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Band XXII (2003) Spalten 84-110 Autor: Werner Raupp

BENGEL, Johann Albrecht, luth. Theologe, bedeutendster Repräsentant des württembergischen Pietismus im 18. Jahrhundert, * 24.6. 1687 in Winnenden (heute im Rems-Murr-Kreis), † 2.11. 1752 in Stuttgart (dort auch am 5.11. bestattet; das Grab ist nicht mehr erhalten). - Bengels Familie gehört zur sog. Ehrbarkeit, seine Vorfahren waren zumeist als Pfarrer oder württembergische Verwaltungsbeamte tätig; - Vater: Albrecht Bengel (1650-1693), Diakonus in Winnenden; - Mutter: Barbara Sophia, geb. Schmidlin (1660-1733); - Vorfahren (mütterl.): Johannes Brenz (s.d.), württembergischer Reformator, wie auch die Tübinger Theologieprof. Matthias Hafenreffer (s.d.) und Stephan Gerlach (1546-1612); - verheiratet seit 1714 mit Johanna Regina, geb. Seeger (1693-1770), Tochter eines Stuttgarter Finanzbeamten; - aus der Ehe gingen 12 Kinder hervor, von denen sechs früh verstarben; - Sohn: Ernst Bengel (1735-1793), Dekan in Tübingen; Tochter: Maria Barbara (1727-1782), Ehefrau von Philipp David Burk (s.d.), dem treuen Bengel-Schüler; - Enkel: Ernst Gottlieb Bengel (s.d.), Sohn von Ernst Bengel (w.o.), Prälat, Prof. der Theol. in Tübingen, Vertreter der "Älteren Tübinger Schule". - Bengels frühe Lebensjahre waren von schmerzlichen Erfahrungen überschattet, die ihn zeitlebens prägten: von den verheerenden Franzoseneinfällen der Jahre 1692/93, die auch seine Geburtsstadt Winnenden erreichten, und vom frühen Tod des Vaters, der 1693 an einer Epidemie starb. Seit diesem Jahr wuchs er im Haus des Präzeptors David Wendelin Spindler (geb. 1650) auf, der dem Pietismus angehörte und zunächst in Winnenden und Marbach a.N. (seit 1693), schließlich in Schorndorf a. d. Rems (1696) und Stuttgart (1699) unterrichtete. Hier besuchte er das "Gymnasium Illustre", die führende Schule des Herzogtums Württemberg. In diesen Jahren lernte er durch Spindler, der sich auch mit chiliastisch-apokalyptischen Vorstellungen befaßte, den radikalen Pietismus kennen und machte sich zudem mit der Lektüre von Johann Arndt (s.d.), August Hermann Francke (s.d.) und Johann Gerhard (s.d.) wie auch mit englischer Erbauungsliteratur vertraut. - Von 1703 bis 1706 studierte Bengel in Tübingen als Stipendiat des Ev. Stifts Theologie, wobei er vor allem dank seinem von Philipp Jakob Spener (s.d.) und Francke geprägten Lehrer Andreas Adam Hochstetter (s.d.) ebenfalls unter pietistischem Einfluß stand. Durch einen anderen Theologen, den luth. Spätorthodoxen Johann Wolfgang Jäger (s.d.), lernte er die heilsgeschichtlich orientierte reformierte Föderaltheologie (vgl. Johannes Coccejus, s.d.) kennen. Dem Studium schlossen sich weitere Studienjahre wie auch eine Tätigkeit als Repetent am Ev. Stift Tübingen (1708-13) und vorübergehend als Vikar an (Metzingen/Württ., 1707; Nürtingen, 1709; Tübingen und Stuttgart, 1711). In diesen Jahren setzte er sich unter Jäger in einer Disputation mit der Mystik (1707) auseinander (bes. mit Pierre Poiret [s.d.] und Jeanne Marie Guyon [s.d.]), die er eng an die Bibelfrömmigkeit band ("Bibelmystik"). Zudem befaßte er sich mit Spinoza (1710), dessen Denken er als "wahnsinnige, verabscheuungswürdige Ansichten" apodiktisch ablehnte. - 1713 unternahm er eine mehrmonatige Studienreise, wobei er verschiedene Schuleinrichtungen wie auch pietistische Zentren kennenlernte. Sie führte ihn unter anderem nach Nürnberg, Jena, Halle/S., Leipzig (zum Radikalpietisten Johannes Tennhardt, s.d.), Gießen (zu den Professoren Johann Christian Lange [1669-1756] und Johann Heinrich May [s.d.] und Frankfurt/M. zu Johann Jakob Schudt [s.d.]) mit dem er das dortige Judengetto aufsuchte). Sein Hauptziel waren die Franckeschen Stiftungen in Halle, die ihn ebenso wie die dortige pietistisch gesinnte Theologische Fakultät nachhaltig beeindruckte. Die beiden Hallenser Aufklärer Christian Thomasius (s.d.) und Christian Wolff (s.d.) haben ihn indes kaum interessiert, wie er überhaupt die Philosophie nur gering schätzte. - Im November 1713 wurde er Lehrer und Erzieher ("Präzeptor") an der neugegründeten Klosterschule in Denkendorf bei Eßlingen (zunächst als zweiter, 1729 dann als erster Klosterpräzeptor), wo er die alten Sprachen wie auch Geschichte, Mathematik und Logik unterrichtete und sich daneben philologischen und theologischen Arbeiten widmete. Auf streng biblizistischer Grundlage fußend, suchte er dabei pietistische Frömmigkeit und humanistische Gelehrsamkeit zu vereinen (vgl. seine programmatische Antrittsrede: "De certissimo ad veram eruditionem perveniendi ratione per studium pietatis - Das Trachten nach Gottseligkeit als sicherster Weg zu wahrer Gelehrsamkeit"). So "verkörperte er das Ideal eines pietistischen Gelehrten" (M. Brecht, TRE 5, 585), der im Gegensatz zu Francke eine von milden und freiheitlichen Zügen gekennzeichnete Pädagogik vertrat. 28 Jahre lang hat er in zwölf Promotionen über 300 Schüler auf das theologische Studium und das geistliche Amt vorbereitet, woraus sich die einflußreiche "Bengel-Schule" bildete. Zu dieser gehörten unter anderem der Liederdichter Philipp Friedrich Hiller (s.d), der Tübinger Universitäts-Kanzler Jeremias Friedrich Reuß (1700-1777), der Stuttgarter Hofprediger und Konsistorialrat Johann Christian Storr (s.d.) wie auch der philanthropinistische Erzieher Johann Friedrich Flatt (s.d.), der Schwiegersohn und Nachlaßverwalter Philipp David Burk (s.d.), schließlich Philipp Ulrich Moser (1720-1792), Privatlehrer des jungen Schiller. Über den Denkendorfer Wirkungskreis hinaus schlossen sich ihm unter anderem Friedrich Christoph Oetinger (s.d.), sein theosophischer Meisterschüler, und späterhin auch Philipp Matthäus Hahn (s.d.) und Magnus Friedrich Roos (s.d.) an. - Durch eine rege Korrespondenz (von der etwa 2.900 Briefe noch erhalten sind) hielt Bengel Kontakt mit vielen ehemaligen Schülern und Gelehrten. Mindestens zweimal besuchten ihn in Denkendorf auch namhafte Gäste: der geschätzte Francke (1717), dessen rigorose Bekehrungspädagogik er allerdings nicht teilen konnte, und der weltgewandte Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (s.d.) (1733). Vom Naturell grundverschieden, machte er sich diesen zum Gegner, indem er ihn als falschen Propheten bezichtigte und dessen ‚Herrnhuter Brüdergemeine' besonders für ihre extravagante, rokokohafte Frömmigkeit (bes. Blut- und Wundenkult Christi) als unbiblisch abqualifizierte (vgl. u.a. ‚Abriß der so genannten Brüdergemeine', 1751). - 1741 endete Bengels Tätigkeit in Denkendorf. Der erhoffte Ruf an die Tübinger Universität blieb aus, stattdessen rückte er in führende kirchliche und weltliche Ämter auf. Er wurde zunächst Propst von Herbrechtingen (bei Heidenheim a. d. Brenz), ehe er 1747 in den Großen, 1748 in den Engeren Ausschuss des Landtags berufen wurde, womit er zu den führenden politischen Kreisen Württembergs zählte. Weitgehend zu einer pessimistischen Weltsicht und einem politischen Quietismus neigend, vertrat er als wenig engagierter Politiker eine gemäßigt konservative Richtung. Immerhin hat er den befreundeten pietistischen Landschaftskonsulenten Johann Jakob Moser (s.d.) im Kampf für das ständische Recht gegen die absolutistische Politik des Herzogs Karl Eugen (1728-1793) unterstützt. 1749 wurde der nüchterne und skrupulöse, zum Einzelgängertum neigende Bengel schließlich zum Prälaten von Alpirsbach (Schwarzwald) mit Sitz in Stuttgart als Mitglied des Konsistoriums ernannt. In kirchenpolitischer Hinsicht erwies er sich als Kritiker des Cäsaropapismus. 1751 verlieh ihm die Tübinger Universität die Würde eines ‚Doktors der Theologie' ehrenhalber. Lebenslang kränklich, starb er am 2. November 1752 im Alter von 65 Jahren in Stuttgart. - Bengels umfangreiches literarisches Schaffen begann mit der Neuausgabe lateinischer und griechischer Autoren für den Schulunterricht (u.a. kommentierte Cicerobriefe, 1719, u. ‚Johannes Chrysostomus, De Sacerdotio', 1725, eine Ausgabe, die bis 1900 mehrfach aufgelegt wurde). Im Zentrum allerdings steht die intensive Beschäftigung mit der Bibel, vorrangig mit dem Neuen Testament: mit der Textkritik und Übersetzung wie auch mit der Exegese und mit chronologischen Berechnungen zur eschatologischen Heilsgeschichte. Die verschiedenen Arbeitsbereiche bilden eine geschlossene Einheit, die in seiner Bibelfrömmigkeit wurzelt, in der von der orthodoxen Verbalinspiration getragenen Vorstellung eines ‚biblischen Realismus' ("Es gibt kein Häkchen in der Hl. Schrift, das nicht dauerhafter ist als Himmel und Erde"). - Sein erstes großes biblisches Werk war eine Quartausgabe (und zugleich eine Oktavausgabe ohne Apparat, 17905, engl. 1742 u.ö.) des Griechischen Neuen Testaments mit einem umfangreichen textkritischen Apparat (‚Novum Testamentum Graecum'), das nach langjährigem Sammeln und Sichten 1734 erschien. Es behält den überholten ‚Textus receptus' (mit Ausnahme der ‚Johannesapokalypse') noch bei; auch ist die Anzahl der zusammengetragenen Handschriften und Drucke bescheiden. Die Sichtung und Ordnung der Varianten hingegen war wegweisend, die Bengel erstmals qualitativ in fünf Klassen einteilte, in: für ursprünglich gehaltene, dem überkommenen Text überlegene, ihm ebenbürtige sowie weniger sichere und zu verwerfende Lesarten. Zudem hat er die einzelnen Handschriften Textfamilien (der asiatischen und afrikanischen) zugeordnet. In der Vorrede zur Quartausgabe stellte er die Regel auf: "Proclivi scriptioni praestat ardua" ("dem leichteren Wortlaut ist der schwierigere vorzuziehen"), die noch heute gültig ist (in der Fassung: "Lectio difficilior potior - die schwierigere Lesart ist die bessere"). Die Ausgabe machte ihn weithin berühmt und zu einem Begründer der neutestamentlichen Textkritik, die in Deutschland eben mit diesem Werk ihren Anfang nahm. - An die textkritische Arbeit schloß sich ab 1735 in einem zweiten Schritt die Übersetzung des Neuen Testaments in die dt. Sprache an, womit er ein im damaligen Pietismus vorrangiges Anliegen verfolgte. Sich eng an den griechischen Text anschließend und mit kurzen Anmerkungen versehen, sollte sie als aktuelle und möglichst genaue Übersetzung dem noch immer hoch angesehenen Luthertext an die Seite gestellt werden. Sie erschien erst posthum 1753, blieb aber ohne weitere Verbreitung. - Größere Beachtung hingegen erzielte Bengel auf exegetischem Gebiet, wobei er der grammatisch-historischen Auslegungsmethode gegenüber der dogmatischen den Vorzug gab und die Bibel als Organismus verstand, als ein in allen Teilen sich harmonisch ergänzendes, unfehlbares Ganzes (vgl. bes. ‚Richtige Harmonie der vier Evangelisten', 1736), das sich selbst auslegt. Geprägt war dieser durch und durch biblizistische Ansatz vom Motto: "Te totum applica ad textum; rem totam applica ad te" ("Wende dich ganz dem Text zu; wende die ganze Sache auf dich an") (Einl. zum Novum Test. Graecum, 1734). Zum Ausdruck kommt dies vor allem in seinem Hauptwerk ‚Gnomon' [Zeiger, Fingerzeig] Novi Testamenti' (1742), einem ausgefeilten Wort-für-Wort-Kommentar, der prägnante historische, philologische, rhetorische (Tropen und Figuren berücksichtigende) und theologische Erklärungen mit praktisch-erbaulichen Anwendungen verknüpft. So stellt er eine von innerer Geschlossenheit geprägte Verbindung von Wissenschaftlichkeit und Frömmigkeit dar. Er avancierte zum theologischen Klassiker des württembergischen Pietismus, der, mehrfach aufgelegt und übersetzt (dt. 1853/54, 19708; engl., schwed.), bis ins 20. Jahrhundert Verbreitung fand (bes. bei der Predigtvorbereitung) und unter anderem den Begründer der methodistischen Bewegung, John Wesley (und dessen ‚Explanatory Notes upon the New Testament', 1755), beeinflußte. - Der vierte Bereich von Bengels bibeltheologischen Studien war bestimmt von der spekulativen ‚Reich-Gottes-Theologie' (‚Reichstheologie'), seinem Hauptanliegen. Sie fand Gestalt in heilsgeschichtlich-eschatologischen Arbeiten, die auf Spenerischen ("Hoffnung besserer Zeiten"), wohl auch auf föderaltheologischen (Johannes Coccejus, Campegius Vitringa, 1659-1722) wie auf radikalpietistischen Traditionen basieren. Ausgangspunkt für Bengel war dabei die Vorstellung von der Geschichte als sich entfaltendem Offenbarungsträger, als der eigentlichen Stätte des konkreten, sukzessive fortschreitenden Offenbarungshandelns Gottes: Der Ablauf der Weltgeschichte sei, der Bibel entsprechend, eine organische Einheit, ein System, dem ein göttlicher Heilsplan zugrunde liege. Theologische Erkenntis sei somit neben der orthodox-soteriologischen Gottes- und Heilserkenntnis in besonderer Weise Geschichtserkenntnis, Einsicht in die Geheimnisse der "göttlichen Haushaltung" oder "Ökonomie" ("oeconomia divina"). Eine solche Einsicht gewähre ausschließlich die Hl. Schrift, die als ein "herrlich zusammenhängendes System" und als "Lagerbuch der Gemeinde Gottes" die fortschreitende Offenbarung des heilsgeschichtlichen Gesamtplans enthalte und somit Ursprung, Lauf und Ziel der Welt genau beschreibe. Diese Geschichte verlaufe in einem stufenweisen Prozeß, mit dem eine fortschreitende Entwicklung in der Auslegung der biblischen Prophetie einhergehe. Geschichte und Bibel sind so aufs engste miteinander verbunden. - In dieser favorisierte Bengel vor allem die Apokalypse, die es zu entschlüsseln gelte (vgl. bes. ‚Erklärte Offenbarung Johannis', 1740, u. ‚Sechzig erbauliche Reden', 1747). Mittels eines Erleuchtungserlebnisses 1724 erschloß sie sich ihm erstmals in der exegetischen Entdeckung der Zahl 666, der "Zahl des Tieres" (Apk 13,18), die er auf die Herrschaft des antichristlichen Papsttums der Jahre von 1143 bis 1809 bezog. Seine von einem phantasiereichen Seelenleben und vom Optimismus des 18. Jahrhunderts getragenen Forschungen führten ihn schließlich unter Berufung auf die mythischen Bilder dieses Buches, besonders auf Apk 20, zu einer abstrusen, auf barocken Zahlenspielereien fußenden dischiliastisch-postmillenaristischen Endgeschichte: Nach einem bevorstehenden dramatischen Endkampf zwischen dem Reich Gottes und dem Reich Satans um den Menschen beginne 1836 (um den 18. Juni) das Reich Gottes auf Erden als tausendjährige Friedenszeit, in der neben "Gnaden-Bezeugungen und Wirkungen Gottes" auch eine allgemeine Juden- und Heidenbekehrung stattfinde; ihm schließe sich ein zweites Tausendjähriges Reich mit einer ersten Auferstehung der Gerechten an, in dem Christus mit diesen im Himmel regiere, der Satan indes auf Erden nochmals eine kurze Frist losgelassen werde; daraufhin folgten im Jahr 3836 die allgemeine Totenerweckung, die Parusie Christi in Herrlichkeit zum Jüngsten Gericht sowie das Weltende und die Schöpfung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Am Ende der eschatologischen Entwicklung werde schließlich (ähnlich wie vor dem ersten Millennium) durch Gerichte hindurch, nach Ewigkeiten der Qual und des Gotteszorns, als Höhepunkt die Apokatastasis panton stattfinden (Apg 3,21), die er allerdings (aus Rücksicht auf das kirchliche Bekenntnis wie aus pädagogischen Gründen) lediglich als arcanum behandelte. Sodann werde endlich Gott in der Vollendung "alles in allen" sein (1. Kor 15,28) sein. (Als Kind des aufklärerischen 18. Jahrhunderts konnte Bengel die inhumane biblische Vorstellung eines doppelten Weltausgangs freilich nicht mehr glauben.) - Ausgestattet mit prophetischem Selbstbewußtsein, bezog sich Bengel (neben Arndt und Spener) als "dritten apokalyptischen Engel" von Apk 14,6-12 in das endzeitliche Szenario wohl selbst mit ein. Unter Einbeziehung alttestamentlicher Texte (bes. Dan) weitete er seine eschatologische Mathematik schließlich zu einer hochfliegenden universal-heilsgeschichtlichen Chronologie aus, vom Anfang der Welt (mit sieben Weltaltern von 7777 7/9 Jahren) bis zur Vollendung der Schöpfung; unter Einbeziehung der Umlaufzeiten der Gestirne kreierte er sogar eine kosmologische Chronologie (vgl. bes. ‚Ordo temporum', 1741, ‚Cyclus', 1745, u. ‚Welt-Alter', 1746). Sich an der servilen luth. Berufs- und Amtsethik orientierend, war seine eschatologische Vorstellungswelt vorwiegend von passiven Zügen geprägt, wonach die ethischen Pflichten sich hauptsächlich auf den persönlichen Bereich (bes. auf Fleiß, Disziplin und Strebsamkeit, was die württembergische Prosperität freilich förderte) und den Gehorsam gegenüber der politischen Ordnung konzentrierten; politische, kirchliche und soziale Reformen oder auch missionarische Unternehmungen (deren eigentliche Zeit erst im ersten Millennium anbrechen werde) seien indes angesichts des bevorstehenden Äons nicht angesagt; vielmehr gelte es, auf die eschatologischen "Zeichen der Zeit" zu achten und die alsbald einsetzenden apokalyptischen Gerichte gleichsam "auszuwarten". - Beachtung fand Bengel auch mit seiner skurrilen Lehre vom Blut Christi (u.a. bei Oetinger und im 19. Jh. bei J. T. Beck), das im Anschluß an Hebr 12,24 getrennt vom Leib Christi eine himmlische Existenz besitze und vom himmlischen Hohenpriester ständig neu ausgesprengt werde (vgl. Gnomon). In Erscheinung trat er zudem durch seine Predigten, die primär belehren wollen und von strenger Textgebundenheit sowie schlichter Darstellung geprägt sind (vgl. neben den ‚Sechzig Offenbarungsreden' bes. die erst 1839 erschienenen ‚Hinterlassenen Predigten'). Bekannt wurde er schließlich als Liederdichter, der noch heute im württembergischen Regionalteil des Evangelischen Gesangbuchs vertreten ist, mit ‚Du Wort des Vaters, rede du' (Übers. eines lat. Liedes von Pierre Poiret; Nr. 632) und ‚Gott lebet! Sein Name gibt Leben und Stärke' (Nr. 613); überdies hat er auch vier Lieder aus dem Französischen von Jeanne Marie Guyon übersetzt (u.a. das Passionslied ‚Ich gedenk' an deine Wunden, höchst unschuld'ges Gotteslamm'). - Wenngleich der zweiten pietistischen Generation angehörend, so gilt Bengel dennoch als "Vater des württembergischen Pietismus", in dessen Leben und Werk der fromm-sinnierende württembergische Habitus zu einer bemerkenswerten Ausprägung gelangt. Trotz heterodoxer Ansichten hinsichtlich des Chiliasmus und der Apokatastasis panton (womit er CA 17 widerspricht), zweier wichtiger Bestandteile des separatistisch-pietistischen Denkens, die er gleichsam zu verkirchlichen suchte, verstand er sich durchaus als ein auf dem lutherischen Bekenntnis fußender orthodoxer Theologe. Vor allem dank seiner großen Schülerschar, den "Schwabenvätern", und auch den pietistischen Gemeinschaften zeitigte er eine immense Wirkungsgeschichte, die sich im schwäbischen Geistesleben in vielfältiger Weise niederschlug (u.a. bei Schiller, Hölderlin). Vor allem hat er den Pietismus fest in der württembergischen Landeskirche verwurzelt und ihm seine bis heute fortbestehende biblizistische Prägung verliehen, die im Zeichen der heilsgeschichtlichen Reich-Gottes-Theologie steht und im 18. Jahrhundert besonders in spekulativen Systemen zum Ausdruck gelangte (v.a. bei Oetinger wie bei Philipp Matthäus u. Johann Michael Hahn, s.d.). - Bengels Einfluß erstreckte sich darüber hinaus auf die Textkritik (Karl Lachmann, s.d.) sowie unter anderem auf Johann Georg Hamann (s.d.), Christian August Crusius (s.d.) wie auf Samuel Collenbusch (s.d.) und Gottfried Menken (s.d.) bis hin zum Supranaturalismus der Älteren Tübinger Schule (vgl. bes. Gottlob Christian Storr [s.d.], den Sohn des o.g. Bengelschülers, u. Ernst Gottlieb Bengel [w.o.]). Mit seiner ausgeprägten Vorstellung von Geschichte als sich sukzessive entfaltendem Offenbarungsträger hat er (bes. über den theosophischen Oetinger) offensichtlich auch dem von einem "philosophischen Chiliasmus" getragenen Deutschen Idealismus eines Hegel und Schelling gestaltende Anregungen verliehen. (In seiner biblizistisch-spekulativen Konstruktion deutet sich gewissermaßen Hegels Geschichtsverständnis an; was dieser "Weltgeist" nennt, heißt bei jenem gleichsam "Reich Gottes". - Vermutlich hat bereits der Bengel-Biograph Johannes Nast [1722-1807], Professor am Gymnasium Illustre in Stuttgart, der 1783-1784 Hegel dort unterrichtete, diesen auf Bengel hingewiesen.) Auch über Deutschlands Grenzen hinaus wurden einige seiner Schriften europaweit übersetzt (ins Engl., Niederl., Schwed. u. Dän.). - Schließlich war es Johann Heinrich Jung-Stilling (1740-1817), der Bengels apokalyptische Erwartungen propagierte, womit er besonders die antimodernistische Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts nachhaltig beeinflußte. Diese führten sogar zu endzeitlichen Auswanderungen nach Rußland, Nordamerika und Israel (wo die ‚Tempelgesellschaft' nach 1868 Kolonien gründete). Zudem stehen die vielfältigen sog. "Reich-Gottes-Theologien" des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (u.a. Johann Christoph Blumhardt [s.d.], dessen Sohn Christoph Friedrich Blumhardt [s.d.] u. der Religiöse Sozialismus) wie auch die sog. "biblischen Theologen" (u.a. Johann Tobias Beck [s.d.], Karl Heim [s.d.]) und schließlich das sich an einem engen Biblizismus orientierende theologische Studienhaus "Albrecht-Bengel-Haus e.V." in Tübingen (gegr. 1969) in einem mittelbaren ideengeschichtlichen Zusammenhang mit dem Denkendorfer Klosterpräzeptor. Wie überhaupt die gesamte biblische Zukunftshoffnung, die sich ja als Irrtum erwiesen hat, bleibt dessen verstiegener heilsgeschichtlicher Biblizismus unserer heutigen Zeit freilich fremd. Mit diesem hatte er der von der Aufklärung vorangetriebenen Entzauberung der Welt mittels der neutestamentlich-mythischen Eschatologie eine Wiederverzauberung entgegengesetzt, eine chiliastische Begeisterung

I. Bibliographie: 1. Primärlit: Gottfried Mälzer (Bearb.), Die Werke der württembergischen Pietisten des 17. und 18. Jahrhunderts. Verzeichnis der bis 1968 erschienenen Literatur, Berlin/New York 1972, p. 30-72 (Nr. 231-562) (Gesamtbibliographie mit Besitznachweis, nicht ganz vollständig); - vgl. auch: [Johannes Nast], Zuverläßige Nachricht von dem Leben, [1753] (w.u., Lit.), p. 56-78; - dass. in: Eberhard Nestle, Bengel als Gelehrter, 1893 ( w.u., Lit.; mit Anm.); - Gottfried Mälzer, Bengel und Zinzendorf, 1968 (w.u., Lit.), p. 158-163 (Auswahlbibliogr., auch ungedr. Qu.); - ders., Johann Albrecht Bengel, 1970 (w.u., Lit.), p. 459-469 (Auswahlbibliogr., auch ungedr. Qu.); - Ilse Pyritz (Bearb.), Bibliographie zur deutschen Literaturgeschichte des Barockzeitalters, Bd. 2, Bern 1985, p. 57-59 (Auswahlbibliogr.). - 2. Sekundärlit: Ilse Pyritz, Bibliographie (w.o.,1), p. 60-62; - [Reinhard Breymayer], in: Heiner Schmidt, Quellenlexikon zur deutschen Literaturgeschichte. Personal- und Einzelwerksbibliographien der internationalen Sekundärliteratur 1945-1990 zur deutschen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart, Bd. 2, Duisburg 19953, p. 115-117; - vgl. auch Pietismus und Neuzeit. Ein Jahrbuch zur Geschichte des neueren Protestantismus 1 (1974)ff. (Pietismus-Bibliographie: Württembergischer Pietismus).

II. Quellen (Autographen): Hauptnachlaß, in: Württembergische Landesbibliothek (WLB), Stuttgart, Handschriftenabteilung; - weitere Autographen, in: Universitätsbibliothek Tübingen; Evang. Stift, Tübingen; Schiller-Nationalmuseum u. Deutsches Literaturarchiv, Marbach a. N.; Eutiner Landesbibliothek, Eutin; Stadt- u. Universitätsbibliothek Frankfurt a. M.; Staatsbibliothek, Berlin; Staats- u. Universitätsbibliothek Hamburg.

III. Autobiographie: 1. lat..: Das Leben Herrn Jo. Albrecht Bengels, des Closters Denckendorff Ober-Praeceptoris und Predigers. Jam An. 1721, conscripta, in: Johann Jakob Moser, Erläutertes Würtemberg, Tl. 1, Tübingen 1729, p. 211-226, u.ö. - 2. deutsch: Geschichte des Herrn Johan Albrecht Bengels, fürstl. Würtenb. Raths und Probsts des Klosters Herbrechtingen, in: Ernst Ludwig Rathlef, Geschichte Jetzlebender Gelehrten, Tl. 6, Zelle 1743, p. 425-462, u.ö.; - In der Gegenwart Gottes, 1964 (w.u., WW, 3.), p. 15-31.

IV. Briefe (veröff., in Auswahl): Dr. Johann Albrecht Bengels literarischer Briefwechsel. Eine Zugabe zu dessen Leben und Wirken. Hrsg. von Johann Christian Friedrich Burk, Stuttgart 1836, 260 pp.; - Briefe von und an Bengel, in: Oscar Wächter, Johann Albrecht Bengel, 1865 (w.u., Lit.), p. 208-359; - wissenschaftliche Edition von Bengels Briefen in Vorbereitung; etwa 2.900 Briefe an ca. 250 Adressaten sind noch erhalten.

V. Werke (in Auswahl u. erster Auflage):

1. Bibelausgaben: a) griech.: H KAINH ΔIAΘHKH. Novum Testamentum Graecum ita adornatum ut textus probatarum editionum medullam margo variantium lectionum in suas classes distributarum locorumque parallelorum delectum apparatus subiunctus criseos sacrae Millianae praesertim compendium, limam, supplementum ac fructum exhibeat inserviente Jo. Alberto Bengelio, Tübingen 1734, 884 pp. [= Quartausgabe] (Sondertitel: Apparatus criticus in quo habetur 1. Introductio ad universam lectionis varietatem dilucidandam (p. 369-450); 2. Tractatio potiora loca variantia singulatim discernens (p. 450-860); 3. Epilogus dubia generalia resolvens, et rationem huiusce scrutinii ad usus suos referendi deincepsque consummandi declarans, p. 861-884); dass. auch als Oktavausgabe: Stuttgart 1734, p. 642 pp., u.ö. (vgl. auch 2.). - b) deutsch: Das Neue Testament zum Wachsthum in der Gnade und der Erkänntniß des Herrn Jesu Christi nach dem revidierten Grundtext übersetzt und mit dienlichen Anmerkungen begleitet von D. Johann Albrecht Bengel, Stuttgart 1753, 1016 pp. u.ö. (gekürzt u. Teilausgaben; letzte Ausgabe: Stuttgart-Neuhausen 1974, 627 pp.); - dass. in schwed. Übers.: Tjenliga anmärkningar till Nya testamentet, [2 Teile], Stockholm 1847, 442 pp. u.ö.

2. Teilsammlungen: D. Joh. Albrecht Bengels Kleine Schriften in acht Abtheilungen, Stuttgart 1753, 72 pp., u.ö.; - dass. auch in: Das Neue Testament, 1753 (w.o., 1.), p. 945-1016 (Anhang); - D. Jo Alberti Bengelii Apparatus criticus ad Novum Testamentum. Criseos Sacrae compendium, limam, supplementum ac fructum exhibens. 2. ed. Curis b. auctoris posterioribus aucta et emendata, copiosoque indice instructa, curante Philippo Davide Burkio, Tübingen 1763, 952 pp. (vgl. auch 1.); - Tischreden von Dr. Johann Albrecht Bengel. [Hrsg. von Karl Christian Eberhard Ehmann], Reutlingen 1869, 168 pp.; - Verschiedenes von Bengel, in: Eberhard Nestle, Bengel als Gelehrter, 1893 (w.u., Lit.), p. 86-140; - Johann Albrecht Bengels Kleine Schriften. Nach 100 Jahren aufs neue zur Erbauung dargeboten, Frankfurt a.M./Erlangen 1858, 36 pp. (Teilausg. von Kleine Schriften, 1753, w.o.); - Von göttlichen Dingen. Drei Aufsätze über Bibel und Gebet von Johann Albrecht Bengel mit seinem selbstverfaßten Lebenslauf. Neu hrsg. durch Wilhelm Keller, Stuttgart/Basel 1937, 77 pp. (Teilausg. von Kleine Schriften, 1753, w.o.); - Du Wort des Vaters, rede Du! Ausgewählte Schriften, Predigten und Lieder. Hrsg. und mit Einführung und Anmerkung versehen von Julius Roessle, Metzingen 1962, 160 pp. (Zeugnisse der Schwabenväter, Bd. 6; Teilausg. von Kleine Schriften, 1753, w.o.); - Andaktsstunder. Öfv. af C.R.E. Bergquist; saml. af J.C.F. Burch och O. Wächter, Stockholm 1871, 261 pp. [= schwed.: Andachtsstunden].

3. Auszüge: Die Geschichten und Briefe der Heiligen Apostel, aus des Sel. Herrn Prälaten und Consistorial-Raths, D. Johann Albrecht Bengels, hieher gehörigen Schriften herausgezogen; nach Desselben Zeit-Rechnung in gewisse Abtheilungen und Puncten eingetheilt, [...] eingerichtet von M. Friederich Christian Götz, Stuttgart 1764, 76 pp.; - Das Neue Testament nach der Uebersetzung Lutheri mit gehörigen Orts bemerkter genauerer Berichtigung der Uebersetzung nach dem Grundtext, und eingeschalteten Erklärungen, als ein Auszug der zur Auslegung gehörigen Arbeiten des seligen D. Bengels über das Neue Testament und mit einer Vorrede Herrn Christian August Crusius [...]. Hrsg. von Daniel Christian Gottlieb Michaelis, Leipzig 1769, 776 pp. (vgl. auch 1.,b); - Erklärende Umschreibung der Offenbarung Jesu Christi, als ein Auszug aus des sel. D. Joh. Albrecht Bengels Erklärten Offenbarung und sechzig Reden. Hrsg. von Ernst Bengel, Leipzig 1758, 130 pp., u.ö.; - Die Hauptsache der Offenbarung Johannis oder vielmehr Jesu Christi, aus den fürnehmsten Schriften des sel. Herrn D. Jo. Albrecht Bengels ausgezogen und in deutliche Fragen und Antworten verfasset, Schaffhausen/Frankfurt a.M. 1772, 118 pp., u.ö.; - Apophtegmata von dem sel. Dr. Johann Albrecht Bengel. Von seinen Freunden aus seinem Munde vernommen und aufgezeichnet. Im Auszug, in: Christian Gottlob Barth (Hrsg.), Süddeutsche Originalien, Heft 1, Stuttgart 1828, p. 6-33; Heft 2, Stuttgart 1829, p. 7-27; - Johann Albrecht Bengel's neutestamentliches Gebet-Schatzkästlein für jeden Morgen und Abend im ganzen Jahre. Auf's neue Neue zum Druck befördert von W. R., Barmen 1848, 156 pp.; - dass. in: schwed. Übers.: Bönesuckar. Öfv. af S. Cavallin, Göteborg 1867, 142 pp., u.ö.; - Johann Albrecht Bengel, Leben und Auswahl seiner Schriften von Christian Palmer, in: Evangelische Volksbibliothek. Hrsg. von Karl Friedrich Klaiber, Bd. 4, Stuttgart 1864, p. 360-502; - Johann Albrecht Bengel. Ewigkeitsgedanken. Nach handschriftlichen Aufzeichnungen, Stuttgart 1866, 164 pp., u.ö.; - dass. in: schwed. Übers.: Evighetstankar af Johann Albr. Bengel. Öfv. af U.L. Ullmann, Stockholm (Göteborg) 1866 (1867), 138 (142) pp., u.ö.; - dass. in: holländ. Übers.: Gedachten der eeuwigheid. Vert. Door Lydia, Amsterdam 1877, 160 pp.; - Schriftgedanken von D. Johann Albrecht Bengel nebst seinen geistlichen Liedern und einem kurzen Lebensabriß. Hrsg. von Oscar Wächter, Stuttgart 1867, 196 pp., u.ö.; - dass. in: schwed. Übers.: Skrifttankar och sånger. Jemte en kort lefwernesbeskrifning. Öfv. af Carl Norrby, Stockholm 1868, 178 pp., u.ö.; - Dr. Johann Albrecht Bengel in seinen gelegentlichen Äusserungen. Hrsg. von Oscar Wächter, Stuttgart 1901, 95 pp.; - Bengeliana. Von Eberhard Nestle in Maulbronn [mitgeteilt], in: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 11 (1907), p. 162-167, 12 (1908), p. 166-173, 13 (1909), p. 81-89; - Vom heiligen Heimweh. Worte von Johann Albrecht Bengel auf alle Tage des Jahres, Stuttgart 1924 (19792), 192 pp.; - Weisheit im Staube. Ein Lesebuch der Schwabenväter: Bengel, Oetinger, Fricker, Philipp Matthäus Hahn, Michael Hahn. Mit einer Einführung in ihre Gedankenwelt von Johannes Herzog, Tübingen 1927, 155 pp.; - Helig tillbedjan. Böner. Overs. av H. Hägglund, Stockholm 1931, 101 pp. [= schwed.: Heilige Anbetung]; - Bengel/Oetinger. Weg und Wort der beiden Schwabenväter. Hrsg. von Adolf Neeff, Stuttgart 1933, p. 16-64, u.ö. (vgl. auch Lit., w.u.); - Gelobet sei der Herr täglich! Johann Albrecht Bengels kurze Schriftbetrachtungen und Gebete. Für den täglichen Gebrauch ausgewählt und zusammengestellt von Friedrich Hauss, Berlin 1936, 128 pp. (Schule des Gebets, Bd. 4); - Für heute und morgen. Johann Albrecht Bengel. Auswahl und Zusammenstellung von Heinz Schäfer, Lahr-Dinglingen 1959, 63 pp.; - In der Gegenwart Gottes. Bekenntnisse und Zeugnisse. Hrsg. und mit Einführung und Anmerkungen versehen von Julius Roessle, Metzingen 1964, 160 pp. (Zeugnisse der Schwabenväter, Bd. 7); - Die Offenbarung des Johannes. Hrsg. von Berthold Burgbacher, Metzingen 1975, 132 pp.; - Richard Haug (Hrsg.), Es komme Dein Reich. Die Hoffnung der Christenheit bei den schwäbischen Vätern, Stuttgart 1987, p. 12-33; - Gerhard Schäfer (Hrsg.), Gott hat mein Herz angerührt. Ein Bengel-Brevier, Metzingen 1987, 176 pp.; - Werner Raupp (Hrsg.), Mission in Quellentexten. Geschichte der Deutschen Evangelischen Mission von der Reformation bis zur Weltmissionskonferenz Edinburgh 1910, Erlangen/Bad Liebenzell 1990, p. 205-207 (Bengel und Mission); - Guntram Spindler (Bearb.), Johann Albrecht Bengel, in: Konrad Gottschick u. Gerhard Schäfer (Hrsg.), Auf dem Weg zur Fülle der Zeit im 17. und 18. Jahrhundert (Lesebuch zur Geschichte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Bd. 2), Stuttgart 1991, p. 197-216.

4. Monographien: Dissertatio de Theologia mystica [...], Tübingen 1707, u.ö. (zus. mit Wilhelm Ludwig Mohl); - Spinocismus sive Benedicti Spinosae famosi Atheistae vita et doctrinalia [...] 1710 (Bengel als Opponent); - Richtige Harmonie Der Vier Evangelisten, Da Die Geschichten, Wercke und Reden Jesu Christi unsers Herrn, in ihrer geziemend natürlichen Ordnung zur Befestigung der Wahrheit, wie auch zur Ubung und Erbauung in der Gottseeligkeit vorgestellet werden. [...], Tübingen 1736, 390 pp., u.ö.; - Defensio Novi Testamenti graeci Tubingae Anno 1734 Editi, Leiden 1737, 57 pp., u.ö. (dass. zuvor in: Richtige Harmonie, 1736, w.o.); - Erklärte Offenbarung Johannis und vielmehr Jesu Christi. Aus dem revidierten Grund-Text übersetzet: Durch die prophetischen Zahlen aufgeschlossen: Und Allen, die auf das Werk und Wort des Herrn achten, und dem, was vor der Thür ist, würdiglich entgegen zu kommen begehren, vor Augen geleget durch Johann Albrecht Bengel, Stuttgart 1740, 1162 pp., u.ö.; - dass (gekürzt) in engl. Übers.: Bengelius's Introduction to his Exposition of the Apocalypse. With his preface to that work, and the greatest part of the conclusion of it [...], London 1757, 328, 16 pp.; - dass. in schwed. Übers.: Johannis eller fastmer Jesu Christi Uppenbarelse [...], Göteborg 1771, 640 pp., u.ö.; - dass. in niederl. Übers.: Onderzoek naar de tijdrekening in de Openbaring, met nadere aanwijzing der bepaalde tijden en van den zin der beelden uit de "Verklaarde Openbaring", Zwolle 1894; - Ordo temporum a principio per periodos oeconomiae divinae historicas atque propheticas ad finem usque ita deductus ut tota series et quarumvis partium analogia sempiternae virtutis ac sapientiae cultoribus ex scriptura V. et N.T. tanquam uno revera documento proponatur, Stuttgart 1741, 441 pp., u.ö.; - Gnomon Novi Testamenti in quo ex nativa verborum vi simplicitas, profundatis, concinnitas, salubritas sensuum coelestium indicatur opera Jo. Alberti Bengelii, Tübingen 1742, 1208 pp., u.ö. (letzte Ausgabe: Stuttgart 1915, 1149 pp.); - dass. in dt. Übers.: Gnomon oder Zeiger des Neuen Testaments. Eine Auslegung desselben in fortlaufenden Anmerkungen, in deutscher Sprache. Hrsg. von C[arl] F[riedrich] Werner, 2 Bde., Stuttgart 1853-54, 708, 874 pp. (Übers. auf der Grundlage der 3. Aufl., Tübingen 1773), u.ö. (letzte Ausgabe: 2 Bde., Stuttgart 19708, 748, 958 pp.); - dass. in engl. Übers.: Gnomon of the New Testament. Now first translated into English. With original notes explanatory and illustrative. Revised and edited by Rev. Andrew R. Faussel, 5 vol., Edinburgh 1857-1858, u.ö.; - dass. in schwed. Übers.: Gnomon: det är handledning vid läsningen av Nya Testamentet. [...] Från latinska originalets tredje upplaga öfversatt av J. Ternström, 3 Teile, Jönköping 1877-1878, 1242 pp.; - vgl. auch: Beiträge zu Johann Albrecht Bengels Schrifterklärung und Bemerkungen desselben zu dem Gnomon Novi Testamenti aus handschriftlichen Aufzeichnungen mitgeteilt von Oscar Wächter, Leipzig 1865, 243 pp. (vgl. auch Lit., w.u.); - Nöthige Antwort Auf dasjenige, was etliche Gelehrten wider das, Von ihm revidirte, Griechische Neue Testament vorgebracht haben. Der Heil. Wahrheit zu Steuer abgefasset. 3., nach dem bisherigen Verlauff eingerichtete, Ausfertigung [mit Zusätzen], Ulm 1745, 85 pp., u.ö. (dass. zuvor in: Wöchentliche gelehrte Neuigkeiten, Tübingen 1739, u. als Separatdruck: Tübingen 1739; vgl. auch 1.,a.); - Cyclus sive de anno magno solis, lunae, stellarum, consideratio ad incrementum doctrinae propheticae atque astronomicae accomodata, Ulm 1745, 116 pp.; - dass. in dt. Übers.: Johann Albrecht Bengels Cyclus oder sonderbare Betrachtung über das große Weltjahr, zum Wachsthume prophetischer und astronomischer Kenntnisse. Aus dem Lateinischen übersetzt, und durchgängig mit Anmerkungen erläutert [...] von Johann Gotthold Böhmer, Leipzig 1773, 234 pp.; - Welt-Alter, darin Die Schriftmässige Zeiten-Linie bewiesen und die Siebenzig Wochen samt andern wichtigen Texten und heilsamen Lehren erörtert werden, zum Preisse des großen Gottes und seines wahrhaftigen Wortes an das Licht gestellet von Johann Albrecht Bengel, Esslingen 1746, 374 pp., u.ö.; - Sechzig erbauliche Reden über die Offenbarung Johannis oder vielmehr Jesu Christi samt einer Nachlese gleichen Inhalts: Beedes also zusammengeflochten, daß es entweder als ein zweyter Theil der Erklärten Offenbarung oder für sich als ein Bekräftigtes Zeugniß der Wahrheit anzusehen ist, Stuttgart 1747, 1306 pp., u.ö.; - dass. in dänischer Übers.: Tresindstive opbyggelige Taler over Johannes eller rettere Jesu Christi. Aabenbaring samt en Eftersamling af lige Inhold [...], Kopenhagen 1765; - dass. in schwed. Übers.: Sextio uppbyggeliga tal, Lund 1790, u.ö.; - Bekräftigtes Zeugniß der Wahrheit, in vielen und mancherley nöthigen Stücken, insonderheit gegen Hn. Kohlreiff und Hn. Drümel, Stuttgart 1748, 219 pp.; - Tractatio de sinceritate Novi Testamenti Graeci tuenda. Cum adspersis hic illic ab editore Christiano Benedicto Michaelis adnotiunculis, Halle 1750, 32 pp., u.ö.; - Abriß der so genannten Brüdergemeine, in welchem die Lehre und die ganze Sache geprüfet, das Gute und Böse dabey unterschieden, und insonderheit die Spangenbergische Declaration erläutert wird durch Johann Albrecht Bengel, 2 Tle., Stuttgart 1751, 550 pp., u.ö. (letzte Ausgabe: Nachdruck Hildesheim 1972, 550 pp. [Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, Reihe 2, Bd. 10]); - Ehrenrettung der Heiligen Schrift, gegen den Anhang der Kohlreiffischen Zornkelter, und die Kochische Läuterung, zur Bekräftigung der Wahrheit in vielen und mancherlei nöthigen Dingen. [Hrsg. von Philipp David Burk], Leipzig 1755, 207 pp.

5. Predigtbände: Dr. Johann Albrecht Bengel's [...] hinterlassene Predigten zum erstenmal gesammelt und herausgegeben von Johann Christian Friedrich Burk, Reutlingen 1839, 570 pp.; - dass. in: schwed. Übers.: Dr. Joh. Albr. Bengels efterlemnade sextio predikningar, Vexiö 1842, 486 pp.(?), u.ö.; - Rede, Wort des Vaters! Predigten von Johann Albrecht Bengel. Eingeleitet und neu gestaltet von Erich Beyreuther, Stuttgart 1967, 302 pp. (= gekürzte Neuausgabe der hinterlassenen Predigten, 1839);

6. Lieder: Schriftgedanken, 1867, u.ö. (w.o., 3.), p. 176-196; - Eduard Emil Koch, Geschichte des Kirchenlieds und Kirchengesangs, Bd. 5, Stuttgart 18683, p. 89-99; - Du Wort des Vaters, rede du, 1962 (w.o., 2.), p. 65-74.

7. Herausgeber: M. Tullii Ciceronis epistolae ad diversos vulgo familiares. Recognitae et iis instructae rebus quae ad interpretationem imitationemque pertinent. Opera Johannis Alberti Bengelii, Stuttgart 1719, 1052 pp.; - Gregorii Thaumaturgi Panegyricus ad Origenem. Graece et latine. Recognitus, notis auctus, et omnibus, qui sapientiam, ut illi, christianam, vel cum lingua graeca vel etiam citra eam docent, discunt, et colunt, eo accomodatus instituto, cuius ratio in prooemio explanatur. Opera Jo. Alberti Bengelii, Stuttgart 1722, 242 pp.; - Johannis Chrysostomi de Sacerdotio libri sex graece et latine utrinque recogniti et notis indicibusque aucti eo maxime consilio, ut Coenobiorum Wirtembergicorum alumni, & ceteri, qui N.T. Graeco imbuti sunt, ad scriptores ecclesiasticos suavi gustu invitentur facilique methodo praeparantur. Accedit Prodromus Novi Testamenti recte cauteque adornandi. Opera Jo. Alberti Bengelii (S. I-XXXVII), Stuttgart 1725, 518 pp, u.ö (gekürzte letzte Ausgabe: Leipzig 1900, 88 pp.).

@Lit-unten-ohne:Lit. (Auswahl, 1751-2002; - spätere Veröff. eines Autors folgen unmittelbar der Erstveröff.):

@Lit-ohne:1751-1799: Johann Gotthold Böhmer, Johann Albrecht Bengels prophetische Zeitrechnung erläutert, Leipzig 1751 (u.ö.), 126 pp.; - Wilhelm Gottlieb Tafinger, Worte Gottes zur Erweckung und Trost der Stuttgartischen Gemeinde bei hochbetrauerlicher Leiche des Johann Albrecht Bengels [...], Stuttgart 1752, 60 pp.; - [Johannes Nast], Zuverläßige Nachricht von dem Leben, Tode und Schriften des Weiland Hochwürdigen und Hochgelehrten Herrn Johann Albrecht Bengels, der heiligen Schrift Doctors, Herzoglich-Würtembergischen Consistorial-Raths und Prälaten zu Alpirsbach [...] nebst einem Denckmahl der Liebe, aufgesezt von Johann Philipp Fresenio [Fresenius], Frankfurt/M./ Leipzig [1753], 78 pp.; - Wilhelm Bernhard Christlieb, Gründliche Beurtheilung des Zeit-Punktes darinnen wir nach der Offenbarung Jesu Christi gegenwertig leben Oder Uberzeugende Beleuchtung der Erklärung des seel. D. Bengels, von denen grossen und wichtigen Dingen und Zeiten, welche nach der Ordnung und Erfüllung dieser göttlichen Weissagung, entweder in diesen Tagen auf der Neige seyn, oder hiernächst erfüllet werden möchten. [...], Frankfurt/ Leipzig 17582 (17693), 347 pp.; - ders., Grundfeste der Bengelianischen Erklärung der Offenbarung Christi, Frankfurt 1760; - Johann Karl Bretschneider, Kurtze Anleitung zum Verständniss der Offenbarung Johannis nach den Grund-Sätzen des seel. Herrn D. Bengels. Gedruckt im Jahr 1765 (u.ö.), 253 pp.; - [Friedrich Christoph Oetinger], Kurzgefaßte Grundlehre des berühmten Würtembergischen Bengels betreffend den Schauplatz der Herabkunft Jesu zum Gericht des Antichrists vor dem jüngsten Tag samt den mitverbundenen lezten Dingen durch Halatophilum Irenaeum [= F. Chr. Oetinger], Nürnberg 1769, 48 pp.; - Ernst Bengel (Hrsg.), Kurze und nöthige Beleuchtung derjenigen Erinnerungen, welche in [...] Johann August Ernesti Theologischer Bibliothek [...] gegen dem seeligen Johann Albrecht Bengel hin und wieder vorkommen, Leipzig [1771], 183 pp.; - Fragment eines Sendschreibens von einem ausländischen Gottesgelehrten über Bengels Erklärung der Offenbarung Johannis, in: Balthasar Haug, Schwäbisches Magazin 1775, p. 391-398.

1800-1899: Nachkommen von Johann Albrecht Bengel. Verfaßt zu Ende des Jahres 1817, Stuttgart 1818; - Johann Christian Friedrich Burk, Dr. Johann Albrecht Bengel's Leben und Wirken. Meist nach handschriftlichen Materialien bearbeitet, Stuttgart 1831 (18372), 579 pp.; - dass. in: engl. Übers.: A memoir of the life and writings of Johan Albert Bengel. Translation from the German by Robert Francis Walker, London 1837, 544 pp.; - Johann Friedrich Wurm, Johann Albrecht Bengels Cyklus, oder der astronomische Theil von dessen apokalyptischem System, Stuttgart 1831, 20 pp.; - ders.,Über die Beweisgründe für Bengels apokalyptische Zeitrechnung, Stuttgart 1832, 32 pp.; - Christian Gottlob Barth, Der vierzehende Oktober 1832, Stuttgart 1832, 15 pp.; - ders., Das Jahr 1836. Von dem Verfasser der Schrift: "Der vierzehende Oktober 1832", Stuttgart 1833, 22 pp.; - Bengelsche Zeitrechnung, in: Der Christen-Bote, 1831, p. 20, 56, Beil. 1 u. 2; 1832, p. 20, 180, 240; - Christen-Bote, Nr. 45, 1832 (4.11.) [Christlicher Kalender]; - Daniel Christian Heinrich Hauf, Georgii und Bengel über Kirchengut und Kirchenverfassung in Württemberg, Tübingen 1832, 60 pp.; - Johann Adam Boost, Die Erklärung der Offenbarung Johannis im Geiste der Geschichte und der Religion. Eine Widerlegung der von Johann Albrecht Bengel verfertigten Erklärung, Darmstadt 1835, 110 pp.; - Prüfung der apokalyptischen Zeitrechnung mit näherer Berichtigung der Termine und Deutung der Bilder aus der "Erklärten Offenbarung" des Prälaten Johann Albrecht Bengel, Stuttgart 1840, 75 pp.; - Hermann von der Goltz, Die theologische Bedeutung Johann Albrecht Bengels und seiner Schule, in: JDTh 1861, p. 460-506; - Oscar Wächter, Johann Albrecht Bengel. Lebensabriß, Character, Briefe und Aussprüche. Nebst einem Anhang aus seinen Predigten und Erbauungsstunden. Nach handschriftlichen Mittheilungen dargestellt, Stuttgart 1865, 558 pp. (vgl. IV, w.o); - ders., Beiträge zu Johann Albrecht Bengels Schrifterklärung und Bemerkungen desselben zu dem Gnomon Novi Testamenti aus handschriftlichen Aufzeichnungen, Leipzig 1865, 243 pp. (vgl. WW, 4., w.o.); - ders., Schriftgedanken von Johann Albrecht Bengel nebst seinen geistlichen Liedern und einem kurzen Lebensabriss, Stuttgart 1867 (vgl. WW, 3.); - ders., Bengel und Oetinger. Leben und Aussprüche zweier altwürttembergischer Theologen, Stuttgart 1886, 235 pp.; - August Schmid, Bengel als Pädagog, in: Süddeutscher Schulbote 50 (1866), p. 69-72, 77-81; - Christian Palmer, Johann Albrecht Bengel, Leben und Auswahl seiner Schriften, in: Evangelische Volksbibliothek. Hrsg. von Karl Friedrich Klaiber, Bd. 4, Stuttgart 1869, p. 337-359 (vgl. WW, 3, w.o.); - Johann Ludwig Fricker, Kurzer Begriff der Zeit-Ordnung von Anfang der Welt bis an's Ende derselben, nach Anzeige der heil. Schrift aus Dr. Joh. Albrecht Bengels Zeitrechnung [Hrsg. von Karl Christian Eberhard Ehmann], Reutlingen 1875, 46 pp.; - Friedrich Reiff, Bengel und seine Schule. Ein Vortrag, Heidelberg 1882 (Sammlung von Vorträgen, Bd. 6, H. 8), p. 205-240; - Th. Schmalenbach, Eigentümliches und Nachahmenswertes an Bengel, in: Evangelische Kirchenzeitung. Organ der Evang.-Lutherischen innerhalb der Preußischen Landeskirche 113 (1884), p. 609-618; - Albrecht Ritschl, Geschichte des Pietismus, Bd. 3: Der Pietismus in der lutherischen Kirche des 17. und 18. Jahrhunderts, Bonn 1886 (Nachdruck: Berlin 1966), p. 62-84; - [Benignus, i.e. Johanna Magirus], Stammbaum von D. J.A. Bengel, geboren 1687, gestorben 1752, sowohl Nachkommen als Vorfahren, nebst Photographie und eingeflochtenen, teilweise handschriftlichen, Familienmitteilungen, Liedern, biographischen Notizen usw. Festgabe zu Bengels zweihundertjährigem Geburtstage 1887, Stuttgart 1887, 42 pp.; - Wilhelm Claus, Von Bengel bis Burk. Bilder aus dem christlichen Lebens Württembergs, Stuttgart 1887 (19002, 19263) (Württembergische Väter 1), bes. p. 15-90; - Hartmann, Bengel als Pädagog, in: Die Volksschule 47 (1887), p. 433-441, 495-503, 555-562; - Denkmal Bengels in Winnenden, in: Christliches Kunstblatt für Kirche, Schule und Haus 29 (1887), p. 97-102; - Dr. Johann Albrecht Bengels Bedeutung für die Judenmission, in: Missions-Blatt des Rheinisch-Westphälischen Vereins für Israel, 1887, p.43-44, 52-53; - Eberhard Nestle, Bengel als Gelehrter. Ein Bild für unsere Tage. Mit neuen Mitteilungen aus seinem handschriftlichen Nachlaß, Tübingen 1893, 143 pp. (vgl. auch WW, 2.); - Calwer Verlagsverein (Hrsg.), Württembergische Kirchengeschichte, Calw/Stuttgart 1893, 490-493 u.ö.; - Otto Ahlquist, Johan Albrekt Bengel. En lifsbild ur det 18:de Århundradets kyrkohistoria, Göteborg 1896 [1895], 234 pp.

1900 - 1949: Friedrich Keidel, Johann Albrecht Bengels Abschiedsrede von Kloster Denkendorf, in: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 9 (1905), p. 91-93; - Karl Müller, Zur Doktorpromotion Johann Albrecht Bengels, in: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 22 (1918), p. 1-3; - Christof Kolb, Die Aufklärung in der Württembergischen Kirche, Stuttgart 1908, p. 34-44; - Johann Albrecht Bengel. Der Vater des schwäbischen Pietismus (1687-1752). Neu bearb. von Friedrich Baun, Stuttgart 19103, 62 pp., 19505, 32 pp.); - ders., Das schwäbische Gemeinschaftsleben in Bildern und Beispielen gezeichnet. Ein Beitrag zur Geschichte des Pietismus, Stuttgart 1929, p. 15-17 u.ö.; - Friedrich Nolte, D. Johann Albrecht Bengel. Ein Gelehrtenbild aus der Zeit des Pietismus, Gütersloh 1913, 169 pp.; - Hermann von Bezzel, Albrecht Bengel. Ein Lehrer unserer Tage, Stuttgart 1917, 16 pp. [Vortrag] (= Sonderdruck aus Evang. Kirchenblatt für Württemberg, 13.5.1916); - dass. in: Für Arbeit und Besinnung 6 (1952), p. 326-335; - Erik Peterson, Das Problem der Bibelauslegung im Pietismus des 18. Jahrhunderts, in: ZSTh 1 (1923), p. 468-481; - Gottlob Schrenk, Gottesreich und Bund im älteren Protestantismus vornehmlich bei Johannes Coccejus, Gütersloh 1923 (Nachdruck: Giessen/Basel 19852:), p. 309-314; - ders., Johann Albrecht Bengel, in: Der Kirchenfreund 71 (1937), p. 193-198, 209-216; - Johannes Haussleiter, Bengels deutsches Neues Testament, in: AELKZ 60 (1927), p. 627-630, 653-657; - Martin Richter, Der Missionsgedanke im evangelischen Deutschland des 18. Jahrhunderts, Leipzig 1928, p. 135-137; - Rudolf Barteld Evenhuis, De biblicistisch-eschatologische Theologie van Johann Albrecht Bengel, Wageningen 1931, 243 pp. (zugl. Diss. Groningen); - Grete Möller, Föderalismus und Geschichtsbetrachtung im 17. und 18. Jahrhundert, in: ZKG 50 (1931), p. 393-440; - Albert Schüle, Aus den Anfängen der pietistischen Pädagogik in Württemberg, Stuttgart 1931, 120 pp.; - Adolf Neeff (Hrsg.), Bengel / Oetinger. Weg und Wort der beiden Schwabenväter, Stuttgart 1933 (19612), bes. 5-16 (vgl. auch WW, 3., w.o.); - Paul Ernst, Hamann und Bengel. Ein Aufriß ihrer Werk- und Lebensbeziehungen als Abriß wesentlicher Hamann-Züge, Gumbinnen 1935, 211 pp. (zugl. Diss. Königsberg 1935); - Ernst Benz, Verheißung und Erfüllung (Über die theologischen Grundlagen des deutschen Geschichtsbewußtseins), in: ZKG 54 (1935), p. 484-546; - ders., Bengel über Pietismus und Gemeinschaftspflege, in: Für Arbeit und Besinnung 6 (1952), Württemb. Beilage, p. 481-486; - ders., Johann Albrecht Bengel, in: Die neue Furche 6 (1952), p. 819-823; - ders., Johann Albrecht Bengel und die Philosophie des deutschen Idealismus (Zum Gedächtnis seines 200. Todestages), in: DVfLG 27 (1953), p. 528-544; - ders., Schellings theologische Geistesahnen, Mainz/Wiesbaden 1955 (Akademie der Wissenschaften und Literatur. Abhandlungen der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Klasse, Jahrg. 1955, Nr. 3), p. 40-45; - Karl Hermann, Johann Albrecht Bengel. Der Klosterpräzeptor von Denkendorf. Sein Werden und Wirken nach handschriftlichen Quellen dargestellt, Stuttgart 1937, 488 pp. (Nachdruck: Stuttgart 1987); - ders., Die Gesangbuchfrage im Leben von Johann Albrecht Bengel, in: Blätter für württembergische Kirchenmusik 19 (1952), p. 101-106; - ders., Bengel und Tübingen, in: Schwäbisches Tagblatt 8 (1952), p. 226; - Otto Schuster, Johann Albrecht Bengel. Ein Mann der Schrift, Stuttgart 1937, 55 pp.; - Wolfgang Metzger, Bengel über die Kirchenzucht. 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Jahrhunderts, in: Martin Greschat (Hrsg.), Zur neueren Pietismusforschung, Darmstadt 1977, p. 409-433; - ders., Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Denken des württembergischen Pietismus, in: Heinz Löwe (Hrsg.), Geschichte und Zukunft. 5 Vorträge, Tübingen 1978, p. 51-73, bes. 51-58; - ders., Endzeiterwartungen und Erlösungshoffnung im württembergischen Pietismus, in: Fortschrittsglaube und Zukunftspessimismus. Hrsg. vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Verbindung mit der Landeshauptstadt Stuttgart, Tübingen 2000, p. 25-45.

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Reformation und Neuzeit, in: TRE, Bd. 7 (1981), p. 737-745; - Fritz Grünzweig, Bengel und seine theologischen Schwerpunkte, in: Walter Schaal (Hrsg.), Berufen zur Gemeinschaft. 125 Jahre Altpietistischer Gemeinschaftsverband, Stuttgart 1983, p. 36-46; - Bengt Hägglund, Geschichte der Theologie. Ein Abriß, München 1983, p. 259-260; - Friedhelm Groth, Die "Wiederbringung aller Dinge" im Württembergischen Pietismus. Theologiegeschichtliche Studien zum eschatologischen Heilsuniversalismus württembergischer Pietisten des 18. Jahrhunderts, Göttingen 1984 (Arbeiten zur Geschichte des Pietismus 21), p. 61-88; - Frans Neirynck, Acts 10,36a ton logon hon, in: EThLov 60 (1984), p. 118-123; - Felix Berner, Die Kraft der Stille. Johann Albrecht Bengel, 1687-1752, in: Felix Berner, Baden-Württembergische Portraits. Gestalten aus tausend Jahren, Stuttgart 1985, p. 188-194; - Beate Köster, "Das Wort Gottes reichlicher unter uns bringen". 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1990 - 2002: Martin Weyer-Menkhoff, Christus, das Heil der Natur. Entstehung und Systematik der Theologie Friedrich Christoph Oetingers, Göttingen 1990, p. 216-219 u.ö.; - Johannes Wallmann, Johann Albrecht Bengel und der schwäbische Biblizismus, in: Johannes Wallmann, Der Pietismus, Göttingen 1990 (KiG, Bd. 4, Lfg. O 1), p. 129-137; - Karl Hartmann, Johann Albrecht Bengel und seine Beziehungen zur Stadt Sulz, in: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 90 (1990), p. 288-296; - Bernd Seydel, in: Die Christengemeinschaft 63 (1990), p. 22-27; - Rolf Scheffbuch, Der Bibel-Lehrer Johann Albrecht Bengel (1687-1752) oder: Kann man in dieser Kirche noch bleiben?, in: Rolf Scheffbuch, Wird künftig beachtet, Neuhausen-Stuttgart 1991, p. 9-16; - Attempto - ich wag's - mit Gott. Von Menschen, die ihren Weg mit dem wandernden Gottesvolk gegangen sind, [Bad Urach], 19912, p. 60-63; - Martin H. Jung, Die württembergische Kirche und die Juden in der Zeit des Pietismus (1675-1780), Berlin 1992, p. 77-85; - ders., 1836 - Wiederkunft Christi oder Beginn des Tausendjährigen Reichs? Zur Eschatologie Johann Albrecht Bengels und seiner Schüler, in: Pietismus und Neuzeit. Ein Jahrbuch zur Geschichte des neueren Protestantismus 23 (1997), p. 131-151; - ders., Johann Regina Bengel (1693-1770), in: Martin H. Jung, Frauen des Pietismus. Von Johanna Regina Bengel bis Erdmuthe Dorothea von Zinzendorf. Zehn Porträts, Gütersloh 1998, p. 74-85; - ders., Johann Albrecht Bengel (1687-1752), in: Siegfried Hermle (Hrsg.), Kirchengeschichte Württembergs in Porträts. Pietismus und Erweckungsbewegung, Holzgerlingen 2001, p. 53-73; - ders., "Ein Prophet bin ich nicht...". Johann Albrecht Bengel, Theologe - Lehrer - Pietist, Stuttgart 2002, 144 pp.; - Claus-Dieter Stoll, Unter dem Wort leben - Johann Albrecht Bengel als Seelsorger, in: Jahrbuch für evangelikale Theologie 7 (1993), p. 40-72; - Priscilla Ann Hayden-Roy, "A foretaste of heaven". Friedrich Hölderlin in the context of Württemberg Pietism, Amsterdam/Atlanta (Georgia) 1994, 308 pp. (Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur 114) (zugl. auch Diss. Phil. [Masch.], Washington St. Louis/Missouri, Ann Arbor/Michigan 1988, p. 51-71); - Eberhard Gutekunst, Das Pietistenreskript von 1743, in: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 94 (1994), p. 9-26; - Hermann Ehmer, Bengel in Russland. Ein Beitrag zur Rezeptionsgeschichte Johann Albrecht Bengels Geschichtstheologie, in: ebenda 94 (1994), p. 195-198; - J. Steven O'Malley, Pietist influences in the eschatological thought of John Wesley and Jürgen Moltmann, in: Wesley Theological Journal 29 (1994), p. 127-139; - Gerhard Schwinge, Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller der Erweckung. Eine literatur- und frömmigkeitsgeschichtliche Untersuchung seiner seiner periodischen Schriften 1795-1816 und ihres Umfelds, Göttingen 1994, p. 89-92; - Walter Stäbler, Nürtingen als Zentrum des von Bengel und Oetinger geprägten württembergischen Pietismus. Philipp Matthäus Hahn und die Lateinschule Nürtingen, in: Pietismus und Neuzeit. Ein Jahrbuch zur Geschichte des neueren Protestantismus 24 (1998), p. 216-151; - Hermann Ehmer, Heinz Frommer, Rainer Jooß u. Jörg Thierfelder (Hrsg.), Gott und Welt in Württemberg. Eine Kirchengeschichte, Stuttgart 2000, p. 105-107 u.ö.; - Joachim Botzenhardt, Wann geht die Welt unter? Johann Albrecht Bengel und die Folgen, in: Eberhard Gutekunst (Red.), Apokalypse. Endzeiterwartungen im evangelischen Württemberg. Katalog zur Ausstellung im Landeskirchlichen Museum Ludwigsburg vom 10. Juni bis 16. Juli 2000, Ludwigsburg 1999 (Kataloge und Schriften des Landeskirchlichen Museums 9), p. 101-111; - Heinrich Frommer, 1836 - und danach? Wohin verlagert sich die Energie der Endzeiterwartung?, in: ebenda, p. 113-119; - Lothar Bertsch, Johann Albrecht Bengel. Seine Lebensgeschichte. Ein Leben für Bibel und Wahrheit, Holzgerlingen 2002, 176 pp. - Nachtrag 2003: Ulrich Gaier, Valérie Lawitschka, Stefan Metzger, Wolfgang Rapp, Violetta Waibel, Hölderlin Texturen 1.1 "Alle meine Hofnungen". Lauffen, Nürtingen, Denkendorf, Maulbronn 1770-1788. Hrsg. von der Hölderlin-Gesellschaft Tübingen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schillergesellschaft Marbach, Tübingen 2003, bes. 118-119 [Gerhard Schäfer, Macht und Frömmigkeit], 231-260 [Doris Metzger, Hölderlin in Denkendorf].

Lex.: ADB, Bd. 2, Berlin 1875, p. 331-333; - Carl Meusel, Kirchliches Handlexikon, Leipzig 1887, p. 365-368; - Perthes' Handlexikon für evangelische Theologen, Bd. 1, Gotha 1890, p. 216; - RE3, Bd. 2, Leipzig 1897, p. 597-601; - DHGE, Bd. 7, Paris 1934, p. 1294ff.; - CKL, Bd. 1, Stuttgart 1937, p. 192-193; - EC, Bd. 2, Rom 1949, p. 1331; - NDB, Bd. 2, Berlin 1955, p. 47; - WKL, Stuttgart 1960, p. 146; - Julius Bodensiek (Hrsg.), The Encyclopedia of the Lutheran Church, Bd. 1, Minneapolis 1965, p. 205; - TRE, Bd. 5, Berlin 1980, p. 583-589; - EncF, Rom 1982, Sp. 827; - Walther Killy (Hrsg.), Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache, Bd. 1, Gütersloh 1988, p. 416-417; - Helmut Burkhardt u. Uwe Swarat (Hrsg.), Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde, Bd. 1, Wuppertal/Zürich 1992, p. 221-222; - LThK3, Bd. 2, Freiburg/Basel/Rom/Wien 1994, Sp. 228-229; - DLL3, Erg.-Bd. 1, Bern 1994, Sp. 680-682; - Biographisches Wörterbuch zur Deutschen Geschichte, Bd. 1, München/Augsburg 19952, p. 225; - EKL3, Bd. 5 (Reg.), Göttingen 1997, Sp. 58; - ODCC3, Oxford 1997, p. 188; - RGG4, Bd. 1, Tübingen 1998, Sp. 1299-1300; - Donald K. McKim (Hrsg.), Historical handbook of major biblical interpreters, Downers Grove (Ill.) 1998, p. 289-294; - Markus Vinzent (Hrsg.), Metzler Lexikon christlicher Denker. 700 Autorinnen und Autoren von den Anfängen des Christentums bis zur Gegenwart, Stuttgart 2000, p. 88-89; - DBA, Fiche 80, Sp. 333-373; 1424, Sp. 253-262.

Werner Raupp

Werkeergänzung:

2003

Der Gnomon. Lat.-dt. Teilausg. d. Hauptschriften Zur Rechtfertigung: Römer-, Galater-, Jakobusbrief u. Bergpredigt. Nach d. Druck von 1835/36 hrsg. u. übers. von H. Gaese. Tübingen 2003;

2008

Briefwechsel. Briefe 1707-1722. Hrsg. von Dieter Ising. Göttingen 2008.

Literaturergänzung:

2003

Eberhard Fritz: Radikaler Pietismus in Württemberg. Religiöse Ideale im Konflikt mit gesellschaftlichen Realitäten (Quellen und Forschungen zur württembergischen Kirchengeschichte Band 18). Tübingen 2003; -

2005

Dieter Ising, D. Edition d. Briefe von u. an J.A.B. (1687-1752), in: Interdisziplinäre Pietismusforschungen. Hrsg. von Udo Sträter. Halle 2005, S. 883-887; -

2007

Dieter Ising, Die württemberg. Klosterschulen u. Seminare zwischen Pietismus u. Aufklärung. Der Klosterpräzeptor Johann Albrecht Bengel (1687-1752) u.d. Seminarist Johann Christoph Blumhardt (1805-1880), in: BlWK 107.2007, S. 105-119; -

2008

Dieter Ising, August Hermann Franckes Reise nach Süddtl. 1717/18, festgehalten in Briefen u. Aufzeichn. Johann Albrecht Bengels, in: Tradition und Fortschritt. Epfendorf 2008, S. 145-163; - Werner Raupp, Bengel, Johann Albrecht, in: Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraums, 2., vollst. überarb. Aufl., Bd. 1, Berlin/New York 2008, p. 435-437.

Ein weiterer Beitrag über BENGEL, Johann Albrecht

Letzte Änderung: 05.12.2009