FOERSCH, Hubert, * 10. Februar 1926 in Würzburg, † 27. Juli 2003 in Dillenburg, Kirchenmusiker, Glockensachverständiger. - Hubert Foersch erfuhr erste musikalische Anregungen in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Nach dem Abitur (1944) folgten Wehrdienst und im Januar 1945 der Kriegseinsatz in Ungarn. Nach ursprünglichem Interesse für einen technischen Beruf fiel seine endgültige Entscheidung für die Kirchenmusik nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenenschaft. Das Studium an der Kirchenmusikschule in Regensburg schloß Hubert Foersch 1947 ab. In den folgenden Jahren wirkte er in Heidelberg, Mannheim und Wuppertal-Barmen und setzte gleichzeitig seine Studien bei Rudolf Walter, Richard Langs und Arno Landmann, einem damals berühmten Orgelvirtuosen, fort. Das Studium an der Musikhochschule Köln (Lehrer u.a. Joseph Zimmermann) schloß Hubert Foersch 1960/62 mit dem Privatmusiklehrerexamen und der Staatlichen Prüfung für A-Kirchenmusiker ab. 1963 trat er die hauptamtliche Kirchenmusikerstelle an Herz Jesu in Dillenburg an. Im überpfarrlichen Tätigkeitsbereich war Hubert Foersch als Ausbilder nebenberuflicher Organistinnen und Organisten, als Bezirkskantor und Orgelsachverständiger tätig. Der Schwerpunkt der überpfarrlichen Aufgabenstellungen lag allerdings im Bereich Glockenwesen. Bereits von 1949 bis 1953 war Hubert Foersch Assistent des Glockensachverständigen im Erzbistum Freiburg. Nach dem Tod von Domkapellmeister Hans Pabst übernahm er dann im Juli 1968 das Amt des Glockensachverständigen im Bistum Limburg, das er - über den Ruhestand hinaus - bis 1992 inne hatte. Als solcher war Hubert Foersch für alle Fragen des Glockenwesens im Bistum zuständig. Im Vordergrund stand die Beratung der Kirchengemeinden - zum Teil auch vieler Zivilgemeinden als Eigentümerinnen der Kirchtürme und Glocken - bei der Anschaffung von Geläuten bzw. der Ergänzung vorhandener Geläute, der Reparatur von Glocken, der Sanierung von Glockenstühlen, Änderungen an Läuteanlagen, etc. Ein besonderer Verdienst von Hubert Foersch ist die Inventarisierung des gesamten Glockenbestandes im Bistum Limburg, die 1997 im "Limburger Glockenbuch" seinen Niederschlag fand. Auch als langjähriges Mitglied im Beratungsausschuß für das Deutsche Glockenwesen brachte Hubert Foersch seine Fachkenntnisse ein. So zeichnete er bei der Ausrichtung des 7. Internationalen Glockentages vom 1. bis 4. Mai 1986 in Frankfurt mitverantwortlich.
Werke: Musikalische Würdigung des Frankfurter Domgeläutes von 1877; Bemerkenswerte Glocken und Geläute in Hessen; Läuteordnung für den Kaiserdom zu Frankfurt am Main; alle drei Beiträge in: Frankfurter Glockenbuch, hrsg. von Konrad Bund, Frankfurt/Main 1986; (gemeinsam mit Gerhard D. Wagner) Systematik der Geläuteprüfung, in: Glocken in Geschichte und Gegenwart Bd. 1, hrsg. vom Beratungsausschuß für das deutsche Glockenwesen, Karlsruhe 1986; Bericht 7. Internationaler Glockentag in Frankfurt, in: Kirchenmusik im Bistum Limburg Nr. 1/1986; Rezension des Buches von Theo Fehn, "Der Glockenexperte", in: Jahrbuch für Glockenkunde, 5-6. Bd. 1993/94, Greifenstein 1994; Limburger Glockenbuch, Glocken und Geläute im Bistum Limburg, Verlag des Bischöfl. Ordinariates Limburg, Limburg 1997.
Lit.: Müller-Horrig, Adelheid, KMD Hubert Foersch wird 60 Jahre alt, in: Kirchenmusik im Bistum Limburg, Nr. 1/1986; - Stein, Franz, Kirchenmusikdirektor Hubert Foersch feierte Doppeljubiläum, in: Musica Sacra Nr. 1/ 1989; - Hemmerle, Bernhard, Kirchenmusikdirektor i.R. Hubert Foersch verstorben, in: Info-Dienst des Bistums Limburg, 31.Juli 2003.
Bernhard Hemmerle
Letzte Änderung: 09.04.2011