AURELIUS v. Riditio: Bischof in Armenien, geb. um 400, gest. um 475. Fest: 9.11. - Die einzige Gewissheit, die wir über A. haben (Patrick Saint-Roch), kommt von einer Inschrift auf seinem Grab in Mailand. Nach ihr wurde A. nach seinem Tode in Mailand am 9. November auch dort beigesetzt. Die Stadt Riditio, in der er Bischof gewesen sein soll, ist nicht bekannt. Die Vita des A. aus dem Ende des 10. bzw. Anfang des 11. Jahrhunderts berichtet, daß Bischof Dionysius von Mailand von den Arianern vertrieben und nach Armenien geflohen sei. Dort traf er sich mit Aurelius und dort starb er auch. Vor seinem Tode bat er A. nach seinem Tode seine Gebeine nach Mailand zu übertragen. A. tat dies auch, kurz zuvor war Ambrosius Bischof von Mailand geworden. Auf Bitten des Ambrosius blieb A. in Mailand, starb dort an einem 9. Nov. und wurde an der Seite des Dionysius beigesetzt. Geschichtlich jedoch lassen sich diese Daten nicht vereinbaren. (P. Saint-Roch). - Im Jahre 830 bekam Bischof Notingus von Vercelli vom Mailänder Bischof die Erlaubnis, die Reliquien des A. nach Hirsau zu übertragen. Für ihre Verehrung wurde in Hirsau die berühmte Aureliuskirche errichtet. Daraus enstand später die berühmte Reformabtei Hirsau. Allerdings ging diese zunächst wieder ein und wurde erst wieder im 11. Jh. neu errichtet. - A. gilt als Patron gegen Kopfkrankheiten. Seine früheste Darstellung findet sich im Stuttgarter Passionale, um 1140. Dort wird A. gezeigt, wie er den Kopf eines knieenden Mannes berührt.
Lit.: ActaSS Nov. 4, 128-141; - BKL 819-822, AnBoll 17 (1898) 190-197; - K. Schmid: Kloster Hirsau und seine Stifte, Freiburg i. Br. 1959, W. Irtenkauf: Kleine Beiträge zur Hirsauer Kirchengeschichte, in: Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte 52 (1958) 121-134; - LThK
3 I, Sp. 1254-1255 (P. Saint-Roch); - LCH 6, Sp. 293 (W. Irtenkauf); - V. Schauber: Pattloch Namenstagskalender, Dokumentation von H.M. Schindler, Augsburg 1994, 349-35O.
Ekkart Sauser
Letzte Änderung: 06.11.2011