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Band XVII (2000)Spalten 128-138 Autor: Christian Geltinger

BODMER, Johann Jacob, * 19.7. 1698 Greifensee/Kanton Zürich, † 2.1. 1783 Zürich. Verfasser dichtungstheoretischer Schriften, geistl. und weltl. Dramen und Epen, Übersetzer, Herausgeber. - J. J. B. wurde am 19. Juli 1698 in Greifensee im Kanton Zürich als Sohn eines Pastors geboren. Wie es seiner christlichen Erziehung entsprach, besuchte er die stark theologisch ausgerichtete Lateinschule des Collegium Carolinum in Zürich. Obwohl es dort zu vielen fruchtbaren Begegnungen mit anderen Seminaristen, beispielsweise dem klassischen Philologen Johann Caspar Hagenbuch oder seinem engen Freund Johann Jacob Breitinger kam, brach er bereits 1718 sein Studium am Collegium ab, da sich die Ausbildung am Carolinum nicht mit seinen Interessen deckte. Statt dessen zog er es vor, einige Reisen zu unternehmen, die ihn zunächst nach Lyon, daraufhin nach Lugano führten, wo er in einer Seidenspinnerei, die im Besitz von Verwandten war, einige kaufmännische Erfahrungen sammelte. Vielmehr jedoch setzte er sich während dieses Aufenthalts mit französischer, neulateinischer, italienischer und englischer Literatur auseinander, namentlich mit Addisons »Spectator« und Tassos »Gerusalemme liberata«. 1719 kehrt B. nach Zürich zurück, wo er zunächst eine Stelle an der Staatskanzlei antrat, um Urkunden zur Geschichte Zürichs aufzuarbeiten. Nachdem er ab 1725 das Amt des Stadtverwesers inne hatte, heiratete er 1727 Esther Orell, die Tochter Felix Orells zum Spiegel und wurde 1731 zum Professor für Helvetische Geschichte an das Carolinum berufen, wo er bis zum Jahr 1775 lehrte. Gemeinsam mit seinem Neffen Konrad Orell und dem Landschreiber Konrad von Wyss gründete er im Jahre 1734 die Verlagsbuchhandlung Orell & Compagnie. Das Haus B.s war bis zu seinem Tode im Jahr 1783 ein Zentrum für die jüngere Dichtergeneration. Vor allem Klopstock und Wieland, aber auch Goethe, Heinse, Lavater und Tischbein gingen im Hause Bodmer aus und ein und studierten seine dichtungstheoretischen Ansätze. - Für die gegenwärtige Literaturwissenschaft sind vor allen Dingen die dichtungstheoretischen Schriften Bodmers bedeutsam, die sich unter anderem kritisch mit Gottscheds Poetik auseinandersetzen. Sie finden insbesondere in einigen von B. mitherausgegebenen Zeitschriften ihre Verbreitung, beispielsweise der Wochenschrift »Discourse der Mahlern«, die sich an Addisons »Spectator« orientierte und die ab 1746 unter dem programmatischen Titel »Der Mahler der Sitten« erschien. Die Bezeichnung dieses Publikationsorgans geht auf die Tatsache zurück, daß die Beiträger unter dem Namen eines Malers zu moralischen Fragen, zur Kunsttheorie, zur Philosophie und zur Literatur Stellung bezogen. Das poetologische Konzept der Zürcher äußerte sich in der Weiterführung der antiken Formel »ut pictura poesis«. Dabei gingen die Schweizer zwar darüber hinaus, in der Kunst die getreue Abbildung der Natur zu sehen, sie zogen jedoch keine deutliche Grenze zwischen den bildenden und den literarischen Künsten. In ihrer Untersuchung »Von dem Einfluß und dem Gebrauch der Einbildungskraft« sehen die beiden Freunde B. und Breitinger im Dichter die Manifestation einer schöpferischen Instanz, die über die bloße Nachahmung der Wirklichkeit hinausführt. Weitergeführt werden diese Gedanken in der »Critischen Abhandlung von dem Wunderbaren in der Poesie« (1740) und in den Critischen Betrachtungen über die poetischen Gemählde der Dichter (1741). Die dichterischen Stoffe mußten sich nicht mehr ausschließlich auf die alltägliche Wirklichkeit beschränken, sondern konnten auch der Einbildungskraft des Dichters entspringen. Außerdem übernahm die Kunst zusätzlich zum von der Aufklärung geforderten prodesse und delectare auch die Aufgabe der Befreiung der Gemütskräfte und der moralischen Erbauung der Seele. Die poetologischen Ansätze B.s stießen bei Gottsched auf Widerstand und waren der Ursprung einer energischen literarischen Fehde zwischen Gottsched und den Schweizern, da er in der Theorie der Schweizer die Grenzen der Nachahmung überschritten sah. Der Effekt der Erbauung kommt vor allem in zahlreichen von B. selbst verfassten politischen und religiösen Dramen zum Ausdruck, die als Lesedramen konzipiert waren und bewundernswerte, zur Nachahmung empfohlene Tugendideale an ihren Helden zur Schau stellten. Die Dramen, die bereits die Zeitgenossen auf Grund ihrer mangelnden äußeren Handlung für die Bühne völlig ungeeignet hielten, gelten als Träger republikanischen Gedankenguts im Sinne Montesquieus. Dabei orientierte sich B. an den Vertretern der attischen Tragödie, aber auch an Shakespeare. Seine Stoffe wählte er aus dem Bereich der griechisch-römischen (z.B. Electra, oder die gerechte Uebelthat. Ein Trauerspiel. Nach einem Grundrisse. 1760. oder: Cato der Aeltere oder der Aufstand der römischen Frauen. 1768), der deutschen, englischen, italienischen und schweizerischen Geschichte aus (z.B. Der Hungerthurm in Pisa. Ein Trauerspiel. 1769. oder: Wilhelm Tell; oder der gefährliche Schuss. 1775), wobei meist Republikaner, Freiheitshelden und Patrioten wie Cato, Cäsar, Cicero oder Wilhelm Tell zu den Protagonisten zählten. Die literaturwissenschaftliche Forschung, namentlich Wolfgang Bender, hat den engen Zusammenhang der religiösen und biblischen Dramen mit Klopstocks Dramen, insbesondere dem »Tod Adams« (1757), hergestellt. Diese Vermutung wird allgemein durch den Beleg gestützt, daß Adam am Schluß des Dramas Der Tod des ersten Menschen zwei Seiten aus Klopstocks »Messias« rezitiert. - Zu B.s philologischen Verdiensten zählt auch eine intensive Auseinandersetzung mit Minnesang und mittelhochdeutscher Epik, vor allem mit dem Minnecodex (heute: Große Heidelberger Liederhandschrift, Cod. Pal. Germ. 848) und dem Nibelungenlied. In die Zeit der 40er und 50er Jahre des 18. Jahrhunderts fallen einige Sondereditionen mhd. Texte sowie freie Bearbeitungen des Parzifal-, Nibelungen- und Willehalm-Stoffs. Hier zeichnet sich ein besonderes Interesse für das deutsche Epos ab. Herauszuheben aus dem vielseitigen Wirken B.s sind außerdem seine literarischen Übersetzungen, beispielsweise seine Homer-Übersetzung von 1778. Wesentlich bedeutender ist jedoch seine Übersetzung von Miltons Paradise lost. Das 10565 Blankverse umfassende Epos Miltons erzählt die Geschichte vom Sündenfall und entstand in der Zeit von 1658 bis 1663. B.s »Critische Abhandlung von dem Wunderbaren in der Poesie und dessen Verbindung mit dem Wahrscheinlichen«, 1740 erschienen, setzt sich als Hauptziel die »Vertheidigung des Gedichtes Joh. Miltons von dem verlohrnen Paradiese«, vor allem gegenüber den Kritikern seiner Übersetzungsarbeit wie Gottsched, der das Drama und die französische Literatur favorisierte. Außerdem war dieses Werk nicht mit seiner streng rationalistisch ausgerichteten Regelpoetik zu vereinbaren. Dem gottschedschen Formalismus stellt B. die Natürlichkeit in Miltons Werk gegenüber, die sich aus dem Zusammenwirken von äußeren Erscheinungen der sichtbaren Welt und inneren Erscheinungen der unsichtbaren, aber wahrscheinlichen Welt, konstituiert. Da die Alltagssprache nach B. derartige Phantasiegebilde nicht darzustellen vermag, bedarf es einer Kunstsprache, die die Gratwanderung zwischen Phantasie und Wirklichkeit vollziehen kann. Diese geradezu mystifizierte Kunstsprache ist bei B. ein Charakteristikum biblischer Epik. Das kurze Aufleben vor allem der religiösen Epik, der Patriarchaden, in der Literatur des 18. Jahrhunderts, ist nicht zuletzt B.s Verdienst. Schließlich standen ihre wichtigsten Vertreter im 18. Jahrhundert, nämlich Klopstock und Wieland, im gegenseitigen literarischen Austausch mit ihm. B. selbst beschäftigte sich mit seiner Übersetzung fast fünf Jahrzehnte, die erste Auflage erschien 1732, die letzte 1780, die Arbeit daran setzte bereits 1723 ein. Das deutsche Pendant zu Milton sah man in Klopstock, der mit seiner Messias-Dichtung die deutsche Epik zu einem letzten Höhepunkt geführt hat. B. kommt 1747 erstmalig mit Klopstocks Messias in Kontakt, nachdem er bereits 1741 den Grundriß eines epischen Gedichtes von dem geretteten Noah erstellt hat. Auf Klopstock geht nicht nur der hexametrische Vers in B.s Epos »Noah ein Helden-Gedicht« zurück, der Messias lieferte ihm auch einige stilistische und motivische Anregungen. Nach der sehr raschen Fertigstellung des Noah (Erstveröffentlichung: 1752) feilte B. an seinem epischen Hauptwerk beinahe drei Jahrzehnte. Das Epos stieß im engeren Freundeskreis auf Zustimmung und erfüllte so seinen geplanten Zweck, im Sinne eines religiösen Erbauungsbuches den Lesern moralische Tugendvorstellungen zu präsentieren und somit deren Gemüter zu bewegen und zu einem rechtschaffenen Leben zu ermuntern. Wieland beispielsweise drückte seine Bewunderung in einer umfangreichen »Abhandlung von den Schönheiten des Epischen Gedichts Der Noah« aus. Zugleich rief das Werk jedoch auch zeitgenössische Kritik von Seiten Lessings und Nicolais hervor. Neben dem Hauptwerk Noah entstanden noch einige kleinere biblische Epen, meist nach Stoffen des Alten Testaments. Sie kreisen vor allem um das Brüderpaar Jacob und Joseph. Ein Blick auf die Forschungslage zeigt, daß die religiösen Dramen und Epen B.s nur noch auf dem Bereich der Rezeptionsgeschichte relevant sind. Sowohl seine dichtungstheoretischen Schriften aber als auch seine Studien auf dem Gebiet der Mediävistik beschäftigen die Literaturwissenschaften bis in unsere Tage.

Werke: J. J. B., Johann Jacob Breitinger: Die Discourse der Mahlern. Erster Theil. Zürich 1721. Zweyter Theil 1722. Dritter Theil 1722. Die Mahler. Oder: Discourse Von den Sitten Der Menschen. Der vierdte und letzte Theil. Zürich 1723. Der Mahler Der Sitten. Von neuem übersehen und starck vermehret. Zürich 1746. (Reprint: München 1992.); J. J. B., Johann Jacob Breitinger: Von dem Einfluss und Gebrauch Der Einbildungs-Krafft; Zur Ausbesserung des Geschmackes: Oder Genaue Untersuchung Aller Arten Beschreibungen, Worinne Die ausserlesenste Stellen Der berühmtesten Poeten dieser Zeit mit gründtlicher Freyheit beurtheilt werden. Frankfurt und Leipzig 1727; Anklagung des verderbten Geschmackes oder critische Anmerkung über den Hamburgischen Patrioten und die Hallischen Tadlerinnen. Frankfurt u. Leipzig 1728; J. J. B. (Hrsg.): Paragone della Poesia Tragica d` italia con quella di franca. Zurigo 1732; J. J. B. (Hrsg.): Gotthard Heideggers kleinere deutsche Schrifften. Zürich 1732; Johann Miltons Verlust des Paradieses. Ein Heldengedicht. In ungebundener Rede übersetzet. Zürich 1732. 2. Aufl.: Johann Miltons Episches Gedichte von dem Verlohrnen Paradiese. Uebersetzet und durchgehends mit Anmerckungen über die Kunst des Poeten begleitet von Johann J. B. Zürich 1742. 3. Aufl.: Johann Miltons verlohrnes Paradies. Ein Episches Gedicht in zwölf Gesängen. Neu überarbeitet, und durchgehends mit Anmerkungen von dem Uebersezer und verschiednen andern Verfassern. Zürich 1754. 4. unveränderte Aufl. 1759. 5. Aufl.: Johann Miltons verlohrnes Paradies. Verbesserte Uebersetzung. Zürich 1769. 6. Aufl.: Johann Miltons verlohrnes Paradies. Verbesserte Uebersetzung. Zürich 1780. (Reprint: Stuttgart 1965. Deutsche Neudrucke. Reihe Texte des 18. Jhs.); J. J. B., Johann Jacob Breitinger: Helvetische Bibliothek, Bestehend In Historischen, Politischen und Critischen Beyträgen Zu den Geschichten Des Schweitzerlands. Zürich 1735 (1.-3. Stück), 1736 (4.-5. Stück), 1741 (6. Stück); J. J. B., Pietro Calepio: Brief-Wechsel von der Natur des Poetischen Geschmackes. Zürich 1736. (Reprint: Stuttgart 1966. Deutsche Neudrucke. Reihe Texte des 18. Jhs.); Versuch einer Deutschen Übersetzung von Samuel Butlers Hudibras, Einem Satyrischen Gedichte wider die Schwermer und Independenten, zur Zeit Karls des Ersten. Franckfurt und Leipzig 1737; J. J. B. (Hrsg.): Des Freiherrn von Canitz satirische und sämmtliche übrige Gedichte, mit einer Vorrede von der Dichtart des Verfassers. Zürich 1737; Historische und Critische Beyträge zu der Historie der Eidgenossen. Zürich 1739; J. J. Bs. Critische Abhandlung von dem Wunderbaren in der Poesie und dessen Verbindung mit dem Wahrscheinlichen In einer Vertheidigung des Gedichtes Joh. Miltons von dem verlohrnen Paradiese; Der beygefügt ist Joseph Addisons Abhandlung von den Schönheiten in demselben Gedichte. Zürich 1740. (Reprint: Stuttgart 1966. Deutsche Neudrucke III, 15); J. J. B. (Hrsg.): Johann Jacob Breitingers Critische Abhandlung Von der Natur den Absichten und dem Gebrauch der Gleichnisse. Mit Beyspielen aus den Schriften der berühmtesten alten und neuen Scribenten erläutert. Durch J. J. B. besorget und zum Drucke befördert. Zürich 1740; J. J. B. (Hrsg.): Joh. Jac. Breitingers Critische Dichtkunst Worinnen die Poetische Mahlerey in Absicht auf die Erfindung Im Grunde untersuchet und mit Beyspielen aus den berühmtesten Alten und Neuern erläutert wird. Mit einer Vorrede eingeführet von J. J. B. Band 2: Johann Jacob Breitingers Fortsetzung ... Worinnen die Poetische Mahlerey In Absicht auf den Ausdruck und die Farben abgehandelt wird. Zürich 1740; Critische Abhandlung von der Natur, den Absichten und dem Gebrauche der Gleichnisse. Zürich 1740; J. J. B.s Critische Betrachtungen über die Poetischen Gemählde Der Dichter. Mit einer Vorrede von Johann Jacob Breitinger. Zürich 1741. (Frankfurt am Main 1971.); J. J. B., Johann Jacob Breitinger u.a.: Sammlung Critischer, Poetischer und andrer geistvollen Schriften. Zürich 1741 (Erstes-Zweytes Stück), 1742 (Drittes bis Sechstes Stück), 1743 (Siebendes-Eilfftes Stück), 1744 (Zwölfftes und leztes Stück); Critische Betrachtungen und freye Untersuchungen zum Aufnehmen und zur Verbesserung der deutschen Schau-Bühne. Bern 1743; J. J. B. (Hrsg.): Ein halbes Hundert Neuer Fabeln. Durch L. M. v. K. Mit einer Critischen Vorrede des Verfassers der Betrachtungen über die Poetischen Gemählde. Zürich 1744. 2. verm., vom Verf. illustrierte Ausg. Zürich 1754; Aufrichtiger Unterricht von den geheimsten Handgriffen in der Kunst Fabeln zu verfertigen. Breßlau 1745; J. J. B. (Hrsg.): Thirsis und Damons freundschaftliche Lieder. Zürich 1745. 2. verm. Aufl. 1749; J. J. B., Johann Jacob Breitinger (Hgg.): Martin Opitzens Von Boberfeld Gedichte. Erster Theil. Zürich 1745; Critische Briefe. Zürich 1746. (Reprint: Hildesheim 1969.); Die Beurtheilung der Panthea, eines so genannten Trauerspiels, nebst einer Vorlesung für die Nachkommen, und einer Ode auf den Nahmen Gottsched. Zürich 1746; Alexander Popens Duncias mit historischen Noten und einem Schreiben des Uebersezers an die Obotriten. Zürich 1747; Neue Erzählungen verschiedener Verfasser. Leipzig 1747; J. J. B.s Critische Lobgedichte und Elegien. Von Johann Georg Sulzer besorgt. Zürich 1747; J. J. B., Johann Jacob Breitinger (Hgg.): Proben der alten schwäbischen Poesie des Dreyzehnten Jahrhunderts. Aus der Manessischen Sammlung. Zürich 1748. (Reprint: Hildesheim 1973.); Pygmalion und Elise. Zahme Prosa-Erzählung von Johann Jacob Bodmer. Berlin 1749; J. J. B. (Hrsg.): N. Wernickens, ehemaligen Königl. Dänischen Staatsraths, und Residenten in Paris, Poetische Versuche in Ueberschriften; Wie auch Helden- und Schäfergedichten. Neue, verbesserte Auflage. Zürich 1749; Neue Critische Briefe über gantz verschiedene Sachen, von verschiedenen Verfassern. Zürich 1749; Noah ein Helden-Gedicht. Frankfurt und Leipzig 1750. Der Noah. In zwölf Gesängen. Zürich 1752. Die Noachide in zwölf Gesängen. Berlin 1765. Die Noachide in zwölf Gesängen. Neueste, von dem Verfasser verbesserte Auflage. Zürich 1772. Die Noachide in zwölf Gesängen von Bodmern. Aufs neue ganz umgearbeitet und aufs neue verbessert vom Verfasser. Basel 1781; J. J. B. (Hrsg.): Crito. Eine Monat-Schrifft. Erster Band. Zürich 1751; Jacob und Joseph: Ein Gedicht in drei Gesängen. Zyrch 1751. Jacob und Joseph: Ein Gedicht in vier Gesängen. Zyrch 1754; Jacob und Rachel: Ein Gedicht in zween Gesängen. Zyrch 1752; J. J. B. (Hrsg.): Poetische Blicke in das Landleben. Zürich 1752; Joseph und Zulika. Zürich 1752; Joseph und Zulika in zween Gesängen. Zyrich 1753; Der Parcival Ein Gedicht in Wolframs von Eschilbach Denckart. Zürich 1753; Die Sündfluth. Ein Gedicht. Zürich 1753; Jakobs Wiederkunft von Haran. Zürich 1753; Die geraubte Helena von Coluthus. Zürich 1753; Die geraubte Europa, Von Moschus. Dieselbe von Nonnus. o.O., o. J.; Dina und Sichem. Trosberg 1753; Colombona. Ein Gedicht in Fynf Gesaengen. Zürich 1753; Der geprüfte Abraham. Zürich 1754; Fragmente in erzählender Dichtart. Zürich 1754; Gedichte in gereimten Versen. Zürich 1754; Hymnen. Zürich 1754; Der erkannte Joseph, und der keusche Joseph. Zwei tragische Styke in fynf Aufzygen. Zürich 1754; Die gefallene Zilla, in 3 Gesängen. Amsterdam 1755; Fragmente in der erzählenden Dichtart, von verschiedenem Inhalte. Zyrich 1755. (Reprint: München 1992.); Edward Grandisons Geschichte in Görlitz. Berlin 1755; Arminius-Schönaich, ein episches Gedicht. o. O. 1756; Inkel und Yariko. o. O. 1756; J. J. B. (Hrsg.): Chriemhildens Rache und die Klage; zwey Heldengedichte aus dem schwäbischen Zeitpuncte. Samt Fragmenten aus dem Gedichte von den Nibelungen und aus dem Josaphat. Darzu kommt ein Glossarium. Zürich 1757; J. J. B., Johann Jacob Breitinger (Hrsg.): Fabeln aus den Zeiten der Minnesänger. Zürich 1757. (Reprint: Leipzig 1973.); Das Banket der Dunse. o. O. 1758; Die Larve, ein Comisches Gedicht. o. O. 1758; J. J. B., Johann Jacob Breitinger (Hrsgg.): Sammlung von Minnesingern aus dem schwäbischen Zeitpuncte CXL Dichter enthaltend; durch Ruedger Manessen, weiland des Rathes der Uralten Zyrich. Aus der Handschrift der Königlich-Franzoesischen Bibliothek herausgegeben. Durch Vorschub einer ansehnlichen Zahl von Freunden des Minnesanges. Zyrich 1758f.; Electra, oder die gerechte Uebelthat. Ein Trauerspiel. Nach einem neuen Grundrisse. Zürich 1760; Lessingsche und unäsopische Fabeln. Enthaltend die sinnreichen Einfälle und weisen Sprüche der Thiere. Nebst damit einschlagender Untersuchung der Abhandlung Herrn Lessings von der Kunst Fabeln zu verfertigen. Zürich 1760; Ulysses, Telemachs Sohn, Ein Trauerspiel, Nach einer neuen Ausbildung. Wien, Leipzig 1760; Polytimet. Ein Trauerspiel. Durch Lessings Philotas, oder ungerathenen Helden veranlasset. Zürich 1760; Vierter Gesang und Sechster Gesang der Ilias. Zürich 1760; Drey neue Trauerspiele. Nämlich: Johanna Gray. Friedrich von Tokenburg. Oedipus. Zürich 1761; Gespräche im Elysium und am Acheron. o. O. u. J.; Julius Caesar, ein Trauerspiel. Leipzig 1763; Neue critische Briefe, über ganz verschiedene Sachen von verschiedenen Verfassern. Zürich 1763; Marcus Tullius Cicero. Ein Trauerspiel. Zürich 1764; Gottsched, ein Trauerspiel in Versen oder der parodierte Cato. Zürich 1765; Die Töchter des Paradieses. Zürich 1766; Calliope von Bodmern. 2 Bde. Zürich 1767; Neue theatralische Werke, von Herrn B. Professor in Zürich. Erster Band. Lindau am Bodensee 1768; Politische Schauspiele. Marcus Brutus. Tarquinius Superbus. Italus. Timoleon. Pelopidas. Zürich 1768; Archiv der schweitzerischen Kritick. Zürich 1768; Die Grundsätze der deutschen Sprache. Oder: Von den Bestandtheilen derselben und von dem Redesatze. Zürich 1768; Politische Schauspiele. Zweytes Bändgen. Aus den Zeiten der Cäsare. Lindau 1769; Politische Schauspiele. Drittes Bändgen. Von Griechischen Inhalt. Lindau 1769; Historische Erzählungen die Denkungsart und Sitten der Alten zu entdecken. Zürich 1769; Der Hungerthurn in Pisa. Ein Trauerspiel. Lindau 1769; Der neue Romeo. Frankfurt und Leipzig 1769; Von den Grazien des Kleinen. In der Schweiz. 1769; Die Botschaft des Lebens. In einem Aufzuge. Der zärtlichen Unschuld gewidmet. Zürich 1771; Conradin von Schwaben: ein Gedicht mit einem historischen Vorberichte. Carlsruhe 1771; Die Gräfinn von Gleichen: ein Gedicht mit einem historischen Vorberichte. Carlsruhe 1771; Der neue Adam. Bern 1771; Karl von Burgund: ein Trauerspiel. o. O. u. J. Auch gedruckt im Schweizer-Journal. Bern 1771. (Reprint: Nendeln/Liechtenstein 1968. =Deutsche Literaturdenkmale des 18. Jhs., Bd. 9.); Gajus Gracchus: ein politisches Schauspiel. Zürich 1773; Der Fussfall vor dem Bruder. Ein Trauerspiel. In drey Aufzügen. Der blühenden Unschuld gewiedmet. Zürich 1773; Sittliche und gefühlreiche Erzählungen. Für die Real-Schulen. Mit hoher Approbation. Zürich 1773; Anleitung zur Erlernung der deutschen Sprache. Für die Real-Schulen. Mit hoher Approbation. Zürich 1773; Die Biegungen und Ausbildungen der deutschen Wörter. Für die Real-Schulen. Mit hoher Approbation. Zürich 1773; Cimon, ein Schäferspiel von B. Halle 1773; Geschichte der Stadt Zürich. Für die Real-Schulen. Mit hoher Approbation. Zürich 1773; Unterredungen von den Geschichten der Stadt Zürich. Für die Real-Schulen. Mit hoher Approbation. Zürich 1774; Wilhelm von Oranse, in zwey Gesängen. Zürich 1774; Arnold von Brescia in Zürich. Ein religiöses Trauerspiel. Frankfurt 1775; Schweizerische Schauspiele. Wilhelm Tell, oder: der gefährliche Schuß. Geßlers Tod, oder: das erlegte Raubthier. Der alte Heinrich von Melchthal; oder: die ausgetretenen Augen. o. O. 1775; Der Haß der Tyranney und nicht der Person, oder: Sarne durch List eingenommen. o. O. 1775; Das Begräbniß und die Auferstehung des Messias. Fragmente. Mit Vorbericht und Anmerkungen des Herausgebers. Frankfurt u. Leipzig 1775; Hildebold und Wibrade. Maria von Braband, von Bodmer. Chur 1776; Der Tod des ersten Menschen und die Thorheiten des weisen Königs. Zürich 1776; Evadne und Kreusa. Zwey griechische Gedichte. Zürich 1777. Im Anhang: Telemach; Die Cherusken. Ein politisches Schauspiel. Von einem längst bekannten Verfasser. Augsburg 1778; Der Vater der Gläubigen. Ein religiöses Drama. Zürich 1778; Drey epische Gedichte. Marcia. Sigowin. Adelbert. Zürich 1778; Odoardo Galotti, Vater der Emilia. Ein Pendant zu Emilia. In einem Aufzuge: und Epilogus zu Emilia Galotti. Von einem längst bekannten Verfasser. Augsburg 1778; Patroclus, Ein Trauerspiel; nach dem griechischen Homers. Von einem längst bekannten Verfasser. Augsburg 1778; Homers Werke. Aus dem Griechischen übersetzt von dem Dichter der Noachide. 2 Bde. Zürich 1778; Die Argonauten des Apollonius. Zürich 1779; Literarische Denkmale von verschiedenen Verfassern. Zürich 1779; Die letzte Probe oder das Lied von dem Wettchor. Frei nach dem Sänger des »Tell«. Zürich 1780; Der Gerechte Momus. Frankfurt u. Leipzig 1780; Altenglische Balladen. Fabel von Laudine. Siegeslied der Franken. Zürich 1780; Jacob beym Brunnen. Ein Schäferspiel des Lemene. Zürich 1780; Altenglische und altschwäbische Balladen. In Eschilbachs Versart. Zugabe von Fragmenten aus dem altschwäbischen Zeitalter etc. 2tes Bdchen. Zürich 1781; Litterarische Pamphlete. Aus der Schweiz. Nebst Briefen an Bodmern. Zürich 1781; Der Levit von Ephraim aus dem Französischen des Rousseau in dem Plane verändert von B. Zürich 1782. Im Anhang: Menelaus bey David nebst zwo kritischen Abhandlungen von B. und Grifo an Meinrad; Brutus und Cassius Tod. Von dem Verfasser der Noachide. Basel 1782; Bodmers Apollinarien. Tübingen 1783.

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Christian Geltinger

Literaturergänzung:

2006

Volker Riedel, J.J.B.s Stellung in d. Geschichte d. dt. Antikerezeption, in: Gymnasium 113.2006, S. 47-63; -

2009

Bodmer u. Breitinger im Netzwerk d. europäischen Aufklärung. Hrsg. von Anett Lütteken und Barbara Mahlmann-Bauer. Göttingen 2009.

Letzte Änderung: 17.01.2010