Bildung, der bedeutendste Gegner des A. Für ihn ist die Sünde Sache des Willens und nicht der Natur. Der Wille aber setzt die Wahlfreiheit voraus, die possibilitas admittendi peccati et se abstinendi a peccato. Der sittliche Mensch muß die Willensfreiheit haben. Sie ist nach der Sünde so vollkommen, wie sie vor der Sünde war. Die Erbsündenlehre erklärte Julian für manichäisch, sie vernichtet die Erlösungsfähigkeit der Natur und macht so die Gnade unmöglich. Sie zerstört auch die Gerechtigkeit Gottes, die den Menschen in diesen Zustand bringt, daß er unfähig ist, das Gute zu tun. Nur durch den eigenen Willen wird der Mensch ein Knecht der Sünde. Nicht Adams Sünde hat den Zustand des Menschen und seine Beschaffenheit dauernd verändert. Der Tod ist nicht auf Adams Vergehen zurückzuführen, sondern er ist der natürliche Zustand des Menschen, der sterblich geschaffen wurde. Die Erbsünde zerstört auch die Heiligkeit der Ehe, da durch sie die Erbsünde übertragen wird. Ehe ist das Werk Gottes, nicht des Teufels. Gnade ist die schöpfungsmäßige Ausstattung des Menschen in leiblicher und geistlicher Hinsicht, dann die Mehrung der Erkenntnis durch das Gesetz und durch Christus. Auch die Kindertaufe ist notwendig; sie dient zur Stärkung des freien Willens zum Guten. Tugend und Sünde bleiben stets Sache des unverlierbaren freien Willens. Julian begründete seine Lehre auch aus der Schrift. Wenn sie aber aus ihr nicht zu beweisen wäre, so wäre sie doch durch die königliche Vernunft begründet; denn was die Vernunft beweist, kann die Heilige Schrift nicht widerlegen: quod ratio, non potest auctoritas vindicare. - Schon vor dem pelagianischen Streit war A., der sich früher bemüht hatte, den freien Willen zu verteidigen, durch eingehendes Studium des Römerbriefs zur paulinischen Gnadenlehre durchgedrungen, die er dann 396 in seiner Schrift »De diversis quaestionibus ad Simplicianum« (MPL 40) vertrat. Auf Grund seiner Behauptung, die Kindertaufe brächte keine Sündenvergebung, verurteilte die Synode von Karthago 411 Caelestius als Irrlehrer, der dann nach Ephesus ging und dort zum Presbyter gewählt wurde. Da aber seine Gesinnungsgenossen gegen seine Verurteilung protestierten und auch in Sizilien pelagianische Anschauungen verbreitet wurden, eröffnete A. 412 seine Auseinandersetzung mit dem Pelagianismus mit den zwei Schriften »De peccatorum meritis et remissione et de baptismo parvulorum« = »Von der Sünden Lohn und Vergebung und von der Kindertaufe« (MPL 40) und »De spiritu et littera« = »Geist und Buchstabe« (MPL 44, 199-246). Das letztgenannte Werk hat auf den jungen Luther stark eingewirkt; er zitierte es mehrfach in seiner Römerbriefvorlesung und gab es 1518 mit einer Vorrede neu heraus. Durch die Meditation über Gesetz und Evangelium, über »Buchstaben und Geist« kam A. zu dem Ergebnis: Das Gesetz ist »tötender Buchstabe«, wenn nicht der »lebendigmachende Geist« hinzukommt (2. Kor. 3, 6). Die Gerechtigkeit Gottes, die Paulus im Römerbrief verkündet, ist die »iustitia dei, non qua deus iustus est, sed qua induit hominem, cum iustificat impium«, also die Gerechtigkeit, die Gott dem Menschen schenkt, indem er den Gottlosen gerecht macht. Erst seit 415 nahm der pelagianische Streit einen schroffen Charakter an. A. sandte seinen persönlichen Schüler Orosius mit einem Empfehlungsschreiben an Hieronymus in den Osten, um dort eine Verurteilung des Pelagius zu erreichen; aber seine Bemühungen waren vergeblich. Die Synoden von Jerusalem und Lydda fanden an Pelagius nichts auszusetzen. Doch damit gab sich A. nicht zufrieden; er setzte es durch, daß die Synoden von Karthago und Mileve 416 nicht nur Pelagius und Caelestius als Irrlehrer verurteilten, sondern sich auch in dieser Angelegenheit an den Bischof Innozenz I. von Rom wandten, den sie durch einen von A. und vier anderen Bischöfen unterzeichneten Privatbrief in ihrem Sinn zu beeinflussen suchten. Innozenz I. schloß nur aus opportunistischen Gründen und bedingungsweise Pelagius und Caelestius aus der Kirchengemeinschaft mit Rom aus. Durch geschickt abgefaßte Glaubensbekenntnisse und das persönliche Erscheinen des Caelestius in Rom gelang es den Gegnern, den Griechen Zosimus I., den Nachfolger Innozenz' I., von ihrer Rechtgläubigkeit zu überzeugen, so daß eine römische Synode 417 die Verurteilung des Pelagius und Caelestius widerrief und die Afrikaner zur Ruhe aufforderte. Eine Generalsynode von mehr als 200 Bischöfen trat noch 418 in Karthago zusammen und verurteilte die pelagianischen Sätze, daß Adam auch ohne Sünde gestorben wäre; daß die Kinder, weil ohne Erbsünde geboren, nicht zur Vergebung der Sünden getauft zu werden brauchten; daß die rechtfertigende Gnade wohl die Vergebung bereits begangener Sünden bewirke, aber nicht zur Vermeidung von Sünden in Zukunft verhelfe; daß sie nur bessere Einsicht, nicht aber zugleich besondere Kraft biete; daß sie den Vollzug des Guten nur erleichtere; daß die Heiligen die 6. Bitte nicht für sich oder nur aus Demut sprächen. Auf Veranlassung der Afrikaner ging Kaiser Honorius mit einem Edikt gegen die Pelagianer vor. So zwang man schließlich auch Zosimus, die Verurteilung des Pelagius und Caelestius wieder zu bestätigen und allgemein bekanntzugeben. Dagegen verweigerten 18 abendländische Bischöfe eine vom Kaiser geforderte Unterschrift gegen den Pelagianismus; sie wurden darum abgesetzt und aus ihrem Bistum entfernt. Ihr Führer, Julian von Eclanum, wurde der bedeutendste Wortführer der Pelagianer. Von Pelagius hören wir seit 418, von Caelestius seit 421 nichts mehr. Die 3. ökumenische Synode zu Ephesus verurteilte 431 Julian. Nach vergeblichen Versuchen, sein Bistum wieder zu erhalten, starb er um 450, angeblich in Sizilien. - A. hat den Pelagianismus zurückgedrängt und überwunden, mußte aber gegen Ende seines Lebens sich noch mit dem Semipelagianismus auseinandersetzen, einer in Südgallien verbreiteten Lehrrichtung, deren Hauptvertreter der Mönch Johannes Cassianus in Marseille war. Im 13. Buch seiner »Gespräche mit den Vätern« brachte er seine von der Erwählungs- und Gnadenlehre des A. abweichenden Anschauungen zum Ausdruck, auf die A. 428/29 in seinen beiden Schriften eingeht: »De praedestinatione sanctorum« = »Von der Prädestination der Heiligen« (MPL 44, 959-992) und »De dono perseverantiae« = »Von der Gabe des Beharrens« (MPL 45, 993-1034). Mit allem Nachdruck betonte A., daß nicht nur der Glaube von seinem Anfang an ein Gnadengeschenk Gottes sei, sondern auch das Beharren im Glauben. Der semipelagianische Streit zog sich durch die folgenden Jahrzehnte hin und fand erst 529 auf der Synode von Arausio (Orange an der Rhône) ein Ende. Ihre Beschlüsse wurden von dem römischen Bischof Bonifatius II. bestätigt. Das Arausicanum verwarf unzweideutig den Pelagianismus und Semipelagianismus und vertrat die augustinischen Grundanschauungen über Sünde und Gnade. Der freie Wille ist durch die Erbsünde derart geschwächt, daß der Mensch von sich aus Gott weder lieben noch an ihn glauben, noch um seinetwillen etwas Gutes tun könne. Auch das Beharren im Glauben ist Gnade. Die doppelte Prädestination aber wurde ausdrücklich verworfen. - Die jahrzehntelange Auseinandersetzung mit dem Pelagianismus veranlaßte A., seine Gedanken und das Dogma von Sünde und Gnade im einzelnen zu entwickeln. Urstand des Menschen. Der Mensch wurde von Gott gut geschaffen und konnte, wenn er wollte, ohne Sünde und ohne Tod bleiben; er brauchte nicht zu sündigen und nicht zu sterben. Er hatte die Freiheit, das Gute oder das Böse zu wählen. Sündenfall. Adam wollte sein eigener Herr sein und gehorchte darum Gott nicht. Seine hochmütige Abkehr von Gott und Hinkehr zu sich selbst war seine Sünde. So wurde er ein Sünder, dessen Wille böse ist. Der Schwere seines Falls entsprach die Strafe: ignorantia, concupiscentia und mortalitas = Unkenntnis Gottes, böse Lust und Sterblichkeit. Erbsünde. »In Adam haben alle Menschen gesündigt.« So verstand A. Röm. 5, 12 nach der lateinischen Übersetzung. Durch Zeugung und Geburt wurde die Sünde Adams »gewissermaßen erblich« und durch sie die ganze Menschheit zur »massa perditionis«, zur Masse des Verderbens. Aus dem »posse non peccare« des Urstandes wurde das »non posse non peccare«, das Sündigenmüssen. So steht die Menschheit seit Adams Fall unter der misera necessitas peccandi, und geblieben ist nur die Freiheit zu sündigen, aber nicht die possibilitas utriusque partis. Die ererbte Schuld aber vermehrte sich noch durch die Sünden und Verschuldungen, die der Mensch aus eigenem Willen hinzufügt. Gnade. Der Mensch ist durchaus unfähig, auch nur das Geringste zu seiner Rettung beizutragen, und darum auf Gottes Gnade angewiesen. Ja, die Gnade ist Anfang, Mitte und Ende aller Rettung. Sie eilt ihr voraus und erweckt in dem Sünder zuerst die Sehnsucht nach Hilfe; sie ruft seinen Willen, gerettet zu sein, wach (gratia praeveniens). Dann begleitet sie seinen Entschluß zur Bekehrung mit Kraft, er würde sonst angesichts ihrer Folgen, etwa der mancherlei Entsagungen, die sie mit sich bringt, anderen Sinnes werden (gratia operans et cooperans). Schließlich wirkt sie in jedem Geretteten als ein ewiger Allmachtswille, der uns im Guten beharren läßt und der Seligkeit entgegenführt, unwiderstehlich weiter (gratia irresistibilis, donum perseverantiae). Rechtfertigung. Die erste Gabe, die der Glaube empfängt, ist die Vergebung der Sünden, durch die die Erneuerung ermöglicht wird und einsetzt. Die zweite Gabe ist die Mitteilung des Heiligen Geistes, durch die eine Umwandlung des Menschen erfolgt, die A. renovatio, regeneratio, vivificatio oder auch iustificatio nennt. Die Rechtfertigung ist also Gerechtmachung: aus dem impius, dem Gottlosen, wird ein iustus, ein Gerechter. Diese Rechtfertigung, die den Willen befähigt, das Gute zu tun, ist ein fortschreitender Prozeß und dauert als Gnadenwirkung durch das ganze Leben. Erwählung. »Erwählte sind erwählt vor der Grundlegung der Welt kraft der Vorherbestimmung (Prädestination), mit der Gott seine künftigen Taten vorher weiß. Erwählt sind sie seit der Welt kraft der Berufung, mit der Gott das, was er vorherbestimmt hat, auch ausführt. Denn, die er vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, berufen seinem Vorsatz gemäß. Andere nicht. Sondern nur, die er vorherbestimmt hat, die hat er berufen, gerechtfertigt, verherrlicht an jenem Ende, das kein Ende hat.« Eine ganz bestimmte Zahl von Menschen hat Gott zum Heil erwählt als Ersatz für den Ausfall, der durch die gefallenen Engel in der Engelwelt entstanden ist. Die Zahl der Erwählten deckt sich nicht mit der Zahl derer, die der sichtbaren Kirche angehören. Nur die Erwählten empfangen die Gnade der Beharrung im Glauben. Nach seinem freien Ermessen gewährt oder versagt Gott seine Gnade, ohne die niemand das Gute vermag. Während den Erwählten die Gnade Gottes zuteil wird, wirkt sich an den Nichterwählten die Gerechtigkeit Gottes zu ihrer Verdammnis aus. Gottes Gnade ist wirklich nichts als Gnade. Die Prädestination im Sinn des A. ist das Zeugnis von der bedingungslosen Souveränität der Gnade Gottes. Warum aber hat Gott die Nichterwählten verdammt? »Warum sonst, als weil er es so gewollt hat. Warum hat er es aber gewollt? >Mensch, wer bist du, daß du Gott zur Rede stellen willst?<« Mit dem Hinweis auf Röm. 9, 20 will A. unsere an sich berechtigte Frage zum Verstummen bringen. Wir sollen auch dort, wo wir Gott nicht verstehen, dessen gewiß sein: »Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen und heilig in allen seinen Werken« (Ps. 145, 17). - A. als Schriftsteller. A. übertrug 426 einen Teil der Verwaltungsgeschäfte Hilarius, seinem Koadjutor und späteren Nachfolger. Nun hatte er Zeit, das durchzuführen, was er schon seit langem plante: sein Schrifttum bis zu diesem Zeitpunkt kritisch zu sichten und zu ordnen. So entstanden seine 2 Bücher >Retractationes, die über seine gesamte schriftstellerische Tätigkeit in chronologischer Reihenfolge Rechenschaft ablegen. Da die »Retractationes« ein kritischer Rückblick auf das literarische Werk des Kirchenvaters A. seit seiner Bekehrung sind, enthalten sie mancherlei Verbesserungen, Ergänzungen und Bemerkungen, die in seinen theologischen Meinungen eine Entwicklung und einen Fortschritt deutlich erkennen lassen. Dieser schriftstellerische Rechenschaftsbericht stellt fest, daß A. bis 427 bereits 93 »opera« in 232 »libri« verfaßt habe; in Wirklichkeit aber sind es noch mehr. Nicht berücksichtigt hat A. in seinen »Retractationes« die Unmenge seiner Briefe und Predigten. - Seine bekannteste Schrift sind seine »Confessiones«, die bedeutendste Selbstbiographie des Altertums, allerdings eine von besonderer Art; keine Autobiographie im heutigen Sinn, aber trotzdem keine Dichtung; Jahrhunderte hindurch als Erbauungsbuch gelesen und geschätzt. A. hat seine »Confessiones« 397/98 geschrieben. Der beste Weg, um ihn kennenzulernen, ist die Lektüre dieses Werkes, das als biographische Quelle wertvoll, unersetzlich und zuverlässig ist. Die »Confessiones«, eines der großen Kunstwerke der Weltliteratur, enthalten eine große, erschütternde Lebensbeichte, sind aber zugleich ein Glaubensbekenntnis und ein Lobpreis der Gnade und Barmherzigkeit Gottes, der dieses Leben durch Sünde und Schuld, durch Irrtum und Zweifel zur Erkenntnis des Heils und zum Frieden der Vergebung geleitet hat: »Groß bist du, Herr, und sehr löblich (Ps. 145, 3); groß ist deine Kraft, und deine Weisheit ist unermeßlich (Ps. 147, 5). Und loben will dich der Mensch, ein kleiner Teil deiner Schöpfung, der Mensch, der sein Sterben mit sich schleppt, das Zeugnis seiner Sünde und das Zeugnis, daß du den Hoffärtigen widerstehst (1. Petr. 5, 5); und loben will dich dennoch der Mensch, ein kleiner Teil deiner Schöpfung. Du weckst uns auf, daß dich zu loben Freude macht; denn du hast uns zu dir hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.« Mit diesem Lobpreis beginnen die »Confessiones«; dieser Eingangsabschnitt (I, 1-5) gehört zu den wundervollsten Stücken der gesamten Weltliteratur. Das Werk besteht aus drei Teilen von insgesamt 13 Büchern: I-IX, X und XI bis XIII. Die Bücher I-IX geben darüber Auskunft, »wer er gewesen ist«; sie berichten über seine Jugend, gewähren einen Einblick in seine geistliche Entwicklung, schildern das Erlebnis seiner Bekehrung (Buch VIII) und enden mit dem Tod der Mutter in Ostia, kurz vor der geplanten Heimreise nach Nordafrika. Im X. Buch gibt A. einen Rechenschaftsbericht über den derzeitigen Stand seines Christseins: »wer er bereits ist und wer er noch ist«. Die Bücher XI-XIII bieten eine tiefsinnige, weithin allegorische und stark philosophische Deutung des Schöpfungsberichts von Genesis 1. Der Titel des Werkes, »Confessiones«, ist nach dem Sprachgebrauch der lateinischen Bibel in erster Linie als »Lobpreisungen« zu verstehen; aber das Lob und die Verherrlichung Gottes besteht in den »Bekenntnissen« des A. über sein Leben, seine Sünden und die Erfahrungen seines Glaubens. In seinen »Retractationes« schreibt A. über dieses Werk: »Die dreizehn Bücher meiner >Confessiones< loben Gott, den gerechten und gütigen, im Hinblick auf das Böse wie auf das Gute in meinem Leben und sollen zu ihm Geist und Gemüt des Menschen erheben. Das bewirkten sie wenigstens in mir, als ich sie niederschrieb, und bewirken sie noch, wenn ich sie lese. Was andere davon halten, mögen sie selbst sehen; doch weiß ich, daß viele Brüder Freude daran hatten und noch haben.« - Sein dogmatisches Hauptwerk sind die 15 Bücher »De trinitate«, über die »Dreieinigkeit« (MPL 42, 819-1098), das ohne akuten Anlaß entstanden und im ganzen unpolemisch gehalten ist. Von 399 bis 419 hat A. daran gearbeitet, weil in seinem Kampf gegen den Donatismus und Pelagianismus immer wieder andere Aufgaben und literarische Arbeiten den Vorrang beanspruchten. A.s Werk »De trinitate« handelt nicht nur von der Trinität im besonderen, sondern ist zugleich eine Zusammenfassung seiner Theologie, seiner Metaphysik und Psychologie überhaupt. An diesem Werk wird so recht deutlich, daß Theologie und Philosophie in A. eine Einheit bilden. Es bringt die patristische Spekulation über die Trinität im wesentlichen zum Abschluß und bemüht sich um die gedankliche Durchdringung des trinitarischen Geheimnisses. Das Werk besteht aus zwei Teilen: Buch 1-7 und Buch 8-15. Der biblischen Lehre von der Dreieinigkeit im ersten Teil folgt in einem noch umfangreicheren zweiten Teil ihre wissenschaftliche, d. h. logisch-metaphysische, Rechtfertigung und Begründung. A. geht von der Trinität selbst aus, nicht vom Vater: Trinität ist der eine Gott, und der eine Gott ist die Trinität. Der Nachdruck fällt auf die Betonung der Einheit Gottes. Alle Werke der Trinität sind allen drei Personen gemeinsam. Einen Unterschied zwischen den einzelnen Personen leugnet A. nicht; er will nicht Modalist sein, nähert sich ihm aber stark. Die Personen sind ihm Relationen innerhalb des göttlichen Wesens. Die Lehre des Ausgangs des Geistes aus Vater und Sohn hat er erstmalig vorgetragen. Nach griechischer Lehre geht der Geist aus dem Vater hervor. Es ist nicht der Ausgang des Geistes in die Welt gemeint, sondern der innertrinitarische Vorgang. A. hat eine psychologische Erklärung des Trinitätsdogmas gegeben. Das ist etwas ganz Neues; nur sehr bescheidene Anfänge davon finden sich in der griechischen Kirche. Im menschlichen Wesen, das nach Gottes Ebenbild geschaffen ist, muß sich das trinitarische Wesen Gottes widerspiegeln. Diese psychologische Erklärung findet erst bei Thomas von Aquin eine Fortsetzung. - Durch sein »gewaltiges Werk« (»ingens opus«) mit dem Titel »De civitate Dei« (MPL 41) wurde A. der erste große Geschichtstheologe der christlichen Kirche und damit zugleich der Vater der abendländischen Geschichtsphilosophie. Veranlassung zu diesem Werk waren die Ereignisse des Jahres 410. Die Westgoten waren unter ihrem König Alarich in Italien eingefallen. Ende August 410 eroberten sie Rom und zogen nach dreitägiger Plünderung und Verwüstung der »ewigen Stadt« wieder ab. Die Wirkung der Katastrophe war erschütternd. Ihre Kunde drang in alle Welt und weckte Schrecken und Entsetzen. Hieronymus klagte: »Das Licht der Welt ist erloschen; in der einen, den Barbaren anheimgefallenen Stadt ist die ganze Menschheit vom Untergang betroffen.« Die Vorwürfe und Anklagen der Heiden wurden laut: »Man sagt: In Rom liegt der Leib des Petrus, in Rom liegt der Leib des Paulus, in Rom ist der Leib des Laurentius und anderer heiliger Märtyrer. Aber gleichwohl, Rom ist im Elend! Rom wurde verwüstet, erniedrigt, geschlagen, in Brand gesteckt. Mordtaten geschehen; Hunger, Seuche, Schwert gehen durch die Stadt. Wo bleiben die denkwürdigen Taten der Apostel? Solange wir unseren Göttern opferten, stand Rom, blühte Rom. Jetzt, wo eure Art zu opfern gesiegt hat und überall Verbreitung fand und wir es nicht mehr dürfen, wie hat Rom zu dulden!« Da er der Wortführer und theologische Berater der ganzen lateinischen Christenheit war, wurde A. von allen Seiten dringend gebeten, ein Wort zur Lage und zu diesen Vorwürfen zu sagen. So schrieb er von 413 bis 426 mit vielfacher Unterbrechung die 22 Bücher seines geistesgeschichtlich bedeutsamen Werkes »De civitate Dei«, das die Widerlegung der heidnischen Religion und Philosophie mit einer positiven Darlegung der ganzen Dogmatik und Ethik verbindet. Es ist die letzte große Apologie der Kirche gegen das Heidentum und die abschließende Rechtfertigung der kirchlichen Lehre. Im ersten Teil dieses Werkes (Buch 1-10) setzte sich A. apologetisch-polemisch mit den Anklagen der Heiden auseinander und ging in seinen Ausführungen des 2. Teils (Buch 11-22) davon aus, daß das katastrophale Ereignis von 410 nur ein Stück des welt- und heilsgeschichtlichen Geschehens sei, an dem aber sichtbar werde der Gegensatz der beiden Reiche, des Gottesreiches und des Teufelsreiches, deren Kampf das eigentliche Thema der Geschichte sei. Dementsprechend handeln die Bücher 11-14 von dem Ursprung, die Bücher 15-18 von dem Fortgang und die Bücher 19-22 von dem Ausgang der beiden Reiche. »Civitas Dei« kann man mit »Gottesstaat«, aber auch mit »Bürgerschaft Gottes« übersetzen. Von Anbeginn gibt es zwei menschliche Gemeinschaften, die durch ihre Gesinnung geprägt sind: »Zwei Weisen der Liebe haben zwei civitates, zwei Bürgerschaften, geschaffen, d. h. eine irdische Bürgerschaft der Selbstliebe (amor sui), die bis zur Verachtung Gottes geht, und eine himmlische Bürgerschaft der Gottesliebe (amor Dei) bis zur Verachtung des eigenen Selbst.« Beide Gesinnungen sind so alt wie die Geschichte der Welt. Im Sündenfall Adams nahmen sie ihren Anfang; seitdem läuft die Entwicklung der Bürgerschaft Gottes oder »Jerusalems« über Abel und das alttestamentliche Heilsgeschehen bis zu Christus, von Christus weiter durch die Kirche und endet erst am Ende der Zeiten in jener ewigen »Gottesstadt«, »da der Sieg in der Wahrheit und der Rang in der Heiligkeit, der Friede in Seligkeit und das Leben in Ewigkeit feststehen wird«. Beide civitates, die »civitas Dei« und die »civitas terrena«, sind »in dieser Weltzeit ineinander verschlungen und miteinander vermischt, bis sie im Jüngsten Gericht getrennt werden«. Die Grundgedanken seiner Geschichtstheologie in »De civitate Dei« haben weithin die Kirchenpolitik des Mittelalters bestimmt und sind noch heute im christlichen Denken lebendig. - A. ist einer der größten Schriftausleger der christlichen Kirche. Die bekannteste und bedeutendste seiner alttestamentlichen Arbeiten sind die »Enarrationes in Psalmos« (MPL 36 und 37), kurze Glossen zu Psalm 1 bis 32 (um 396) und Predigten aus verschiedenen Jahren. Sein besonderes Interesse galt der Genesis, um deren rechte und befriedigende Auslegung er sich mehrfach bemüht hat. Mit seinen 12 Büchern »De Genesi ad litteram« (MPL 34, 245-468), die er von 401 bis etwa 415 schrieb, kam er nur bis Genesis 3. Die bekannteste und bedeutendste seiner neutestamentlichen Arbeiten sind die 124 »Tractatus in Joannis evangelium« aus den Jahren 416/17 (MPL 35, 1379 bis 1976), erbauliche Gemeindeansprachen mit reichlicher Verwendung der Allegorese, keine wissenschaftliche Exegese im heutigen Sinn, und 10 »Tractatus in epistolam Joannis I« (MPL 35), Homilien, die er in der Osterwoche des Jahres 416 gehalten hat. Erwähnt sei auch seine Erklärung der Bergpredigt von 394 (MPL 34). Da die Anhänger des Porphyrius mit ihrer Behauptung, die vier Evangelien enthielten mancherlei Widersprüche, eine ziemliche Aufregung verursachten, schrieb A. um 400 »De consensu evangelistarum libri quattuor« (MPL 34, 1041-1230). In dieser Schrift bemühte er sich um den Nachweis der völligen Übereinstimmung der vier Evangelien. In den 4 Büchern seiner um 396 begonnenen, aber erst 426 vollendeten Schrift »De doctrina christiana« = »Über die christliche Lehre« (MPL 34, 15-122) erörterte A. Fragen der Hermeneutik und Homiletik, die zwei Hauptfragen aller Bibelwissenschaft: wie die Lehre der Heiligen Schrift zu ermitteln und wie sie den Gläubigen vorzutragen sei. Um 400 verfaßte er das Büchlein »De catechizandis rudibus« = »Die Katechese für die Neulinge« (MPL 40, 309-348), eine Schrift aus der eigenen praktischen Erfahrung und darum heute noch für die Praxis von Wert, eine Quelle für unsere geschichtliche Kenntnis des damaligen Katechumenats. - Seine »philosophischen Jugendschriften« und seine polemischen Schriften gegen den Manichäismus, Donatismus und Pelagianismus wurden bereits in der Schilderung seines Werdens und Wirkens erwähnt. - Bedeutung und Nachwirkung. A. ist der größte Theologe nicht nur des Westens, sondern der Alten Kirche überhaupt; durch seine Lehre von der Kirche und den Gnadenmitteln der größte Doctor ecclesiae und der mittelalterlichen Kirche die höchste Autorität für ihre Theologie und auch für ihre weltlichen Herrschaftsansprüche; durch seine Anschauungen von Sünde und Gnade von den Reformatoren geschätzt und ihr Bundesgenosse im Kampf um die Geltung der göttlichen Gnade; trotz der lehrmäßigen Unterschiede zwischen Paulus und A. einerseits, Luther und A. andererseits der große Erneuerer des Paulinismus in der Alten Kirche und damit auch der Kirchenvater der Reformation; durch sein Werk »De civitate Dei« der letzte große Apologet des Christentums gegen die Heiden, der erste große Geschichtstheologe der christlichen Kirche und damit zugleich der Vater der abendländischen Geschichtsphilosophie; ein scharfer Dialektiker, begabter Psychologe und einer der ganz großen originellen Denker der Christenheit, in dem Theologie und Philosophie eine Einheit bilden und die Spätantike ihren Höhepunkt erreicht; der größte und lehrhafteste Prediger der lateinischen Kirche, dem wir die erste Katechetik, die erste Hermeneutik und die erste Homiletik verdanken; einer der größten Schriftausleger der christlichen Kirche und einer der fruchtbarsten Schriftsteller der Alten Kirche, der als der einzige altchristliche Schriftsteller mit einem Teil seiner Werke in die Weltliteratur aufgenommen wurde; der einzige Kirchenvater, der bis heute eine geistige Macht geblieben ist. A. hat das gesamte abendländische Christentum nach ihm entscheidend beeinflußt und eine durch die Jahrhunderte anhaltende Wirkung ausgeübt. Durch seine Schriften gewann A. seine weltgeschichtliche Bedeutung. Die Scholastiker fanden fast für jeden Lehrartikel ein Zitat aus den Werken des A. Die frühmittelalterlichen Mystiker schöpften aus seinen Schriften. Auch die Reformation verdankte A. bedeutende Anregungen. Eine »augustinische Renaissance« erlebte die Kirchengeschichte in dem Jansenismus (s. Jansen, Cornelius), einer der reformkatholischen Bewegungen des 17./18. Jahrhunderts, die den strengen Augustinismus erneuerte. Ganz verschiedene Geistesrichtungen berufen sich auf A. Daß die Geschichte des Augustinismus noch nicht zu Ende ist und A. auch heute eine Macht in der katholischen Theologie und Frömmigkeit ist, zeigt der gewaltige Aufschwung der A.forschung anläßlich der Feier seines 1500. Todestags im Jahr 1930 und seines 1600. Geburtstags im Jahr 1954.
Werke: Hrsg. durch die Mauriner, 11 Bde., Paris 1679-1700 (noch immer die beste GA); MPL 32-47; CSEL, 1887 ff. (noch unvoll.); Oeuvres de St. A., hrsg. v. F. Cayré, 1936 ff. (1949 ff.2; lat. u. frz.); CChr, 1954 ff.
Einzelausgg.: Confessionum libri 13. Post Pium Knoell iteratis curis ed. Mart. Skutella, 1934 (Neuausg. v. Heiko Jürgens u. W. Schaub, 1969); in Ausw. hrsg. v. Alfons Kurfess, 1921 (19294); in Ausw. hrsg. u. erl. v. Kaspar Wolfschläger u. Otto Koch, Text, 1923 (19465.6), Erll., 1931 (19533); in Ausw. bearb. v. Paul Hanschke (Text nebst Erll.), 1934 (1949); Ausz., ausgew., eingel. u. mit Anm. vers. v. Karl Groß, 1954; Ausw. aus den ersten 10 Büchern und Komm. v. Josef Fischer, 1966. - De civitate Dei libri 22, hrsg. v. Bernhard Dombart u. A. Kalb, 2 Bde., 1928/29; Ausw., hrsg. v. A. Kurfess, 1925 (19363); Ausz. (Buch V), ausgew., eingel. u. mit Anm. vers. v. Karl Groß: Von den Ursachen der Größe Roms, 1952 (19602); Ausz., ausgew. v. Hans Kloesel, Text, 1953, Erll., 1954 (19612); Ausw., Textbearb., Einl. u. erkl. Namenverz. v. Max Zepf nebst Wb. mit Erll., 1954; in Ausw. bearb. v. Josef Fischer, Text 1954 (19612), Komm., 1955; Ausw., bearb. v. Niels Wilsing, mit Anm., 1955. - De catechizandis rudibus, hrsg. v. Gustav Krüger, 19343. - Enchiridon, hrsg. v. Otto Scheel, 19302. - De doctrina christiana libros quattuor ed. Henricus Josephus Vogels, 1930. - Liber de vivendo Deo seu Epistula 147, hrsg. v. Michael Schmaus, 1930. - De beata vita liber, hrsg. v. dems., 1931. - Ad Consentium epistula, hrsg. v. dems., 1933. - Textus eucharistici selecti, ed., prolegomenis et notis instruxit Hugo Lang, 1933. - Textus selecti de paenitentia, coll. et notis ill. Bernhard Poschmann, 1934.
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Hermann Endrös, 1963; eingel. u. übertr. v. Wilhelm Thimme, 1967. - Confessiones. Bekenntnisse (lat. u. dt.), eingel., übers. u. erl. v. Joseph Bernhart, 1955 (Lizenzausg. 1955 = Fischer-Bücherei 103; Nachw. u. Anm. v. Hans Urs v. Balthasar), 19663. - De Civitate Dei. Der gültige Gottesstaat, neu ausgew., übertr. u. eingel. v. Jos. Fischer, 1948; Der Gottesstaat, in dt. Sprache v. C. J. Perl, I (Buch 1-7), 1951 (19662); II (Buch 8-15), 1952; III (Buch 16-22), 1953; Der Gottesstaat (dt.). Einf. u. Ausw. v. Franz Jehle, 1953; Vom Gottesstaat, vollst. Ausg., eingel. u. übertr. v. Wilhelm Thimme, 2 Bde., Zürich 1955; Die Gottesbürgerschaft, hrsg. u. eingel. v. Hans Urs v. Balthasar, dt. v. Wilhelm Thimme (Fischer-Bücherei 374), 1961.- Bekenntnisse u. Gottesstaat, dt., ausgew. v. Joseph Bernhart, 1930 (19657; Kröners Taschenbuch 80). - Soliloquia. Selbstgespräche, dt. v. Ludwig Schopp, Einl. u. Anm. v. Adolf Dyroff, 1938; Selbstgespräche, lat. u. dt., hrsg. v. Peter Remark, 1951; Selbstgespräche über Gott (Soliloquia) u. Die Unsterblichkeit der Seele (De immortalitate animae), lat. u. dt. Gestaltung des lat. Textes v. Harald Fuchs. Einf ., Übertr., Erl. u. Anm. v. Hanspeter Müller, Zürich 1954; Alleingespräche, in dt. Sprache v. C. J. Perl, 1955. - Enarrationes in Psalmos. Über die Pss., ausgew. u. übertr. v. Hans Urs v. Balthasar, 1936; Die Ausl. der Pss. Christus u. sein mystischer Leib, ausgew. u. übertr. v. Hugo Weber, 1955; Die Ausl. der Pss., Wien 1964 ff. - De Genesi ad litteram libri 12. Der große Gen.komm. in 12 Büchern. Zum erstenmal in dt. Sprache v. C. J. Perl, I, 1961; II, 1964. - De sermone Domini in monte. A. z. Bergpredigt, eingel. u. übertr. v. Albert Schmitt, 1952. - Tractatus in Epistolam Joannis I. Gott ist die Liebe. Die Predigten über den 1. Joh.brief, übers. u. eingel. v. Fritz Hofmann, 1938 (19543). - A.-Predigten. Eine Ausw. f. Sonn- u. Feierertage des Kirchenjahres, übers. v. Albert Schmitt, 1947. - Christ ist geboren. Worte z. Weihnacht. Aus den Predigten des hl. A., übertr. u. hrsg. v. Willi Reich, Zürich 1967. - De trinitate. Über den dreieinigen Gott, ausgew. u. übertr. v. Michael Schmaus, 1936 (19512). - Enchiridion. Das Handbüchlein de fide, spe et charitate, übertr. u. erl. v. Paul Simon, 1923 (19622); Enchiridion de fide, spe et caritate. Handbüchlein über Glaube, Hoffnung u. Liebe. Text u. Übers. mit Einl. u. Komm., hrsg. v. Jos. Barbel, 1960. - De Spiritu et littera. Geist u. Buchstabe (lat. u. dt.), übertr. v. Anselm Forster, 1968; übers. v. Ernst Kochs (BSt [N] 36), 1962. - De catechizandis rudibus. Der erste Rel.unterricht, übers. u. hrsg. v. Florian Auer, 1927; Teilausg., dt., bes. u. eingel. v. Hubert Rohde, 1965. - De moribus ecclesiae catholicae. Christi. Ethos, übertr. u. erl. v. Paul Keseling, 1948. - De utilitate credendi. Nutzen des Glaubens. De duabus animabus. Die zwei Seelen (lat. u. dt.), übertr. v. C. J. 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2000
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Letzte Änderung: 30.07.2010