Verlag Traugott Bautz |
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FLORENTINI, Theodosius, Theologe, Ordensstifter und Philanthrop, * 23.5. 1808 in Münster (Graubünden), † 15.2. 1865 in Heiden (Appenzell). - F. trat 1825 in Sitten in den Kapuzinerorden ein und wurde 1830 Priester, 1832 Lektor und 1838 Guardian in Baden. Als 1841 die Klosteraufhebung im Aargau erfolgte, geriet er in Gefangenschaft, entfloh aber. F. wurde 1845 Pfarrer und Superior in Chur und 1860 Generalvikar seines Vetters, des Bischofs Nikolaus Florentini von Chur. Er gründete 1844 zur Erziehung der weiblichen Jugend das »Institut der Lehrschwestern vom hl. Kreuz« in Menzingen (Zug), gemeinsam mit Therese Scherer (1825-88) 1850 das Kreuzspital und 1852 die »Kongregation der Kreuzschwestern«, die in Ingenbohl (Schwyz) ihr Mutterhaus fand, 1855 das Waisenhaus in Paspels, 1856 das »Kollegium Maria Hilf« in Schwyz (Real- und Industrieschule, Gymnasium, Lyzeum), 1857 eine Baumwollfabrik und 1859 eine Buchdruckerei und Buchbinderei in Ingenbohl, 1859 in Oberleutensdorf (Böhmen) eine Tuch- und in Thul bei St. Gallen eine Papierfabrik unter klösterlicher Leitung, aber ein finanzieller Mißerfolg, 1863 den »Verein für inländische Mission« (für die katholische Diaspora in der Schweiz) und 1865 den Bücherverein für die katholische Schweiz. Auch als Volksschriftsteller ist F. bekannt durch sein »Leben der Heiligen« (4 Bde.) und seine Bearbeitung der Hauspostille von Leonard Goffine (s. d.).
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
1956
A. v. Wolfenschießen: Die industriellen Unternehmungen von Pater Theodosius Florentini, Diss. Rom 1956; -
1994
V. Schauber: Pattloch Namenstagskalender, Dokumentation H. M. Schindler, Augsburg 1994, 47-48; -
1995
LThK3 Bd. III, Sp. 1324 (H. Mockenhaupt); -
1998
V. Schauber-H. M. Schindler: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Augsburg 1998, 69-70; -
2009
Themenheft von HF 38.2009, S. 11-262.
Letzte Änderung: 09.04.2011