ETT, Caspar, kath. Kirchenmusiker, * 5.1. 1788 in Eresing (Ammersee) als Sohn eines Schäfflers, † 16.5. 1847 in München. - E. kam mit 9 Jahren als Chorknabe in das Studienseminar der Benediktiner von Andechs. Nach dreijährigem Unterricht in Gesang, Orgel und Generalbaß wurde er durch Vermittlung des Klosters in das von Benediktinern geleitete Seminarium Georgianum in München aufgenommen. Von 1816 bis zu seinem Tod war er Hoforganist an St. Michael in München. - E. ist bekannt als Hauptvertreter der 1. Epoche der katholischen kirchenmusikalischen Restauration des 19. Jahrhunderts. Er hat sich um die Wiederbelebung der älteren kirchlichen Vokalmusik große Verdienste erworben und selbst eine Reihe Messen, Motetten, Stabat und Requiem in gleichem Geist geschrieben.
Lit.: Carl Emil v. Schafhäutl, Erinnerungen an C. E., in: KmJb 1891, 58 ff.; - Utto Kornmüller, Lex. der kirchl. Tonkunst II, 1895
2, 78 ff.; - F. Bierling, C. E., Ellbach 1906 (mit Verz. der Werke); - Otto Ursprung, Restauration u. Palestrina-Renaissance in der kath. Kirchenmusik der letzten 2 Jhh., 1924, 22 ff.; - Ders., Kath. Kirchenmusik, 1931; - Gesch. der kath. Kirchenmusik, hrsg. v. Karl Gustav Fellerer, I, 1972, 345; - MGG III, 1602 ff.; - Moser I, 329; - Riemann I, 479: - ADB VI, 392 ff.; - NDB IV, 664 f.; - LThK III, 1137; - NCE V, 594; - RGG II, 720 f.
Friedrich Wilhelm Bautz
Letzte Änderung: 09.04.2011