Verlag Traugott Bautz |
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BOOTH, Catherine, geb. Mumford, * 17. Jan. 1829 in Ashbourne, Derbyshire, England, † 4. Okt. 1890 in Clacton-on-Sea. »Mutter der Heilsarmee«. Ihr Vater, John Mumford, war zeitweise wesleyanisch-methodistischer Laienprediger. Ihre Mutter war eine couragierte Frau, die ihrer Tochter eine strenge Erziehung vermittelte. Catherine, die einzige Tochter unter fünf Kindern, hatte schon früh eine tiefe religiöse Empfindsamkeit. 1844 zog die Familie nach London. C. bekehrte sich und schloß sich einer methodistischen Gemeinde im südlichen Stadtteil Brixton an. Später schloß sie sich der »Methodist New Connexion«, einer Gruppe von Reformern, an, der auch ihr späterer Mann William Booth angehörte. Am 16. Juni 1855 verheirateten sich Catherine Mumford und William Booth, die schon vorher erwecklich zusammengewirkt hatten. Theologisch gerieten die Eheleute Booth unter den Einfluß der besonders von Amerika herüberwirkenden Heiligungsbewegung. Auch die 1860 veröffentlichte Schrift von C. B. über das Recht der Frau zu predigen, die natürlich nicht ohne Widerspruch blieb, ist auf dem Hintergrund der starken Mitwirkung von Frauen innerhalb der zunächst amerikanischen Heiligungsbewegung zu bewerten (s. Hannah Whitall Smith). So sehr C. B. die salutistische Erweckungsbewegung ihres Mannes mitgestaltete, ja hier und da engagiert die Gute Nachricht in die Öffentlichkeit trug, sind ihre gesellschaftspolitischen Aktivitäten mit den Briefen an die Königin und an einflußreiche Abgeordnete nicht zu übersehen. Aggressiv evangelikale Evangelisation und soziale Aktion bilden eine unauflösliche Einheit. Aber auch in dieser breitangelegten Wirksamkeit war sie keineswegs von ihrem Mann abhängig. Es gab durchaus »Feldzüge«, die sie selber mit Energie und Hingabe durchführte. Es ist bewundernswert, wie Frau Booth die unglaublichen Mühen unter schwierigsten sozialen Bedingungen trotz ihrer acht Kinder, 3 Söhne und 5 Töchter, auf sich nahm. C. B. legte durch ihre opferbereite Einsatzbereitschaft die Grundlage für unglaublich viele Frauen, die ihrem Vorbild folgend innerhalb der weltweiten Heilsarmee ein Leben totaler Selbstverleugnung geführt haben.
Lit.: F. de L. Booth-Tucker, The Life of Catherine Booth, the Mother of the Salvation Army, 2 Bde., 1892; - William Booth, On the Banks of the River. Being a brief History of the last days of Mrs. General Booth, 1894; - Jennie Chappell, Four noble Women and their Work. u.a. Catherine Booth, 1898; - William T. Stead, Mrs. Booth of Salvation Army, 1900; - Hedwig von Redern, William Booth, General der Heilsarmee, 1913, 25ff.; - H. Andrea, Frau Katharina Booth, die Mutter der Heilsarmee; - Mildred Duff, Catherine Booth. A sketch, 1901; - H. Naville, Catherine Booth et la fondation de l'Armée du Salut, 1925; - Cyril H. Powell, Catherine Booth, 1951; auch: William Booth, in: Gestalten der Kirchengeschichte, hrsgg. von Martin Greschat, Bd. 9 II, 1985, 233-243. (s. William BOOTH, Bd. 1, 701).
Karl Heinz Voigt
Literaturergänzung:
2005
Stephan Holthaus, Heil - Heilung - Heiligung. Die Geschichte der deutschen Heiligungs- und Evangelisationsbewegung (1874-1909), KGM 14, Gießen-Basel 2005, passim;-
2006
Uwe Heimowski, Die Heilsarmee - Practical Religion - gelebter Glaube, 2006; -
2007
Trevor Yaxley, William u. Catherine Booth. Leben u. Vermächtnis d. Gründer d. Heilsarmee. Grasbrunn 2007; -
2010
Roger J. Green, C.B. Dienerin d. Armen, Gewissen d. Reichen, Anwältin d. Verlorenen. Die "Mutter der Heilsarmee". Gießen 2010.
Letzte Änderung: 09.04.2011