BONWETSCH, Nathanael, Theologe, * 17.2. 1848 als Pfarrerssohn in Norka bei Saratow (Rußland), † 18.7. 1925 in Göttingen. - B. besuchte das Gymnasium in Reval und studierte 1866-70 in Dorpat Theologie und Geschichte. 1871 wurde er Präposituradjunkt der Bergseite der Wolga. Im Winter 1874/75 und Sommer 1875 studierte B. in Göttingen und kam dann als Pastoradjunkt nach Norka. Im Winter 1877/78 setzte er das Studium in Bonn fort und promovierte und habilitierte sich 1878 in Dorpat. B. wurde dort 1882 ao. und 1883 o. Professor der Kirchengeschichte. 1891 folgte er dem Ruf als o. Professor nach Göttingen. Sein Hauptarbeitsgebiet war die Dogmengeschichte der Alten Kirche.
Werke: Die Gesch. des Montanismus, 1881; Das slav. Henochbuch, 1897; Die Apokalypse Abrahams, 1897; Stud. z. den Komm. Hippolyts zu Dan u. Hhld, 1897; Die Theol. des Methodios v. Olympus, 1903; - Grdr. der DG. 1908 (19192); Aus 40 J. dt. KG. Briefe an Ernst Wilhelm Hengstenberg, 1917; Gotthilf Heinrich Schubert in seinen Briefen, 1918; Aus A. Tholucks Anfängen. Briefe an u. v. Tholuck, 1922; KG Rußlands im Abriß, 1923; Die Theol. des Irenäus, 1925. - Gab heraus: Gottfried Thomasius, Die christl. DG als Entwicklungsgesch. des kirchl. Lehrbegriffs. I: Die DG der alten Kirche (1874), 18862; die Schrr. des Methodius v. Olympus I, 1891; (mit Hans Achelis) die Werke des Hippolyt in der Berliner Kirchenväter-Ausg. I, 1897; Die Bücher der Geheimnisse Henochs, 1922; (mit Paul Tschackert) das Lehrbuch der KG f. Studierende v. Johann Heinrich Kurtz (1849), 189912 u. 190614; (mit Reinhold Seeberg seit 1893) StGThK (seit 1907: NStGThK). - Gerhard B., Bibliogr., in Theol. Festschr. f. G. N. B., 1918, 148 ff.
Lit.: G. Frey, Theol. Fak. Dorpat, 1905, 165; - Carl Mirbt, N. B., in: Nachrr. der kgl. Ges. zu Göttingen. Geschäftl. Mitt. 1925 u. 1926, 47 ff.; - NDB II, 451; - RGG I, 1363 f.