BRUBACH, Johan II, Glockengießer, Lebensdaten unbekannt, Sohn des Koblenzer Kannengießers und Ratsherrn Johann Brubach I, der sich auf seinen Glocken jedoch Johan von Covelenzhe (Cobelenzhe) nennt. Johan Brubach II. ist mit 17 Glocken zwischen 1410-1440 belegt, die er zumeist mit seinem Bruder Clais Brubach gemeinsam goß. Verwendet werden Minuskeln und ziervolle Rosetten, sowie der Inschriftentypus (vier Evangelistennamen) des Vaters. Nach 1422 sind auf ihren zumeist in Gemeinschaftsarbeit gegossenen 13 Glocken Hexameterverse anzutreffen: laude dei data sic sum (maria) vocata vas deus ex ere io (annes) clais brubachqu: fudere (Zu Gottes Lob (und Preis) ich selbst Maria heiß, Gefäß aus Erz geflossen haben Jo(han) und clais brubach mich gegossen). Dieser Doppelvers wurde von den Brüdern bis zu ihrer letzten Glocke 1440 gebraucht, mehrmals jedoch unvollständig. Dies läßt erkennen, daß sie offenbar nicht die Autoren des Textes sind. Hierfür kommen eher die Auftraggeber der Glocken für die Koblenzer Liebfrauenkirche in Betracht. Über einen dortigen Glockenguß beider Brüder liegt eine archivarische Nachricht vor.
Lit.: Poettgen, Jörg, Glocken der Spätgotik. Werkstätten 1380-1550, in: Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, Beiheft XII/4, Köln 1997, 26; - Hemmerle, Bernhard, Erhaltene mittelalterliche Glocken im Westerwaldkreis, MS 2001; - derselbe: Erhaltene mittelalterliche Glocken im Kreis Limburg-Weilburg, MS, Villmar 1998.
Bernhard Hemmerle
Letzte Änderung: 09.04.2011