BABILON, Theodor: Geschäftsführer des Kölner Kolpinghauses, * 26.2. 1899 zu Köln, † 11.2. 1945 in Buchenwald oder Ohrdruf. B. war Sohn tiefgläubiger Eltern. In der Kölner Innenstadt geboren, hatte er zwei Schwestern, die bei den Aachener Franziskanerinnen eintraten und einen Bruder, der in Köln Diözesanpriester wurde. Als Frontkämpfer am 24. März 1919 aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, trat er in den Dienst des Kolpingwerkes ein. 1932 wurde er Geschäftsführer des Kölner Kolpinghauses. Heinrich Festing stellt fest: »Er war ein besonnener Mann, der ganz in der Leitung des Kolpinghauses aufging. Das Haus genoß unter seiner vorbildlichen wirtschaftlichen Führung großes Ansehen in Köln und darüber hinaus.« (In: Zeugen für Christus - Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, hrsg. von Helmut Moll, Paderborn-München-Wien-Zürich 1999, S. 291). Seit Anfang der NS-Zeit bekannte er sich eindeutig zum Werk, zum Geist von Adolf Kolping. Von seiner Frau Margarethe immer unterstützt, fühlte er sich immer mehr von der Gestapo »beschattet«. Dies führte schließlich zu seiner Verhaftung am 15. August 1944. Eine Gelegenheit zur Flucht aus dem KZ-Außenlager Köln-Deutz nützte er nicht, um nicht seine Frau und seine Kinder zu gefährden. Er wurde von Köln nach Buchenwald bzw. Ohrdruf gebracht. Dort starb er im Februar 1945 an Gehirnhautentzündung. Noch heute erinnert eine Tafel an ihn und Vikar Heinrich Richter, dem anderen Märtyrer der Kolpingfamilie, in der Minoritenkirche zu Köln. In Köln-Deutz gibt es eine eigene »Babilonstraße«.
Lit.: J. Torsy: Der Große Namenstagskalender, Aktualisierte Neuausgabe, hrsg. von H. J. Kracht, Freiburg-Basel-Wien 19972, 62; - Zeugen für Christus - Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, hrsg. von H. Moll, Bd. I, Paderborn-München-Wien-Zürich 1999, 291-294 (H. Festing-Helmut Moll.