Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band XV (1999)Spalten 526-528 Autor: Martin Persch

ERLEMANN, Gustav, Kirchenmusiker und Komponist, * 29.3. 1876 in Neuwied, + 5.10. 1936 in Trier. - E. absolvierte das Neuwieder Realgymnasium und besuchte drei Jahre lang das Lehrerseminar in Boppard, wo der bedeutendste rheinische Cäcilianer, Peter Piel, sein Lehrer (Orgel und Kontrapunkt) wurde. 1891 ging er nach Berlin, wo er am Akademischen Institut für Kirchenmusik Schüler von Rudolf Radecke, Carl Albert Loeschhorn und Hermann Schröder war. Er studierte sodann weitere sieben Semester an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin und war Meisterschüler von Max Bruch. Nach kurzer Tätigkeit als Klavierlehrer in Berlin siedelte er 1903 nach Trier über, wo er ein Konservatorium gründete, das bald in »Kirchenmusikschule Erlemann« umbenannt wurde. Dabei standen die bekannten Regensburger und Aachener Kirchenmusikschulen, die katholische Organisten und Chordirigenten ausbildeten, Paten. Eine große Zahl von Kirchenmusikern der Trierer Diözese (und weit darüber hinaus) verdankt ihre fundierte Ausbildung dieser Trierer Kirchenmusikschule. 1926 erreichte E. die staatliche Anerkennung seiner Anstalt. Der »größte Tonsetzer Moselfrankens« (Hermann Spoo) schrieb zahlreiche neoromantische Lieder, Chöre, Klavier- und Orgelmusik, Chor- und Orchesterwerke, von denen genannt seien: Der Nibelungen Überfahrt (1900); Ballade E moll für Klavier und Orchester (1903); Römische Suite für Orchester (1921); Symphonische Dichtung »Das Lied vom Leben« (1921); Klavierkonzert Es dur (1922). Ab dem Jahre 1911 (Publikation: »Die Einheit im katholischen deutschen Kirchenlied«; 1913: »Das neue Einheitsgesangbuch«; 1915: »Zwanzig deutsche Kirchenlieder als Einheitslieder, eingerichtet für Kriegs- und Friedenszeiten«) trat E. als engagiertester Befürworter eines katholischen Einheitsgesangbuches und eines gemeinsamen Kanons von einheitlichen Liedern für die deutschsprachigen Diözesen hervor, doch hat die Fuldaer Bischofskonferenz mit ihrem Beschluß vom 23.8. 1916 (23 einheitliche Texte auf 20 Melodien) inhaltlich andere Wege beschritten als die von E. vorgeschlagenen. E., Inhaber zweier päpstlicher Auszeichnungen, fand seine letzte Ruhestätte auf dem Städtischen Friedhof zu Trier.

weiterlesen ...
Werke: Werkverzeichnis bei Gustav Bereths, Art. Erlemann, in: Kurzbiographien vom Mittelrhein und Moselland, Trier 1967-75, 450-451.

Lit.: Ist zusammengestellt bei Bereths, a.a.O. Zu ergänzen: Josef Kröll, Gustav Erlemanns kirchenmusikalische Werke, in: Paulinus. Trierer Bistumsblatt 62 (1936) Ausgabe Nr. 49 vom 6.12.1936, 12-13; - Hermann Spoo, Biographischer Führer über Triers Friedhöfe, Trier 1943, 16; - Riemann Musik Lexikon, Personenteil 12I (1959) 473-474; - Philipp Harnancourt, Gesamtkirchliche und teilkirchliche Liturgie. Studien zum liturgischen Heiligenkalender und zum Gesang im Gottesdienst unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Sprachgebiets, Freiburg u. a. 1973, 380-389; - Martin Persch, Das Trierer Diözesangesangbuch von 1846 bis 1975. Ein Beitrag zur Geschichte der Trierer Bistumsliturgie, Trier 1987; - Andreas Heinz, Liturgische Fragen bei den Beratungen der Fuldaer Bischofskonferenz 1871-1919, in: Römische Quartalschrift 81 (1986) 261-280; - LThK 3III 550 f.

Martin Persch

Letzte Änderung: 09.04.2011