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Band II (1990)Spalte 166 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

GALEN, Christoph Bernhard von, Fürstbischof von Münster, * 12.10. 1606 in Haus Bisping bei Rinkerode (Westfalen), † 19.9. 1678 in Ahaus. - G. besuchte das Jesuitengymnasium in Münster und studierte in Köln, Mainz, Löwen und Bordeaux. Er wurde 1630 Domschatzmeister in Münster, am 14.11. 1650 Fürstbischof von Münster, 1661 auch Administrator der Abtei Corvey und 1674 dazu noch Landesherr von Höxter. G. bemühte sich ernstlich um die Erneuerung der durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges in Verfall geratenen kirchlichen Zucht, entfaltete eine rege priesterliche Tätigkeit, führte zahlreiche Visitationen durch und hielt zweimal jährlich Diözesansynoden ab, drang auf eine Reform des Klerus in Lehre und Wandel, zog die Orden, besonders die Jesuiten, für die Seelsorge heran, ordnete das Schulwesen und die Armenpflege, förderte Klostergründungen und wirkte im Geist der Gegenreformation mit dem Ziel der restlosen Ausrottung des Protestantismus. G. war auch ein streitbarer Kriegsmann. 1661 eroberte er Münster und zwang die Stadt, seine Fürstenrechte anzuerkennen. Durch siegreiche Kriege gegen Holland und Schweden gewann G. die alten Stiftslehen Borkelo in Holland und Delmenhorst bei Bremen; Holland und Schweden mußten für kurze Zeit noch weitere Gebiete abtreten.

Lit.: Johann v. Alpen, De vita et rebus gestis Christophori Bernardi, Episcopi et Principis Monasteriensis Decas I, Coesfeld 1694; II, Münster 1703 (dt. Ausz. v. Kurz, Münster 1790); - Karl Tücking, Gesch. des Stifts Münster unter C. B. v. G., 1865; Augustin Hüsing, Fürstbisch. C. B. v. G., ein kath. Reformator des 17. Jh.s, 1887; - Josef Minn, Die Lebensbeschreibungen des Fürstbisch. C. B. v. G. im 17. Jh. Mit bes. Berücks. der v. Johannes v. Alpen verf. Biogr. (Diss. Münster), Hildesheim 1907; - Franz Heers, Die Wahl C. B.s v. G. z. Fürstbisch. v. Münster (Diss. Münster), Hildesheim 1908; - Theodor Verspohl, Das Heerwesen des Münsterschen Fürstbisch. C. B. v. G. (Diss. Münster), Hildesheim 1909; - Joseph Schmidlin, C. B. v. G. u. die Diözese Münster, in: Westfalen 2, 1910, 1 ff.; - Heinrich Berkenkamp, Das Fürstbist. Corvey unter dem Administrator C. B. v. G., 1913; - Theodor Bading, Die innere Politik C. B.s v. G., Fürstbisch. v. Münster (Diss. Münster, 1912), 1921; - Annemarie Neuburg, C. B. v. G. Der Münstersche Krieg u. sein Einfluß auf die europ. Politik (Diss. Berlin), 1922; - Hans Hüer, Fürstbisch. C. B. v. G. u. sein Baumeister Peter Pictorius, 1923; - Albert Brand, Gesch. des Fürstbist. Münster, 1925, 194 ff.; - G. Pfeiffer, C. B. v. G. in seinem Verhältnis zu Kaiser u. Reich, in: Westfäl. Zschr. 90, 1934, 1 ff.; - Lothar-Engelbert Levin Schükking, C. 8. v. G., Fürstbisch. v. M. Ein Charakterbild des Barock, 1940; - Hermann Rothert, Westfäl. Gesch. III, 1951; - Alois Schröer, Das Tridentinum o. Münster, in: Das Weltkonzil v. Trient, sein Werden o. Wirken, hrsg. v. Georg Schreiber, II, 1951, 367 ff.; - Die Korr. des Münsterer Fürstbisch. C. B. v. G. mit dem Hl. Stuhl (1650-1678), hrsg. v. dems., 1972 (Rez. v. Robert Stupperich, in: Jb. der westfäl. KG 67, 1974, 249 f.; v. Rudolf Reinhardt, in: HZ 218, 1974, 137 ff.); Heinrich Börsting, Gesch. des Bist. Münster, 1951; - Ernst Marquardt, C. B. v. G., Fürstbisch. v. Münster, 1951; - Friedrich Brune, Der Kampf um eine ev. Kirche im Münsterland 1520-1802, 1953, 158 ff.; - Willy Kohl, Grundzüge der Politik C. B.s v. G. 1650 bis 1678, in: Westfalen 34, 1956, 103 ff.; 36, 1958, 91 ff.; - Ders., C. B. v. G., in: Westfäl. Lb. VII, 1959, 40 ff.; - Ders., C. B. v. G. Polit. Gesch. des Fürstbist. Münster 1650-1678, 1964 (Rez. v. Georges Livet, in: RevHist 247, 1972, 220 ff.; - Helmut Lahrkamp, G.s städt. Widersacher. Streiflichter z. Erhellung der münster. Opposition gg. den Fürstbisch. C. B., in: Westfalen 51, 1973, 238 ff.; - Manfred P. Becker, Die Ernennung v. Johannes Alpen z. Gen.vikar u. Siegler durch C. B. v. G. Ein Btr. zu den Archidiakonatsstreitigkeiten im Bist. Münster im 17. Jh., in: Studis Westfalica. Btr. z. KG o. rel. Volkskunde. Festschr. f. Alois Schröer. Hrsg. v. Max Bierbaum. Westfalia sacra 4, Münster 1973; - Erich Hüttenhain, Die Geheimschrr. des Fürstbist. unter C. B v. G., 1974; - ADB II, 427 ff.; - NDB III, 245 f.; - Kosch, KD 914 f.; - LThK IV, 490; - RGG II, 1190.

Friedrich Wilhelm Bautz

Textergänzung

Er wird wegen seiner kriegerischen Einsätze im Volksmund - der Kanonenbischof - genannt.
Er wurde von Franz Wilhelm von Wartenberg, Bischof von Osnabrück und Hildesheim (s.d.), geweiht.

Literaturergänzung:

1978

Becker-Huberti, Manfred, Die Tridentinische Reform im Bistum Münster unter Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, 1650 bis 1678. Ein Beitrag zur Geschichte der Katholischen Reform. (= Westfalia Sacra 6). Münster 1978; -

2005

Rudolf Suntrup, Frömmigkeit im Dienste d. Gegenreformation. D. Begründung d. Telgter Wallfahrt durch C.B.v.G., in: Frömmigkeit - Theologie - Frömmigkeitstheologie. Fs. f. Berndt Hamm zum 60. Geb. Hrsg. von Gudrun Litz, Heidrun Munzert u. Roland Liebenberg. Leiden [u.a.] 2005 (=Studies in the history of christian traditions; 124), S. 577-590.

Letzte Änderung: 12.03.2010