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Band I (1990)Spalten 452-453 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

BECKX, Pierre Jean, General des Jesuitenordens, * 5.2. 1795 in Sichem (Brabant) als Sohn eines Schuhmachers, † 4.3. 1887 in Rom. - B. besuchte seit 1815 das Seminar in Mecheln, empfing am 6.3. 1819 die Priesterweihe und war kurze Zeit Kaplan in Uecle bei Brüssel. Er trat am 29.10. 1819 in Hildesheim in die Gesellschaft Jesu ein und wirkte als Seelsorger in Hamburg, Hildesheim und Braunschweig und als Professor des Kirchenrechts am Seminar in Hildesheim. Nach dem Übertritt des Herzogs Friedrich Ferdinand von Anhalt-Köthen zur katholischen Kirche wurde B. 1826 sein Hofkaplan. Nach dem Tod des Herzogs siedelte B. 1830 als Beichtvater der verwitweten Herzogin Julie mit ihr nach Wien über und blieb dort bis zu ihrem Tod im Jahr 1848. Da die Jesuiten 1848 aus Österreich vertrieben wurden, begab er sich nach Belgien und wurde 1851 Rektor ihres Kollegs in Löwen, kehrte aber, als die österreichische Regierung die Jesuiten in ihr Land zurückrief, nach Wien zurück und wurde 1852 Provinzial von Österreich und am 2.7. 1853 als Nachfolger des Johannes Roothan der 22. General der Gesellschaft Jesu. B. entfaltete bis zu seiner Abdankung am 11.5. 1884 eine erfolgreiche propagandistische, diplomatische und organisatorische Wirksamkeit. Die Zahl der Ordensmitglieder stieg von 5209 im Jahr 1853 auf 12070 im Jahr 1887, obwohl der Orden in mehreren Ländern verboten wurde. B. gründete in Rom die »Civiltà Cattolica«, das einflußreiche Hauptorgan des Jesuitismus, in Frankreich die »Etudes«, in Deutschland die »Stimmen aus Maria Laach« und in Österreich die »Zeitschrift für katholische Theologie«. Auf Pius IX. übte er starken Einfluß aus. 1872 weihte B. alle Provinzen des Ordens dein Göttlichen Herzen Jesu. 1873 siedelte er nach Fiesole bei Florenz über, wo der Sitz der Ordensregierung bis 1895 blieb. B. war ein eifriger Verbreiter der Marienverehrung. Ihm wurde auf seinen Wunsch 1883 Antonius Anderledy als Generalvikar cum iure successionis beigegeben. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte B. in Rom.

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Werke: Der Monat Mariä, Wien 1838 (über 30 Aufl.).

Lit.: A. M. Verstraeten, Leven van den hoogeerwaarden P. Petrus B., Antwerpen 1889 (dt. v. Joh. Martin, Ravensburg 1897); - StML 32, 1887, 265 f.; - Koch, JL 170 ff.; - Beda Hubert Bastgen, Das Herzogspaar Ferdinand u. Julie v. Anhalt-Köthen. Die Anfänge der kath. Pfarrei in Köthen u. der Hl. Stuhl. Nach den Akten des vatikan. Geheimarch., 1938; - Sommervogel I, 1118 ff.; VIII, 1792; - DHGE VII, 388 ff.; - EC II, 1131 f.; - LThK II, 92 f.; - RGG I, 956.

Friedrich Wilhelm Bautz

Literaturergänzung:

1965

Karel Schoeters, P.-J. Beckx en de "Jezuïeten-politiek" van zijn tijd, Antwerpen, 1965.

Letzte Änderung: 09.04.2011