CRASSELIUS (Crasselt), Bartholomäus, luth. Pfarrer und Kirchenliederdichter, * 21.2. 1667 in Wernsdorf bei Glauchau (Sachsen) als Sohn eines Böttchers, † 10.11. 1724 in Düsseldorf. - C. studierte in Halle und war ein eifriger Schüler August Hermann Franckes. Er wurde 1701 Pfarrer in Nidda (Wetterau) und wirkte seit 1708 in Düsseldorf. - C. trat als gewaltiger Bußprediger auf, rücksichtslos und unerschrocken. Durch seinen Glaubenseifer erweckte er die Gemeinde zu neuem Leben, zog sich aber durch seine »babelstürmende« Art auch mancherlei Streit und Zurechtweisung zu. So stand er jahrelang in schweren Kämpfen mit seinen Behörden. Die meisten seiner Lieder sind von diesem Eliasgeist erfüllt und strafende Bußgedichte. Genannt seien: »Erwach, o Mensch, erwache« und »Ach Herr, wann kommt das Jahr, die Deinen zu erlösen?« Sein bekanntestes Lied ist »Dir, dir, Jehova, will ich singen« (EKG 237).
Werke: Geistl. Neujahrsposaune oder christl.-priesterl. Bull- u. Wächterstimme nach dem Hall und Schall des hl. göttl. Wortes z. ernstl. Warnung u. treuen Vermahnung (Bullgedicht v. 36 Strophen: »Du Christenvolk verschiedner Arten«), 1710; Eine hellposaunende zionitische Wächterstimme z. Offb. der Widerchristen u. ihrer Verwüstung u. z. Ermunterung der wahren Christen z. hl. Rüstung auf die Zukunft des Herrn (4 Gedichte, eins davon: »O große Babylon, was soll dein falsches Prangen?«), 1718.
Lit.: Max Göbel, Gesch. des christl. Lebens in der rhein-westfäl. ev. Kirche II, 1852, 642 ff. 850 ff.; - Adalbert Natorp, B. C. u. die alte Protestanten-Kirche an der Bergstr., Düsseldorf, in: Das Tor. Düsseldorfer Heimatbll. 17, 1951, 58 ff.; - Koch IV, 418 ff.; - Hdb. z. EKG II/1, 218; - ADB IV, 566 f.; - RGG I, 1879.