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Band XIX (2001)Spalten 163-173 Claus Bernet

DARJES, Joachim Georg, * 23.6. 1714 in Güstrow, † 17.7. 1791 Frankfurt an der Oder. Jurist, Philosoph, Ökonom, Aufklärer, Lutherischer Theologe. - Den ersten Unterricht erhielt Darjes von seinem Vater Joachim Darjes, welcher als Prediger an der Marienkirche zu Güstrow wirkte und für seinen Sohn die Theologenlaufbahn vorgesehen hatte. Später wurde er von Hauptmann Bottiger in Geometrie, Mechanik und Kriegs- sowie Zivilbaukunst unterrichtet. Von beiden Lehrern erhielt er entscheidende Anregungen, die ihn Zeit seines Lebens beschäftigen sollten. Erste praktische Erfahrungen sammelte er bei der Bestellung des Güstrower Pfarrgartens, welcher ihm zur Aufsicht übertragen worden war. Erst ab 1726 besuchte Darjes das Gymnasium in Güstrow und studierte anschließend ab 1728 Theologie und Philosophie an der Akademie zu Rostock. Dort hörte er bei den Theologen Franz Albert Aepinus, Hermann Engelcken, Johann Burgmann und Johann Weidener. Bei letzterem war er auch untergebracht. In Weideners kompendiöser Gelehrtenbibliothek soll er sich im Selbststudium mit vielerlei theologischen Richtungen bekannt gemacht haben, auch mit den häretischen Ansichten jenseits der lutherischen Orthodoxie. Bei Weidner war es auch, bei welchem er seine erste öffentliche Disputation über das Thema "De regentio, male regente" hielt. 1731 wechselte er an die Jenaer Salana, weil dort die Philosophie des Christian Wolff (1679-1754), deren unkritischer Anhänger er eine Zeitlang wurde, studiert werden konnte. Rückblickend urteilte Darjes über diese Jahre: "Wer mir etwas wider die Wolfischen Lehrsätze sagte, der war mein Feind" (entnommen aus seiner Autobiographie in der Vorrede zu seiner Schrift: "Einleitung in des Freyherrn von Bielfeld Lehrbegriff der Staatsklugheit", 1764, 14). Jetzt beschäftigte er sich in der Theologie vornehmlich mit Kirchengeschichte und hörte bei den Theologen Georg Walch und Gottfried Stolle. Auch begann er, sich mühsam Grundkenntnisse im Hebräischen zu erwerben. 1735 erhielt er den Magistergrad der Theologie verliehen. Nach einer kurzen aber erfolgreichen Zeit als lutherischer Vikarius und Prediger in Güstrow kehrte er noch 1735 nach Jena zurück, da dort eine theologische Kontroverse seine Anwesenheit erforderlich machte. Mit seinem Lehrer Jakob Carpow (1699-1768), in dessen Haus er in Jena untergebracht war, hatte er eine Hypothese entwickelt, die untersuchte, ob es möglich sei, die Lehre der Dreieinigkeit auf dem Weg der Philosophie zu erklären. In nur einer Nacht soll er eine Skizze zusammengeschrieben haben, die er voller Zuversicht an Freunde weiterreichte. In Jena wurde das Manuskript dann ohne seines Wissens in den Druck gegeben. Ein Eingreifen von seiten Darjes, um zumindest die Anonymität zu wahren, blieb fruchtlos. Nach der Drucklegung entspannte sich ein Streit über diesen "De pluralitate personarum in Deitate ex solis rationis principiis demonstrata" betitelten Traktat, an dem die Jenaer und Rostocker theologischen Fakultäten federführend beteiligt waren und Darjes von vielen Seiten angegriffen wurde. Sogar des Atheismus wurde er beschuldigt. Ein Erfolg ist seiner Schrift nicht beschieden gewesen, sie verleidete ihm die Freude an der Theologie, aber machte es ihm leichter, sich nach einer neuen Beschäftigung und einem neuen Broterwerb umzusehen. So entschloß er sich, die Theologenlaufbahn aufzugeben und sich der Philosophie und Mathematik zuzuwenden. 1737 wechselte er ganz zur Jurisprudenz. In diesem Fach begann er sogleich als Lernender mit dem Lehren, da sein fortgeschrittenes Alter und seine finanziellen Möglichkeiten kein langwieriges Studium zuließen. Er arbeitete sich schnellstmöglich in das Völker- und Staatsrecht des Hugo Grotius ein und begann, die Institutionen und Pandekten öffentlich zu lesen. Es gelang ihm, schon 1739 den Doktortitel zu erlangen. Seine vinia legendi erwarb er sich durch außerordentlich viele Disputationen, mit denen er versuchte, sich einen Namen unter den Gelehrten zu machen. Fünf Jahre später erhielt er, protektiert von Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar (1688-1748) eine Professur für Moral und Politik an der Jenaer Universität. Auch eine Stelle als Sächsisch-Weimarischer und Eisenacher Hofrat hielt Darjes inne, zusätzlich wurde er als ordentlicher Beisitzer des Senats der Mainzer Akademie der nützlichen Wissenschaften zu Erfurt tätig. - Über Darjes Eheleben ist wenig bekannt. Seine erste Ehe fällt in die Jenaer Jahre, er war mit einer Tochter des Hofrats Teichmayer aus Jena verheiratet, die frühzeitig verstarb. Ab 1757 war er eine zweite Ehe mit Marta Friderica Reichart (1739-1794), einer Tochter des Erfurter Ratsmeisters Christian Reichart, eingegangen. Nach der Aufnahme der regelmäßigen Lehrtätigkeit in Jena hatten sich bei Darjes und seinem Freundeskreis Anfang der 1740er Jahre Zweifel an der Wolff'schen Philosophie gemehrt: An die Lehre vom zureichenden Grunde, an den allgemeinen Zusammenhang der Dinge, an den Satz von der besten aller Welten und an die Harmonia Praestabilita konnte und wollte Darjes nicht länger glauben. In seinen Vorlesungen begann er im Diskurs mit dem Auditorium die Wolff'sche Philosophie zu hinterfragen. Diese neue Lehrform brachte ihm viel Anerkennung und begeisterte Anhänger unter den Studenten, jedoch auch erbitterte Gegner, vornehmlich unter den Wolffianern. Daher hatte er sich auch mit den Wolff'schen Schülern Johann Christian Klaproth und Johann Jacob Schmauß, die beide in Göttingen lehrten, auseinanderzusetzen. In den Jenaer Jahren soll er bis zu 500 Hörer gehabt haben, die Studenten standen teils auf den Treppen, teils stiegen sie auf Leitern, um den Philosophen erleben zu dürfen. Bis zu sechs Vorlesungen hielt Darjes täglich, und selbst im letzten Lebensjahr brachte er es noch auf drei Vorlesungen, wenngleich die Zuhörerzahl zusammengeschmolzen war und bei weitem nicht mehr an die der Jenaer Zeit heranreichte. 1763 folgte er einem Ruf als Professor für beiderlei Rechte und Weltweisheit an die preußische Viadrina, die Universität Frankfurt an der Oder. Sein dortiges jährliches Gehalt war mit 1.100 Reichstalern ungewöhlich hoch, hinzu kamen Hörgelder und eine freie Wohnung im Ordinariatshaus. Seine Frau bekam nach seinem Tode als eine der ersten Witwen eines Universitätsdozenten in Preußen eine jährliche Pension ausbezahlt. Sein besonderes Anliegen war die Kameralwissenschaft, welche er an der Viadrina einführte und lehrte. Um diese in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, begründete er 1766 auf Wunsch von Studenten die "Königlich gelehrte Gesellschaft zum Nutzen der Wissenschaften und Künste", als deren erster Präsident er lange Zeit wirkte. An der Viadrina zählte er zu den bedeutendsten Gelehrten, seine Autorität war unangefochten. In den Jahren 1772, 1779 und 1788 war er Universitätsrektor der Viadrina. Im Jahre 1786 erhielt er von Gönnern eine goldene Medaille des Berliner Künstlers Abraham Abramson anläßlich seiner fünfzigjährigen Lehrtätigkeit verliehen. Die Devise lautete: "Via ad veritam - Pietatis monumentum" und verweist auf ein Lebensprinzip des Gelehrten, der innerlich mit der Theologie nie gebrochen hatte und persönlich ein religiöses Leben führte. Darjes starb 1791 an einem Fieber und wurde auf dem Militärfriedhof Frankfurt an der Oder beigesetzt. Posthum wurde ihm die Ehre zuteil, daß ihm der Berliner Bildhauer Johann Gottfried Schadow (1764-1850) 1796 ein monumentales Denkmal aus Sandstein schuf, das seine Aufstellung im Stadtpark zu Frankfurt an der Oder fand. Darjes betätigte sich auch als Freimaurer. Er trat in Jena dem Berliner Logenableger "Zu den drei Weltkugeln" bei und konnte schnell Meister vom Stuhl werden. Sein Projekt einer Realschule für mittellose Kinder zu Camsdorf, die kurzfristig existierte (nachgewiesen 1761/62), steht mit seiner Freimaurertätigkeit in Verbindung. Stets war Darjes daran interessiert, daß seine Ideen nicht lediglich akademisch-theoretische Übungen blieben, sondern daß sie sich in der Praxis bewähren sollten. Auf seinem Hofgut Camsdorf nahe Jena betrieb er agrarische Versuche zwecks Steigerung der Bodenqualität und experimentierte mit verschiedenen Formen der Melioration. Auch mit der Bautätigkeit kam Darjes in Berührung, als er für die Viadrina alljährlich gemeinsam mit dem Universitätsrektor die Universitätsdörfer der Mittelmark, auf denen seine agrarischen Neuerungen nutzbringend angewendet werden konnten, zu inspizieren und in Stand zu halten hatte. Neben seinen hauptsächlichen Aufgaben, der Rechtswissenschaft, der Philosophie und der Ökonomie, beschäftigte er sich auch weiterhin mit theologischen Fragestellungen. Für ihn war Theologie nicht lediglich eine rein akademische Übung, sondern er sah in dieser einen Praxisbezug, der zum Handeln in der Welt führte. So verfaßte er eine Schrift "Erste Gründe der natürlichen Gottesgelahrtheit. Nebst der philosophischen und theoretischen Abhandlung von der Stadt Gottes" (1750), die sich als "theoretische Abhandlung von der Stadt Gottes" versteht. Hinter dem Titel verbirgt sich der Versuch einer Synthese eines aufgeklärten Theismus mit der augustinischen Theologie. Im Gegensatz zu Aurelius Augustin scheint es für Darjes sehr wohl möglich zu sein, die Civitas Dei ansatzweise auf Erden verwirklichen zu können: "Der Inbegriff der Gegenden, welche zu der Absicht bestimmet sind, daß die Bürger in derselben wohnen und durch deren Gebrauch der Endzweck eines Staates bequem erhalten werden können, wird das Gebiet des Staates genennet. Folglich können wir die Weltmaschine mit gutem Grunde das Gebiet des göttlichen Staates nennen". Kriterium der Zugehörigkeit ist nicht mehr, wie noch bei Augustin, die Erwählung des Einzelnen nach dem Ratschluß Gottes, sondern allein der Gebrauch der Vernunft, da aus der Identität von Vernunft und Gott der Schluß gezogen wird, daß alle vernünftigen Bürger per se Bürger der Stadt Gottes sind. - Schon zu Lebzeiten genoß er Würde, Ansehen und Ehrungen wie wenige seiner akademischen Kollegen. Viel Zeit verwendete er in die Führung verschiedener akademischer und höfischer Ämter und in lange öffentliche Reden an der Universität und bei Hofe. Selbst mit Friedrich II. führte er eine Unterredung über die Entwicklung des Cartesianischen Systems, die allerdings wegen der mangelnden Französischkenntnisse Darjes' für beide Seiten sehr beschwerlich gewesen sein mußte. Darjes war ein beliebter Universitätslehrer, der viele seiner Zuhörer in den Bann zog, nicht weil er Philosophie lehrte, sondern weil er seinen Schülern das Philosophieren beibringen konnte. Seine zahlreichen schriftlichen Traktate und Ausführungen sind solide gearbeitet, können jedoch keineswegs Genialität beanspruchen. Ihr Wert ist auf die zeitgenössische Auseinandersetzung mit der Wolff'schen Philosophie, der Verbreitung der Kameralistik und zahlreiche Disputationen zu juristischen Einzelfällen begrenzt. Der Grund liegt weniger in mangelnden Sprachkenntnissen, sondern in der kurzen Zeit, mit der Darjes seine Schriften zusammenstellte. Viele seiner Texte sind umgearbeitete Vorträge, die ihre Herkunft aus dem gesprochenen Wort nicht verleugnen; "Es fehlt ihm Gründlichkeit, Präzision und systematische Darstellungsgabe" (Richter, ADB). Einfluß konnte Darjes über seine zahlreichen und vor allem bedeutenden Schüler gewinnen, zu den bekanntesten zählen Christian Gotthilf Salzmann (1744-1811) und Carl Gottlieb Svarez (1746-1798). Selbst Kant war von ihm beeinflußt, der seine "Sittenlehre" (1750) und sein "Natur- und Völker-Recht" (1762/63) schätzte.

Werke: De pluralitate personarum in Deitate ex solis rationis principiis demonstrata. Jenae 1734; Diss. Mathematica, de oculo quod sit camera obscura maxime artificiosa. Joach. Georg. Darjes (Praeses); Georgius Krieger (Resp.). Jenae 1735; Diss. de Possibilitate creationis mundi ab aeterno. Jenae 1735; Tractatus philosophicus in quo pluralitas personarum in deitate qua omnes conditiones ex solis rationis principiis methodo mathematicorum demonstrata. Leovardiae 1735; - De methodo inveniendi logarithmos per hyperbolam. Diss. Jena 1737; Diss. de eo, quod justum est circa legem talionis, tam in foro externo, quam in foro poli. Jenae 1737; Die lehrende Vernunft-Kunst welche eine vernünftige Anweisung zur Verbesserung der Kräfte des Verstandes in Beurtheilung und Erfindung der Wahrheiten in sich enthält und aus der Natur der Seele in mathematischer Lehr-Art zur Grundlegung zu einer höheren Wissenschaft und zum Nutzen seiner Zuhörer aufgesetzet worden. ND der Ausgabe Jena 1737 Hildesheim 2000 (Wolff, Christian von: Materialien und Dokumente. Gesammelte Werke, Abt.III, Bd. LX); Qua evoluta arithmetices theoria, Präese.: Joachim Georg Darjes. Resp.: Franz Karl Caspari. Jena 1738; Dissertatio Mathematica Qua Evoluta Arithmetices Theoria Eam Summae Scientiae Speciem Esse. Ostendit Praeses Joachim. Georg. Darjes Defendente Francisco Carolo Caspari. Jenae 1738; Dissertatio Inauguralis Iuridica De Tutela Pactitia Tam In Iure Romano Qvam Germanico Fundata, Eiusque In Foris Nostris Usu, Praes. Dieterich Hermann Kemmerich. Resp. Joachim Georg Daries. Jenae 1739; Institutiones jurisprudentiae universalis, in quibus omnia juris naturae socialis et gentium capita in usum auditorii sui methodo scientifica explanantur. Jena 1740. Jenae 17452. Jenae 17483. Jena 17514. Jenae 17575. Jena 17646. Jenae 17767; Abgenöthigte Vertheidigung der Ehre und Unschuld, wider die ungegründeten Beschuldigungen, welche der Herr geheime Rath Moser in seinen Schrifftmäßigen Gedancken der Verbindung der Welt-Weisheit, besonders der Wolffischen mit der Theologie zu behaupten gesuchet. Jena 1741; Dissertation metaphysica, sistens de mundo ejusque conceptu meditationem. Joachim Georg Darjes (Resp.); Johannes Fridericus Rau. Jenae 1741; Introductio in artem inveniendi seu logicam theoretico-practicam, qua analytica atque dialectica proponuntur. Jenae 1742. Jenae 17472; Elementa Mataphysices Tomus prior, qui philosophicam primam, Ontologiam, Monadologam, Somatologiam atque Mechanologiam complectitur, et ad Philosophiam, inprimis de Animabus, Spiritibus, Deo, Mundo, atque civitate divina, cognitionem, viam sternit. Jenae 1743; Suckow, Simonis Gabriel: Schreiben an Joachim Ludolph Mayohl in Rostock, darinnen desselben Einwürfe wider einige Stellen in dem ersten Theile der Metaphysik des Herrn Dr. Darjes untersucht und beantwortet werden. Jena 1743; Elementa Mataphysices Tom.II. Qui Psychologiam atque Pneumaticam et Empiricam et Rationalem, Theologiam naturalem, et de Civitate Dei ejusque territorio mundo nimirum mechanico mediationem philosophicam complectitur. Jenae 1744; De vera atque ficta philosophica practica breviter dicit simulque ad audiendam orationem de officiis eorum quibus honores praesertim professoris philosophiae moralis et politices conferendi atque collati sunt (...). Jenae 1744; Commentatio Mathematica qua Evoluta Arithmetices Theoria eam summae scientiae speciem esse breviter docetur. Jenae 17442; Verteidigung seines Natur- und Völker-Rechts. O.O. 1745; Exercitatio philosophica de adquisitione hereditatis, ejusque effectibus secundum Jus Naturae. Jenae 1746; Introductio in artem inveniendi seu logicam theoretico-practicam. Qua analytica atque dialectica in usum auditorii sui methodo auditoribus commoda proponuntur. Jenae 1747; Erste Gründe der gesamten Mathematik, darinnen die Haupt-Theile so wohl der Theoretischen als auch Praktischen Mathematik in ihrer natürlichen Verknüpfung auf Verlangen und zum Gebrauch seiner Zuhörer entworfen. Jena 1747. Jena 17572. Jena 17643. Jena 1777/794; Vorrede: Vom Reformiren der Wissenschaften, und Anwenden der Philosophie auf andere Theile. In: Stolle, Gottfried: Kurzgefaßte Lehre der allgemeinen Klugheit. Jena 1748; V. M. Joach. Georgio Daries (...) quum fasces acad. d. 8. Febr. 1748 susciperet, pie gratulatur Laurentius Johann Daniel Succovius. Simulque de calcinatione corporum disserit. Jenae 1748; Anmerkungen über einige Lehrsätze der Wolfischen Metaphysic, welche einer großen Menge Zuhörern vorgetragen und mit einem ehemaligen Sendschreiben an (...) begleitet und herausgegeben von einem ehemaligen Zuhörer. Frankfurt 1748; Philosophische Nebenstunden. Bde.IV. Jena 1749-1752; Institutiones Jurisprudentiae privatae Romano-Germanicae. In usum auditorii sui systematica adornatae methodo. Jenae 1749. Jenae 17662; Erste Gründe der philosophischen Sitten-Lehre. Auf Verlangen und zum Gebrauch seiner Zuhörer entworfen. Jena 1750. Jena 17552. Jena 17623. Jena 17824; Erste Gründe der natürlichen Gottesgelahrtheit. Nebst der philosophischen und theoretischen Abhandlung von der Stadt Gottes. In: Ders.: Erste Gründe der philosophischen Sitten-Lehre. Jena 1750; Comparatio inter Euphratem philosophicum ac (...) Joachimium Georgium Daries (...) ab Henrico Friederico Eggers. Lipsiae 1750; Diss. de genuina Juris voluntarii, speciatim divini indole, ejusque a Jure Naturali discrimine. Jenae 1750; Dissertatio iuris naturalis qua perillustris L. B. de Wolff. De potestate circa sacra et bona ecclesiastica, doctrina, adversus S. V. Rodtfischeri impugnationes defenditur. Praeside Ioachimo Georgio Darjes (...) publ. Defendet Io. Fridericus Iulius Haerter. Jenae 1751; Observationes iuris naturalis, socialis et gentium ad ordinem systematis sui selectae. Bde.II. Jenae 1751; Elementa metaphysices, commoda auditioribus methodo adornata. Jenae 1753; Reichart, Christian: Von vieljähriger Nutzung der Äcker ohne Brache und wiederholte Düngung. Wobei zugleich eine Anweisung die Korn- und Hülsen-Früchte, nebst dem Hanfe, Flachse und einigen Klee-Gewächsen, zu erbauen, gegeben, mit Kupfern. Benebst einer Vorrede Herrn Joachim Georg Darjes. Erfurt 1754. Erfurt 17692. Erfurt 17773 (Ders.: Land- und Gartenschatz, Bd. V); Via ad veritatem. Commoda auditoribus methodo demonstrata. Jenae 1755. Jenae 17642; Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften darinnen die Haupt-Theile so wohl der Oeconomie, als auch der Policey und besondern Cameral-Wissenschaft in ihrer natürlichen Verknüpfung zum Gebrauch seiner academischen Fürlesung entworfen. Jena 1756. Leipzig 17682. ND Aalen 1969; Wiebens, Carl Friedrich: Grundriß von den Wissenschaften bey Erziehung eines Prinzen. Nebst Vorrede des Herrn Hofrath Darjes (...). Jena 1756; Einladungs-Rede zu der Feyer der teutschen Gesellschaft in Jena, mit welcher das Geburtsfest des Ernst August Constantin Herzogs zu Sachsen begangen wird. Jena 1756; Zu der würdigsten Feyer der Teutschen Gesellschaft in Jena mit welcher sie das höchste Geburthsfest ihres (...) Herrn Ernst August Constantin Herzogs zu Sachsen (...) begehen wird, geschiehet hierdurch die geziemende Einladung. Jena 1756; Pabsten, Johann Sebastian: Gründliche Anweisung zur Rechenkunst. Darinnen nach einer ganz leichten und neuen Art vollständig und hinlänglich mit und ohne Brüche zu rechnen gezeiget wird, den Anfängern zum Besten. Benebst einer Vorrede von Joachim Georg Darjes. Jena 1758; Kurzgefaßtes Ackersystem, wodurch die Brachfelder nicht nur völlig, sondern auch mit Nutzen können abgeschafft werden. In: Oeconomischen Nachrichten, Bd. X,115, 1758, 318-336; Jenaische philosophische Bibliothek. Bde.II. Jena 1759-1760; Entwurf einer Real-Schule zur Erziehung armer Kinder. Zum Nutzen der wirthschaftlichen Beschäftigung. Jena 1761; Projet d'une écolé économique de charité pour l'éducation de pauvres enfants. À l'avantage des affaires économiques. Jena 1761; Discours über sein Natur- und Völker-Recht. Auf Verlangen herausgegeben. Jena 1762-1763. ND Goldbach 1999 (Naturrecht und Rechtsphilosophie in der Neuzeit: Studien und Materialien, Bde.III); Das erste Jahr der Real-Schule die den Namen die Rosen-Schule bey Jena führet. Jena 1763; Commentatione De Differentiis Iurisprudentiae Atque Politiae Quae Vulgo Die Policey Dicitur Ad Audiendam Orationem Inauguralem Qua Post Religiose Nuncupata Vota Pro Potentissimi Regis Regnique Salute Modum Iurisprudentiam Docendi Philosopho Convenientem D. III. December MDCCLXIII. Francofurti ad Viadrum 1763; Einleitung in des Freyherrn von Bielfeld Lehrbegriff der Staatsklugheit. Zum Gebrauch seiner Zuhörer verfertiget. Jena 1764; Diss. de Jure vindicandi servos fugitivos. Francofurti ad Viadrum 1766; Dissertatio iuridica de rerum divisione quam divino numine adiuvante sub moderamine Ioachimi Georgii Darjes reginae borussorum maiestati a consiliis secretioribus phil. et i. v. d. et prof. publ. ord. senat. acad. scient. util. elect. mogunt. assessori ordinarii etc. etc. Patroni et fautoris devenerandi. In illustris regiae Viadrinae auditorio maiori die XXIII. August 1766. Horis consuetis publico et solemni eruditorum examini sistit autor Gotthold Fridericus Theodorus Zimmermann saxo-electoralis. Francofurti ad Viadrum 1766; Meditationes ad Pandectas, quibus praecipua Juris capita ex fontibus philosophicis explicantur. Specimen Imum. Francofurti ad Viadrum 1766; Diss. de Jure reali in personis. Francofurti ad Viadrum 1767; Dissertatio iuris gentium de causis belli pro aliis suscipiendi quam praeside Joachimo Georgio Daries potentiss. boruss. Regi a consiliis intimis, phil. atque iur. doctore et in illustr. Viadrina prof. publ. ordin. societatis scientiarum et artium quae in Viadrina floret praeside, etc. etc. in auditorio iuridico d. martii MDCCLXVIIII. Publico eruditorum examini sublicit Immanuel Gottlob Wentzel Frideberga-Neomarchicus L. L. cultor. Francofurti ad Viadrum 1769; Diss. Differentiae pacti voluntarii atque metu initi. Francofurti ad Viadrum 1772; Dissertatione academica de justo termino solutionis, quando in instrumento obligationis solutioni terminus non est praefinitus. Praeside Ioachimo Georgio Daries (...) defendet Christophorus Wilhelmus Lentz. Francofurti ad Viadrum 1774; Dissertatione academica de interpretatione et extensione L. C. de rescind. vendit. Francofurti ad Viadrum 1775; Meine Gedanken von den Gränzen des Rechts der Natur. Frankfurth an der Oder 1775; Weg zur Wahrheit. Auf Verlangen übersetzt, mit Anmerkungen und Beyträgen begleitet. Frankfurth an der Oder 1776; Ordinis Ictorum In Academia Viadrina H. T. Pro-Decanus Ioachim. Georg. Darjes Praemissa Commentatione De Differentia Iuris Aequi Atque Stricti; Des Billigen Und Strengen Rechts, Ad Dissertationem Inauguralem Et Solemnia Inauguralia Candidati Clarissimi Friderici Georgii Braun Friso-Orientalis Emdani (...). Die IX. Mart. MDCCLXXXV. (...) Celebranda Invitat. Viadrina 1785; Facultatis Iuridicae H. T. Pro-Decanus Joachim Georg Darjes Ad Dissertationem Inauguralem Et Solemnia Inauguralia Candidati Generosissimi Ioachimi Ab Exter Hamburgensis (...). Ad D. XXIII. Martii MDCCLXXXV. (...). Celebranda Invitat Et Praefationis Loco Ad Quaestionem An Feudum Recte Lehn Vertatur Respondet. Viadrina 1785; Ad virum perillustrem amplissimum doctissimum Joachim Georgium Daries boruss. reg. a consilliis sanctioribus academiae Viadrinae directorem jur. ac phil. in eadem p. p. ord. doctorem suum quondam optimum odem hanc cum memoriali numismate in decem muneris professorii lustra feliciter et gloriose ab eo transacta mittere voluerunt debuerunt Amici. Berlin 1786; Das 44ste Geburts-Fest Sr. Königlichen Majestät Friedrich Wilhelms II. gefeiert den 25. Sept. 1787 in einer öffentl. Zusammenkunft von der zum Nutzen der Künste und Wissenschaften allergnädigst bestätigten gelehrten Gesellschaft zu Frankfurt an der Oder. Mit 1 Zuschrift von Joachim Georg Darjes. Cüstrin 1787.

Lit.: Gunnerus, Johann Ernst: Vollständige Erläuterungen und Anmerkungen über das Natur- und Völkerrecht des Herrn Hofrath Darjes. In 8 Theilen und einem vollständigen Register über das ganze Werk bestehend. Bde.VIII. Jena 1748-1752. Wien 1785-17862; - Schaubert, Johann Wilhelm: Unpartheyische Prüfung der Gegen-Erinnerung M. Gunners, auf die Vertheidigung des Herrn Daries. Leipzig 1749; - Kölbele, Johann Balthasar: Die Allgemeinheit des zureichenden Grundes wird bewiesen und von den Einwürfen des um die neuere Weltweisheit hochverdienten Herrn Hofrath Daries zu befreyen gesuchet. Zusätze zu seinem Beweis der Allgemeinheit des zureichenden Grundes. Frankfurt an der Oder 1750; - Anonym: Der blinde und vom wahren Licht noch weit entfernte bisherige Naturrechtslehrer, welcher in der allgemeinen Rechtsschule des Königl. Preuß. Herrn Geh. Rathes Daries entdecket wird. Franckfurt 1764; - Suckow, Lorenz Johann Daniel: Die Cameral-Wissenschaften nach dem Grund-Riße des Herrn Geheimen-Rath Darjes. Zum akademischen Gebrauch entworffen. Jena 1767. Jena 17842; - Weidlich, Christoph: Biographische Nachrichten von jetztlebenden Rechtsgelehrten in Teutschland. Bd. I, 1781, 126-131; - Koppe, Johann Christian: Jetztlebendes gelehrtes Mecklenburg. Aus autentischen und anderen sichern Quellen. Bd. III, 1784, 39-48; - Scheidemantel, Heinrich Gottfried: An den Geheimen Rath Darjes bei Gelegenheit der Jubelfeier seines akademischen Lehramts. Stuttgart 1786; - Hausen, Carl Renatus: Joachim Daries als akademischer Lehrer. Frankfurt an der Oder 1791; - Catalogus librorum Joach. G. Darjes. Francof. ad Viadrina 1792; - Koppe, Johann Christian: Juristischer Almanach auf das Jahr 1792. Rostock 1792, 225; - Schlichtegroll, Friedrich: Nekrolog auf das Jahr 1791. Enthaltend Nachrichten von dem Leben merkwürdiger in diesem Jahre verstorbenen Personen. Bd. III,2. Gotha 1793, 335; - Schlichtegroll, Friedrich: Nekrolog auf das Jahr 1792. Enthaltend Nachrichten von dem Leben merkwürdiger in diesem Jahre verstorbenen Personen. Bd. II,2 Gotha 1794, 279-310; - Richter: Joachim Georg Darjes. In: ADB, Bd. IV, 1876, 758-759; - Trippensee, Gottfried Günter: Staat und Gesellschaft bei Bielfeld, Süßmilch und Darjes. Ein Beitrag zur Ideengeschichte des Preußischen Staates. Diss. Gießen 1925; - Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisch-bibliographisches Handbuch. Begr. von Wilhelm Kosch. Hgg. von Hubert Herkommer, Carl Ludwig Lang. Bd. II, 1969, 994-995; - Patitz, Lutz: Joachim Georg Darjes. 1714-1791. Universitätslehrer in Frankfurt an der Oder. Frankfurt a. d. O. 1991 (Frankfurter Buntbücher, Bd. II); - Müller, Gerhard: J. G. Darjes und die akademische Aufklärung an der Universität Jena. In: Universität im Aufbruch. Die Alma Mater Jenensis als Mittler zwischen Ost und West. Völkerverbindende Vergangenheit und europäische Zukunft einer deutschen Universität. Internationale Konferenz des Collegium Europaeum Jenense und das Historische Institut der Friedrich-Schiller-Universität vom 5. bis 7. Juni 1991 in Jena. Jena 1992, 139-147; - Pennitz, Martin: Die Rolle von Joachim Georg Darjes in den preußischen Kodifikationsbestrebungen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In: Vestigia Iuris Romani. Festschrift für Gunter Wesener zum 60. Geburtstag am 3. Juni 1992. Graz 1992, 331-350; - Ulbricht, Günter: Joachim Georg Darjes. Arbeitspädagoge der Aufklärung. In: Arbeit und Technik in der Schule, 1997, Bd. VIII,6, 202-204; - Müller, Gerhard: Joachim Georg Darjes und die Erfurter Kameralisten. Zur Geschichte eines Reformversuchs in der Mitte des 18. Jahrhunderts. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde von Erfurt, Bd. VI, 1998, 57-73.

Claus Bernet

Literaturergänzung:

Winkler, Werner: "Die Pädagogik von Joachim Georg Darjes (1714-1791) und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Arbeitserziehung." In: Jahrbuch für Erziehungs- und Schulgeschichte, hrsg. v. d. Kommission für deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte, Robert Alt u.a. Jahrgang 3, Akademie-Verlag Berlin, 1963. S.25-74; - Florian Gärtner, J.G.D. u.d. preuß. Gesetzesreform. Berlin 2007.

Letzte Änderung: 23.03.2007