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Band XV (1999)Spalten 47-49 Autor: Johannes Madey

BAČYNS'KYJ, Oleksander, ukrainischer griech.-kath. Geistlicher und Theologe, * 1844 in Soroc'ke in der Nähe von Skalat/Westukraine, † 9. Juni 1933 in L'viv. - B. besuchte das Gymnasium in Ternopil und in Berežany. Nach dem Abitur im Jahre 1863 trat er in das Lemberger griech.-kath. Priesterseminar ein. Nach dem Abschluß der theol. Studien weihte ihn der Lemberger Metropolit Josyf Sembratovyč am 15. Dezember 1867 zum Priester. Nach fünfjähriger seelsorgerischer Tätigkeit in Landgemeinden kam er an die Lemberger Kathedrale St. Georg. Von 1873 bis 1878 übte er das Amt des Vizerektors des griech.-kath. Priesterseminars aus. Gleichzeitig lehrte er an der Universität Lemberg Katechetik und Didaktik. Nach Überwindung gewisser Schwierigkeiten übernahm er 1881 die Pfarrei von Bolechiv, doch kehrte er bereits 1883 nach Lemberg als Rektor des Priesterseminars zurück, wo er im Auftrag des Metropoliten Sylvester Sembratovyč die Reform durchführte. Das unter seiner Leitung neuerrichtete Seminargebäude erhielt 1889 die kirchliche Einweihung. Schon seit dem Jahre 1878 war er auch Herausgeber der Zeitschriften "Rus'kyj Sion" (Das ruthenische Sion), "Myr" (Frieden) und "Dušpastyr" (Der Seelsorger). Das Amt des Rektors übte B. zehn Jahre lang aus. Im Jahre 1893 wurde er Domherr und Kanzler des Konsistoriums der Metropolitaneparchie. In dieser Eigenschaft gab er 1896 das Archieratikon (Pontificale) heraus. Ebenso begann er mit der Herausgabe der Schriftenreihe Bohoslovs'ka Biblioteka" (Theologische Bibliothek) im Jahre 1898. Ihm zu verdanken sind verschiedene theologische Lehrbücher für die Studierenden der Theologie, aber auch für die Seelsorger. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Verdienste erwählte die Wissenschaftliche Theologische Gesellschaft B. im Jahre 1923 zu ihrem ordentlichen Mitglied und deren philosophisch-dogmatische Sektion zu ihrem Vorsitzenden. Den Vorsitz der Sektion behielt er bis zu seinem Tode. Seine reiche Bibliothek vermachte er der Bibliothek der Theologischen Akademie von Lemberg (L'viv). B. übte auch eine Zeitlang das Amt des Protosyncellus (Generalvikars) der Lemberger Metropolitaneparchie aus. Er empfing verschiedene kirchliche Ehrungen: So zeichnete ihn der Papst mit der Würde eines Päpstlichen Hausprälaten aus, während ihn sein Metropolit zum Mitraten (Mitraträger) und Archipresbyter ernannte.

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Werke: Služebnyk svjatytels'kyj (Priestergebetbuch, das die wichtigsten gottesdienstlichen Texte enthält), Lemberg 1886; Korotkij vyklad' Bohoslovija dogmatyčnoho (Kurze Auslegung der dogmatischen Theologie), Lemberg 1898; Korotkij vyklad katolyc'koho Bohoslovija morol'noho [Etyky katolyc'koj] (Kurze Auslegung der katholischen Moraltheologie [theologischen Ethik]), Lemberg 1899; Pravo cerkovne (Kirchliches Recht), Lemberg 1900; Bohoslovië pastyrske (Pastoraltheologie), Lemberg 1902; Svjate Pys'mo Staroho y Novoho Zavjeta (z pojasnennjamy D-ra Ivana Bartočevs'koho), Lemberg 1900-1908; Praktyčnyj provodnyk' dlja svjaščennykov' (Praktischer Leitfaden für Priester), Lemberg 1901; Psaltyr' v' jazycje cerkovno-sloven'skom' c' perevodom' na jazyk' narodno-ruskij (Psalter in kirchenslavischer Sprache mit einer Übertragung in die ruthenische Volkssprache), Lemberg 1903; Novyj Zavjet' Hospoda našoho Isusa Xpysta v' jazycje cerkovno-sloven'skom' c' perevodom' na jazyk' narodno-ruskij (Das Neue Testament unseres Herrn Jesus Christus in kirchenslavischer Sprache mit einer Übersetzung in die ruthenische Volkssprache), Lemberg 1903; Konkordat zaključennj miž Apostol's'koju Stolyceju a prezydentom Ričypospolytoď pol's'koď dnja 10 ljutoho 1925 r. , ratyfikovannj pol's'kym sojmom i obovjazujučnj z dnem 2 serpnja 1925 (Das zwischen dem Apostolischen Stuhl und dem Präsidenten der Polnischen Republik am 10. Februar 1925 abgeschlossene und vom polnischen Parlament [Sejm] ratifizierte, ab 2. August 1925 verpflichtende Konkordat), Lemberg 1925.

Lit.: J. Slipyj, O. mitrat Aleksander Leškovyč-Bačyns'kyj (rod. 1844, umer 9 červnja 1933), in: I. Choma-Ju. Fedoriv (Hrsg.), Tvory Kyr Josyfa Verxovnoho Archyjepyskopa i Kardynala - Opera Omnia Kyr Josephi (Slipyj-Kobernyc'kyj-Dyčkovs'kyj) Archiepiscopi Maioris et Cardinalis, III-IV, Rom 1970, 755-757; - Theologische Wissenschaftliche Gesellschaft, (Nachruf) in: ebd. 758f.; - V. Kubijovyč (Hrsg.), Encyclopedia of Ukraine, I, Toronto-Buffalo-London 1984, 155.

Johannes Madey

Letzte Änderung: 09.04.2011