GEBHARD von Konstanz: hl. Bischof von Konstanz, geb. 949, gest. (27.8. 995 in Konstanz, Fest: 26.11. - G. gehörte den alemannischen Udalrichingern an und erhielt seine Ausbildung unter Bischof Konrad an der Domschule zu Konstanz. Von Bischof Konrad I., dem "Heiligen" zum Bischof designiert, fand 979 die Wahl und Investitur statt. Die Bischofsweihe erfolgte im Mainzer Dom. Kaiser Otto II. war wesentlich beteiligt an der Bischofswahl von G. Er galt als familiarissimus und compater Kaiser Ottos II. Im Jahre 980 empfing G. Otto II. in Konstanz. 988 und 994 hieß G. ebenso Otto III. in Konstanz willkommen. 988 war er enger Berater der Kaiserin Theophanu. Bei der Taufe von Otto III. wurde G. dessen Pate. Sein "bedeutendstes Werk" (Helmut Maurer) war die Gründung des Klosters Petershausen im Jahre 983 als erstes bischöfliches Eigenkloster. Dieses Kloster wurde vom Papst auch mit dem Haupte von Gregor d. Gr. beschenkt. G. stattete Petershausen auch mit reichlichen Gütern aus. Nach seinem Tode wurde er in der Abteikirche beerdigt. 1134 und 1259 wurden seine Gebeine feierlich erhoben. Die Elevation der Gebeine vom 27. August 1134 kam nach Helmut Maurer "einer öffentlichen Kanonisation gleich" (LThK3 Bd. 4, Sp. 324). Der Deutsche Regionalkalender wie die Bistümer Rottenburg-Stuttgart und St. Gallen begehen seinen Festtag mit dem des Bischofs Konrad von Konstanz am 26. November. - In der Kunst wird er dargestellt in Pontifikalgewändern mit Kirchenmodell, mit Totenkopf. Er ist Helfer in Halsleiden (Gebhards-Brot) und für eine glückliche Entbindung. Auch ist er Patron der Diözese Feldkirch. - Auf dem Gebhardsberg bei Bregenz, wo einst das Geburtsschloß von Graf Gebhard stand, befindet sich heute eine Wallfahrtskirche zu seinen Ehren.
Lit.: LThK
3 Bd. 4, Sp. 324 (H. Maurer); - MartRom (Ed. 2O01) 454; - HelvSae 1, 2, 257 f.; - St. Gallen und sein Kloster Petershausen, FS zur 1.000 Wiederkehr der Inthronisation des Bischofs Gebhard II. von Konstanz, Konstanz 1979; - J. Torsy-H. J. Kracht: Der Große Namenstagskalender, Freiburg-Basel-Wien 2002, 264; - V. Schauber: Pattloch-Namenstagskalender, Dokumentation H. M. Schindler, Augsburg l994, 250; - V. Schauber-H. M. Schindler: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, München 2001, 444.
Ekkart Sauser
Letzte Änderung: 09.04.2011