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Band I (1990)Spalte 1318 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

DIONYSIUS, Papst, † 26.12. 267 in Rom. - Als römischer Presbyter griff D., ein Grieche von Geburt, dadurch in den Ketzertaufstreit zwischen Stephanus I. von Rom und Thascius Cäcilius Cyprian von Karthago ein, daß er mit dem Presbyter Philemon einen Brief an den Bischof Dionysius von Alexandrien richtete, der wiederholt darauf antwortete. D. wurde am 22.7. 260 der Nachfolger Sixtus' II. Nach seinem Regierungsantritt im Jahr 260 nahm Publius Licinius Gallienus die harten Maßregeln seines Vaters Valerianus gegen die Christen zurück. Damit begann eine etwa 40jährige Duldung des Christentums. D. bemühte sich nun vor allem um die Wiederaufrichtung der Ordnung in der römischen Kirche und ist bekannt durch den sog. Streit der beiden Dionyse. Dionysius von Alexandrien, der den Sabellianismus in der libyschen Pentapolis bekämpfte, lehrte die Unterordnung des Sohnes unter den Vater; er leugnete die Ewigkeit des Logos und betonte seine Geschöpflichkeit. Darum wandten sich ägyptische Kleriker an D., und eine römische Synode verhandelte 262 darüber. Sie verurteilte den Sabellianismus und Subordinatianismus, und D. teilte Dionysius von Alexandrien die Beschlüsse der Synode in seiner Lehrschrift mit. Er stellte dem Geschaffensein des Logos sein Gezeugtsein gegenüber: er kann nicht geworden sein, da es sonst eine Zeit gab, in der er nicht war; er war aber immer, da er im Vater und des Vaters Logos, Macht und Weisheit ist, ohne die Gott niemals gewesen sein kann. Dionysius von Alexandrien widerrief seine christologische Anschauung von der Geschöpflichkeit des Logos und betonte in einer ausführlichen Schrift die Ewigkeit des Logos und seine Wesenseinheit mit dem Vater. Damit war der Streitfall erledigt.

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Lit.: Hermann Hagemann, Die röm. Kirche u. ihr Einfluß auf Disziplin u. Dogma in den ersten drei Jhh., 1864, 432 ff. (das Lehrschreiben des Papstes D.); - James Thomson Shotwell and Louise Roppes Loomis, The See of Peter, New York 1927, 429 ff.; - Gerwin Roethe, Zur Gesch. der röm. Synoden im 3. u. 4. Jh. (Diss. Berlin, 1936), 1937; - Raymond J. Loenertz, Un prétendu sanctuaire romain de s. D. de Paris, in: AnBoll 66, 1948, 118 ff.; - Bibliotheca Sanctorum IV, Rom 1964, 631 ff.; - Jaffé I, 22 f.; II, 690. 732; - LibPont I, 157; - Kl. Pauly II, 66; - Caspar I, 54. 84. 90 ff. 222; - Haller I2, 497 f.; - Seppelt I2, 59 ff.; - Bardenhewer II, 644 f.; - Altaner7 170; - Quasten II, 239 ff.; - Catholicisme III, 614; - DThC IV, 423 ff.; - DHGE XIV, 247 f.; - EC IV, 1676; - LThK III, 405; - NCE IV, 876; - ODCC2 406; - RE IV, 702 f.; XXIII, 349; - RGG II, 201.

Friedrich Wilhelm Bautz

Literaturergänzung:

1990

Henryk Pietras, La difesa della monarchia divina da parte del papa D. (+ 268), in: AHP 28.1990, S. 335-342.

Letzte Änderung: 09.04.2011