Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres

NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie vierzehntägig über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.

Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!



Band XXIV (2005) Spalten 602-615 Autor: Klaus Fitschen

FAULHABER, Michael von, katholischer Theologe, Bischof von Speyer, Erzbischof von München und Freising und Kardinal, * 5.3. 1869 in dem Dorf Klosterheidenfeld (heute: Heidenfeld) in Unterfranken als drittes von sieben Kindern eines Bäckers und Bauern, † 12.6. 1952 in München auf dem Krankenbett während der Fronleichnamsprozession. - Der Ortspfarrer ermöglichte den Übergang des begabten und fleißigen Schülers von der Volksschule in die höhere Schule: 1879-1883 besuchte F. das Gymnasium in Schweinfurt, 1883 bezog er das bischöfliche Knabenseminar "Kilianeum" in Würzburg, von wo aus er das dortige Gymnasium besuchte. Nach dem Abitur verdichtete sich der Entschluß, Priester zu werden. 1888/89 diente er als Einjährig-Freiwilliger in Würzburg und fand wie schon im Knabenseminar großen Gefallen am Militärdienst mit seinem Autoritäts- und Ordnungsdenken, schlug aber die in Aussicht gestellte Offizierslaufbahn aus, da er die "innere" der "äußeren" Ordnung vorzog; 1899 absolvierte er aber noch eine Sanitäts- und Reitausbildung. - 1889 trat er ins Priesterseminar in Würzburg ein und studierte an der Theologischen Fakultät der dortigen Universität. 1892 wurde er zum Priester geweiht. Nach einem Jahr als Kaplan in Kitzingen wurde er 1893 Präfekt des Kilianeums. 1895 legte er das Rigorosum ab; eine 1891 noch zur Studienzeit abgefaßte und von der Fakultät prämierte Arbeit über Eusebius von Caesarea als Apologeten wurde als Dissertation anerkannt. F. vertiefte nun, angeregt durch Herman Schell, seine patristischen Studien. Ein von der Universität für seine herausragenden Leistungen zuerkanntes Stipendium ermöglichte ihm eine Reise nach Rom, wo er sich von 1896 bis 1898 mit Unterbrechungen aufhielt. In dieser Zeit fungierte er am deutschen Priesterkolleg (Collegio Teutonico di Santa Maria dell'Anima) als einer von mehreren Kaplänen zur seelsorgerlichen Betreuung der in Rom lebenden Deutschen und schließlich als Vizerektor. Der Würzburger Patristiker Albert Ehrhard hatte ihn angeregt, sich mit den vatikanischen Katenenhandschriften zu beschäftigen. Von Rom aus unternahm F. (zeitlebens ein reisefreudiger Mensch) eine Studien- und Pilgerreise ins Heilige Land. Nach der Rückkehr nach Deutschland arbeitete er vom August 1898 bis zum Mai 1899 als Pfarrverweser in Holzkirchen bei Marktheidenfeld. - Ende 1899 habilitierte sich F. in Würzburg mit einer Arbeit über "Die Propheten-Catenen nach römischen Handschriften". Die Habilitation in der Patristik (Ehrhard lehrte zu dieser Zeit schon in Wien) erfolgte eher notgedrungen, da es mit dem alttestamentlichen Fachvertreter Anton von Scholz erhebliche Spannungen gab. Den Verdacht des in die römische Kritik geratenen, zu dieser Zeit als Dekan amtierenden Herman Schell, F. sei als sein Nachfolger auserkoren, mußte dieser erst zerstreuen. In seiner Privatdozentenzeit war er, mit einer Pfründe am Würzburger Neumünster ausgestattet, weiterhin als Seelsorger tätig. In der Lehre konzentrierte er sich, von seinen Katenenstudien ausgehend, auf das Alte Testament, auf dessen Gestalten und Motive er zeitlebens in Predigten und Schriften immer wieder zurückgriff. Im Jahr 1900 unternahm er eine längere Studienreise nach England, 1902 eine weitere nach Spanien. 1903 wurde er zum Professor für Alttestamentliche Exegese und Biblische Theologie an der neu errichteten Kath.-Theologischen Fakultät der Universität Straßburg ernannt; 1909/1910 amtierte er als Dekan. F. hatte einen großen Hörerkreis, und da er zugleich Professor und Priester sein wollte, fand er über die Universität hinaus öffentliche Beachtung, so auch in katholischen Verbänden und als Redner auf den Katholikentagen. Hier propagierte er unter anderen Anliegen den Laienapostolat in der hierarchisch geordneten Kirche. - Der prominente Theologe F. wurde 1910 auf Vorschlag des bayerischen Kultusministers zum Bischof von Speyer ernannt, das zu dieser Zeit Suffraganbistum zu München und Freising war; 1911 erfolgte die Bischofsweihe. Zum Leitspruch wählte er "vox temporis vox Dei", von F. selbst übersetzt mit: "Der Ruf der Zeit ist der Ruf Gottes." Das Bischofswappen zeigte einen Siebenarmigen Leuchter als Symbol für seine Beschäftigung mit dem Alten Testament und eine darüber schwebende, durch sieben Strahlen mit den sieben Leuchterarmen verbundene Taube als Zeichen der Bevollmächtigung durch den Heiligen Geist. 1913 erhielt F. den persönlichen Adelstitel. In seinem Bistum, das die seit der Rekatholisierung gemischtkonfessionelle Pfalz umfaßte, sorgte er für die Auflösung noch in Gebrauch befindlicher Simultankirchen, andererseits setzte er sich für die in Rom beargwöhnten Christlichen Gewerkschaften ein, in denen Katholiken und Protestanten zusammenarbeiteten. Auch in der "Frauenfrage" hinsichtlich Studium und Berufsausübung war F. durchaus fortschrittlich. Auf den Katholikentagen von 1911 in Mainz und 1913 in Metz war er ein viel beachteter Redner. Hier trat er für die Beseitigung der Reste der Kulturkampfgesetzgebung und somit für die Freiheit der Kirche von staatlicher Kontrolle ein. - Mit Kriegsbeginn wurde F. im Nebenamt stellvertretender Feldpropst (Militärbischof) der bayerischen Armee, übernahm aber faktisch die ganze Funktion dieses Amtes, das nominell dem Münchener Erzbischof Bettinger zufiel. In zahlreichen Kriegspredigten trat F. für die "gerechte Sache" der deutschen Seite ein, und dies auch gegen die Anklagen des französischen Katholizismus, der für ihn wegen der Trennung von Staat und Kirche die "katholische Kultur" in geringerem Maße verkörperte als der deutsche. Er wehrte aber einer Verherrlichung des Krieges und setzte sich mit dessen theologischer und ethischer Problematik auseinander. Der Krieg war für ihn ein Mittel der Erziehung zu Treue und Gehorsam gegenüber der Monarchie und der Kirche wie auch gegenüber den familiären Bindungen. In die Jahre 1915/16 fielen drei Besuche an der Westfront und in den dortigen Lazaretten; 1915 erhielt F. dafür das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. F. verbesserte die Seelsorge im Heer und unter den Kriegsgefangenen beider Seiten an der Westfront; er organisierte auch die Versendung von "Liebesgaben" an die Frontsoldaten und gab Musterpredigten für Feldgeistliche heraus. - Seiner Stellung und Haltung entsprechend wurde F. 1917 auf Betreiben der bayerischen Regierung gemäß dem durch das Konkordat von 1817 verbürgten Ernennungsrecht des Staates als Nachfolger Bettingers benannt und geweiht. Zwei weitere Frontbesuche des nunmehr auch offiziellen Feldpropstes folgten, diesmal in Polen (1917) und auf dem Balkan (1918). 1917 stellte er sich trotz der Friedensbemühungen Benedikts XV. und trotz einer lobenden Grußadresse des bayerischen Episkopates an den Papst wie auch noch 1918 weiter hinter die von ihm für gerecht gehaltene deutsche Sache und organisierte Propagandaveranstaltungen von Feldgeistlichen in bayerischen Gemeinden. Allerdings beeinflußte das von Friedensbemühungen und inneren Krisen in Deutschland wie von einer immer größeren Grausamkeit im Kriegsgeschehen geprägte Jahr 1917 auch seine Sicht des Krieges hin zu einer realistischeren Auffassung seiner Folgen und seines bevorstehenden Endes. Kurz vor Kriegsende besuchte er deutsche Soldaten, die als Verwundete durch die Vermittlung Papst Benedikts XV. in der Schweiz interniert worden waren. In der Weimarer Zeit betrieb F. die Neuorganisation der Militärseelsorge und thematisierte in Predigten und Ansprachen immer wieder den vergangenen Krieg, aus dem Lehren für die Gegenwart zu ziehen seien, nicht zuletzt im Blick auf die Treue zur christlichen Religion. 1928 und 1932 trat er in Predigten angesichts der Folgen des Einsatzes moderner Waffen für den Primat politischer Mittel im Konfliktfall und für die Abrüstung ein, blieb aber bei seiner Wertung des Weltkrieges als einer legitimen Verteidigung der deutschen Sache. 1931 verfaßte F. einen Aufruf, in dem der deutsche Episkopat um internationale kirchliche Solidarität angesichts der sozialen Notlage in Deutschland bat und zur Völkerverständigung aufrief. - Schon 1914 war der in Rom und Bayern angesehene F. für die Kardinalswürde im Gespräch gewesen, doch verzögerte sich seine Ernennung bis 1921. F. war nicht nur Bischof von München und Freising, sondern als solcher auch Sprecher der Freisinger Bischofskonferenz, also der bayerischen Bischöfe, die sich erst seit 1933 gemeinsam mit der Fuldaer Konferenz der übrigen deutschen Bischöfe versammelten, obwohl die Vorsitzenden der beiden Konferenzen, F. und Bertram, schon 1920 eine engere Zusammenarbeit vereinbart hatten. Das Verhältnis zum Münchener Nuntius Pacelli war vertrauensvoll bis in dessen Pontifikat (Pius XII.) hinein. - Die Novemberrevolution und die Regierungen unter Kurt Eisner und Johannes Hoffmann mit ihrem Programm der Trennung von Staat und Kirche und der Abschaffung des Religionsunterrichts lehnte F. ab und sah sie als Vorspiel zum Gottesgericht an. Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte F. gegen revolutionäre Strömungen polemisiert und ihnen ein auf die Monarchie hingeordnetes, von der hierarchischen Autorität der Kirche gestütztes und im Gottesgnadentum verankertes Gesellschaftsbild gegenübergestellt. Die Verfolgung der Kirche in der Sowjetunion war ihm ein warnendes Beispiel, auf das er immer wieder zurückgriff. Daraus ergab sich eine scharf antikommunistische Haltung. Die Ausübung des vom Konkordat von 1817 verbürgten staatlichen Präsentationsrechtes auf Pfarreien durch die revolutionäre Regierung des bayerischen "Volksstaates" betrachtete er als illegitim, plädierte aber für eine Tolerierung des weiterhin vom Staat auch gegen die Weimarer Reichsverfassung ausgeübten Nominationsrechts. Sein erstes Anliegen nach dem Krieg war die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, die Sicherstellung der Ernährungslage, die Integration der demobilisierten Soldaten und die Berücksichtigung der Religion und der Interessen des Klerus und der Kirche bei der staatlichen Neuordnung. Dazu gehörte auch der schon in der Vorkriegszeit gegen freireligiöse und reformpädagogische Bewegungen begonnene Kampf um die bekenntnisgebundene Volksschule (die nach traditioneller katholischer Auffassung immer auch Schule der Sittlichkeit war) und um den Religionsunterricht sowie für eine angemessene Beteiligung der Geistlichen an der staatlichen Schulaufsicht. Dieser Konflikt flammte angesichts der die Weimarer Zeit durchziehenden Diskussionen um ein Reichsschulgesetz immer wieder auf. F. drängte auf eine Zusammenarbeit mit den Protestanten bei klarer Abgrenzung der Konfessionen, dazu auf eine katholische Taufe der Kinder aus gemischtkonfessionellen Ehen. Zeittypisch war auch sein Eintreten für eine Abmilderung des Versailler Vertrages bei Papst Benedikt XV. Innerkirchlich galt sein Engagement nicht zuletzt der Umsetzung des neuen Codex Iuris Canonici und der behutsamen Integration der päpstlichen Pläne für die "Katholische Aktion" in die deutsche katholische Vereins- und Verbändelandschaft. - F., ein an den bayerisch-katholischen Traditionen hängender Föderalist, blieb ein Anhänger des Wittelsbacher Königshauses. Gegenüber einem gemeinsamen Protest des deutschen Episkopates gegen den Volksentscheid über die Fürstenenteignung im Jahre 1926 war Faulhaber allerdings reserviert, da die Fürsten sich selbst durch die Säkularisation schuldig gemacht hätten. Er war voller Skepsis gegen "Berlin" und den "protestantischen Norden", ja selbst gegen die mit der SPD auf Reichsebene koalierende und die Öffnung für Protestanten diskutierende Zentrumspartei, und wurde allenfalls um der Ordnung willen und angesichts der sich in Bayern stabilisierenden politischen Verhältnisse ein "Vernunftrepublikaner", der so auch die Weimarer Reichsverfassung akzeptieren konnte, obwohl er in ihr die völlige Trennung von Staat und Kirche angelegt sah. Politische Ordnung war für ihn ohne "sittliche", an den Geboten und den Lehren der Kirche orientierte Ordnung undenkbar; diese Grundlegung hielt er für dem deutschen Volkscharakter und der deutschen Kultur eigen und unverzichtbar. F. untersagte sowohl das kirchliche Geläut zum Tod Friedrich Eberts wie zum 80. Geburtstag Hindenburgs. Politisch setzte F. auf die seit 1920 in Koalitionen regierende Bayerische Volkspartei als Zweig der Zentrumspartei, die er aber wegen ihrer mangelnden Entschiedenheit in schulpolitischen Fragen kritisierte. Auf dem Münchener Katholikentag 1922, den F. mit einer Rede eröffnete, in der er die Revolution von 1918, allerdings eher beiläufig und später doch vielzitiert, "Meineid und Hochverrat" nannte und das Gottesrecht dem Staatsrecht gegenüberstellte, kam es über die Frage der Legitimität der Republik zum Zusammenstoß mit dem Kölner Oberbürgermeister und Zentrumspolitiker Konrad Adenauer und im Umfeld des Katholikentages zu einem brieflichen Disput mit dem Reichskanzler Joseph Wirth (Zentrum), dem F. die Teilnahme verweigerte. - Dem 1924 abgeschlossenen Konkordat zwischen Bayern und dem Heiligen Stuhl stand F. schon aufgrund der jahrelangen und von Verstimmungen zwischen Staat und Kirche geprägten Verhandlungen ablehnend gegenüber, obwohl das Konkordatsprojekt seine Konzilianz gegenüber den neuen politischen Kräften erheblich gefördert hatte. Seine Kritik gründete sich auch auf das "Mantelgesetz" und die Staatskirchenverträge mit den evangelischen Kirchen in Bayern und der Pfalz von 1924, die den Protestanten eine gleichberechtigte Stellung gaben. In die Zeit seines Münchener Episkopates fallen Reisen in die USA zu Vorträgen und Sammlungen für karitative Zwecke in Deutschland (1923), zu den Eucharistischen Weltkongressen in Chicago (1926, hier zeigte er sich fasziniert von den technischen Möglichkeiten, den Massenveranstaltungen und der Internationalität) und Buenos Aires (1934) sowie nach Rom, wo er u.a. 1922 und 1939 am Konklave teilnahm. Als 1934 die Münchener Nuntiatur ebenso wie die bayerische Vertretung beim Heiligen Stuhl aufgehoben wurde, geriet F. selbst in die Rolle des römischen Kontaktmanns. F. war, auch durch den Druck seiner Kanzelreden, ein einflußreicher Prediger, darüber hinaus machte er sich durch die Errichtung neuer Pfarreien und Anregungen für Kirchenneubauten einen Namen. - Gegen den Nationalsozialismus als Ideologie war F. schon aufgrund des Antimodernismus resistent, der durch F.s monarchistische Haltung und sein ständestaatliches Denken noch verstärkt wurde. Die nationalsozialistische Bewegung galt ihm von Anfang an als kulturkämpferisch und durch ihre Betonung von Volk und Rasse als häretisch, er befürwortete aber gegen die entschiedene Ablehnung des Mainzer Ordinariates die Zulassung einzelner Nationalsozialisten zu den Sakramenten. Von nationalsozialistischer Seite wurde er gar für das Scheitern des Hitler-Putsches von 1923 verantwortlich gemacht. In diesem Jahr hatte er sich gegen den Antisemitismus gewandt. Mit dem Jahr 1933 und dem Reichskonkordat schwand auch bei F. die Abwehr gegen die Politik des Nationalsozialismus, wenn er auch weiterhin die ideologische Grenze scharf betonte und die zunehmenden Übergriffe auf Andersdenkende kritisierte. Noch 1933 hoffte er auf einen bayerischen Sonderweg, der aber durch die Gleichschaltungspolitik illusorisch wurde. Eine Stellungnahme zum "Judenboykott" am 1. April 1933 lehnte er ab, wie er es generell ablehnte, sich ausdrücklich für die Juden einzusetzen, da dies nicht Sache der Kirche sei. Sein Engagement galt einzelnen und vor allem katholischen Judenchristen. Durchaus irritiert war F. von der positiven Sicht des Nationalsozialismus durch Pius XI.', der ihn 1933 als antibolschewistische Kraft lobte. Andererseits erhob F. Protest gegen die Übergriffe auf Vertreter der Kirche und gegen die staatliche Verletzung des Reichskonkordates, die er als Indiz eines Kulturkampfes ansah; in der Folgezeit wurde er zum Wortführer des deutschen Episkopates in dieser Sache, gerade im Blick auf die auszuhandelnde Liste vom Staat zu respektierender katholischer Vereine. In den Adventspredigten und der Silvesterpredigt des Jahres 1933, die in hoher Auflage gedruckt erschienen, verteidigte er die Geltung des Alten Testaments und wandte sich gegen den Rassismus. Staatlicherseits wurden die Adventspredigten als Sympathiekundgebungen für das Judentum aufgefaßt, in polemischen Gegenschriften wurde seine Kritik am "germanischen" Neuheidentum gerügt. Ende Januar 1934 wurden auf das Erzbischöfliche Palais zwei Schüsse abgegeben. In Fragen des Glaubens und der katholischen Sittenlehre trat er gegenüber dem Neuheidentum kompromißlos auf. 1934 trieb er den Entwurf eines Hirtenbriefes zur Ablehnung des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", das Sterilisierungen und Abtreibungen vorsah, voran, konnte aber die Veröffentlichung nicht gegen den Widerstand anderer Bischöfe durchsetzen. Weiterhin trat er gegen die nationalsozialistische Gemeinschaftsschule und also für die bekenntnisgebundene Volksschule und gegen die Verdrängung von Geistlichen und Ordensleuten aus dem Schulwesen ein. Im November 1936 kam es zu einem kontrovers geführten Gespräch über das Verhältnis von Staat und Kirche, Nationalsozialismus und Katholizismus zwischen F. und Hitler auf dem Obersalzberg. Die Folge war ein von F. verantworteter Hirtenbrief der deutschen Bischöfe gegen den Bolschewismus, der auch Kritik am Weltanschauungskampf in Deutschland enthielt. Die vom Staat eingeschränkten Fronleichnamsprozessionen wurden von F., schon seit den 20er Jahren, als katholische Massenmanifestationen gefördert. F. wurde in der Presse und sonstigen Propaganda immer wieder verleumderisch kritisiert. - 1937 reiste F. zusammen mit anderen deutschen Bischöfen, darunter Preysing und Galen, nach Rom und fertigte dort auf Bitten Pacellis den Entwurf der Enzyklika "Mit brennender Sorge" an. F. setzte sich für den verhafteten Münchener Jesuitenpater Rupert Mayer ein, ebenso für seinen kirchenpolitischen Referenten Johannes Neuhäusler, der 1941 nach Dachau verschleppt wurde. Ende der 30er Jahre wurde F. in Partei und Staat immer verhaßter und bot nach dem Tod Pius' XI. 1939 sogar seine Resignation an. Nach der Reichspogromnacht hatte die Hetze gegen F. fast zur Erstürmung des Bischofspalais geführt. Gegen den Massenmord an Behinderten und chronisch Kranken durch die "Euthanasie" protestierte er 1940 mit einem Brief an den Reichsjustizminister, den er in Abschriften verbreiten ließ. Der Eingabenpolitik Kardinal Bertrams ordnete er seinen geplanten Protest gegen die Judendeportationen unter, konnte aber 1943 den Hirtenbrief der deutschen Bischöfe zur Einschärfung des Dekalogs entscheidend mit voranbringen. Während des Krieges protestierte er unablässig gegen die Einschränkung des kirchlichen Lebens durch Beschlagnahmungen und politische Maßnahmen und initiierte entsprechende Hirtenworte des Episkopates. Unter Berufung auf das Naturrecht verteidigte er elementare Menschenrechte. Im August 1944 wurde F. von der Gestapo verhört, weil er 1943 eine Unterredung mit Carl-Friedrich Goerdeler hatte. - Im Zweiten Weltkrieg betätigte sich F. wiederum als Förderer der Soldatenseelsorge und der Seelsorge an Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, griff aber in die Kompetenzen des zuständigen Apostolischen Administrators Rarkowski nicht ein. Wie im ersten Weltkrieg ging es F. um den Kontakt zu den im Felde stehenden bayerischen Geistlichen und Seminaristen. An Begeisterung für den Krieg, den er "ein Geheimnis der göttlichen Weltregierung" nannte, fehlte es nun. In der Kriegszeit wuchs angesichts der gemeinsamen Bedrängnis der Kirchen und der Haltung der evangelischen Kirche in Norwegen auch sein ökumenisches Verständnis. - Beim Einmarsch der amerikanischen Truppen nahm F. sofort Verhandlungen auf und bemühte sich wie schon nach dem Ersten Weltkrieg um die Stabilisierung der Lebensbedingungen der Münchener Bevölkerung und die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung. Für die Militärverwaltung und die neu eingesetzte bayerische Regierung war er ein erster Ansprechpartner in der Frage zuverlässiger Persönlichkeiten für den politischen Wiederaufbau. Ein neues Aufgabenfeld ergab sich durch die Organisation der Seelsorge an den Vertriebenen und karitativer Hilfe für sie. Ein weiteres Aufgabenfeld war der Wiederaufbau zerstörter Kirchen, unter ihnen auch der der Münchener Frauenkirche. Hinzu kam das Engagement für die Rückführung deutscher Kriegsgefangener. 1946 reiste er wieder nach Rom, nicht zuletzt, um Hilfslieferungen zu organisieren. Wie viele andere kritisierte er bei aller Verurteilung der geschehenen Verbrechen die amerikanische Entnazifizierungspolitik und die damit verbundene Gesetzgebung. Auch in der Nachkriegszeit war sein kirchenpolitisches Hauptanliegen die Erhaltung der konfessionellen Volksschule; darüber kam es zu Konflikten mit der amerikanischen Militärregierung. Große Energie verwandte F. auf den Wiederaufbau der Kirche und der Festigung ihrer Rechtsstellung. In Einzelfragen wie der Entnazifizierung oder dem Einsatz für deutsche Kriegsgefangene sprach F. sich mit dem evangelischen Landesbischof Hans Meiser ab. 1949 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt München, allerdings gegen den Widerstand der SPD, FDP und KPD. - F.s Tod fand in München große öffentliche Anteilnahme. Seine 1940-1944 verfaßte Autobiographie ist ebenso wie seine Apologie "Die Myrrhen meiner Bischofsjahre" von 1939 noch nicht veröffentlicht. - Das Gesamtbild F.s bleibt wie das so vieler Antimodernisten zwiespältig: Einerseits verschloß er sich den Herausforderungen durch die Demokratisierung der Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg, andererseits nahm er auch den weltanschaulichen Kampf gegen den Nationalsozialismus auf. Seine Rechtfertigung des Ersten Weltkrieges ist in erster Linie als katholischer Loyalitätsbeweis nach dem Kulturkampf in Parallele zur protestantischen Kriegsbegeisterung zu verstehen, entsprang aber auch einer inneren Affinität zum Militärischen. Daß F. von der Linken als Antidemokrat, von der Rechten als ideologischer Gegner und "Judenfreund" beschimpft wurde, daß er von Verfolgten gelobt und von konservativen Demokraten als Bündnispartner angesehen wurde, zeigt, daß er seinen ureigensten religiösen, theologischen und kirchlichen Prägungen zeitlebens treu blieb. Die Enzyklika "Mit brennender Sorge" dürfte dafür das eindringlichste Zeugnis sein. F. sah seine Hauptaufgabe in der Bewahrung des Wesens der katholischen Kirche und ihres Einflusses auf die Gestaltung des öffentlichen und privaten Lebens. Hierin gründet die Ambivalenz seiner späteren und heutigen Wahrnehmung.

Werke: Die griechischen Apologeten der klassischen Väterzeit, Würzburg 1896; Die Propheten-Catenen nach römischen Handschriften, Freiburg 1899; Hesychii Hierosolymitani interpretatio Isaiae Prophetae, Freiburg 1900; Eine wertvolle Oxforder Handschrift aus der Mappe einer Studienreise, in: ThQ 83, 1901, 218-232; Hohelied-, Proverbien- und Prediger-Catenen, Wien 1902; Die Vesperpsalmen der Sonn- und Feiertage weiteren Kreisen erklärt, Straßburg 1906; Charakterbilder der biblischen Frauenwelt, Paderborn 1912; Die Strophentechnik der biblischen Poesie, München 1914; Hirtenbrief für das Bistum Speyer, Fastenzeit 1914: Die religionslose Schule und ihre Sittenlehre, Speyer 1914; Zeitfragen und Zeitaufgaben. Gesammelte Reden, Freiburg 1914 (mehrere Auflagen); Hirtenbrief für das Bistum Speyer in der Fastenzeit 1915: Das Vaterunser im Völkerkrieg, Speyer 1915; Unsere religiöse Kultur, in: Georg Pfeilschifter (Hrsg.), Deutsche Kultur, Katholizismus und Weltkrieg, Freiburg 1915, 451-475; Waffen des Lichtes. Gesammelte Kriegsreden Freiburg 1915 (mehrere Auflagen); Der Krieg im Lichte des Evangeliums, München 1915; Fastenpredigten 1916, in: Der christliche Pilger 69 (1916), 138f. 152. 163f. 176. 188. 200; Die Kriegsleistungen und Kriegsaufgaben eurer Seelsorger, Speyer 1916; Das Hohe Lied der Kriegsfürsorge, Berlin 1916; Das Schwert des Geistes. Feldpredigten im Weltkrieg, Freiburg 1917 (mehrere Auflagen, zusammen mit Paul Wilhelm von Keppler und Adolf Donders); Das Testament der Toten. Begrüßung der aus dem Felde heimgekehrten Studenten durch den Erzbischof von München, München 1919; Deutsches Ehrgefühl und Katholisches Gewissen, München 1925; Die Canisius-Predigten in St. Michael in München: vom 18.-25. Oktober 1925, München 1925; Rufende Stimmen in der Wüste der Gegenwart. Gesammelte Reden, Predigten, Hirtenbriefe, Freiburg 1931; Zeitrufe Gottesrufe. Gesammelte Predigten, Freiburg 1932; Das Alte Testament und seine Erfüllung im Christentum. Erste Adventspredigt, München 1933; Die sittlichen Werte des Alten Testaments und ihre Aufwertung im Evangelium. Zweite Adventspredigt, München 1933; Die sozialen Werte des Alten Testaments. Dritte Adventspredigt, München 1933; Der Eckstein zwischen Judentum und Christentum. Vierte Adventspredigt, München 1933; Christentum und Germanentum. Silvesterpredigt 1933, München 1934; Judentum, Christentum, Germanentum. Adventspredigten gehalten in St. Michael zu München 1933, München 1934; Christentum und Heidentum. Licht und Finsternis. Eine Predigt bei der Bruder-Konrad-Feier in Altötting am 8. September 1934, München 1934; Münchener Kardinalspredigten, München 1936; Papstpredigt 1937 (Münchener Kardinalspredigten 3. Folge), München 1937; Seid getrost: Worte an die Trauernden. Sentenzen aus veröffentlichten und unveröffentlichten Predigten und Schriften, Wuppertal 1948; Zehetbauer, J. P. (Hrsg.): Münchner Kreuzweg für Dreigesang und Zupfinstrumente (Text: Jakob Balde / P. Bonaventura [= Kardinal Faulhaber]), Planegg 1983.

Akten: Akten Kardinal Michael von Faulhabers 1917-1945, Bd. I: 1917-1934 (VKZG.A Q 17), Mainz 1975, Bd. II: 1935-1945 VKZG.A Q 26), Mainz 1978 (Hrsg. Ludwig Volk), Bd. III: 1945-1952 (VKZG. A Q 48), Paderborn/München/Wien/Zürich 2002 (Hrsg. Ludwig Volk / Heinz Hürten).

Lit.: Michael Buchberger, Frontbesuche des Erzbischofs und Feldpropstes Dr. Michael von Faulhaber im Osten und auf dem Balkan, Regensburg 1918; - Georg Moenius, Kardinal Faulhaber, Wien/Leipzig 1933; - Godefried [=Friedrich Meyer], Blut u. Boden, Ehre und Freiheit! Das Vermächtnis Wittekinds und seine Antwort auf die politischen Predigten des Kardinals Faulhaber, Hannover 1934; - Johann von Leers, Der Kardinal und die Germanen, Hamburg 1934; - Adolf Donders, Michael Kardinal Faulhaber, der Prediger. Zum 25. Jahrestag der Bischofsweihe, in: Kirche und Kanzel 19, 1936, 41-45; - Michael Hartig (Hrsg.), Erntegaben. Geammelt und dargeboten von Priestern der Erzdiözese München und Freising zur Feier des 25jährigen Bischofsjubiläums Sr. Eminenz des Hochwürdigsten Herrn Kardinals und Erzbischofs Dr. Michael Faulhaber, München 1936; - Priesterverein der Erzdiözese München-Freising (Hrsg.), Michael Kardinal Faulhaber. 25 Bischofsjahre, München 1936; - Johann Neuhäusler, Kreuz und Hakenkreuz. Der Kampf des Nationalsozialismus gegen die katholische Kirche und der kirchliche Widerstand, München 1946; - Episcopus. Studien über das Bischofsamt. Seiner Eminenz Michael Kardinal von Faulhaber Erzbischof von München-Freising zum 80. Geburtstag. Dargebracht von der Theologischen Fakultät der Universität München, Regensburg 1949; - Festschrift Kardinal Faulhaber zum 80. Geburtstag, dargebracht vom Professorenkollegium der Philosophisch-theologischen Hochschule Freising, München 1949; - Elisabeth von Schmidt-Pauli, Missa solemnis eines Lebens, Augsburg-Göggingen 1949; - Josef Weißthanner, Kardinal Faulhaber. 80 Jahre, München 1949; - Simon Irschl, Michael Kardinal von Faulhaber, München 1952; - Hugo Lang, Michael Kardinal von Faulhaber. Erzbischof von München und Freising, Passau 1952; - Joseph Weißthanner, Michael Kardinal Faulhaber. Erzbischof von München und Freising. 1869-1952. Ein kurzes Lebensbild, Saarbrücken 1957; - Karl Forster, Vom Wirken Kardinal Michael von Faulhabers in München, in: Der Mönch im Wappen. Aus Geschichte und Gegenwart des katholischen München, München 1960, 495-520; - Burkhart Schneider, Kardinal Faulhaber und die Enzyklika "Mit brennender Sorge", in: StZ 175, 1964/65, 226-228; - Karl Otmar von Aretin, Kardinal Faulhaber - Kämpfer oder Mitläufer?, in: Frankfurter Hefte 21, 1966, 314-318; - Ludwig Volk, Kardinal Faulhabers Stellung zur Weimarer Republik und zum NS-Staat, in: StZ 177, 1966, 173-195; - Victor Conzemius, Art. Faulhaber, in: DHGE 16, 1967, 692-711; - Georg Schwaiger, Kardinal Michael von Faulhaber, in: ZKG 80, 1969, 359-374; - Ludwig Volk, Die Enzyklika "Mit brennender Sorge". Zum 100. Geburtstag Kardinal Michael von Faulhabers am 5. März 1969, in: StZ 183, 1969, 174-194; - Ludwig Volk, Lebensbild, in: Akten Kardinal Michael von Faulhabers 1917-1945, Bd. I: 1917-1934 (VKZG.A Q 17), Mainz 1975; - Ludwig Volk, Michael Kardinal von Faulhaber (1869-1952), in: Rudolf Morsey (Hrsg.), Zeitgeschichte in Lebensbildern. Aus dem deutschen Katholizismus des 20. Jahrhunderts, Bd. 2, Mainz 1975, 101-113; - Dieter Katte, Wort und Antwort. Eine Untersuchung der Predigten, die Kardinal Faulhaber in der Zeit zwischen dem 1. Januar 1933 und dem 30. April 1945 gehalten hat, 2 Bde., Salzburg 1976 (Diss. masch.); - Hans Berger, Kardinal Faulhabers Kampf gegen den Nationalsozialismus, in: Internationale Zeitschrift Communio 8, 1979, 462-475; - Siegfried Mursch (Hrsg.), Sentire cum Petro et Episcopo - Vivere cum Ecclesia. Eine Dokumentation des Kardinal-Faulhaber-Kreises, München 1979; - Otto Gritschneder, Kardinal Michael von Faulhaber zwischen Widerstand und Anpassung, München 1980; - Jürgen Künzel, Kardinal Michael von Faulhaber und die Obrigkeit. Studien über das Verhältnis Faulhabers zur nationalsozialistischen Regierung und zur amerikanischen Militärregierung (1933-1946), München 1983 (Magisterarbeit); - Georg Schwaiger, Art. Kardinal Michael von Faulhaber, in: TRE 11, 1983, 61-63; - Ludwig Volk, Art. Faulhaber, Michael von, in: Erwin Gatz (Hrsg.), Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1785/1803 bis 1945. Ein biographisches Lexikon, Berlin 1983, 177-181; - Georg Schwaiger (Hrsg.), Das Erzbistum München und Freising in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft, 2 Bde., München 1984; - Helmut Witetschek, Das Staatsverständnis des bayerischen Episkopats an der Wende von der Monarchie zur Republik im Lichte der Hirtenbriefe von 1918-1920, in: Andreas Kraus (Hrsg.), Land und Reich, Stamm und Nation. Probleme und Perspektiven bayerischer Geschichte (Festgabe für Max Spindler zum 90. Geburtstag), Bd. 3, München 1984, 375-388; - Walter Ziegler, Michael Faulhaber, in: Martin Greschat (Hrsg.), Gestalten der Kirchengeschichte 10,1, Stuttgart 1985, 235-246; - Karl Diehm, Kardinal Faulhaber und das NS-Regime. Ein Briefwechsel über bestimmte Passagen in dem Film bzw. dem Buch "München, Schicksal einer Großstadt 1900-1950", den Kirchenkampf betreffend, Augsburg 1987; - Angelus A. Häußling, Michael Faulhaber und der Kölner Dom, in: KDB 52, 1987, 250-252; - Georg Schwaiger, Kardinal Michael von Faulhaber. Erzbischof von München und Freising (1917-1952), in: ders. (Hrsg.), Christenleben im Wandel der Zeit, Bd. 2, München 1987, 290-305; - Rainer Bucher, Michael Kardinal von Faulhaber. Zu einigen ekklesiologischen Aspekten seiner Biographie, in: WDGB 50, 1988, 367-394; - Hans Dieter Graf, Die Adventspredigten des Kardinals Michael von Faulhaber, in: GutJb 65, 1990, 256-283; - Johann Klier, Von der Kriegspredigt zum Friedensappell. Erzbischof Michael von Faulhaber und der Erste Weltkrieg, München 1991 (darin S. 244-285 Briefe und Äußerungen Faulhabers zum Krieg); - Georg Schwaiger, Michael von Faulhaber (1911-1917), in: Hans Ammerich (Hrsg.), Lebensbilder der Bischöfe von Speyer seit der Wiedererrichtung des Bistums Speyer 1817/21, Speyer 1992, 245-255; - Theodor Maas-Ewerd, "Vom Sinn und Segen unserer Liturgie". Michael Kardinal Faulhabers "Christenlehre" über den Gottesdienst der Kirche aus dem Jahre 1943, in: KlBl 73, 1993, 189-195; - Theodor Rolle, Kardinal Faulhaber und der Augsburger Abt Placidus Glogger zur Zeit der "Machtergreifung" Hitlers, in: SMGB 104, 1993, 204-222; - Stephan Haering, Eine "Geschäftsordnung für die Konferenzen des deutschen Episkopats" aus dem Jahr 1943. Kanonistische Bemerkungen zur Geschichte der Bischofskonferenz aufgrund des Nachlasses Faulhaber, in: Winfried Aymans / Karl-Theodor Geringer (Hrsg.), Iuri Canonico Promovendo. Festschrift für Heribert Schmitz zum 65. Geburtstag, Regensburg 1994, 809-834; - Guido Villa, La questione ebraica nelle prediche d'Avvento del cardinal Michael Faulhaber, in: Vita e Pensiero. Mensile di cultura dell'Università Cattolica del S. Cuore, 1994, 576-588; - Petra Ritter-Müller / Armin Wouters, Die Adventspredigten Kardinal Michael von Faulhabers im Jahre 1933. Eine kritische Betrachtung, in: Joachim Mehlhausen (Hg), ... und über Barmen hinaus. Studien zur kirchl. Zeitgesch. (AKZG, B 23). Festschrift für Carsten Nicolaisen zum 4. April 1994, Göttingen 1995, 234-252; - Theodore S. Hamerow, Cardinal Faulhaber and the Third Reich, in: David Wetzel (Hrsg.), From the Berlin museum to the Berlin wall: Essays on the cultural and political history of modern Germany, London 1996, 145-168; - Helmut Kurtz, Die Haltung Kardinal Faulhabers zur Weimarer Republik (Reich u. Bayern) in Theorie u. Praxis. München 1998 (Magisterarbeit); - Menahem R. Macina, Le cardinal Faulhaber et l'antisémitisme nazi des années trente, in: Bulletin trimestriel de la Fondation Auschwitz 64, 1999, 63-74; - Karl Otmar von Aretin, Kardinal Michael von Faulhaber und die bayerischen Katholiken im Dritten Reich, München (Sonderdruck) 2000; - Hans-Michael Körner, Michael von Faulhaber. Staat und Kirche in Bayern zwischen Königreich und Freistaat (Memorabilia 3, Freunde des Riemenschneider-Gymnasiums), Würzburg 2000; - Susanne Kornacker, Oberhirtliche Stimmen in schwieriger Zeit. Die Hirtenbriefe der bayerischen Bischöfe unter besonderer Berücksichtigung der Hirtenbriefe Kardinal Faulhabers in den Jahren 1930-1933, in: BABKG 45, 2000, 249-403; - Alfred Läpple, Kardinal Michael von Faulhaber. Spurensicherung aus aktuellem Anlass, in: KlBl 80, 2000, 111-114; - Anselm Reichhold, Kardinal Faulhaber Erzbischof von München. Prägende Gestalt des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus, Scheyern 2000; - Rudolf Reiser, Kardinal Michael von Faulhaber. Des Kaisers und des Führers Schutzpatron, München 2000; - Günther Vogel, Das Kreuz mit der Zeitgeschichte. Bemerkungen zum Umgang mit kirchlicher Zeitgeschichte anlässlich einer neuen Faulhaber-Veröffentlichung, in: WDGB 62/63, 2001, 813-823; - Kardinal Michael von Faulhaber 1869-1952. Eine Ausstellung des Archivs des Erzbistums München und Freising, des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und des Stadtarchivs München zum 50. Todestag, München 2002 (S. 611-618 Auswahlbibliographie; im Anhang ausgewählte Predigten, Ansprachen, Aufzeichnungen); - Peter Pfister (Hrsg.), Michael Kardinal von Faulhaber (1869-1952). Beiträge zum 50. Todestag und zur Öffnung des Kardinal-Faulhaber Archivs, Regensburg 2002; - Walter Ziegler, Kardinal Faulhaber in der Geschichtsschreibung, in: Konrad Ackermann (Hrsg.), Bayern. Vom Stamm zum Staat. FS für Andreas Kraus zum 80. Geburtstag, München, 2002, Bd. 2, 561-585; - Michael Volpert, Kardinal Faulhaber in der Münchner Tagespresse nach dem Ersten Weltkrieg (1918-1925/26), in: BABKG 47, 2003, 79-252.

Klaus Fitschen

Literaturergänzung:

Rudolf Voderholzer, Kardinal F. u.d. II. Vatikan. Konzil, in: KlBl 86.2006, S. 119-123; - Engelbert Maximilian Buxbaum, Der Informativprozess f.d. Straßburger Universitätsprofessor Dr. M.F. vor Übernahme d. Bistums Speyer 1910/11, in: BAK 50.2007, S. 247-266 und 258-266 (Dokumentenanhang);- Monika Nickel, "Jeder Krieg, auch der notwendigste, auch der gerechteste, ist eine Wunde der christlichen Weltordnung". Kardinal M.v.F. u.d. "Friedensbund Deutscher Katholiken", in: ebd. S. 267-296.

Ein älterer Beitrag über Faulhaber

Letzte Änderung: 07.01.2008