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Verlag Traugott Bautz
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COHN, Jonas, Philosoph und Pädagoge, * 2. Dezember 1869 in Görlitz, † 12. Januar 1947 in Birmingham / England. - C. wurde als erstes von sechs Kindern eines jüdischen Kaufmanns 1869 in Görlitz geboren. Der Vater, Philipp Cohn, hatte ursprünglich Rechtswissenschaften studiert, doch war ihm die Richterlaufbahn aufgrund seiner Religionszugehörigkeit verschlossen gewesen. So übernahm er den Weinhandel seiner Mutter. Er verkehrte seit Studentenzeiten in liberalen Kreisen und war ein Sympathisant der 48er-Bewegung. Seinen Kindern vermittelte er, obwohl er selbst nicht mehr nach den rituellen Vorgaben lebte, eine Hochschätzung für die religiöse Überlieferung. Nachdem er sein Handelsgeschäft aufgegeben hatte, engagierte er sich im Eisenbahnbau und plante später eine Beteiligung an der »Frankfurter Zeitung«. Doch starb er bereits im Jahre 1878. Nach dem Tod des Vaters wuchs der Sohn zeitweise im Hause seiner Großeltern auf. In noch unveröffentlichten autobiographischen Aufzeichnungen beschreibt C. ausführlich unbeschwerte Kindheitserlebnisse (vgl.: Erinnerungen. Aufgezeichnet für meine lieben Kinder Elli und Hans 1914-1920; Kopie der Handschrift im Jonas-Cohn-Archiv an der Universität Duisburg). Bereits in den Kindheitsjahren wirkten die jüdische Religiosität der familiären Umgebung und auch das Christentum der Umwelt auf den sensiblen Jungen eindrucksvoll und anregend. Nach eigenem Bekunden entwickelte er bereits zu dieser Zeit ein Gefühl für die Innigkeit traditionellen jüdischen Lebens. Erste Erfahrungen mit antisemitischen Vorbehalten unbesonnener Lehrer machte er schon als neunjähriger Schulknabe. Wie C. in seinen Erinnerungen berichtet, verletzte ihn zudem die Haltung der Eltern, die aus Angst davor, weitere judenfeindliche Reaktionen zu provozieren, darauf verzichteten, gegen die betreffenden Lehrer Beschwerde einzulegen. Nach dem Besuch der unteren Klassen des Gymnasiums in Görlitz wurde C. für die anschließenden Schuljahre in das Askanische Gymnasium in Berlin, wohin die Familie zwischenzeitlich umgezogen war, aufgenommen. Die Schulzeit war glücklich; seine Leistungen in dem im Herbst 1888 absolvierten Abitur die besten seit Bestehen der Schule. Die Studienentscheidung fiel bereits früh: »Obwohl ich schon als Schüler von der Geschichte gefesselt wurde und der Dichtung, bald auch der bildenden Kunst mich mit Begeisterung hingab, obwohl religiöse und philosophische Fragen mich früh erregten, zweifelte ich doch nicht, daß ich Naturwissenschaften studieren müsse« (Jonas Cohn [Selbstdarstellung], in: Die deutsche Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen. Herausgegeben von Raymund Schmidt. Zweiter Band, Leipzig 1921, 61-80, hier: 61). Angeregt durch die zeitgenössischen entwicklungstheoretischen Diskussionen, entschloß C. sich zum Studium der Biologie, das er 1888 an der Universität Leipzig aufnahm. Während der späteren Semester in Berlin und Heidelberg widmete er sich zudem der Philosophie und der Pädagogik. Zu den akademischen Lehrern gehörten in erster Linie Wilhelm Wundt (1832-1920), Hermann Ebbinghaus (1850-1909) und Simon Schwendener (1829-1919). Aufgrund antisemitischer Beschränkungen gelang es C. nicht, während seiner Studienzeit in einen naturwissenschaftlich-medizinischen oder allgemein wissenschaftlichen Studentenverein aufgenommen zu werden. Dabei hatte er sich in dieser Zeit von der ihm überlieferten jüdischen Frömmigkeit bereits weitgehend entfremdet. Erhalten blieb die Zustimmung zum ethischen Grundcharakter der jüdischen (und auch der christlichen) Religion, doch näherte C. sich auch im Alter einer persönlichen religiösen Praxis nicht wieder an. Die kulturzentrierte Religionsdeutung, die C. in seiner kulturphilosophischen Konzeption später vortragen sollte, entsprach dieser biographischen Entwicklung. Eine durch den Sohn C.s bezeugte Konversion zum Katholizismus läßt sich anhand der bisher zugänglichen Dokumente weder genauer datieren noch in ihrer Motivation ausreichend erklären (vgl. hierzu Margret Heitmann: Jonas Cohn: Philosoph, Pädagoge und Jude, in: Walter Grab / Julius H. Schoeps (Hrsg.): Juden in der Weimarer Republik, Darmstadt 1998, 179-199, hier: 182 und 196; Dies.: Jonas Cohn (1869-1947). Das Problem der unendlichen Aufgabe in Wissenschaft und Religion, Hildesheim / Zürich / New York 1999, Einleitung). - 1892 erfolgte die Promotion im Fach Systematische Botanik an der Universität Berlin mit einer Untersuchung zur Pflanzenphysiologie; Doktorvater war Schwendener. Im gleichen Jahr trat C. der »Gesellschaft für ethische Kultur« bei, die nach amerikanischem Vorbild ein religionsunabhängiges Sittlichkeitsideal begründen und verbreiten wollte. Als Vorsitzender der Leipziger Abteilung dieser Gesellschaft trug C. mehrfach über das Verhältnis des Philosophen zur Politik und zum tätigen Leben vor. In den Jahren 1892 bis 1894 war C. wissenschaftlicher Mitarbeiter im Laboratorium von Wundt in Leipzig. Hier trat er mit Oswald Külpe (1862-1915), dem Assistenten Wundts, in engere Verbindung. Die philosophischen Studien setzte er in dieser Zeit fort, wobei er sich insbesondere mit Fragen der Begründung von Werten und Wertsystemen beschäftigte. 1894 habilitierte er sich mit zwei Studien zur Wertproblematik in Freiburg für die Fächer Philosophie und Pädagogik (Beiträge zur Lehre von den Wertungen, in: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 110 (1897), 219-262). Seither lehrte C. als Privatdozent an der Freiburger Philosophischen Fakultät. In Freiburg, vermittelt über einen intensiven Kontakt mit Heinrich Rickert (1863-1936), näherte C. sich mehr und mehr der südwestdeutschen Schule des Neukantianismus an. »Meine eigene Entwicklung hatte mich so weit geführt, daß ich Windelbands und Rickerts Gedanken nahe gekommen war; um so stärker wirkte nun der persönliche Umgang und das durch diesen belebte Studium seiner Schriften. Die Abkehr vom Psychologismus, die ich für Logik und Erkenntnistheorie z.T. geleitet durch das Studium von H.[ermann] Cohens Kantschriften vollzogen hatte, erfolgte jetzt allgemein - auch für Ethik und Ästhetik. Philosophie lernte ich als kritische Wertwissenschaft verstehen und kam so zur deutlichen Erkenntnis der Aufgabe, die mir aus innerer Notwendigkeit erwachsen war« ([Selbstdarstellung], 64-65). 1901 wurde C. an der Universität Freiburg eine außerordentliche Professur für Philosophie und Psychologie übertragen. 1907 übernahm er ergänzend einen Lehrauftrag für Pädagogik. 1909 wurde er Prüfer in der Staatsprüfung für das höhere Lehrfach in Baden. Zwei Jahre später erhielt er das Prüfungsrecht für die Promotionsverfahren in der Philosophischen Fakultät. Seine jüdische Herkunft stand dem akademischen Fortkommen, trotz hervorragender wissenschaftlicher Leistungen, mehr als einmal hindernd im Wege. Erst 1919, als mit dem Zusammenbruch des wilhelminischen Obrigkeitsstaates auch die autoritär und judenfeindlich eingestellte Hochschulbürokratie reorganisiert wurde, erhielt C. eine planmäßige außerordentliche Professur für Philosophie und Pädagogik, mit der auch der Beamtenstatus verbunden war. Bis 1933 lehrte er in Freiburg in den Fächern Philosophie, Psychologie und Pädagogik. Versuche, eine Berufung an eine andere Universität, etwa an die neugegründete Universität Hamburg, zu erhalten, scheiterten. In den zwanziger und frühen dreißiger Jahren entfaltete C. eine breite publizistische und akademische Wirksamkeit. Er galt weithin als einer der führenden Philosophen in Deutschland. Einzelne seiner Publikationen, insbesondere die Studien zur Kulturphilosophie sowie philosophiegeschichtliche Arbeiten, erreichten einen breiten Leserkreis. - Für den Denkweg C.s ist aus der Zeit vor 1918 insbesondere das Buch »Voraussetzungen und Ziele des Erkennens. Untersuchungen über die Grundfragen der Logik« (Leipzig 1908) von Bedeutung. Hier steht C. selbständig neben Rickert. Er entwickelt in dem Werk die auf Kant zurückweisende Lehre von der Dualität in jedem Erkennen (Denkform und Denkgegenstand). Im Kontext der zeitgenössischen Relationstheorie des Urteils will C. die Logik selbst als »Wertwissenschaft« erweisen. Zu diesem Zweck werden Mathematik, Wissenschaftslehre und Kategorienlehre in die philosophische Argumentation einbezogen. C. hat sich später in der methodischen Fundierung seiner Kulturphilosophie auf diese wertwissenschaftlichen Ausführungen immer wieder bezogen. Eine Ergänzung der Grundlegung nach der erkenntnistheoretisch-hermeneutischen Seite hin erfolgte 1923 mit der »Theorie der Dialektik«, in der C. nicht allein auf Fichte und Hegel, sondern auch auf Schleiermacher zurückgriff. C. geht in seiner Dialektik von einer »Zwei-Einheit« des Erkennens aus, die dem Gegenüber von Denkform und Denkgegenstand Rechnung tragen soll. Die »Prävalenz des Positiven« garantiere jedoch, daß dem jeweiligen Gegenstand weder im System des Erkennens noch im System der Wertgebiete der Existenzanspruch genommen wird (vgl.: Theorie der Dialektik, 159). Vor der Gefahr eines unbegrenzten Wertrelativismus schützt die Negation, deren »scheidende, ordnend-zuweisende Kraft« ein konstruktives Moment enthält. Die Negation »vermag nichts Vorfindbares zu beseitigen, wohl aber von ihm bestimmte Beziehungen zu negieren« (Ebd., 161). Dialektisches Denken ist daher nicht abgeschlossenes oder abschließendes, sondern aufbauendes Denken. Die immer nur partiell mögliche Auflösung des Widerspruchs führt auf höherer Ebene zu neuen Spannungen und Konflikten, durch die dem Erkennen neue Aufgaben gestellt werden. In diesem Sinne ist dialektisches Denken Ausdruck des Strebens nach einem System des Erkennens. Erst im Kontext eines solchen Systems ist auch das System der Werte vollständig erkennbar. Denn der dialektischen Methode entspricht auf seiten des Subjektes die dialektische Geisteshaltung des freien, diskursiv erkennenden Ich. Der freie Geist wird sich selbst als Wertzentrum und als Träger von Werten bewußt. An dieses Bewußtsein ist nach C. der Prozeß der Personwerdung geknüpft. Der Einzelne erfährt sich dabei zugleich immer als Mitglied einer wertgebundenen historischen Gemeinschaft. Das Ziel des Erkennens ist auf kognitive Weise jedoch nicht erreichbar. Das »absolute Sinnganze« bleibt dem konkreten Erkennen gegenüber: In ihm »wird vollendet gedacht, was uns stets nur teilweise gelingt. Wir vereinigen Gegensätze, die immer wieder auseinanderfallen; in der Idee aller Ideen sind sie vereint« (Ebd.). Diese Gesamtidee als Einheit aller Ideen ist wertphilosophisch nicht mehr ableitbar. Sie weist über den Bereich des Wissens hinaus und wird zur Glaubensfrage. »Der Mensch kann das absolute Gesamtgut weder erkennen, noch durch Handeln herbeiführen, noch anschauen; aber sein Erkennen, Handeln, Anschauen, ja sein Leben kann von dem Glauben an das Gesamtgut getragen sein« (Wertwissenschaft, 416-417). - Nicht nur als Philosoph, sondern auch aufgrund seines politischen Engagements zählt C. zu den bemerkenswerten Gestalten der Zeit. Nach 1918 gehörte er zu jener Minderheit deutscher Hochschullehrer, die die Demokratie bejahten, sie in ihrer akademischen Tätigkeit förderten und ihre positive Einstellung zur Weimarer Republik auch öffentlich bekundeten. So beteiligte er sich etwa 1926 an einem Aufruf von 64 Universitätsprofessoren, die anläßlich einer Tagung in Weimar erklärten, »auf dem Boden der bestehenden demokratisch-republikanischen Staatsordnung« für das Gemeinwohl arbeiten zu wollen. Zu den weiteren Unterzeichnern zählten Gerhard Anschütz, Ernst von Aster, Lujo Brentano, Hans Delbrück, Adolf von Harnack, Willy Hellpach, Heinrich Herkner, Wolfgang Köhler, Emil Lederer, Friedrich Meinecke, Gustav Radbruch, Franz Schnabel, Ludwig Sinzheimer, Ferdinand Tönnies, Alfred Weber und Werner Weisbach (vgl. Wilhelm Kahl / Friedrich Meinecke / Gustav Radbruch: Die deutschen Universitäten und der heutige Staat. Referate erstattet auf der Weimarer Tagung deutscher Hochschullehrer am 23. und 24. April 1926, Tübingen 1926, 38-39). Auch bei anderen Gelegenheiten setzte C. sich für die republikanische Staatsform ein (vgl. hierzu die grundsätzlichen Ausführungen in: Kultur der Person und der Gemeinschaft, in: Jonas Cohn: Vom Sinn der Erziehung. Ausgewählte Texte. Besorgt von Dieter-Jürgen Löwisch, Paderborn 1970, 158-186). C. war Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Das Scheitern der Demokratie erlebte er als schwere Enttäuschung. Auch den stetig anwachsenden Antisemitismus beobachtete er mit Entsetzen, zumal er bereits seit der Jahrhundertwendezeit für eine konsequente Akkulturation der Juden eingetreten war; seinem Schüler Siegfried Marck zufolge zählte er zeitweise sogar zum »extremen Flügel der sogenannten Assimilanten« (Siegfried Marck: Am Ausgang des jüngeren Neu-Kantianismus. Ein Gedenkblatt für Richard Hönigswald und Jonas Cohn, in: Archiv für Philosophie 3 (1949), 144-164, hier: 160). Seine Schlußfolgerung aus der Erfahrung des Antisemitismus war, daß einem in Deutschland lebenden Juden - oder einem Deutschen jüdischer Herkunft, wie er selbst sich verstand, - allein geistige Arbeit eine sinnvolle Lebensführung und Aufgabe bieten konnte. - Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme und den ersten Maßnahmen zur Umgestaltung des deutschen Universitätswesens verlor C. aufgrund des »Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums« noch im April 1933 seinen Lehrstuhl. Die Pensionierung wurde in vorläufiger Form am 20. April 1933, in endgültiger am 24. August 1933 ausgesprochen. Das Entlassungsschreiben war von Martin Heidegger (1889-1976) als dem Universitätsrektor unterzeichnet. Die Fakultät wandte sich von C. ab. Seine letzte Doktoranden bestanden ihre Prüfungen nur noch unter äußersten Schwierigkeiten. Auch im privaten Bereich waren mit der Entlassung schmerzhafte Erfahrungen verbunden. So mußte C. erleben, wie sich sein Lehrer Heinrich Rickert in zumindest zweideutiger Weise mit dem Nationalsozialismus arrangierte und auch dem Antisemitismus nicht widersprach. Enttäuscht brach er den Kontakt zu Rickert ab. Auch schriftliche Beteuerungen Rickerts, daß C. »nichts glauben« solle, »was Ihnen eventuell über meine Stellung zu unserer jetzigen Regierung erzählt wird« (Brief Rickerts an Cohn vom 8. September 1933; Original im Jonas-Cohn-Archiv Duisburg), beeinflußte diese Entscheidung C.s nicht mehr. Doch nicht allein das Verhältnis zu Rickert wurde zerstört. In seinem Tagebuch aus dieser Zeit notierte C.: »Es zeigte sich mehr u. mehr ein Unterschied zwischen den älteren oder sonst unabhängigen u. den ein Amt erstrebenden, im Amt tätigen oder sonst abhängigen Menschen. Die zweite Gruppe scheut (mit gutem Grund) den Verkehr mit uns« (unveröffentlichtes Tagebuch »Varia. Annales vitae«, p. 48; Jonas-Cohn-Archiv, Duisburg). Trotz des Verlustes seines Amtes blieb C. zunächst in Deutschland. Erst die Eskalation der nationalsozialistischen Judenverfolgung im Herbst und Winter 1938 und das im gleichen Zusammenhang vom Rektor der Universität ausgesprochene Hausverbot veranlaßte ihn, das Land zu verlassen. C. emigrierte im März 1939 nach England und verbrachte dort, in Bournville nahe Birmingham, wo sein Sohn als Bibliothekar tätig war, die letzten Lebensjahre. Von England aus beobachtete er die schreckensvolle Entwicklung, die sein deutsches Heimatland nahm, mit großer Aufmerksamkeit. In einem Brief an Hermann Rauschning (1887-1982), der in seinem Buch »Die Revolution des Nihilismus« (Zürich / New York 1938) die Schaffung einer »ethischen Front« als Zusammenschluß aller Exilanten angeregt hatte, um so die Basis für eine aktive Mitwirkung der Vertriebenen am Wiederaufbau des kriegsbesiegten Deutschland zu begründen, stellte C. sich in folgender Weise vor: »Ich bin 69 Jahre alt, noch unter Wilhelm I. aufgewachsen, bin, wie Sie aus meinem Namen ersehen, der Herkunft nach Jude, aus einer Familie, in der deutsche Gesinnung selbstverständlich war und ist. Dem Berufe nach bin ich Philosoph, war bis 1933 Professor für Philosophie u. Pädagogik i. Freiburg i. Br. Ich habe bis zum November 1938 nicht die Absicht gehabt auszuwandern. Politisch aufs höchste interessiert, aber nie aktiv, gehörte ich der demokratischen Partei an, in meiner Überzeugung wesentlich durch Friedrich Naumann und Max Weber bestimmt. Religiös fühle ich mich dem alten Goethe, seiner Lehre von den 3 Ehrfurchten und seinem `Hypsistariertum' am nächsten« (zitiert nach Margret Heitmann: Jonas Cohn: Philosoph, Pädagoge und Jude, 193). In den Jahren des Exils resignierte C. nicht. Vielmehr nutzte er die Zeit für intensive Studien, die sich in Buchmanuskripten und Vorträgen niederschlugen. Von Bedeutung sind hieraus in erster Linie das Werk »Wirklichkeit als Aufgabe«, das 1955 von Jürgen von Kempski herausgegeben wurde, und ein in den Jahren 1943 bis 1946 ausgearbeitetes Buch zur ethischen Theorie unter dem Titel »Selbstüberschreitung - Grundzüge der Ethik, entworfen aus der Perspektive der Gegenwart« (Frankfurt am Main 1986). In dem Buch »Wirklichkeit als Aufgabe« sah er sein philosophisches Vermächtnis. Eine geplante Religionsphilosophie, die den Titel »Glauben an den Geist« tragen sollte, konnte nicht mehr ausgeführt werden. Brieflich stand C. seit 1939 mit einigen zurückgebliebenen Weggefährten weiterhin in Verbindung. Nach Kriegsende kam es nicht mehr zu einer Rückkehr nach Deutschland, obwohl C. derartige Pläne verfolgte. Im Januar 1947, kurz vor einer Reise nach Freiburg, starb er in Birmingham. Seine Asche wurde 1950 in Günterstal bei Freiburg, seinem Wohnort von 1912 bis 1939, beigesetzt. Das wenige Wochen nach dem Tod erschienene erste Heft des »Archivs für Philosophie«, einer Zeitschrift, die sich in Anlage und Aufgabenstellung ausdrücklich dem Werk der vertriebenen deutsch-jüdischen Philosophen verpflichtet wußte, war C. gewidmet; zugleich enthielt es eine Auslegung von Goethes Gedicht »Wiederfinden«. - C. entwickelt in seinen Schriften einen erkenntnistheoretisch reflektierten Idealismus, der über Kants Synthese von Rationalismus und Idealismus hinausgehen will. Dabei richtet sich seine Kritik insbesondere gegen eine mechanistische Naturauffassung. Alle Vorgänge des Bewußtseins sind als Ausdruck einer selbständigen, nicht auf Naturprozesse zu reduzierenden Realität zu verstehen. C. bezieht sich hier explizit auf solche Vorgänge, die in der Ethik, der Ästhetik und der Pädagogik thematisiert werden. Es kennzeichne das Denken in dieser Sphäre nicht-naturalistisch aufzufassender Realität, daß es sich selbst als Denkakt eines tätigen Bewußtsein wahrnimmt. Auf diese Weise tritt nach C. im Bewußtsein eine transzendente Idealität der empirisch erfaßbaren Realität gegenüber. Sie erzeugt eine normative Ebene der Bewußtseinsinhalte, auf die alle Urteilsbildung und Handlungsentscheidung zurückgreifen muß. In diesem Sinne spricht C. von einem »überindividuellen Ich«, das ein für die Logik notwendiger Begriff sei. Metaphysische Existenz komme ihm nicht zu. Die individuelle Seinsform strebe permanent auf dieses überindividuelle Ich hin. - Aus den drei genannten Teilbereichen hat C. sich näher nur der Ästhetik gewidmet. Sein Entwurf gilt als einziger Versuch, auf der Grundlage der im südwestdeutschen Neukantianismus (Windelband-Rickertsche Schule) entwickelten Erkenntnis- und Wahrnehmungstheorie zu einer ästhetischen Theorie zu gelangen. Ästhetik ist nach C. eine besondere Form kritischer Wertwissenschaft. Nicht die Entstehung und die Bedingungen einer ästhetischen Wertung werden hier erörtert, sondern allein die Frage nach dem Recht dieser Wertungen. Der ästhetischen Wahrnehmung und Wertung kommt gegenüber den normativ indifferenten sinnlichen Wahrnehmungen ein Moment des Fordernden zu; sie sind durch einen »Forderungscharakter« ausgezeichnet. Die Ästhetik kann daher nicht, wie bei Kant, als eine allein formale Theorie entworfen werden (vgl.: Allgemeine Ästhetik, Leipzig 1901; siehe hierzu auch Traugott Konstantin Oesterreich: Die deutsche Philosophie des XIX. Jahrhunderts und der Gegenwart, Berlin 1923, 461-462). - In seiner pädagogischen Konzeption nimmt C. das antinomische bewußtseinstheoretische Modell auf. Ziel aller Erziehung soll die Bildung des zu Erziehenden zu einem selbständig urteilenden und selbstverantwortlich handelnden Teilnehmer am kulturellen Kommunikationsprozeß sein. Freiheit des Individuums und Bindung durch die selbstgesetzliche Kraft der kulturellen Orientierungsmuster sollen in einen harmonischen Zusammenhang gebracht werden. Nach C. geht es in der »Erziehung«, d.h. in der pädagogischen Unterweisung, um die Einbeziehung des als ursprünglich-frei vorgestellten Einzelnen in den entwickelten gesellschaftlichen Kontext. Damit ist zugleich auch die Gewähr für eine stete Fortbildung der Kultur selbst gegeben. Alle vorhandenen kulturellen Gemeinschaftsformen, von der Familie über die ethnischen Einheiten bis zu organisierten Staatsgebilden, unterliegen diesem gleichen Grundprinzip der Integration von Freiheit und Bindung. Die jeweils kleinere Einheit soll dabei auf die sie umfassende größere Einheit hin ausgerichtet sein. Auf allen Ebenen aber ist die Ausbildung und Kräftigung einer »sozialen Gesinnung« das pädagogische Leitziel: »Soziale Gesinnung soll eine dauernde Beschaffenheit der Seele sein, [...] und zwar soll sie gerichtet sein auf das umfassende Ganze der Gemeinschaft, sie soll endlich so mächtig sein, daß sie diesem umfassenden Ganzen den Vorrang verschafft vor dem eigenen Vorteil einzelner Nebenmenschen sowie engerer Gemeinschaften.« Dies schlägt sich auch in einem sozialen, gemeinschaftsorientierten Arbeitsethos nieder: »Die Arbeit muß, wenn soziale Wirtschaftsordnung fruchtbar werden soll, ihre Ehre darin haben, daß sie Dienst am Ganzen ist.« Dies gelte, unbeschadet der Sympathie, mit der C. sonst der Gewerkschaftsbewegung begegnet, sogar so weit, daß ein Streik als »Verbrechen« anzusehen sei, wenn die von ihm betroffene Arbeitsleistung »im Dienst des Ganzen« erfolgt (Erziehung zur sozialen Gesinnung, Langensalza 1920, 9-12). Den praktischen Vollzug einer solchen Integration von Freiheit und Bindung hat C. selbst als zentralen Gegenstand pädagogischer Forschung betrachtet. Dies ist auch der Grund, weshalb er sich am Aufbau einer experimentellen Pädagogik intensiv beteiligt hat. Die für die moderne Pädagogik relevanten theoretischen und methodischen Konsequenzen aus C.s Modell sind erst in letzter Zeit intensiver diskutiert worden. Aus neuerer Sicht ist C. als »erstrangiger Vertreter der neuzeitlichen theoretischen Pädagogik« bezeichnet worden (Heinrich Kautz). - Die pädagogische ebenso wie die ästhetische Theorie sind zentrale Bestandteile von C.s Entwürfen zu einer Kulturphilosophie. Ähnlich wie Georg Simmel (1858-1918) gelingt es C., in differenzierten, feinsinnig ausgeführten Schilderungen die Komplexität und Uneindeutigkeit der modernen Lebenswirklichkeit in einer großstädtischen, technisierten und immer mehr funktionalisierten Umwelt zu beschreiben. Dabei stellt er sich dieser Wirklichkeit nicht kulturkritisch oder fundamentalistisch entgegen, sondern er sucht sie über den Vorgang der Beschreibung zu verstehen und zu deuten. Werte und Wertungen, die in diese Deutung einfließen, sind nach C. durch eine von Kants Kritizismus inspirierte Erkenntnistheorie gedeckt, wie sie im Zuge der Kant-Deutung Windelbands und Rickerts entwickelt worden ist. Am neukantianischen Konzept einer »a priori« begründeten ethischen Reflexion und damit an der Kritik an utilitaristischen Ethik-Modellen hat C. zeitlebens festgehalten. - Mit besonderer Intensität hat C. sich im Rahmen seiner kulturphilosophischen Überlegungen dem Begriff der Autorität gewidmet. In Anknüpfung an die in der Pädagogik-Theorie entfaltete Idee der »sozialen Gesinnung« betont C. den Aspekt einer frei eingegangenen Bindung als unerläßliche Voraussetzung für die Persönlichkeitsbildung: »In Wahrheit ist die Krisis unseres Erziehungswesens nur aus der allgemeinen Kulturkrisis zu verstehen. Unsere Zeit ist eine Periode, in der der befreite Geist Erfüllung sucht, ohne seine Freiheit zu verlieren. Erfüllung aber kann er nur finden, wenn er sich bindet. Daher erscheint der Gegenwart die Aufgabe der Erziehung als Vereinigung von Befreien und Binden« (Befreien und Binden. Zeitfragen der Erziehung überzeitlich betrachtet, Leipzig 1926, VI; vgl. Fritz K. Ringer: Die Gelehrten. Der Niedergang der deutschen Mandarine 1890-1933, München 1987, 362-365). Mit dem Wortfeld »binden, Bindung« bezeichnet C. ein Gefühl der Verpflichtung auf eine Idee, eine Norm oder auch eine soziale Gruppe. C. vertritt die Ansicht, daß der junge Mensch, zumal der Schüler, natürlicherweise eine klare Orientierung von Lehrerseite erwartet. Eine auf positive Zuwendung und dem Willen zur Förderung aufgebaute Haltung des Lehrers wird daher mit dem Wunsch verbunden sein, den Schülern bestimmte geistige und moralische Verpflichtungen nahezubringen. In dem Maße, in dem die Schüler ihrerseits jene moralischen Verbindlichkeiten aufgreifen und für sich selbst übernehmen, werden sie immer weniger an die Autorität des Mentors gebunden sein. Der Mentor selbst kann parallel zu diesem Vorgang die Schüler in immer stärkerem Maße als seinesgleichen akzeptieren. Die Schüler werden in diesem Prozeß zunehmend »autonom«, doch begründet sich faktisch ihre Autonomie auf eingegangene ethische und gefühlsmäßige »Bindungen«. Im Ergebnis dieses Lern- und Entwicklungsprozesses kommt es zu einer Identifikation der Schüler mit den vom Lehrer angebotenen und kraft Autorität vermittelten Orientierungen: »Die tiefste und letzte Befreiung, die Erweckung der Autonomie vollzieht sich durch die strengste Bindung hindurch« (Befreien und Binden, 52). Nach C. kommt in diesem Wechselverhältnis von Bindung und Freiheit ein zentrales Charakteristikum der modernen Existenzweise überhaupt zum Ausdruck. Denn es gilt auch hier, daß im Verlauf einer vernunftbestimmten »Klärung« eine rationale Neuprägung der ursprünglichen natürlichen und instinkthaften Bindungen des Menschen erfolgt. Sofern sich das Selbstbewußtsein im Kontext dieses Klärungsprozesses ausbildet, kann davon gesprochen werden, daß die Befreiung des Individuums durch Selbstbewußtsein erfolgt. Der Preis für diesen schlechterdings notwendigen Schritt in der Entwicklung der bewußten Persönlichkeit sieht C. in einer Schwächung des anfänglich sehr intensiven Gefühls der Verwurzelung. Der moderne Mensch ist deutlich weniger heimatgeprägt und herkunftsbestimmt als es in früheren menschheitsgeschichtlichen Epochen der Fall gewesen ist. Auch hier hat die Erziehung helfend einzuwirken, indem sie den Weg zu einer geistigen Freiheit eröffnet, die dennoch auf stabilen emotionalen und moralischen Fundamenten ruht. C. sieht in dem angesprochenen prekären und doch unvermeidbaren Sachverhalt ein Signum der gegenwärtigen Kulturkrise: »Die Krisis unserer Kultur ist nicht Zeichen ihres Greisenalters, [...] sondern Wirkung der Siege des Geistes selbst.« Der Mensch ist frei geworden; er behauptet das Recht der Kritik an jeder Überlieferung. »Eben dadurch droht ihm die eigene Heimat zu einem beliebigen Orte zu werden, das eigene Leben zu einem im Getriebe der Fabrik zu verbrauchenden Mittel, die Welt zu einer gleichgültigen fremden Gewalt.« Soll es Kultur geben, die zugleich `modern' ist, »dann muß der Mensch zu seiner nächsten Umgebung, die er gestaltet und von der er abhängt, wieder ein notwendiges Verhältnis gewinnen, ohne sich die freie Aussicht zu verbauen, [...] ohne die Rechte und Pflichten des freien Denkens, Forschens, Gestaltens zu opfern. Ist der Geist die Ursache der Krisis, so muß er in sich auch die Mittel zu ihrer Heilung suchen« (Ebd., 72-73). - Es kann nicht übersehen werden, daß C. in der Frage, wie sich der Prozeß der Integration von Freiheit und Gebundenheit, von Befreiung und Bindung im einzelnen vollzieht, im wesentlichen auf der Ebene der Problembeschreibung verharrt. Eine befriedigende Klärung der Zusammenhänge leistet er nicht. Auch die zugrundegelegten Definitionen sind zum Teil diskussionsbedürftig. Dennoch bleibt es ein Verdienst C.s, den Gedanken der Autorität so formuliert zu haben, daß er sich mit einem modernen, auf Autonomie und Selbstbindung zielenden Freiheitsverständnis vereinbaren läßt. Statt zu einer Entgegensetzung von Gebundenheit und Freiheit zu kommen, wie sie etwa in der modernitätskritischen, antiliberalen protestantischen Theologie der Zwischenkriegszeit vielfach vorgetragen wurde, steht das Moment der autoritativen Einwirkung bei C. für die zwar notwendige, aber doch gerade zu überwindende Eingangsstufe in der Geschichte der Persönlichkeitsbildung. - Ein besonderes Problem stellt die Frage dar, inwiefern sich dieses neuzeitliche Freiheitsmotiv, das nach C. als elementare Grundbestimmung des neuzeitlich-okzidentalen Kulturbegriffes überhaupt zu verstehen ist, mit dem absoluten normativen Anspruch der Religion vereinbaren läßt. In einzelnen kryptischen Wendungen scheint es, als wenn C. eine solche Integrationsleistung erst von einem religiösen Genie erwartet, dessen Gegenwart noch bevorsteht, das aber immerhin an vorbereitende Hindeutungen der Religionsphilosophie wird anknüpfen können. Insofern kommt der Religionsphilosophie selbst eine geradezu religiöse Funktion zu. Sie stellt den Höhe- und Schlußpunkt in C.s kulturphilosophischer Konzeption dar. In zahlreichen seiner veröffentlichten und unveröffentlichten Schriften hat C. sich mit Fragen der Religion und der Religionsphilosophie beschäftigt. Jedoch bleibt die Erörterung meist fragmentarisch; zudem wird sie in der Regel durch andere Fragestellungen bestimmt. In umfassendster Gestalt ist ihre Entfaltung in dem Buch »Der Sinn der gegenwärtigen Kultur« (Leipzig 1914) erfolgt (vgl. daneben vor allem: Religion und Kulturwerte, Berlin 1914). Hier tritt C.s eigene, durch Weltfrömmigkeit und das Streben nach Autonomie gekennzeichnete Geisteshaltung deutlich hervor. Die zentrale Aufgabe der Kulturphilosophie sieht C. darin, die Entwicklung von einem mittelalterlich-gebundenen Denken bis zur neuzeitlichen Idee der autonomen Persönlichkeit zu rekonstruieren. Auf diese Weise soll es gelingen, mit den begrenzten Mitteln philosophischer Reflexion eine selbstbestimmte, verantwortungsfähige Haltung zu befördern. Diese Aufgabe sei aber in letzter Konsequenz »nur religiös lösbar«, denn immer steht dabei »die Frage nach dem Sinn des Lebens«, wie sie »der moderne Mensch« stellt, im Mittelpunkt (Jonas Cohn [Selbstdarstellung], 77). Mit sachlicher Notwendigkeit muß daher die Kulturphilosophie auch den Bereich des Religiösen umfassen. Dabei unterliegt es keinerlei Zweifel, daß es nicht möglich ist, dem »Heiligen« gegenüber dem allgemeinen Wirklichkeitsgefüge eine Sonderstellung zuzuweisen. In der materialen religionstypologischen Analyse unterscheidet C. die Naturfrömmigkeit (Natur als Inbegriff des unendlichen Ganzen), die Kulturfrömmigkeit (Kultur als gestaltungs- und entwicklungsfähige Steigerungsform der naturhaften Gegebenheiten) und die »persönliche Frömmigkeit«. Naturfrömmigkeit und Kulturfrömmigkeit bleiben gegenüber der dritten Frömmigkeitsgestalt defizitär. Erst in der Einzelheit bewußter religiöser Individualität erfüllt sich der religiöse Gedanke. Als Ort der Realisierung solcher Frömmigkeit sieht C. das tätige Teilhaben am Weltlauf. Religion ist daher als Bildungsgeschehen zu beschreiben; ihre praktische Ausübung erfolgt im Prozeß der Persönlichkeitsbildung selbst. Die Voraussetzung für einen gelingenden Vollzug solcher religiösen Praxis bildet die Kulturgemeinschaft. Dabei faßt C. »Kultur« als »die objektive Welt der realisierten Werte« auf. Diese »realisierten Werte« sind über den Bereich der kulturellen Aktivität auf die Sphäre überpersönlicher Werte bezogen, und deshalb überschreitet jede kulturell werthafte Handlung den Bezugsrahmen der individuellen Persönlichkeit. Das einzelne Ich partizipiert an einem durch Kultur konstituierten Zusammenhang. Es schafft aber durch sein eigenes Handeln selbst immer auch die Realität dieses Zusammenhanges neu und erfährt in solcher Tätigkeit seine »Würde«. Nach C. ist es genau diese Erfahrung, die in der theologischen und religionsphilosophischen Tradition als Gefühl der Abhängigkeit von »einem Höheren«, als »Ahnung des Göttlichen« gedeutet worden ist. Im Rückgriff auf klassische Motive der pantheistischen Frömmigkeitstheorie sieht C., daß sich in der individuellen Realisierung des personalen Frömmigkeitsideals ein unendlicher Raum eröffnet: »Obwohl die Grundform der Person allgemein ist, verwirklicht sie sich in jedem anders, und da jeder in der Wertrichtung, die ihm angehört, das Göttliche erblickt, so wird er auch seiner Art gemäß sein Verhältnis zum Göttlichen erfassen.« Der befreite Geist handelt dabei in voller Souveränität; zugleich ist er im Stande, eine Vielfalt religiöser Prägungen anzuerkennen, innerhalb derer ihm selbst keinerlei Sonderrang zukommt. Die Konstitution menschlichen Daseins in Begrenztheit und Bedingtheit führt dazu, »aus der tiefsten und sichersten Notwendigkeit unseres Geistes heraus die religiöse Vollendung« zu suchen: »Mit diesem Geiste unser Leben zu durchdringen, fordert die Gegenwart: eine Aufgabe, die nie ganz lösbar ist, die uns in steter Spannung erhält und den Ausgleich dieser Spannung nur als Richtung auf das Unendliche in sich trägt« (Der Sinn der gegenwärtigen Kultur, 297). - Eine kritische Einschätzung der religionsphilosophischen Konzeption C.s kann von dem zeitgeschichtlichen Kontext, in dem sie entwickelt wurde, nicht absehen. Seit den 1880er und neunziger Jahren setzten sich im protestantischen und im jüdischen Bildungsbürgertum individualistische Frömmigkeitsmodelle immer stärker durch. Eine gemeinschaftliche Verbindlichkeit wurde ihnen aufgrund des zum religiösen Leitmotiv erhobenen Prinzips der subjektiven Selbstverständigung grundsätzlich nicht mehr zugesprochen. C. entwirft vor diesem Hintergrund eine der anspruchsvollsten religionstheoretischen Konzeptionen. Ihr kommt, aus der Sicht jener zeitgenössischen bürgerlichen Bildungsreligiosität, ein hohes Maß an Plausibilität zu. Ihre aktuelle Bedeutung für die theologische und religionsphilosophische Diskussion besteht darin, daß sich zentrale Motive, insbesondere die Affinität zu pantheistischen Auffassungen, mit Vorstellungen decken, die auch gegenwärtig innerhalb des Protestantismus in diversen religiösen Formationen vertreten werden. Insofern bleibt die Auseinandersetzung mit einem religiösen Individualismus, wie er hier auf der Basis eines kulturphilosophisch fundierten geistigen Weltumganges entfaltet wird, auch heute der Theologie aufgegeben.
Nachlaß (Jonas Cohn-Archiv an der Universität Duisburg): Der gesamte wissenschaftliche und große Teile des privaten Nachlasses von Jonas Cohn befinden sich im Jonas Cohn-Archiv an der Gerhard-Mercator-Universität (Gesamthochschule) Duisburg (Fachbereich 2: Erziehungswissenschaften; Leiter: Professor Dr. Dieter-Jürgen Löwisch). Die Bestände sind 1980 durch einen notariellen Übereignungsvertrag durch den Sohn Cohns, Professor Dr. Hans Gottschalk, an den Archivleiter übertragen worden. - Im Nachlaß liegen 32 Tagebücher aus den Jahren 1911 bis 1946/47 vor, in denen Cohns wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Philosophie, Psychologie und Pädagogik der Zeit dokumentiert wird. Die Tagebücher bieten auch eingehende Analysen der nationalen und internationalen politischen Situation. Allein aus den Jahren des Exils liegen sechzehn Bände (darunter drei Bände »Diarien« von 1944, 1945 und 1946) vor. Eine vollständige Übersicht bietet: Jonas Cohn. Primär- und Sekundärliteratur aus dem Zeitraum von 1892-1986 (Mitteilungen aus dem Jonas Cohn-Archiv, Universität Duisburg, Erziehungswissenschaft. Herausgegeben von Dieter-Jürgen Löwisch. Nr. 2, Duisburg 1986, 16-18. Daneben enthält der Nachlaß Manuskriptentwürfe, abgeschlossene Texte, Reisetagebücher, Verlagskorrespondenzen sowie persönliche Dokumente aus den Jahren 1885 bis 1947. Der Korrespondenzbestand umfaßt Briefe von Bruno Bauch, Rudolf Carnap, Ernst Cassirer, Julius Ebbinghaus, Max Frischeisen-Köhler, Paul Häberlin, Nikolai Hartmann, Martin Heidegger, Paul und Elisabeth Hensel, Richard Hönigswald, Edmund Husserl, Karl und Gertrud Jaspers, Hermann Kantorowicz, Jürgen von Kempski, Georg Kerschensteiner, Richard Kroner, Emil Lask, Theodor Litt, Karl Mannheim, Fritz Medicus, Hermann Nohl, Hermann Rauschning, Heinrich Rickert, Max Scheler, William Stern (Edition s.u.), Wilhelm Windelband, Wilhelm Wundt, Leopold Ziegler und anderen. Die dreißig Briefe von Rickert stammen aus den Jahren 1897 bis 1936; die späteren Schreiben thematisieren u.a. Rickerts Einstellung zum NS-Regime. Eine nach Adressaten geordnete Übersicht zu der im Nachlaß vorliegenden Korrespondenz bietet: Mitteilungen aus dem Jonas Cohn-Archiv. Universität Duisburg, Erziehungswissenschaft. Herausgegeben von Dieter-Jürgen Löwisch. Nr. 1: Briefschaften, Duisburg 1981 (das Verzeichnis führt aus dem Zeitraum vom 15. Mai 1892 bis zum 28. Januar 1952 insgesamt 1006 Stücke auf). Von großem Wert sind auch autobiographische Aufzeichnungen, die Cohn unter dem Titel »Erinnerungen« am Ende seines Lebens im englischen Exil niedergeschrieben hat. Dieses Manuskript liegt ebenfalls im Nachlaß vor. Band I umfaßt den Zeitraum von April 1914 bis Ende 1940; Band II den Zeitraum von April 1941 bis September 1943. Weitere Quellen zu Cohn befinden sich u.a. in den Nachlässen von Julius Bab (Akademie der Künste, Berlin), Hermann Nohl (Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek, Göttingen), Gustav Radbruch (Universitätsbibliothek Heidelberg) und Max Scheler (Bayerische Staatsbibliothek, München). - Ein regionalgeschichtliches Forschungsprojekt zur Geschichte und Kultur der Juden in Ostpreußen und Westpreußen ist vom Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg durchgeführt worden: Zur Geschichte und Kultur der Juden in Ost- und Westpreußen. Herausgegeben von Michael Brocke, Margret Heitmann und Harald Lordick (Netiva. Band 2), Hildesheim 2000. - Für hilfreiche Unterstützung bei diesem Artikel danke ich Frau Dr. Margret Heitmann vom Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg.
Bibliographie: Eine Zusammenstellung der Publikationen Cohns ist 1986 von den Mitarbeitern des Jonas Cohn-Archivs an der Universität Duisburg vorgelegt worden: Jonas Cohn. Primär- und Sekundärliteratur aus dem Zeitraum von 1892-1986 (Mitteilungen aus dem Jonas Cohn-Archiv, Universität Duisburg, Erziehungswissenschaft. Herausgegeben von Dieter-Jürgen Löwisch. Nr. 2), Duisburg 1986.
Separate Veröffentlichungen: Beiträge zur Physiologie des Collenchyms. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doctorwürde von der Philosophischen Facultät der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, Berlin 1892; Geschichte des Unendlichkeitsproblems im abendländischen Denken bis Kant, Leipzig 1896 [Nachdruck: Darmstadt 1960; Hildesheim 1960]; Beiträge zur Lehre von den Wertungen. Habilitationsschrift der Philosophischen Fakultät zu Freiburg im Breisgau. Sonderabdruck aus: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 110 (1897) [dort: 219-262 (Wert und Wissenschaft: 220-246; Intensive und konsekutive Wertung: 246-262)]; Allgemeine Ästhetik, Leipzig 1901; Führende Denker. Geschichtliche Einleitung in die Philosophie (Aus Natur und Geisteswelt. Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen. Band 176), Leipzig 1907 [Zweite Auflage: Leipzig / Berlin 1911; Dritte Auflage: Leipzig / Berlin 1917; Vierte Auflage: Leipzig / Berlin 1921; Fünfte Auflage: Leipzig / Berlin 1928; Griechische Ausgabe: Athen 1928]; Voraussetzungen und Ziele des Erkennens. Untersuchungen über die Grundfragen der Logik, Leipzig 1908; [zusammen mit Julius Dieffenbacher:] Untersuchungen über Geschlechts-, Alters- und Begabungs-Unterschiede bei Schülern (Zeitschrift für angewandte Psychologie und psychologische Sammelforschung. Beiheft 2), Leipzig 1911; Philosophie, Leipzig und Berlin 1911 [= Separatabdruck aus: Alfred Giesecke-Teubner (Hrsg.): Schaffen und Schauen. Band 2: Des Menschen Sein und Werden. Zweite Auflage, Leipzig 1911, 255-269]; Der Sinn der gegenwärtigen Kultur. Ein philosophischer Versuch, Leipzig 1914; Religion und Kulturwerte (Philosophische Vorträge. Veröffentlicht von der Kantgesellschaft. Nr. 6), Berlin 1914; Geist der Erziehung. Pädagogik auf philosophischer Grundlage, Leipzig 1919; Erziehung zur sozialen Gesinnung (Pädagogisches Magazin. Band 742), Langensalza 1920; Jonas Cohn [Selbstdarstellung], Leipzig 1921 [Separatabdruck aus: Die deutsche Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen. Herausgegeben von Raymund Schmidt. Zweiter Band, Leipzig 1921, 61-80]; Theorie der Dialektik. Formenlehre der Philosophie, Leipzig 1923 [Nachdruck: Darmstadt 1965]; Der deutsche Idealismus (Neukantische Philosophie. Erste Hälfte) (Aus Natur und Geisteswelt. Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen. Band 746 = Geschichte der Philosophie. Sechster Teil), Leipzig 1923; Die Philosophie im Zeitalter des Spezialismus (Aus Natur und Geisteswelt. Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen. Band 747 = Geschichte der Philosophie. Siebenter Teil), Leipzig / Berlin 1925; Befreien und Binden. Zeitfragen der Erziehung überzeitlich betrachtet, Leipzig 1926; Wertwissenschaft. Zwei Bände, Stuttgart 1932; Pedagogia Fundamental (Biblioteca Pedagogica IV), Madrid 1933; Wirklichkeit als Aufgabe. Aus dem Nachlaß herausgegeben von Jürgen von Kempski, Stuttgart o.J. [1955]; Vom Sinn der Erziehung. Ausgewählte Texte. Besorgt von Dieter-Jürgen Löwisch (Schöninghs Sammlung pädagogischer Schriften. Quellen zur historischen, empirischen und vergleichenden Erziehungswissenschaft), Paderborn 1970; Selbst-Überschreitung. Grundzüge der Ethik - entworfen aus der Perspektive der Gegenwart. Aus dem Nachlaß herausgegeben von Dieter-Jürgen Löwisch (Paideia. Studien zur systematischen Pädagogik. Band 4), Frankfurt am Main u.a. 1986.
Aufsätze und Artikel (Auswahl): Beiträge zur Physiologie des Collenchyms, in: Jahrbücher für wissenschaftliche Botanik 24 (1892), 145-172; Experimentelle Untersuchungen über die Gefühlsbetonung der Farben, Helligkeiten und ihrer Combinationen, in: Philosophische Studien 10 (1894), 562-603; Die Gefühlswirkung der Begriffe. Ein Beitrag zur psychologischen Erfassung der Geschichte der Philosophie, in: Philosophische Studien 12 (1896), 297-306; Beiträge zur Lehre von den Wertungen. Habilitationsschrift der Philosophischen Fakultät zu Freiburg im Breisgau, in: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 110 (1897), 219-262 [Wert und Wissenschaft: 220-246; Intensive und konsekutive Wertung: 246-262]; Experimentelle Untersuchungen über das Zusammenwirken des akustisch-motorischen und des visuellen Gedächtnisses, in: Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane 15 (1897), 161-183; Beiträge zur Kenntnis der individuellen Verschiedenheiten des Gedächtnisses, in: Dritter Internationaler Congress für Psychologie in München vom 4. bis 7. August 1896, München 1897, 456-457 [siehe auch die Diskussionsbeiträge zu Cohns Vortrag: 457-458] [Nachdruck: Nendeln / Liechtenstein 1974]; Was kann die Psychologie von den Pädagogen lernen? Einige Vorschläge von Jonas Cohn, in: Zeitschrift für Pädagogische Psychologie 1 (1899), 20-27; Gefühlston und Sättigung der Farben, in: Philosophische Studien 15 (1900), 279-286; Münsterbergs Versuch einer erkenntnistheoretischen Begründung der Psychologie. Kritische Bemerkungen, in: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 24 (1900), 1-22; Der psychische Zusammenhang bei Münsterberg. Ein kritischer Versuch, in: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie und Sociologie 26 (1902), 1-20; Hegels Ästhetik, in: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 120 (1902), 160-186; Die Hauptformen des Rationalismus, in: Philosophische Studien 19 (1903) [= Festschrift für Wilhelm Wundt zum siebzigsten Geburtstage. 1. Theil, überreicht von seinen Schülern], 69-92; Originalität, in Kunstchronik. Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe (Beiblatt zur »Zeitschrift für bildende Kunst« und Beiblatt zum »Kunstgewerbeblatt«). Neue Folge 14 (1902/03), 495-498; Psychologische oder kritische Begründung der Ästhetik?, in: Archiv für Philosophie. Zweite Abteilung: Archiv für systematische Philosophie. Neue Folge der Philosophischen Monatshefte 10 (1904), 131-159; La Centenaire de Kant, in: La Belgique Contemporaine. Revue de l'activité nationale 1 (1904), 140-146; Anschauung und Begriff, in: Congrès International de Philosophie Rapports et Comptes Rendus, 11. Session, Geneve 4.-8. September 1904, Geneve 1905, 401-408; Das Kantische Element in Goethes Weltanschauung. Schillers philosophischer Einfluß auf Goethe, in: Kant-Studien. Philosophische Zeitschrift 10 (1905), 286-345 [sowie in: Schiller als Philosoph und seine Beziehungen zu Kant. Festgabe der »Kant-Studien«. Herausgegeben von Hans Vaihinger und Bruno Bauch, Berlin 1905, 38-97]; Schillers Idealismus, in: Die Dorfschule. Halbmonatsschrift ausschließlich für die Interessen der Landschule und ihrer Lehrer 1 (1905), 6-8; Zur Vorgeschichte eines kantischen Ausspruchs über Kunst und Natur, in: Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft 1 (1906), 181-187; Ästhetische Betrachtungen bei Gelegenheit einer Stelle aus Jean Pauls Flegeljahren, in: Gedenkbuch zu Wilhelm Steinhausens sechzigstem Geburtstag am 2. Februar 1906, Konstanz 1906, 142-148; Die Anschaulichkeit der dichterischen Sprache, in: Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft 2 (1907), 182-201; [gemeinsam mit Werner Gent:] Aussage und Aufmerksamkeit, in: Zeitschrift für angewandte Psychologie und psychologische Sammelforschung (zugleich Organ des Instituts für angewandte Psychologie und psychologische Sammelforschung) 1 (1908), 129-152 und 233-265; Das Problem der Kunstgeschichte, in: Bericht über den III. Internationalen Kongress für Philosophie zu Heidelberg 1. bis 5. September 1908. Dritter Teil. Die Sektionssitzungen. VI. Section (Ästhetik), Heidelberg 1909, 1076-1082; Stil und Kunst in Wissenschaft und Leben. Ein Vortrag, gehalten in der Gesellschaft für bildende Kunst zu Wiesbaden, in: Preußische Jahrbücher 140 (1910), 232-246; Wilhelm Meisters Wanderjahre, ihr Sinn und ihre Bedeutung für die Gegenwart, in: Logos. Internationale Zeitschrift für Philosophie der Kultur 1 (1910/11), 228-256; Philosophie, in: Alfred Giesecke-Teubner (Hrsg.): Schaffen und Schauen. Band 2: Des Menschen Sein und Werden. Zweite Auflage, Leipzig 1911, 255-269 [auch als Separatausgabe]; Datierung eines Paralipomenon zum Wilhelm Meister, in: Goethe-Jahrbuch 32 (1911), 188-190; Hans von Marees. Bemerkungen zum Problem des Stils, in: Logos 2 (1911/12), 192-199; Die eigene Schulzeit im Urteil der Erwachsenen, in: Monatsschrift für höhere Schulen 11 (1912), 3-12; Geistige Auslese durch die höhere Schule. Ein Vorschlag, in: Frankfurter Zeitung. Nr. 230 vom 20. August 1913, 1; Grundfragen der Psychologie, in: Jahrbücher der Philosophie. Eine kritische Übersicht der Philosophie der Gegenwart 1 (1913), 200-235; Der Fortschritt in der Philosophie, in: Logos 4 (1913), 46-61; Die Autonomie der Kunst und die Lage der gegenwärtigen Kultur, in: Kongress für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft, Berlin 7. bis 9. Oktober 1913, Stuttgart 1914, 91-101; Welchen Sinn hat jetzt Studium und Wissenschaft?, in: Akademische Rundschau 3 (1914/15). 1.-4. Heft, 6; Widersinn und Bedeutung des Krieges, in: Logos 5 (1914/15), 125-144; Nationale Wissenschaft und nationale Kunst, in: Preußische Jahrbücher 161 (1915), 193-206; Zur Kritik der modernen Kultur (mit Bezug auf Emil Hammacher: Hauptfragen der modernen Kultur, Leipzig und Berlin 1914), in: Kant-Studien 20 (1915), 187-198; Der Denker Emil Lask. Ein Nachruf, in: Vossische Zeitung. Nr. 562 vom 3. November 1915, 2; Die Erfüllung des befreiten Geistes als Gehalt der gegenwärtigen Kultur. Eine Erwiderung, in: Preußische Jahrbücher 166 (1916), 461-474 [zu Ernst Troeltsch: Eine Kulturphilosophie des bürgerlichen Liberalismus, in: Preußische Jahrbücher 165 (1916), 353-377]; Die Lehren vom auserwählten Volk und vom Altern der Nationen, in: Europäische Staats- und Wirtschaftszeitung. Ausgabe vom 3. Juni 1916, 613-616; Relativität und Idealismus, in: Kant-Studien 21 (1917), 222-269; Goethes Anschauung vom sittlichen Leben, in: Internationale Monatsschrift für Wissenschaft, Kunst und Technik 11 (1917), 951-974; Der Anteil der Familie an der Erziehung in verschiedenen Kreisen des deutschen Volkes. Privatdruck, Sommer 1917; Recht und Grenzen des Formalen in der Ethik, in: Logos 7 (1917/18), 89-112; Das Tragische und die Dialektik des Handelns, in: Festschrift Johannes Volkelt zum 70. Geburtstag, München 1918, 25-39; Thesen über pädagogische Professuren, in: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und experimentelle Pädagogik 19 (191), 214-219 [auch in: Über die künftige Pflege der Pädagogik an den deutschen Universitäten. Gutachterliche Äußerungen zu der Pädagogischen Konferenz im Preußischen Ministerium der geistlichen und Unterrichts-Angelegenheiten am 24. und 25. Mai 1917. 1. Reihe, o.O. 1917, 209-230]; Das Ziel der Erziehung. Eine einführende Betrachtung, in: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und experimentelle Pädagogik 21 (1920), 81-83; Erziehung zu sozialer Gesinnung, in: Pädagogisches Magazin. Abhandlungen vom Gebiete der Pädagogik und ihrer Hilfswissenschaften. 742. Heft, Langensalza 1920, 3-40; Staatsbürgerliche Erziehung und Parteigesinnung des Lehrers, in: Erziehung und Bildung. Wissenschaftliche Beilage der Preußischen Lehrerzeitung 1 (1920), 123-127; Jonas Cohn [Selbstdarstellung], in: Die deutsche Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen. Herausgegeben von Raymund Schmidt. Zweiter Band, Leipzig 1921, 61-80 [auch als Separatausgabe]; William Sterns wissenschaftliches Werk. Rückblick und Ausblick an seinem 50. Geburtstage, in: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und experimentelle Pädagogik 22 (1921), 145-149; Zur Psychologie der Weltanschauungen [ZU: Karl Jaspers. Psychologie der Weltanschauungen, Berlin 1919], in: Kant-Studien 26 (1921), 74-90; Moralunterricht und Gottesglaube, in: Moralpädagogik. Verhandlungen des ersten Deutschen Kongresses für Moralpädagogik in Leipzig, vom 30. März bis 1. April 1921, Leipzig 121, 60-81 [siehe auch die Diskussion zum Beitrag von Cohn: Ebd., 81-93]; Die Erkenntnis der Werte und das Vorrecht der Bejahung. Betrachtungen, angeknüpft an Max Webers Lehre von der Wertfreiheit der Wissenschaft, in: Logos 10 (1921/22), 195-226; Die spracherhaltende Aufgabe der Schule, in: Pädagogisches Zentralblatt 3 (1922), 257-263; Gedanken über Goethes Stellung in der Geschichte der Philosophie, in: Festschrift für Paul Hensel. Herausgegeben von Julius Binder, Greiz i. V. 1923, 21-37; Über einige Grundfragen der Psychologie, in: Logos 12 (1923/24), 50-87; Die Philosophie der Gegenwart und ihr Einfluß auf das Bildungsideal, in: Pädagogische Kongreßblätter. Erster Band. Heft 3-6. Authentischer Bericht über den 1. Pädagogischen Kongreß vom 28. bis 31. August 1925 in München, München 1925, 125-132; Die gegenwärtige Lage der Philosophie, in: Philosophische Monatshefte der Kant-Studien 1 (1925), 10-15; Erzieher und Lehrer. Aphoristische Bemerkungen, in: Das Jahrbuch der badischen Lehrer 2 (1926), 1-6; Begriffliches zur differentiellen Psychologie, in: Zeitschrift für angewandte Psychologie, zugleich Organ des Instituts für angewandte Psychologie in Berlin 26 (1926), 108-119; Erlebnis, Wirklichkeit, Unwirkliches, in: Logos 15 (1926), 194-221; Differentielle Psychologie, in: Handbücher der neueren Erziehungswissenschaft. Band 3: Einführung in die neuere Psychologie. Herausgegeben von Emil Saupe, Osterwieck am Harz 1927, 193-215; Zu Nicolai Hartmanns Ethik. Versuch kritischer Mitarbeit, in: Logos 16 (1927), 211-240; Persönliche und überpersönliche Bedeutung von Schillers Philosophie, in: Blätter für Deutsche Philosophie. Zeitschrift der Deutschen Philosophischen Gesellschaft 1 (1927/28), 61-86; Recht und Sinn eines allgemeingültigen Erziehungszieles, in: Die Erziehung. Monatsschrift für den Zusammenhang von Kultur und Erziehung in Wissenschaft und Leben 3 (1928), 22-39; Bedeutung und Not der Berufswahl, in: Badische Schulzeitung. Vereinsblatt des Badischen Lehrervereins und Verkündigungsstelle der Fürsorgevereine 66 (1928), 19-23; Georg Simmels Lebensphilosophie, in: Badische Schulzeitung. Vereinsblatt des Badischen Lehrervereins und Verkündigungsstelle der Fürsorgevereine 66 (1928), 615-618; Georg Simmel, in: Deutsches Biographisches Jahrbuch. Herausgegeben vom Verbande der Deutschen Akademien. Überleitungsband II: 1917-1920, Berlin und Leipzig 1928, 326-31; Wesen und Wert der Erziehungswissenschaft, in: Wesen und Wert der Erziehungswissenschaft. Bericht über den Pädagogischen Kongreß des Deutschen Ausschusses für Erziehung und Unterricht, veranstaltet in Kassel vom 4. bis 6. Oktober 1928, Leipzig 1929, 1-5; Schulungswert des psychologischen Experiments, in: Die Pädagogische Hochschule. Wissenschaftliche Vierteljahrsschrift des Badischen Lehrervereins. Wissenschaftliche Beilage zur Badischen Schulzeitung 1 (1929), 19-24; Die Stellung der Gefühle im Seelenleben, in: Archiv für die gesamte Psychologie. Organ der Deutschen Gesellschaft für Psychologie 72 (1929), 303-317; Jugend und Erziehung, in: Die Pädagogische Hochschule. Wissenschaftliche Vierteljahrsschrift des Badischen Lehrervereins 2 (1930), 225-240; Der »Numerus Clausus« der Philologen, in: Die Erziehung. Monatsschrift für den Zusammenhang von Kultur und Erziehung in Wissenschaft und Leben 6 (1931), 335-338; Der physikalische Weltbegriff und das Leben, in: Beihefte zur Zeitschrift für angewandte Psychologie. 59. Beiheft (Festschrift für William Stern zum 60. Geburtstag am 29. April 1931), Leipzig 1931, 33-48; Goethes Helena und Ibsens Peer Gynt: Betrachtungen über das Wesen einer Person, in: Die Pädagogische Hochschule. Wissenschaftliche Vierteljahrsschrift des Badischen Lehrervereins 3 (1931), 97-112; Bekämpft die Angst! Eine Bitte an die Lehrer, in: Südwestdeutsche Schulblätter. Monatsschrift des badischen Philologenverbandes, des hessischen Philologenverbandes sowie des württembergischen Philologenverbandes 48 (1931), 306-308; Goethes Denkweise, in: Archiv für Geschichte der Philosophie 41 (1932), 1-56; Der Erziehungsplan in Goethes »Wanderjahren«, in: Die Pädagogische Hochschule. Wissenschaftliche Zeitschrift des Badischen Lehrervereins 4 (1932), 1-23; Charakterologie, in: Bericht über den 12. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Hamburg vom 12. bis 16. April 1931, Jena 1932, 465; Leopold Sonnemanns Jugendtagebuch, in: Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Experimentelle Pädagogik und Jugendkundliche Forschung 33 (1932), 212-216; Zur Sozialpsychologie heranwachsender Menschen, in: Pädagogisches Zentralblatt 12 (1932), 489-503; Die Pädagogik der Aufklärung und des deutschen Idealismus, in: Handbuch der Pädagogik. Band 1: Die Theorie und die Entwicklung des Bildungswesens. Herausgegeben von Hermann Nohl und Ludwig Pallat, Langensalza 1933, 247-301; Potenz und Existenz. Eine Studie über Schellings letzte Philosophie, in: Festschrift für Karl Joel zum 70. Geburtstage (27. März 1934), Basel 1934, 44-69; Kritische Bemerkungen zur neupositivistischen Erkenntnislehre, namentlich zu der Carnaps (Methodenmonismus und Problemabweisung), in: Philosophische Hefte 5 (1936), 51-74; »Ich denke« und »Es denkt«. Untersuchungen an spontanen Denkverläufen über die Struktur des Seelenlebens, in: Acta Psychologica. Volume II, 1-75; Reality and Contradiction, in: The Philosophical Review. Volume XLVII / 4, July 1939, 381-397; Jonas Cohn, in: Philosophen-Lexikon. Handwörterbuch der Philosophie nach Personen. Herausgegeben von Werner Ziegenfuß. Band 1, Berlin 1949, 196; Goethes Gedicht »Wiederfinden«. Versuch einer Sinndeutung, in: Archiv für Philosophie 1 (1947), 118-131.
Herausgeber: Geschichte der Philosophie (Aus Natur und Geisteswelt. Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen. Band 741ff.), Leipzig / Berlin 1921ff.; [zusammen mit Richard Hoenigswald und Jürgen von Kempski:] Archiv für Philosophie. Jahrgang 1 (1947).
Rezensionen (Auswahl): Wilhelm Ostwald. Vorlesungen über Naturphilosophie. Gehalten im Sommer 1901 an der Universität Leipzig, Leipzig 1902, in: Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane 29 (1902), 44-50; Ernst Cassirer: Leibniz' System in seinen wissenschaftlichen Grundlagen, Marburg 1902, in: Göttingische gelehrte Anzeigen 165 (1903), 377-398; Max Heynacher: Goethes Philosophie aus seinen Werken. Ein Buch für jeden gebildeten Deutschen. Mit ausführlicher Einleitung (Philosophische Bibliothek. Band 109), Leipzig 1905, in: Kant-Studien 11 (1906), 263-264; Karl Vorländer: Kant, Schiller, Goethe. Gesammelte Aufsätze, Leipzig 1907, in: Kant-Studien 12 (1907), 441-442; Friedrich Wilhelm Foerster: Sexualethik und Sexualpädagogik. Dritte Auflage, Kempten und München 1910, in: Logos 1 (1910/11), 159-160; Max Dessoir: Abriss einer Geschichte der Psychologie (Die Psychologie in Einzeldarstellungen. Band 4), Heidelberg 1911, in: Logos 2 (1911/12), 379-380; Eugen Kühnemann: Herder, München 1912, in: Logos 3 (1912), 246-248; Hermann Nohl: Pädagogische und politische Aufsätze, Jena 1919, in: Logos 8 (1919/20), 110; Friedrich Jodl: Allgemeine Ethik. Aus dem Nachlaß herausgegeben von Wilhelm Boerner, Stuttgart 1918, in: Logos 8 (1919/20), 110-111; Theodor Litt: Individuum und Gemeinschaft. Grundfragen der sozialen Theorie und Ethik, Leipzig / Berlin 1919, in: Logos 8 (1919/20), 323-324; Karl Joel: Jakob Burckhardt als Geschichtsphilosoph, Basel 1918, in: Kant-Studien 25 (1920), 61-62; Julius Bab: Neue Kritik der Bühne, Berlin 1920, in: Logos 9 (1920/21), 121-122; Otto Braun: Nachgelassene Schriften, in: Logos 9 (1920/21), 297-298; Hans Freyer: Theorie des objektiven Geistes. Eine Einleitung in die Kulturphilosophie, Leipzig 1923, in: Logos 12 (1923/24), 298-302; Theodor Litt: Erkenntnis und Leben. Untersuchungen über Gliederung, Methoden und Beruf der Wissenschaft, Leipzig / Berlin 1923, in: Logos 12 (1923/24), 298-302; Emil Lask. Gesammelte Schriften. Herausgegeben von Eugen Herrigel. Bände 1 bis 3, Tübingen 1923 / 1923 / 1924, in: Kant-Studien 29 (1924), 482-488; Karl Jaspers: Die Idee der Universität, Berlin 1923, in: Logos 13 (1924/25), 131-132; Karl Vossler: Die Universität als Bildungsstätte. Vortrag, München 1923, in: Logos 13 (1924/25), 131-132; Rudolf Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Vierte völlig neu bearbeitete Auflage. herausgegeben unter Mitwirkung der Kant-Gesellschaft, Berlin 1927, in: Kant-Studien 32 (1927), 347-348; Karl Jaspers: Philosophie. Drei Bände, Berlin 1932, in: Kant-Studien 37 (1932), 142-147; Siegfried Marck: Die Dialektik in der Philosophie der Gegenwart, Tübingen 1931, in: Kant-Studien 37 (1932), 151-154.
Briefausgaben: W. Tischner: Du-Erleben und Wirklichkeit. Ein Briefwechsel zwischen Jonas Cohn und Theodor Litt, in: Pädagogische Rundschau 36 (1982), 303-310; Entwurf eines Briefes an Edmund Husserl vom 31. März 1911, in: Reinald Klockenbusch: Husserl und Cohn. Widerspruch, Reflexion und Telos in Phänomenologie und Dialektik, Dordrecht / Boston / London 1989, 263-265; Der Briefwechsel zwischen William Stern und Jonas Cohn. Dokumente einer Freundschaft zwischen zwei Wissenschaftlern. Herausgegeben von Helmut E. Lück und Dieter-Jürgen Löwisch (Beiträge zur Geschichte der Psychologie. Band 7), Frankfurt am Main / Berlin 1994 (darin: Dieter-Jürgen Löwisch: Zu Leben und Werk von Jonas Cohn, 199-208).
Lit.: Ernst Cassirer: [Rezension zu:] Jonas Cohn: Voraussetzungen und Ziele des Erkennens. Untersuchungen über die Grundfragen der Logik, Leipzig 1908, in: Deutsche Literaturzeitung 31 (1910), 2437-2445; - Ernst Troeltsch: Eine Kulturphilosophie des bürgerlichen Liberalismus [zu Jonas Cohn: Der Sinn der gegenwärtigen Kultur, Leipzig 1914], in: Preußische Jahrbücher 165 (1916), 353-377; - Wilhelm Metzger: [Rezension zu:] Jonas Cohn: Der Sinn der gegenwärtigen Kultur, Leipzig 1914], in: Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Philosophie 39 (1915); - Arthur Liebert: [Rezension zu:] Jonas Cohn: Der Sinn der gegenwärtigen Kultur, Leipzig 1914], in: Kant-Studien 20 (1915), 314-317; - Ernst Troeltsch: Erwiderung, in: Preußische Jahrbücher 166 (1965), 474-476 [zu Jonas Cohn: Die Erfüllung des befreiten Geistes als Gehalt der gegenwärtigen Kultur, in: Preußische Jahrbücher 166 (1916), 461-474]; - Kurt Kesseler: Die Religionsphilosophie des Neukantianismus, in: Zeitschrift für den evangelischen Religionsunterricht an höheren Lehranstalten 27 (1916), 310-324; - Oswald Külpe: Einleitung in die Philosophie. Achte, verbesserte Auflage, Leipzig 1918; - Theodor Litt: [Rezension zu:] Jonas Cohn: Geist der Erziehung. Pädagogik auf philosophischer Grundlage, Leipzig 1919, in: Kant-Studien 25 (1920), 254-258; - Kurt Kesseler: Die neukantianische Religionsphilosophie der Gegenwart kritisch gewürdigt. Ein Beitrag zur Frage des religiösen Apriori. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Lizentiatenwürde der hohen theologischen Fakultät der Badischen Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg, Langensalza 1920; - Traugott Konstantin Oesterreich: Die deutsche Philosophie des XIX. Jahrhunderts und der Gegenwart (Friedrich Ueberwegs Grundriss der Geschichte der Philosophie. Vierter Teil. Zwölfte, mit einem Philosophen-Register versehene Auflage), Berlin 1923; - August Messer: Pädagogik der Gegenwart (Lebendige Wissenschaft. Band 3), Berlin 1926; - Wilhelm Kahl / Friedrich Meinecke / Gustav Radbruch: Die deutschen Universitäten und der heutige Staat. Referate erstattet auf der Weimarer Tagung deutscher Hochschullehrer am 23. und 24. April 1926 (Recht und Staat in Geschichte und Gegenwart. Eine Sammlung von Vorträgen und Schriften aus dem Gebiet der gesamten Staatswissenschaften. Nr. 44), Tübingen 1926; - Theodor Litt: Einleitung in die Philosophie, Leipzig / Berlin 1933; - Siegfried Marck: Am Ausgang des jüngeren Neu-Kantianismus. Ein Gedenkblatt für Richard Hönigswald und Jonas Cohn, in: Archiv für Philosophie 3 (1949), 144-164; - Jürgen von Kempski: Nachwort, in: Jonas Cohn: Wirklichkeit als Aufgabe. Aus dem Nachlaß herausgegeben von Jürgen von Kempski, Stuttgart o.J. [1955], 353-359; - Dieter-Jürgen Löwisch: Jonas Cohn, in: Lexikon der Pädagogik. Band 1, Freiburg 1960, 251-252; - Theodor Ballauf / Klaus Schaller: Pädagogik. Eine Geschichte der Bildung und Erziehung. Band III, Freiburg / München 1969; - Dieter-Jürgen Löwisch: Jonas Cohns System der Pädagogik, in: Jonas Cohn: Vom Sinn der Erziehung. Ausgewählte Texte. Besorgt von Dieter-Jürgen Löwisch (Schöninghs Sammlung pädagogischer Schriften. Quellen zur historischen, empirischen und vergleichenden Erziehungswissenschaft), Paderborn 1970, 217-231; - Jörg Ruhloff: Marginalien zur Überlieferung des pädagogischen Neukantianismus anläßlich einer Edition von Schriften Jonas Cohns, in: Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik 47 (1971), 211-218; - Bernd Weber: Pädagogik und Politik vom Kaiserreich zum Faschismus. Zur Analyse politischer Optionen von Pädagogikhochschullehrern von 1914 bis 1933 (Monographien Pädagogik. Band 26), Königstein/Ts. 1979; - Hans-Ludwig Ollig: Der Neukantianismus, Stuttgart 1979; - Wolfgang Ritzel: Philosophie und Pädagogik im 20. Jahrhundert. Die philosophischen Bemühungen des 20. Jahrhunderts, Darmstadt 1980; - Rudi Krawitz: Pädagogik als Handlungsorientierung. Die Bedeutung des transzendentalkritischen Aspekts der Pädagogik, München 1980; - Werner Flach / Helmut Holzhey: Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus. Seminar-Textbuch 1. Fach: Philosophie, Hildesheim 1980; - Israel Idalovichi: Dialektisches Denken innerhalb des Neukantianismus. Kritische Untersuchung zu Jonas Cohns dialektischer Philosophie, Diss. phil. Heidelberg 1981; - Kurt Peter Rhein: Jonas Cohn. Pädagogische Theorie auf wertphilosophischer Grundlage, Diss. phil. Bonn 1984; - Alfred Schäfer: Zur Autonomie des Subjekts in der Gemeinschaft. Überlegungen zur pädagogischen Theorie Jonas Cohns, in: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik 61 (1985), 355-369; - Margret Heitmann: Jonas Cohns wertwissenschaftliche Begründung der Pädagogik, in: Pädagogische Rundschau 40 (1986), 559-579; - Dieter-Jürgen Löwisch: Die Einschätzung der »sozialen Verbände« - Volk, Nation, Genossenschaft, Kulturgemeinschaft - in der Abfolge neukantianischen Denkens von Paul Natorp über Jonas Cohn zu Bruno Bauch, in: Pädagogische Rundschau 40 (1986). Heft 2; - Margret Heitmann: Jonas Cohns wertwissenschaftliche Begründung der Pädagogik, in: Pädagogische Rundschau 40 (1986). Heft 4; - Fritz K. Ringer: Die Gelehrten. Der Niedergang der deutschen Mandarine 1890-1933, München 1987; - Reinald Klockenbusch: Widerspruch und Reflexion. Vergleichende Studien zu »Phänomenologie« und »Dialektik« bei Edmund Husserl, Jonas Cohn und Theodor Litt, Diss. phil. Mainz 1987 [veränderte Buchausgabe: Husserl und Cohn. Widerspruch, Reflexion und Telos in Phänomenologie und Dialektik (Phaenomenologica. Band 117), Dordrecht / Boston / London 1989]; - Stephan Nachtsheim: Jonas Cohn, in: Ostdeutsche Denker. Herausgegeben von W. Wolandt u.a., Bonn 1992, 197-199; - Margret Heitmann: »Unter seiner Ruhe und Feinheit sitzt - Gott sei Dank - ein Eckkopf ...«. Zum 50. Todestag von Jonas Cohn (1869-1947), in: Dialog. Mitteilungen des Steinheim-Instituts für deutsch-jüdische Geschichte. Nr. 24 (Heft 4/ 1997), 5-6; - Margret Heitmann: Jonas Cohn: Philosoph, Pädagoge und Jude. Gedanken zum Werdegang und Schicksal des Freiburger Neukantianers und seiner Philosophie, in: Walter Grab / Julius H. Schoeps (Hrsg.): Juden in der Weimarer Republik. Skizzen und Porträts [Zweite, veränderte Auflage], Darmstadt 1998, 179-199 [erste Auflage unter dem Titel: Juden in der Weimarer Republik (Studien zur Geistesgeschichte. Band 6), Stuttgart / Bonn 1986]; - Margret Heitmann: Jonas Cohn (1869-1947). Das Problem der unendlichen Aufgabe in Wissenschaft und Religion (Netiva. Band 1), Hildesheim / Zürich / New York 1999; - Encyclopaedia Judaica 5 (1930), 609; - NDB 3, 316 (Heinrich Kautz); - International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933-1945. Volume II / Part 1, München / New York / London / Paris 1983, 191-192; - RGG2 I, 1705; - DBA II 231, 397-408.
Matthias Wolfes
Letzte Änderung: 27.06.2008