BURCKHARDT, Johannes, Pfarrer, Begründer und Leiter des Evangelischen Reichsverbandes weiblicher Jugend, * 20.10. 1853 als Pfarrerssohn in Altena (Westfalen), † 27.1. 1914 in Berlin-Dahlem. - Während seines Theologiestudiums wurde B. in Bonn durch Theodor Christlieb und in Tübingen durch Johann Tobias Beck nachhaltig beeinflußt. Er begann 1880 sein Wirken als Vereinsgeistlicher für Innere Mission in Bielefeld und kam nach pfarramtlichem Dienst in Stadt und Land 1889 als Gemeindepfarrer nach Berlin. 1893 begründete B. in Barmen den »Vorständeverband der evangelischen Jungfrauenvereine Deutschlands«, der später in den »Evangelischen Verband für die weibliche Jugend Deutschlands« umbenannt wurde. B. gab sein Pfarramt auf, um sich ganz der weiblichen Jugendarbeit widmen zu können. Auf seine Anregung und unter seiner Leitung erfolgte 1894 die Gründung der Berliner Bahnhofsmission. 1913/14 erbaute B. als Mittelpunkt der gesamten evangelischen weiblichen Jugendarbeit das nach ihm benannte »Burckhardthaus« in Berlin-Dahlem, dessen Einweihung wenige Monate vor Ausbruch des ersten Weltkrieges er nicht mehr miterlebte.
Werke: Als die lebendigen Steine. Gedanken z. Gemeindearbeit in einer Großstadtgemeinde, 1904; Fürsorge f. die weibl. Jugend (Zschr.), 1892-1913.
Lit.: AELKZ 1914, 142 f.; - KJ 41, 1914, 718; - Mschr. f. Innere Mission 34, 1914, 189 ff.; - Bausteine. Mbl. f. Innere Mission, 1914, 44; - Henny Burckhardt, J. B. Ein Blick in sein Leben, 1922; - NDB III, 41.