CREDNER, Karl August, Theologe, * 10.1. 1797 als Pfarrerssohn in Waltershausen bei Gotha, † 16.7. 1857 in Gießen. - C. studierte in Jena, Breslau und Göttingen und wurde 1828 in Jena Privatdozent und 1830 ao. Professor. 1832 folgte er dem Ruf nach Gießen als o. Professor für Neues Testament und Kirchengeschichte. C. war ein hervorragender Forscher auf dem Gebiet der neutestamentlichen Einleitung und Geschichte des Kanons. In der Auseinandersetzung mit der lutherischen Partei kämpfte er gegen den orthodoxen Lehrzwang und trat 1839-47 in seiner literarischen Fehde mit dem Geheimen Staatsrat von Linde, dem ultramontanen Kanzler der Universität, mannhaft ein für die Freiheit der Forschung.
Werke: Btrr. z. Einl. in die bibl. Schrr. I, 1832; II, 1838; Einl. ins NT, 1836; Das NT nach seinem Zweck, Ursprung u. Inhalt für denkende Leser der Bibel I, 1841; II, 1843; Philipps des Großmütigen hess. Kirchenref.ordnung, 1852; Gesch. des nt. Kanons, hrsg. v. Gustav Volkmar, 1860.
Lit.: Wilhelm Baldensperger, K. A. C., sein Leben u. seine Theol., 1897; - Die Univ. Gießen 1607-1907, I, 1907, 422; -E. Winkelmann, Die Kämpfe um Bekenntnis u. Verfassung in der ev. Landeskirche v. Hessen-Darmstadt 1848-78, in: Jb. f. Hess. KG 5, 1954, 8; - H. E. Scriba, Biogr.-lit. Lex. der Schr.steller des Ghzgt. Hessen im 19. Jh., II, Darmstadt 1843, 131 f.; - ADB IV, 575 ff.; - NDB III, 404; - RE IV, 329 ff.; - DE I, 762; - LThK III, 88.
Friedrich Wilhelm Bautz
Letzte Änderung: 09.04.2011