Verlag Traugott Bautz |
![]() |
|
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
BERN (Berno), Benediktiner, Abt von Reichenau, † 7.6. 1048. - B. besuchte die Klosterschule von Fleury bei Orléans als Schüler Abbos. Er wurde Mönch in Prüm bei Trier und Leiter der Klosterschule. Heinrich II. setzte B. 1008 zum Abt von Reichenau im Bodensee ein. Das Kloster erlebte unter ihm eine Blütezeit. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Förderung der Kirchenmusik. Unter der Leitung B.s und des Hermannus Contractus (des Lahmen) entwickelte sich in Reichenau eine namhafte Sängerschule. - B. war einer der gelehrtesten Männer seiner Zeit. Das Gebiet seines literarischen Schaffens war Musik, Liturgie und Theologie.
Lit.: Wilhelm Brambach, Das Tonsystem u. die Tonarten des christl. Abendlandes im MA, mit einer Wiederherstellung der Musiktheorie B.s, 1881; - Hugo Riemann, Gesch. der Musiktheorie im 9-11. Jh., 1898; - Die Kultur der Abtei Reichenau, hrsg. v. Konrad Beyerle, 2 Bde., 1925; - Heinrich Sows, Qu. z. Transformation der Antiphonen. Tonart- u. Rhythmusstud., 1935; - Franz-Josef Schmale, Zu den Briefen B. v. R., in: ZKG 68, 1957, 69 ff.; - Ders., Die Briefe des Abtes B. v. R., 1961; - Manitius II, 61 ff.; - VerfLex I, 204 ff.; V, 86 ff.; - Wattenbach-Holtzmann I, 228 f.; - ADB II, 467; - NDB II, 100 f.; - RE II, 614; - DHGE VIII, 861 f.; - LThK II, 258 f.; - EC II, 1456 f.; - DSp I, 1527; - MGG I, 1795 f.; - Riemann I, 155; - Hans Oesch, B. u. Hermann v. Reichenau als Musiktheoretiker. Mit einem Überblick über ihr Leben u. die hs. Überlieferung ihrer Werke, Bern 1961; - F. Haberl, B. v. R., in: musica sacra. Cäcilien-Verbands-Organ f. die dt. Diözesen im Dienste des kirchenmusikal. Apostolats 82, 1962, 105 ff.
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
1979
Musica Mediaevalis Europae Occidentalis, 5). Edition von Bern Augiensis, Epistola de tonis Bern Augiensis, Prologus in tonarium Bern Augiensis, Tonarius. München 1979; -
1999
Alexander Rausch, Die Musiktraktate des Abtes Bern von Reichenau. Edition und Interpretation. Tutzing: H. Schneider, 1999.
Letzte Änderung: 09.04.2011