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Band I (1990)Spalte 1446 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

EBERT, Jakob, Kirchenliederdichter, * 26.1. 1549 als Pfarrerssohn in Sprottau (Schlesien), † 5.2. 1615 in Frankfurt an der Oder. - E. kam 1561 auf das Gymnasium in Goldberg (Schlesien), das durch Valentin Trotzendorf zu einer der ersten evangelischen Schulen jener Zeit geworden war. Seit 1566 studierte er an den Universitäten Frankfurt/Oder und Wittenberg und wurde 1572 Rektor der Schule in Soldin. 1574 setzte E. das Studium in Frankfurt fort und promovierte dort zum Magister. Danach leitete er die Schule in Schwiebus und wurde 1576 Rektor in Grünberg (Schlesien), dann an der Universität Frankfurt Professor der hebräischen Sprache und 1593 für Ethik. E. erwarb 1593 die theologische Doktorwürde und lehrte seit 1594 als Professor der Theologie. - Von E.s Liedern ist bekannt: »Du Friedefürst, Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch und wahrer Gott, ein starker Nothelfer du bist im Leben und im Tod« (EKG 391). Mit der Originalweise des gleichfalls in Frankfurt/Oder wirkenden Kirchenmusikers Bartholomäus Gesius erschien das Lied erstmals 1601 in Frankfurt/Oder in der Sammlung »Geistliche deutsche Lieder mit 4 und 5 Stimmen gesetzt durch Bartholomäus Gesius«.

Lit.: Koch II, 270 f.; - Hdb. z. EKG II/1, 118 f.

Textanmerkungen:

Ebert ist nicht am 5.2. 1615, sondern bereits am 5.2. 1614 in Frankfurt an der Oder gestorben. Im dortigen Stadtarchiv findet sich ein Katalogeintrag mit der Kopie einer Schrift aus der ehemaligen Marienkirchbibliothek (Marienk.Prof. 4° 323/50), deren Original im Krieg vernichtet wurde. Darin lädt der Prorektor der Frankfurter Universität, Christoph Pelargus, zur Bestattung von Jakob Ebert für den 10. Februar 1614 ein.

Letzte Änderung: 27.04.2003