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Band I (1990)Spalte 482 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

BENEDIKT III., Papst, * 8 in Rom, † daselbst 17.4. 858. - Als Leo IV. am 17.7. 855 starb, wählte der römische Klerus B. III. zum Nachfolger. Der Kardinalpriester Anastasius Bibliothecarius trat als Gegenkandidat auf und drang, von der kaiserlichen Partei unterstützt, am 21.9. in den Lateran ein, ließ B. III. vom päpstlichen Stuhl herabreißen, seiner Pontifikalgewänder berauben, mißhandeln und gefangensetzen, konnte sich aber nicht behaupten, weil die kaiserlichen Gesandten, von dem Klerus und dem erregten Volk dazu gedrängt, ihren Kandidaten preisgaben. B. III. wurde befreit und am 29.9. 855 geweiht. Er wahrte wie sein Nachfolger, Nikolaus I., der unter ihm auf die kuriale Politik großen Einfluß hatte, die Rechte des päpstlichen Stuhles gegen die weltlichen Großen und den hohen Klerus. Auf Bitten des Erzbischofs Hinkmar von Rheims bestätigte B. III. die Beschlüsse der 2. Synode von Soissons 853 und ernannte ihn zum Primas der Rheimser Kirchenprovinz unter der Bedingung, daß er den päpstlichen Rechtsprimat anerkenne. B. III. drang auf Heilighaltung der Ehe und schritt energisch ein gegen die Sittenlosigkeit der Fürsten und hohen Kleriker. Gegen die Absetzung von Bischöfen durch Laien in England legte er Protest ein. Der von dem Patriarchen Ignatius von Konstantinopel abgesetzte Erzbischof Gregor Asbestas von Syrakus appellierte an Leo IV. und nach dessen Tod an B. III., der den Patriarchen um die Übersendung der Prozeßakten ersuchte. Während der byzantinische Gesandte, der sie überbrachte, in Rom weilte, wurde Ignatius gestürzt und Photius auf den Patriarchenstuhl erhoben. Da B. III. inzwischen starb, eröffnete Photius im Namen der Orthodox Anatolischen Kirche gegen Nikolaus I. und die gesamte abendländische Kirche den Kampf.

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Lit.: Jaffé I, 339 ff.; II, 703. 744; - LibPont II, 140 ff.; - Josef Hergenröther, Photius I, 1867, 358 ff.; II, 1868, 230 ff.; - Haller II, 52 f. 68; - Seppelt II, 230 ff.; - LexP 59; - DThC II, 648 f.; - DHGE VIII, 14 ff.; - EC II, 1269; - LThK II, 174; - RE II, 558; - RGG I, 1028.

Friedrich Wilhelm Bautz

Letzte Änderung: 09.04.2011