BRUBACH, Clais, Glockengießer, Lebensdaten unbekannt, belegt mit 15 Glocken zwischen 1422 und 1440; Sohn des Koblenzer Kannengießers und Ratsherren Johann Brubach I., der sich auf seinen Glocken Johan von Covelenzhe (Cobelenzhe) nennt. Clais Brubach arbeitet zumeist mit seinem Bruder Johann Brubach II. zusammen. Sie verwenden Minuskeln und ziervolle Rosetten, hielten aber zunächst noch an dem Inschriftentypus (vier Evangelistennamen) des Vaters fest. - Nach 1422 sind auf ihren zumeist in Gemeinschaftsarbeit gegossenen 13 Glocken Hexameterverse anzutreffen: laude dei data sic sum (maria) vocata - vas deus ex ere io (annes) clais brubachqu: fudere (Zu Gottes Lob (und Preis) ich selbst Maria heiß, Gefäß aus Erz geflossen haben Jo(han) und clais brubach mich gegossen). Dieser Doppelvers wurde von den Brüdern bis zu ihrer letzten Glocke 1440 gebraucht, mehrmals jedoch unvollständig. Dies läßt erkennen, daß sie offenbar nicht die Autoren des Textes sind. Hierfür kommen eher die Auftraggeber der Glocken für die Koblenzer Liebfrauenkirche in Betracht. Über einen dortigen Glockenguß beider Brüder liegt eine archivarische Nachricht vor.
Lit.: Poettgen, Jörg, Glocken der Spätgotik. Werkstätten 1380-1550, in: Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, Beiheft XII/4, Köln 1997, 26; - Hemmerle, Bernhard, Erhaltene mittelalterliche Glocken im Westerwaldkreis, MS, Villmar 2001.
Bernhard Hemmerle
Letzte Änderung: 09.04.2011