DÖHNE, Jakob Ludwig, Missionar, * 9.11. 1811 in Zierenberg (Hessen-Kassel), † während des Kaffernkrieges 2.6. 1879 im Lager zu Pont Pine in Natal. - D. arbeitete im Dienst der Berliner Missionsgesellschaft 1836 in Südafrika im Kapland. Er verließ 1837 seinen Posten und machte die Bekanntschaft mit einem Kaffernhäuptling, der ihn mit Freuden aufnahm. Seine Zuneigung ging aber bald in Gegnerschaft über, als er merkte, um was es sich in der Mission eigentlich handelt. D. setzte sich in dem schönen 800-1000 m über dem Meer gelegenen Ländchen fest, erhielt Verstärkung und konnte so rasch hintereinander die Stationen Bethel und Itemba anlegen. Er erwarb sich in der schweren Xossasprache hinreichend Kenntnisse, so daß er mit der Übersetzung der Bibel beginnen konnte. Auch versuchte D., in mancherlei Weise auf die sozialen Verhältnisse der Kaffern einzuwirken. Er bemühte sich z. B. bei ihrem großen Viehreichtum, das Gerber- und Schuhmacherhandwerk einzubürgern. D. suchte die sog. "Viehheirat" abzuschaffen und leitete in Deutschland eine Sammlung ein, um durch Rinder bezahlte Mädchen loszukaufen und christlich zu erziehen. Der Kaffernkrieg vernichtete 1846 das Missionswerk und vertrieb die Missionare. D. fand Zuflucht auf der Missionstation Bethanien in Südwestafrika. Der britische Kommissar forderte ihn und Wilhelm Posselt auf, sich in Natal unter den Zulu niederzulassen. Ihnen wurde ein im Quellgebiet des Tugela ansässiger Kaffernstamm und dort ein großes Grundstück zugewiesen, auf dem sie 1847 die Station Emmaus erbauten. D. wurde auf dringendes Bitten der Buren ihr Prediger in Pietermaritzburg, trat aber 1854 wegen Zwistigkeiten mit einem Kollegen in den Dienst einer nordamerikanischen Missionsgesellschaft. 1862-71 wirkte D. wieder im Dienst der Berliner Missionsgesellschaft, vor allem als Bibelübersetzer in der Zulusprache. Dann sammelte er im nördlichen Natal eine holländische Gemeinde und predigte den Kaffern.