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Band XIX (2001)Spalten 181-195 Thomas Miller

DRIESCH, Hans Adolf Eduard, vitalistischer Biologe und spätidealistischer Philosoph, * 28.10. 1867 in Bad Kreuznach, † 16.4. 1941 in Leipzig. - Aufgewachsen in Hamburg besuchte er von 1877-1886 ein humanistisches Gymnasium, die Gelehrtenschule des Johanneums, studierte er Zoologie in Freiburg (wo er auch ein philosophisches Seminar von Alois Riehl besuchte), München und Jena. Dort promovierte er bei Ernst Haeckel mit einer Arbeit über "Tektonische Studien an Hydroidpolypen". Seine erste Monographie von 1891 mit dem Titel "Die mathematisch-mechanische Betrachtung morphologischer Problem der Biologie" führte aber schon zum Bruch mit Haeckel, da Driesch seine Überlegungen vornehmlich auf die Forschungen der Gegner Haeckels wie Wilhelm Roux stütze. Durch seine Versuche an Seeigeleiern ist er zum Begründer der Klon-Forschung geworden. Danach forschte er u. a. an der zoologischen Station in Neapel unter der Leitung von Anton Dohrn. 1900 ließ er sich in Heidelberg nieder, wo sich sein Wandel von der Biologie zur Philosophie vollzog. Seit 1902 arbeitete er nur noch selten experimentell - sein letztes eigenhändiges Experiment fällt in das Jahr 1909 -, aber die Probleme der Biologie begleiteten ihn zeitlebens. In den Jahren 1907 und 1908 hält er die berühmten Gifford-Lectures an der Universität Aberdeen, die später unter dem Titel "Philosophie des Organischen" sein frühes Hauptwerk werden sollen. 1909 wurde Driesch unter Absehen von den üblichen Formalitäten für Naturphilosophie habilitiert, und durch die Vermittlung Wilhelm Windelbands konnte er sich schließlich 1911 für Philosophie habilitieren. Im selben Jahr wurde er zum außerordentlichen Professor und 1916 zum ordentlichen Honorarprofessor und 1918 zum planmäßigen außerordentlichen Professor ernannt. In das Jahr 1916 fällt auch die Gründung der "Vereinigung Gleichgesinnter", einer liberalen politschen Gesellschaft, die er u. a. zusammen mit Friedrich Wilhelm Foerster und Friedrich Dessauer ins Leben rief. Ein Jahr später stieß schon Albert Einstein hinzu. In Heidelberg begründete Driesch auch sein philosophisches System mit der "Ordnungslehre" von 1912 und der "Wirklichkeitslehre" von 1917. 1920 erfolgte der Ruf auf die ordentliche Professur nach Köln an die neugegründete Philosophische Fakultät, und am 20.6. 1921 wurde er als Nachfolger Johannes Volkelts auf den Leipziger Lehrstuhl berufen. Bei seiner Berufung nach Köln setzte er sich als Quereinsteiger gegen so bedeutende Philosophen wie Hermann Graf von Keyserling, Jonas Cohn, Max Frischeisen-Köhler, Karl Joel, Martin Heidegger, Karl Jaspers und Theodor Litt durch, bei der Berufung nach Leipzig gegen Heinrich Maier, Ernst Cassirer, Wilhelm Wundt, Richard Hönigswald, Edmund Husserl, Hermann Graf von Keyserling, Max Scheler, Georg Misch, Traugott Konstantin Oesterreich, Heinrich Scholz u. a. Seine Vorlesungen und Seminare hatten einerseits die klassischen neuzeitlichen Philosophen wie Descartes, Leibniz, Locke, Hume und Kant zum Thema, andererseits widmete er einen nicht unerheblichen Teil seiner Veranstaltungen zeitgenössischen Denkern wie Eduard von Hartmann, Hans Vaihinger, Oswald Külpe, Theodor Lipps sowie nicht deutschsprachigen Philosophen wie Henri Bergson, Bertrand Russell, F. C. S. Schiller u. a. Nachweislich bei Driesch gehört haben neben Arnold Gehlen, der bei ihm promovierte, u. a. Ernst Jünger und Erich Fromm. Seine Vorlesungen waren überfüllt. Für Gastvorlesungen in China, Japan, den USA und Brasilien wurde er 1922 und 1926 beurlaubt. In dieser Zeit erwachte auch sein Interesse für die Parapsychologie, mit der er sich spätestens seit 1921 auseinandersetzte, und ihre methodschen Probleme. Seine Schrift zu diesem Thema hat die gesamte Forschung in diesem Bereich methodisch fundiert, indem er allen haltlosen Spekulationen eine Absage erteilte und nur empirisch überprüfte Phänomene gelten lassen wollte. 1926 wurde er Präsident der "Society for Psychical Research", als deren Schwestergesellschaft er 1929 eine "Deutsche Gesellschaft für psychische Forschung" plante. 1928 schlug ihn Kurt Breysig aufgrund seiner wissenschaftlichen und besonders seiner pädagogischen Fähigkeiten für den Literaturnobelpreis vor. 1930 wurde Driesch Dekan der philosophisch-historischen Abteilung und der Gesamtfakultät. Wegen seines Einsatzes für einen pazifistisch gesinnten Kollegen, auch im Zusammenhang mit der Ermordung Theodor Lessings, emeritierte man Driesch vorzeitig am 1.10. 1933, während er im Ausland, das er nicht mehr bereisen durfte, weitere Anerkennung fand. Seitdem beschäftigte er sich 1935 ernannte ihn die Londoner Philosophical Society zum Ehrenmitglied. Driesch starb 1941. Sein brieflicher Nachlass umfasst weit über 1000 Briefe. In der Zeit von 1920 bis 1933 hat er mehr als einhundert Dissertationen betreut, davon fast 70 als Erstgutachter. Zu seinen Werken sind über fünfhundert Rezensionen geschrieben worden. - Regenerationsversuche an Seeigeleiern führten Driesch schon im Jahre 1895 zu einer teleologischen Lehre, die er ab dem Jahre 1899 als "Vitalismus" oder "Neovitalismus" bezeichnet hat. Entscheidend hierbei ist, dass sich aus zwei getrennten Hälften eines Seeigeleies in einem bestimmten Entwicklungsstadium nicht etwa zwei halbe, sondern zwei ganze Individuen entwickeln. Das führte Driesch dazu, eine Kraft anzunehmen, die sog. "Entelechie", die dem Leben auf ähnliche Weise zugrunde liegt wie die "Kraft" der Physik, mit ihr aber nicht zu vereinigen ist. Jede der Hälften des Seeigeleies enthält einen teleologischen Faktor, der dazu führt, dass die einzelnen Individuen "ganz" werden. Im Anschluss an diese Forschungen wurde später die Erbsubstanz gefunden. Drieschs Interesse galt aber immer mehr der Begrifflichkeit der Biologie, und nachdem er seine vitalistischen Ergebnisse auf die gesamte Biologie übertragen hatte, ging er daran, sie philosophisch zu fundieren. - Philosophie ist nach Driesch die Lehre vom Gewussten als Gewusstem, die sich im Ursachverhalt "Ich habe bewusst und um mein Wissen wissend Etwas" ausdrückt. Dass das Gewusste als Gewusstes gewusst wird, also ohne Rücksicht auf den Inhalt, macht das Philosophische aus. Das Gewusste nun erleben wir nach Driesch als Geordnetes, und diese Ordnung gilt es zu entdecken, aber nicht auf empirische Weise, denn es geht hier nicht um Inhalte, sondern um die formalen Bestandteile des Wissens. Aus diesem Grunde muss für die sich an den Ursachverhalt anschließende "Ordnungslehre" jeder Wirklichkeitsbezug unbeachtet bleiben. Die Begriffsbildung der Wissenschaften erfolgt so der Reihe nach durch "metaphysikfreie" Setzung von Begrifflichkeiten, aus denen dann das jeweilige Wissenschaftsgebiet entsteht. Die so entstandenen Wissenschaften relektieren dann diese Begrifflichkeiten nicht mehr, sondern setzen sie schlicht voraus. So fragt die Arithmetik nicht mehr nach dem Begriff der Zahl, die Geometrie nicht mehr nach dem Begriff des Raumes und die Physik nicht mehr etwa nach dem Begriff der Zeit. Durch diese Überlegungen hat Driesch zeitgleich zu Hugo Dingler, mit dem er in freundschaftlichem Kontakt stand, den Konstruktivismus der Erlanger Schule um Paul Lorenzen mitbegründet. - Realität wird dann in der späteren "Wirklichkeitslehre" zu einer hypothetischen "Tönung" des Gewussten. In der Wirklichkeitslehre wird die gesamte Ordnungslehre noch einmal unter dem Gesichtspunkt einer realen Existenz betrachtet. Der Ursachverhalt "Ich habe bewusst und um mein Wissen wissend etwas" wird nun dahingehend geprüft, ob das gewusste Wissen nicht etwa noch ein Nicht-Ich, also eine andere Person haben könnte. Die Ordnungslehre war auf das Subjekt und seine Auffassung beschränkt, in der Wirklichkeitslehre spielen auch intersubjektive Momente eine Rolle, im Sinne des Satzes, dass nicht nur "Ich" bewusst Etwas habe, sondern das Gewusste die Möglichkeit einer Allgemeingültigkeit beanspruchen kann. Dieser Schritt ist der erste Reflexionsprozess, den die Wirklichkeitslehre macht. Wenn ich um mein Wissen selbst wissen kann, dann stellt die Wirklichkeitslehre - in Kantischen Worten - die Bedingung der Möglichkeit der Ordnungslehre dar. Diese Bedingung der Möglichkeit der Ordnungslehre als erste Reflektion wird dann am Ende der Wirklichkeitslehre noch einmal reflektiert und auf ihre Bedingung befragt: Wie ist die Wirklichkeitslehre als Bedingung der Möglichkeit einer Ordnungslehre denkbar? Das ist der Ort, an dem Driesch Gottesbegriff Bedeutung gewinnt. Gott ist für Driesch also die Bedingung der Möglichkeit einer Wirklichkeitslehre, die wiederum Bedingung der Möglichkeit einer Ordnungslehre ist. Die genaue Untersuchung dieser Driesch'schen Konstruktion ist bisher nicht unternommen worden. Andeuten aber lässt sich folgendes: Nach Driesch muss man unterscheiden zwischen dem Begriff "Gott" und dem Gegenstand "Gott", woraus nach Driesch die Nichtigkeit der Kantischen Kritik am ontologischen Gottesbeweis folgt, denn logisches Wesen und Existenz stehen gar nicht im Verhältnis von Grund und Folge. Die übrigen historischen Gottesbeweise lässt er beschränkt gelten, indem Gott als Demiurg die Voraussetzung für Wirklichkeit schlechthin ist. Als logisches Wesen ist Gott also wirklich, als seiendes Wesen aber in seinem Sein unbegreiflich, weil in seinem Sosein nicht erfassbar.

Werke (Rezensionen, Vorworte u. dgl. sind nur in besonderen Fällen aufgenommen. Vollständige Verzeichnisse finden sich in Miller (1991), durch einige Beiträge ergänzt bei Mocek (1998)): Tektonische Studien an Hydroidpolypen I-III, in: Jenaische Zeitschrift für Naturwissenschaft XXIV N. F. 17, 1889/90, 189-226, 657-688, XXV N. F. 18, 1891, 467-479; Die mathematisch-mechanische Betrachtung morphologischer Probleme der Biologie, Jena 1891; Entwicklungsmechanische Studien I-VI, in: Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie LIII, 1891, 160-184, LV, 1892, 1-62; Entwicklungsmechanische Studien VII-X, in: Mitteilungen der Station Neapel XI, 1895, 221-254; Die Biologie als selbständige Grundwissenschaft, Leipzig 1893, umgearb. 19112; Analytische Theorie der organischen Entwicklung, Leipzig 1894; Zur Analyse der Potenzen embryonaler Organzellen, in: Archiv für Entwicklungsmechanik II, 1895, 169-203; Zur Analysis der ersten Entwicklungsstadien des Ctenophoreneies (mit T. H. Morgan), in: Archiv für Entwicklungsmechanik II, 1895, 204-226; Bemerkungen zu den von T. H. Morgan und mir angestellten Versuchen an Ctenophoreneiern und ihrer Kritik, in: Zoologischer Anzeiger XIX, 1896, 127-132; Die Maschinentheorie des Lebens, in: Biologisches Centralblatt XVI, 1896, 353-368; Über den Anteil zufälliger individueller Verschiedenheit an ontogenetischen Versuchsresultaten, in: Archiv für Entwicklungsmechanik III, 1896, 295-300; Die taktische Reizbarkeit von Mesenchymzellen von Echinus microtuberculatus, in: Archiv für Entwicklungsmechanik III, 362-380; Über einige primäre und sekundäre Regulationen in der Entwickelung der Echinodermen, in: Archiv für Entwicklungsmechanik IV, 1896, 247-272; Über den Werth des biologischen Experiments, in: Archiv für Entwicklungsmechanik V, 1897, 133-142; Studien über das Regulationsvermögen der Organismen I-VII, in: Archiv für Entwicklungsmechanik V, 1897, 389-418, IX, 1900, 103-139, X, 1900, 411-434, XI, 1901, 185-206, XIV, 1902, 247-287, 532-538; Von der Methode der Morphologie, in: Biologisches Centralblatt XIX, 1899, 33-58; Die Lokalisation morphogenetischer Vorgänge. Ein Beweis vitalistischen Geschehens, Archiv für Entwicklungsmechanik VIII, 1899, 35-111; Resultate und Probleme der Entwickelungsphysiologie der Tiere, in: Ergebisse der Anatomie und Entwickelungsgeschichte VIII, 1899, 679-846; Von der Allgemeingiltigkeit wissenschaftlicher Aussagen, in: Biologisches Centralblatt XX, 1900, 16-25; Die organischen Regulationen. Vorbereitungen zu einer Theorie des Lebens, 1901; Zwei Beweise für die Autonomie von Lebensvorgängen, in: Verhandlungen des V. internationalen Zoologenkongresses zu Berlin 1901, 1902, 1-12; Kritisches und Polemisches I-IV, in: Biologisches Centralblatt XXII, 1902, 151-159, 181-190, 439-460, XXIII, 697-704, 729-740, 766-774; Über ein neues harmonisch-äquipotentielles System und über solche Systeme überhaupt, in: Archiv für Entwicklungsmechanik XIV, 1902, 227-246; Neue Antworten und neue Fragen der Entwicklungsphysiologie, in: Ergebnisse der Anatomie und Entwicklungsgeschichte XI, 1902, 784-945; Die "Seele" als elementarer Naturfaktor. Studien über die Bewegung der Organismen, Leipzig 1903; Die Selbständigkeit der Biologie und ihrer Probleme, in: Süddeutsche Monatshefte I, 1903, 5-17; Naturbegriffe und Natururteile. Analytische Untersuchungen zur reinen und empirischen Naturwissenschaft, Leipzig 1904; Der Vitalismus als Geschichte und als Lehre, Leipzig 1905, 19222 (nur der 1. Teil unter dem Titel: Die Geschichte des Vitalismus), ital. 1911, engl. 1914; Die Entwicklungsphysiologie von 1902-1905, in: Ergebnisse der Anatomie und Entwicklungslehre XIV, 1905, 603-807; Die Physiologie der tierischen Form, in: Ergebnisse der Physiologie V, 1906, 1-107; Analytische und kritische Bemerkungen zur Lehre von der Autonomie des Lebens, in: Biologisches Centralblatt XXVII, 1907; The Science and Philosophy of the Organism. The Gifford Lectures delivered before the University of Aberdeen in the Year 1907 and 1908. 2 vols., London 1908, 19292, ND 1979, deutsch als: Philosophie des Organischen. 2 Bände, Leipzig 1909, umgearb. 19212, gekürzt 19284 (sic!), franz. 1921 (mit einem Vorwort von J. Maritain); Über einige neuere "Widerlegungen" des Vitalismus, in: Archiv der Entwicklungsmechanik XXV, 1908, 407-422; Das Leben und der zweite Energiesatz, in: Annalen der Naturphilosophie VII, 1908, 193-203; Das Problem der Geschichte, in: Annalen der Naturphilosophie VII, 1908, 204-228; Henry Bergson, der biologische Philosoph; Zeitschrift für den Ausbau der Entwicklungslehre II, 1908, 48-55; Die Entwicklungsphysiologie 1905-1908, in: Ergebnisse der Anatomie und Entwicklungsgeschichte XVII, 1909, 1-157; Geschichte, Philosophie, Naturwissenschaft, in: Süddeutsche Monatshefte, 1909, 722-733; Über den Begriff "Natur", in: Verhandlungen des II. Internationalen Congresses für Philosophie in Heidelberg 1908, 512-524; Zwei Vorträge zur Naturphilosophie: I. Die logische Rechtfertigung der Lehre von der Eigengesetzlichkeit des Belebten. II. Über Aufgabe und Begriff der Naturphilosophie, 1910; Otto Liebmanns Lehre vom Organismus, in: Kantstudien XV, 1910, 86-93; Neue Versuche über die Entwicklung verschmolzener Echinidenkeime, in: Archiv für Entwicklungsmechanik XXI/1, 1910, 8-23; Rez. z. Crew, Die Schuld der Physik an die (sic!) Metaphysik (Science XXXI, 521-532), in: Annalen der Physik. Beiblätter, 1910, 1003-1004; Über die Bedeutung einer Philosophie der Natur für die Ethik, in: Weltanschauung (Berlin), 1911, 191-216; Die Kategorie "Individualität" im Rahmen der Kategorienlehre Kants, in: Kantstudien XVI, 1911, 22-53; Der Begriff "Werden" und seine möglichen Arten, in: Atti del IV. Congresso internazionale di filosofia, Bologna, 1911, 110-116; Die Rationalisiserung des Kausalbegriffes als Abwehr dogmatischer Naturtheorien, Barcelona 1911; Ordnungslehre. Ein System des nicht-metaphysischen Teiles der Philosophie, Jena 1912, umgearb. 19232; Über die Bestimmtheit und die Voraussagbarkeit des Naturwerdens, in: Logos IV, 1913, 62-84; Die Logik als Aufgabe. Eine Studie über die Beziehung zwischen Phänomenologie und Logik. Zugleich eine Einleitung in die Ordnungslehre, Tübingen 1913; Der Vitalismus als Grundlage einer Weltanschauung, in: Süddeutsche Monatshefte, 1913, 126-141; Über die grundsätzliche Unmöglichkeit einer "Vereinigung" von universeller Teleologie und Mechanismus: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie, Philos.-histor. Kl., 1. Abhandlung, 1914; The Problem of Individuality, London 1914; Die Lehre von der Induktion, in: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie, Philos.-histor. Kl., 11. Abhandlung, 1915; Bechers "Naturphilosophie", in: Deutsche Literaturzeitug XXXVI, 1915, 2317-2325; Leib und Seele. Eine Prüfung des psychophysischen Grundproblems, Leipzig 1916, verb. 19202, 19233, engl. 1927; Rez. z. K. Marbe, Die Gleichförmigkeit der Welt, in: Vierteljahrsschrift für Philosophie und Soziologie, 1916, 270-277; Wirklichkeitslehre. Ein metaphysischer Versuch, Leipzig 1917, umgearb. 19222, umgearb. 19303; Skizzen zur Kantauffassung und Kantkritik, in: Kantstudien XXII, 1918, 81-124; Das Problem der Freiheit, Leipzig 1917, Berlin/Leipzig 19202; Logische Studien über Entwicklung I, in: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philos.-histor. Klasse, 3. Abhandlung, 1918; Die Beschaffung des höchsten Objekts, Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philos.-histor. Klasse. 11. Abhandlung, 1918; Der Begriff der organischen Form, Berlin 1919; Studien über Anpassung und Rhythmus, in: Biologisches Centralblatt XXXIX, 1919, 433-462; Zur Reform des Gymnasiums, in: Südwestdeutsche Schulblätter XXXVI, 1919; Philosophie und positives Wissen, in: Der Leuchter (Darmstadt), 1919, 337-366; Logische Studien über Entwicklung II, in: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philos.-histor. Klasse, 18. Abhandlung, 1919; Wissen und Denken. Ein Prolegomenon zu aller Philosophie, Leipzig 1919, 19222; Rez. z. Selle, Von der Wirklichkeit hinter Krieg und Geschichte, in: Kantstudien XXV, 1920, 65; Mein System und sein Werdegang, in: Deutsche Philosophie in Selbstdarstellungen, Band I, 1921, 49-78, 19222; Eine neue Wissenschaft?, in: Die Westmark (Köln) I, 636-643; Rez. z. Uexküll, Theoretische Biologie, in: Kantstudien XXVI, 1921, 201-204; Das Ganze und die Summe, Leipzig 1921; Wie studiert man Philosophie? Ratschläge für Studierende, Leipzig 1922, 19242, erw. 19333; Bewusstsein und Unterbewusstsein, in: Deutsche Medizinische Wochenschrift, 1922, 1234-1235; Die Probleme der Naturphilosophie im Rahmen eines Systems, 1922; Les Phénomènes métapsychoques au point de vue biologique, in: Revue métapsychique, 1924, 17-31; Metaphysik, Breslau 1924; Relativitätstheorie und Philosophie, Karlsruhe 1924, Leipzig 19292 (unter dem Titel: Relativitätstheorie und Weltanschauung); Kant und das Ganze, in: Kantstudien XXIX, 1924, 365-376; The Possibility of Metaphysics, London 1925, 19262, 19303; The Crisis in the Psychology, Princeton 1925, dt. Grundprobleme der Psychologie. Ihre Krisis in der Gegenwart, Leipzig 1926, 19292, griech. 1928, tschech. 1933; Die metapsychischen Phänomene im Rahmen der Biologie, in: Psychische Studien LII, 1925, 1-15; Die Metapsychologie im Rahmen eines philosophischen Systems, in: Psychische Studien LII, 1925, 433-449; Anfang und Ende der Philosophie, in: Japanisch-deutsche Zeitschrift für Wissenschaft und Technik, 1925, 211-220; Das Rationale und das Irrationale, in: Die Akademie, 1925, 1-7; Das Organische im Lichte der Philosophie, in: Atti V. Congresso internazionale di filosofia, Napoli 1924, 615-625; "Psychische Gestalten" und Organismen, in: Annalen der Philosophie V, 1925, 1-11; Max Hartmanns Stellung zum vitalistischen Problem, in: Annalen der Philosophie V, 1925, 33-35; Organische Entwicklung, in: Der Leuchter (Darmstadt) VI, 1925, 25-50; Parapsychologie und anerkannte Wissenschaft, in: Hochland XXIII, 1925, 82-94; Fern-Ost. Als Gäste Jungchinas (mit Margarete Driesch), Leipzig 1925; The present status of the philosophy of nature in Germany, in: The Monist XXXVI, 1926, 281-298; Die Gottesbeweise, in: Der Morgen II, 1926, 23-33; Metaphysik der Natur. in: Handbuch der Philosophie, Abt. II, 1926; Logik und Metaphysik des Freiheitsbegriffes; in: Gesetz und Freiheit, 1926, 23-44; Psychische Forschung und akademische Wissenschaft, in: Zeitschrift für Parapsychologie, 1926, 608-619; Kritisches zur Ganzheitslehre, in: Annalen der Philosophie V, 1925/26, 281-304; Theoretische Möglichkeiten der Geschichtsphilosophie und ihre Erfüllung, in: Geist und Gesellschaft (Fs. Kurt Breysig), Bd. I, 11-26; Von den Zielen der philosophischen Akademie zu Erlangen, in: Symposion I, 1927, 7-10; Vergleiche zwischen amerikanischen und deutschen Universitäten, in: Deutsche Zeitung für Spanien (Barcelona) XI/XII, 1927, 264; Vorschläge zur methodischen Verbesserung der "Margery"-Untersuchungen, in: Zeitschrift für Parapsychologie, 1927, 338-340; Amerikanisches Bildungssystem, in: Universum XLIV, 1927, 3; Die Methoden der parapsychologischen Theorienbildung, in: Zeitschrift für Parapsychologie, 1927, 478-488; Musik und Weltanschauung, in: Illustrierte Zeitung (Leipzig), Nr. 4370; Tatsachen und Theorien in der Parapsychologie, in: Süddeutsche Monatshefte XXV, 1927, 3-9; Parapsychologie und Philosophie, in: Zeitschrift für Parapsychologie, 1927, 589-603; Zur neueren Vitalismuskritik, in: Biologisches Centralblatt XLVII, 1927, 641-653; Behaviorismus und Vitalismus, Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie, Philos.-histor. Kl., 1. Abhandlung, 1927; Ganzheit und Wohlordnung, in: Annalen der Philosophie VI, 1927, 274-283; Die sittliche Tat. Ein moralphilosophischer Versuch, Leipzig 1927, engl. 1927, 19302; Vorwort z. H. Frhr. v. Klöckler, Astrologie als Erfahrungswissenschaft, Leipzig 1927, V; Der sogenannte Okultismus, in: Gedanken zur Zeit. Neue Fragen der Seelenerkenntnis. Sieben Rundfunkvorträge, 1929, 44-61; Der Mensch und die Welt, Leipzig 1928, 19452, engl. 1929, 19302, franz. 1930, tschech. 1933, span. 1960; Der Zwiespalt in der heutigen Physik, in: Münchener Neueste Nachrichten (05.07.1928, 2 S.); Standpunkt der Philosophie (zur Todesstrafe), in: Der Staat und die Mörder, Münchener Neueste Nachrichten (20.11.1928), 22; Sind neue Religionen möglich?, in: Neue Leipziger Zeitung (25.12.1928); Leben - Tod - Unsterblichkeit, in: Zeitschrift für Parapsychologie III, 1928, 534-552; Zur vitalistischen Begriffsbildung, in: Archiv für Entwicklungsmechanik CXVI, 1929, 1-6; Ordnung und Freiheit, in: Recht und Staat im neuen Deutschland (Berlin), 1929, 32-46; Zum Begriff des Irrationalen, in: Archiv für Systematische Philosophie und Soziologie XXXIII, 1929, 101-106; Ethische Politik, in Festschrift für Thomas Garrique Masaryk zum 80. Geburtstag, Band II, 287-290; Parapsychologische Hypothesen; in: Der Morgen VI, 1930, 11-35; Philosophie und Leben, in: Forum philosophicum I, 1930, 20-45; Die Rolle der Intuition in der Philosophie, in: Studier tilägnade Efraim Liljequist, Lund, Bd. I, 113-123; Philosophische Forschungswege. Ratschläge und Warnungen, Leipzig 1930; Die Phänomenologie und ihre Vieldeutigkeit, in: Proceedings of the Seventh International Congress of Philosophy held in Oxford, 1930, 151-158; Hemmungslose und vorsichtige Philosophie, in: Münchener Neueste Nachrichten (10.03.1930, 2 S.); Tonkunst und Weltanschauung, in: Weser-Zeitung (Bremen 30.01.1930); Der Vitalismus, in: Deutscher Almanach für das Jahr 1931, 118-128; Das Wesen des Organismus, in: Das Lebensproblem (hrsg. zus. m. Hans Woltereck), 1930, 384-450; Systematische Selbstdarstellung, in: Deutsche systematische Philosophie nach ihren Gestaltern, 1931, 129-190; Moderne Psychologie, in: Zeitschrift für Religionspsychologie IV, 1931, 20-25; Die sittliche Forderung, in: Vorträge des Instituts der Geschichte der Medizin IV, 119-136; Parapsychologie. Die Wissenschaft von den "okkulten" Erscheinungen, München 1932, Zürich 19432, 19523, München 19674, ND 1982, ND 1984, engl. 1933, 19382; Die deutsche Jugend und der deutsche Staat, in: Ethik VII, 288-294; Développement de la théorie de l'organique d'Eugenio Rignano, in: Scientia (Milano) LI, 1932, 71-78; Musik und Weltanschauung, in: Weser-Zeitung (Bremen, 26.07.1932); Völker-Verständigung, in: Berliner Tageblatt (15.05.1932); Philosophische Gegenwartsfragen, Leipzig 1933; Die nichtmechanistische Biologie und ihre Vertreter, in: Nova Acta Leopoldina, N. F. 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F. 14, 1942, 268-274; Lebenserinnerungen. Aufzeichnungen eines Forschers und Denkers in entscheidender Zeit, München/Basel 1951.

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Thomas Miller

Letzte Änderung: 08.11.2001