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Band XVIII (2001)Spalten 177-179 Autor: Eric Steinhauer

BERTONI, Gaspare Luigi Dionigi, Heiliger, katholischer Priester und Ordensmann, Gründer der Kongregation der Stigmatiner (CSS), auch Bertonianer genannt. * 9.10. 1777 in Verona, † 12.6. 1853 ebendort. Bertoni entstammte einer wohlhabenden Notarsfamilie. Während seiner Schulzeit kam er mit einem Mitglied der damals unterdrückten Jesuiten in Kontakt. Dadurch lernte er die ignatianische Spiritualität kennen. Nach glänzend absolvierten Studien wurde Bertoni am 20.9. 1800 zum Priester geweiht. Als junger Kaplan in Verona kümmerte sich vor allem um den Unterricht und die Erziehung der Jugend. Zu diesem Zweck gründete er marianisch geprägte Oratorien, die sich rasch großer Beliebtheit erfreuten. Auf Druck der damals französischen Regierung wurden sie aber 1807 aufgelöst. Die bertonianischen Oratorien können als Vorläufer der sog. Katholischen Aktion gesehen werden. Nach Ende der napoleonischen Herrschaft konnten sie ihre Arbeit wiederaufnehmen. Neben der Jugenderziehung war insbesondere die Formung geistlichen Nachwuchses ein Anliegen Bertonis. Ab 1810 widmete er sich auf Wunsch seines Bischofs der geistlichen Begleitung der Priesteramtskandidaten, denen er vor allem die Ideale der damals unterdrückten Ordenskongregationen nahebringen wollte. Neben Klerikerexerzitien hielt er viele Volksmissionen ab. Am 4.11. 1816 gründete Bertoni zusammen mit einem weiteren Priester und einem Laienbruder eine Gemeinschaft nach dem Vorbild der Jesuiten, um neben der Kirche der Wundmale in Verona ein kostenloses Gymnasium zu betreiben. Damit sollten besonders geistliche Berufungen gefördert werden. Aus diesen Anfängen entstand die Kongregation von den hll. Wundmalen unseres Herrn Jesus Christus (Congregatio a Ss. Stigmatibus D.N.I.C.). Die Stigmatiner wurden am 15.9. 1890 endgültig approbiert. Heute zählt die Gemeinschaft rund 400 Mitglieder und ist in Jugenderziehung und Apostolat überwiegend in Italien tätig. Bertoni war bis zum seinem Tod unermüdlich in apostolischem Einsatz. Dabei war er von einer starken Treue zur kirchlichen Hierarchie geprägt. So wollte er die Stigmatiner ursprünglich »Missionari Apostolici in ossequio ai Vescovi« nennen. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er 1817 von Rom mit dem Titel »Apostolischer Missionar« ausgezeichnet. Bertoni war ein von vielen Menschen aus allen Schichten gern aufgesuchter Ratgeber und Seelenführer. Nach langer Krankheit, wegen der er sich einer Unzahl von chirurgischen Eingriffen unterziehen mußte, starb er am 12.6. 1853 in Verona. Sein Grab befindet sich in der Kirche der Wundmale in Verona. Die Spiritualität Bertonis zeichnet sich besonders durch eine völlige Ergebenheit (»santo abbandono«) in die göttliche Vorsehung aus. Der Seligsprechungsprozeß wurde 1906 eröffnet und mit der Seligsprechung 1975 abgeschlossen. Die Heiligsprechung erfolgte 1989. Das Fest des heiligen Gaspare Bertoni wird am 12. Juni gefeiert.

Liturgische Texte: Not. 1990, 19-21 (italienischer Text für die Feier der Eucharistie).

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Werke: Epistolario del Venerabile servo di Dio Don Gaspare Bertoni, fondatore dei preti delle SS. Stimate di N. S. Gesu Cristo, hrsg. v. Giuseppe Stofella, Verona 1954; »Memoriale privato« del venerabile Gaspare Bertoni (1808-1813), hrsg. v. Giuseppe Stofella, Rom 1962 (= Collectanea Stigmatina 4).

Lit.: D. Barsotti, Spiritualitá di abbandono nel venerabile Bertoni, in: Magisterio di Santi, Rom 1971, 11-29; - Ignazio Bonetti, Le stimate della Passione, Rovigo 1952 (Grundlegung stigmatinischer Spiritualität); - ders., Quellen des Heils, Leutesdorf 1988 (Lesebuch mit klassischen Texten über die Wunden Christi und die stigmatinische Spiritualität); - ders., La grammatica di Don Gaspare: meditazioni quotidiane dagli scritti di San Gaspare Bertoni, Bologna 1993; - G. Ceresatto, Il volto e l'anima del venerabile Gaspare Bertoni, Verona 1951; - Nello Dalle Vedove, Un modello di santo abbandono: Fisionomia spirituale del Venerabile Gaspare Bertoni, Verona 1951; - ders., Il venerabile Don Bertoni, 2. Aufl., Rom 1962; - ders., La giovinezza del venerabile Gaspare Bertoni e l'ambiente veronese dell'ultimo '700, Rom 1971; - ders., Vita e pensiero del beato Gaspare Bertoni agli albori dell '800 veronese (1800-1816), Rom 1975; - ders., Il beato Gaspare Bertoni e l'istituto delle »Stimmate« nella prima meta dell '800 veronese (1816-1853), Rom 1981; - ders., San Gaspare Bertoni: fondatore degli Stimmatini, Verona 1989; - Giuseppe Fiorio, Lo spirito del venerabile servo di Dio Don Gaspare Bertoni, Verona 1914; - ders., Vita del venerabile servo di Dio Don Gaspare Bertoni: Fondatore dei Preti delle Stimmate di N.S.G.C, Verona 1922; - G. Giacobbe, Vita del Servo di Dio Don Gaspare Bertoni, Verona 1858; - Luigi Malamocco, Quando senti il grillo cantare - incontro con San Gaspare Bertoni padre degli Stimmatini, Udine 1996 (mit Bibliographie); - G. Mattei, Il venerabile Gaspare Bertoni, Verona 1924; - Luisa Muzii, Voglia di santità: San Gaspare Bertoni, fondatore degli Stimmatini 1777 - 1853, Rom 1989; - Emilio Radius, Gaspare Bertoni, Verona 1975; - Giuseppe Stofella, Il diario spirituale di Leopoldina Naudet e il venerabile Don Gaspare Bertoni, Verona 1930; - ders,. Note per servire alla storia del venerabile servo di Dio Don Gaspare Bertoni (serie da 1 a 7), Rom 1941-1943; - ders., Pagine di vita cristiana del venerabile Gaspare Bertoni, Vicenza 1947; - ders., Il Venerabile Gaspare Bertoni, Verona 1952; - Lidio Zaupa, Gaspare Bertoni: un santo per il nostro tempo, Verona 1994; - o.V., Lo spirito del venerabile Don Gaspare Bertoni, fondatore dei preti delle Stimmate di N. S. Gesu Cristo: proposto ai membri della stessa Congregazione, utilepure alle persone che zelano la salute delle anime, Mailand 1914; - o.V., Gaspare Bertoni : un santo per il nostro tempo, Supplememto de Il missionario, Rivista mensile delle missioni ed opere degli stimmatini, n. 7-8, luglio-agosto 1989; - Anläßlich der Heiligsprechung fand in Rom ein Symposion statt: »Symposium Bertonianum«, in occasione della solenne canonizzazione del fondatore degli Stimmatini, San Gaspare Bertoni, Sabato, 28 ottobre 1989, Pontificia Università S. Tommaso (Angelicum) Roma, Verona 1990.

Lit.: BS II, 117-118; - DE I, 365; - DHGE VIII, 1026; - DIP I, 1404-1407; - DSp. XII, 312, 334; - EC II, 1479; - LThK2 II, 294.

Eric Steinhauer

Literaturergänzung:

Joseph C. Henchey, Abandonment to God and availability to the church. St. G.B. (1777-1853), in: Angelicum 67.1990, S. 87-107.

Letzte Änderung: 09.04.2011