Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band XIV (1998)Spalten 960-961 Autor: Ekkart Sauser

ERENTRUDIS: hl. Äbtissin, geb. 7. Jh. in Worms, gest. um 718 in Salzburg. Fest: 30.6. - E., Nichte des hl. Rupert, kam mit diesem nach Salzburg. Sie entstammte fürstlichem, möglicherweise königlichem Geschlecht. R. teilte ihr eine ausgesprochen missionarische Aufgabe zu. Er errichtete für sie um 714 ein Kloster auf der südöstlichen Terrasse des heutigen Festungsberges, dem damaligen »Castellum Superius«. Dieses Vorhaben wurde durch den Bayernherzog Theodbert und dessen Gemahlin Regintrud unterstützt. Dieses Kloster wurde zu Ehren der Gottesmutter Maria eingeweiht und E. war die erste Äbtissin. Erst am Anfang des 14. Jh. verfaßte Caesarius, ein Kaplan im Nonnbergkloster, eine erste Lebensbeschreibung der E. Diese legendarische Schrift beruht auf älteren, nicht mehr vorhandenen Quellen. I. Schmidt-Sommer sagt zu dieser E.: »Entrudis muß eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen sein. Sie war von zierlicher mädchenhafter Gestalt, hatte goldblonde Haare, was auf iroschottische Herkunft hindeuten könnte, und ist nicht älter als 55 Jahre alt geworden, wie eine Untersuchung der Gebeine 1924 ergab. Sie ist wahrscheinlich mit Klostererfahrung nach Salzburg gekommen, so daß gute Voraussetzungen für die Neugründung gegeben waren. Dazu gehörte auch die adelige Herkunft von ihr und ihren Mitschwestern, die ein hohes Bildungsniveau besaßen, das sie befähigte, in dem verarmten Gebiet den Lebens- und Bildungsstandard der Bevölkerung zu verbessern und das Christentum einzupflanzen. Sie widmeten sich dem Gebete, pflegten Kranke, betreuten Arme, unterrichteten Erwachsene und Kinder. Besonders die apostolische Tätigkeit von Erentrudis wird hervorgehoben.« - Caesarius berichtet: »Glühend war die Macht ihrer Rede, den Hartnäckigen die harten Herzen zu erweichen und mit dem Salz der Weisheit und dem Honig der Liebe zu würzen.« Etwa dreihundet Jahre nach ihrem Tode, vermutlich am 4. September 1024, wurden ihre Gebeine in die fertiggestellte Krypta übertragen. Noch heute befindet sich dort ihr Grab. Dieses ist allerdings leer, denn ihre Reliquien befinden sich einstweilen in einem kostbaren Reliquiar im Kloster. Schon bald nach ihrem Tode wurde sie als Heilige verehrt, eine Urkunde bezeugt dies für das Jahr 788. Wiederum kann I. Schmidt-Sommer dazu bemerken: »Auch dürfte bereits in dieser frühen Zeit (um 788) eine Wallfahrt zu ihrer Begräbnisstätte eingesetzt haben, die im Laufe der Jahrhunderte von unzähligen Pilgern aufgesucht wurde, um in vielen Lebensnöten Hilfe zu suchen... In diesem Zusammenhang wird eine Pilgerherberge am Nonnberg erwähnt.« Ihre Reliquien ruhen heute in einem kostbaren Büstenreliquiar von 1318 und in einem silbernen Schrein von 1624. In der Kunst wird sie dargestellt als Äbtissin mit Kirchenmodell, mit flammendem Herzen und Kreuz.

weiterlesen ...
Lit.: LThK3 Bd. II, Sp. 752 (H. Dopsch); - P. Karner: Die Heiligen und Seligen Sazburgs: Austria sancta, Wien 1913, 46 ff; - M. Hadenteufel: Das Salzburger Erentrudis-Kloster und die Agilolfinger: MIÖG 93 (1985) 1-30; - I. Schmidt-Sommer-Theresia Bolschwing: Frauen vor Gott-Geschichte und Wirken der Benediktinerinnenabtei St. Erentrudis auf dem Nonnberg in Salzburg, Salzburg 1990, 6-8; - J. Torsy: Der große Namenstagskalender, Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe, hrsg. von H. J. Kracht, Freiburg-Basel-Wien 1997, 177; - V. Schauber: Pattloch Namenstagskalender, Dokumentation von H.M. Schindler, Augsburg 1994, 17.

Ekkart Sauser

Literaturergänzung:

Ingrid Donner-Lebitsch, Der hl. Rupert u.d. hl. Erentrudis von Salzburg, in: CPB 120.2007, S. 118-120.

Letzte Änderung: 09.04.2011