Verlag Traugott Bautz |
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BLONDEL, David, ref. Theologe, * 25.9. 1590 in Châlons-sur-Marne, † 6.4. 1655 in Amsterdam. - B. studierte in Sedan und Genf und wurde 1614 Pfarrer in Houdan bei Paris, später in Roucy (Ile de France). Durch kirchengeschichtliche Arbeiten erwarb er sich den Ruf eines Gelehrten, so daß man ihn 1631 für eine theologische Professur an der Akademie in Saumur vorschlug; aber die Gemeinde und Nationalsynode ließen ihn nicht ziehen. Die Synode von Ile de France gestattete ihm 1644, zur Erleichterung seiner Studien nach Paris überzusiedeln, und die Nationalsynode von Charenton verlieh ihm 1645 mit einem Jahresgehalt den Titel eines Honorarprofessors, so daß sich B. nun ganz seinen historischen Forschungen widmen konnte. 1650 folgte er dem Ruf nach Amsterdam als Professor der Geschichte an der Ecole Illustre. B. war ein bedeutender Kirchenhistoriker und hervorragender Kontroversist. Er hat die Unechtheit der pseudoisidorischen Dekretalen und die Ungeschichtlichkeit der Päpstin Johanna nachgewiesen. Nach dem Urteil des Pierre Bayle verdient B. das Lob, »einer der Männer gewesen zu sein, die die umfassendste Kenntnis der Profan- und Kirchengeschichte hatten«.
Lit.: Eugène u. Emile Haag, La France protestante II2, bearb. v. Henri Bordier, 1877, 623 ff.; - M. Giorgiantonio, Problema religiosa in D. B., in: Sophia 1, Padua 1941/42, 410 ff.; - Schulte III/2, 257 f.; - DDC II, 926 f.; - NNBW VII, 143 f.; - DBF VI, 698 f.; - EC II, 1721; - LThK II, 532 f.; - RE III, 261 f.; - RGG I, 1324.
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
2007
David Grumett, Blondel, modern Catholic theology and the Leibnizian Eucharistic bond, in: MoTh 23.2007, S. 561-577.
Letzte Änderung: 09.04.2011