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Band I (1990)Spalten 802-803 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

BÜREN, Moritz von, Jesuit, * 12.2. 1604 in Büren bei Paderborn als Sohn des Edelherrn Joachim von Büren († 1610), eines eifrigen Verfechters des Calvinismus, † 7.11. 1661 in Haus Geist bei Ölde. - Da seine Mutter unter der Einwirkung der Paderborner Jesuiten zur katholischen Kirche übertrat, besuchte B. seit 1613 das Jesuitengymnasium in Paderborn und 1615-20 das zu Köln. Er studierte seit 1621 in Douai (Frankreich) und unternahm bis 1626 eine Bildungsreise durch Belgien, die Niederlande, England, Frankreich, Spanien und Italien. In Rom bat B. den Jesuitengeneral um Aufnahme in den Orden, wurde aber abgewiesen. Kaiser Ferdinand II. ernannte ihn 1628 zum Präsidenten des Reichskammergerichts in Speyer. 1640 setzte B. den Jesuitenorden zum Universalerben ein und trat als der Letzte seines Stammes am 21.4. 1644 in die Gesellschaft Jesu ein. Bereits im nächsten Monat empfing er die Priesterweihe und wurde nach seinem Noviziat in Trier und dem Studium der Theologie und Philosophie in Köln von seinen Oberen mit der Verwaltung seiner großen Güter beauftragt. Mit Eifer arbeitete er an der Rekatholisierung seiner Herrschaft. Als Hauptstützpunkt für ihre Arbeit im östlichen Teil Westfalens erbauten die Jesuiten mit Hilfe der geerbten Güter 1717-32 an Stelle der Burg ein stattliches Kolleggebäude für die philosophisch-theologische Ausbildung der Scholastiker der niederrheinischen Ordensprovinz (seit 1945 Gymnasium mit Internat unter Leitung der Jesuiten) und 1754-60 die prächtige Jesuitenkirche im Rokokostil.

Lit.: Rosenkranz, Die ehem. Herrschaft Büren u. deren Übergang in den Besitz der Jesuiten, in: Zschr. f. vaterländ. Gesch. und Altertumskunde 8, Münster 1845, 125 ff.; - Ludwig Schmitz-Kallenberg, Monasticon Westfaliae. Verz. der im Gebiet der Prov. Westf. bis z. J. 1815 gegründeten Stifter, Klöster u. sonstigen Ordensniederlassungen, 1909, 13 f.; - Bernhard Duhr, Gesch. der Jesuiten in den Ländern dt. Zunge III, 1921, 60 ff.; IV, 1938, 80 ff.; - Alois Fuchs, Die Jesuitenkirche in Büren, 1925; - Die Bau- u. Kunstdenkmäler v. Westfalen. Bd. 40. Kreis Büren. Bearb. v. Johann Körner. Mit geschichtl. Einll. v. Heinrich Schotte, 1926; - Paul Löer, M. v. B. Ein Zeitbild aus der kath. Restauration des 17. Jh.s (Diss. Freiburg i. Br.), 1939; - Dt. Städtebuch. Hdb. städt. Gesch., hrsg. v. Erich Keyser, III/2: Westf. Westfäl. Städtebuch, 1954; - Festschr. M. v. B., hrsg. v. E. Mertens, 1961; - Reinhard Oberschelp, Die Edelherren v. B. bis z. Ende des 14. Jh.s (Diss. Münster 1961), 1963; - Koch, JL 278 f.; - LThK II, 785 f.; - ADB III, 585 f.; - NDB II, 743.

Friedrich Wilhelm Bautz

Literaturergänzung:

2005

400 Jahre M.v.B. - 250 Jahre Jesuitenkirche in Büren. E. Dokumentation d. Jubiläumsjahres 2004. Textgestaltung: Werner Niggemann. Büren [2005].

Letzte Änderung: 27.01.2010