FABER (Schmitt), Kaspar, Kirchenliederdichter, * um 1515 in Mellerstadt (Bistum Würzburg). - F. bezog 1540 zum Studium der Theologie die Universität Wittenberg. Er verwaltete zuerst ein Predigt- oder Lehramt in Harzgerode. Um 1562 wurde er Pfarrer in Güntersburg (Harz) und wirkte zuletzt in Deistingen (Eichsfeld). - F. gab 1567 »Einfältige und kurze Erinnerung vom Sabbatsteufel« (15722) heraus, eine Schrift voll evangelischer Kraft. Eine Sammlung von 15 eigenen geistlichen Liedern hat er dieser Schrift angehängt. Voransteht das Lied »Heiligen soll den Sabbattag ein jeder Mensch auf Erden«. Von seinen Liedern seien das für seine Tochter Susanna 1566 gedichtete Adventslied genannt »Es ist ganz nahe der Jüngste Tag« und seine Bearbeitung des alten Mischliedes »In dulci jubilo«, die in das Koburger Gesangbuch von 1655 aufgenommen wurde: »Große Freud ist do, nun singet und seid froh.« Mit dem Untergang des Reformationswerkes auf dem Eichsfeld sind auch F.s Lieder in Vergessenheit geraten.
Lit.: Wilhelm Thilo, Kaspar Schmitt, der vergeßne Dichter ev. Gesänge auf dem kath. Eichsfelde, in: Zschr. f. christl. Wiss. u. Leben, Berlin 1853, 401 ff.; - Koch I, 378 f.; - Wackernagel IV, Nr. 1557-1572.
Friedrich Wilhelm Bautz
l>Letzte Änderung: 09.04.2011