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Band XVIII (2001)Spalten 226-227 Heiko Bockstiegel

BURGDORFF, Julius, luth. Pastor in Badbergen, Superintendent, * 30.4. 1872 in Barbis b. Lauterberg/Harz, † 19.7. 1960 in Badbergen. Der Sohn des Pastors Wilhelm B. besuchte das Gymnasium in Goslar, wo er Ostern 1892 sein Abitur ablegte. Hierauf studierte er an den Universitäten Halle, Erlangen und Göttingen Theologie und legte seine erste theologische Prüfung Ostern 1896 an der ev.-luth. Landeskirche zu Hannover ab. 1897 besuchte B. das Predigerseminar auf der Erichsburg bei Einbeck, um Ostern 1899 seine zweite theologische Prüfung abzulegen. Da seinerzeit infolge des Überflusses der evangelischen Theologen wenig Aussicht auf ein Amt bestand, entschloß sich B., auf einem deutschen Gut in Kurland für zwei Jahre die Stellung eines Hauslehrers zu übernehmen. Diese Jahre boten ihm die Möglichkeit, weite Reisen zu unternehmen, die ihn durch das Baltenland nach Rußland, Finnland und Dänemark führten. Auch Moskau und St. Petersburg waren Zielpunkte. - Am 8.12. 1901 wurde B. Hilfsgeistlicher in Loccum-Münchehagen und am 18.6. 1903 als Pastor in Estorf b. Nienburg eingeführt. Am 22.7. 1903 heiratete er in Markoldendorf Helene Jacobshagen (* 20.2. 1883 in Hameln, † 23.3. 1973 in Badbergen). Am 21. Oktober 1917 wurde B. als Nachfolger des verstorbenen Friedrich von Steuber als Superintendent in Badbergen eingeführt. Als die zweite Pfarrstelle im Oktober 1918 vakant wurde, verwaltete er beide Stellen bis zur Emeritierung. - Bei der Verlegung der Superintendatur nach Bramsche (1938) ließ sich B. von seinem Ephorat entbinden und blieb in Badbergen als Pastor prim. Am 1.7. 1946 erfolgte seine Versetzung in den Ruhestand, jedoch blieb er aufgrund Pastorenmangels noch weiterhin bis zum 11.12. 1949 Seelsorger seiner Gemeinde. B. erwarb sich besondere Verdienste um den Aufbau des Badberger Krankenhauses (Leiter seit 1917) und um das Badberger Volksbildungswerk, das er seit 1950 leitete.

Lit.: Franz Hall: Superintendent i. R. Julius Burgdorff † (in: Bersenbrücker Kreisblatt, 21.7.1960).

Heiko Bockstiegel

Letzte Änderung: 24.06.2008