GEHLEN, Arnold Karl Franz, Philosoph und Soziologe, Hauptvertreter der Philosophischen Anthropologie, * 29.1. 1904 in Leipzig, † 30.1. 1976 in Hamburg. - Arnold Gehlen stammt aus einem protestantisch-großbürgerlichen Elternhaus. Die Familie ist westfälischer Herkunft. Sein Vater Dr. jur. Max Gehlen war Verleger in einem renommierten Leipziger Buchverlag, seine Mutter Margarete Gehlen, geb. Ege, die Tochter eines Reichsgerichtsrates, der als Mitautor des Bürgerlichen Gesetzbuches eine angesehene Person des öffentlichen Lebens darstellte. Auch der zweite Mann der Mutter Gehlens war als Richter am Leipziger Reichsgericht tätig. Zu erwähnen ist fernerhin sein Cousin Reinhard Gehlen (1902-1979), mit dem der wohl bedeutendste Denker des deutschen Konservativismus außerhalb des fachlichen Diskurses gelegentlich verwechselt wird. Dieser Cousin war während des 2. Weltkrieges Leiter der Abteilung "Fremde Heere Ost", nach 1945 wurde er Leiter des späteren Bundesnachrichtendienstes (BND), welcher zunächst noch den Titel "Organisation Gehlen" getragen hatte. - Die ersten dreieinhalb Jahrzehnte seines Lebens waren für Arnold Gehlen auf das Engste an seine Heimatstadt Leipzig geknüpft. Mit Ausnahme je eines Studien- und eines Lehrsemesters verbrachte er dort nicht nur seine gesamte Kindheit, sondern auch die Zeit seiner schulischen und akademischen Ausbildung. Der Grundschulunterricht wurde ihm in häuslichen Privatstunden zuteil. Danach besuchte er das bekannte Leipziger Thomasgymnasium. Nach dem Abitur im Jahre 1923 war Gehlen, dem Beispiel seines früh verstorbenen Vaters folgend, zunächst ein halbes Jahr als Buchhändler tätig, arbeitete anschließend für etwa ein Jahr als Bankangestellter, bevor er sich zum Studium der Philosophie, Germanistik, Psychologie und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig einschrieb. Darüber hinaus galt sein Interesse dem Studium der naturwissenschaftlichen Fächer, insbesondere der Zoologie und Physik, in denen er sich, wie der spätere Briefwechsel mit Carl Friedrich von Weizsäcker (geb. 1912) eindrucksvoll belegt, profunde Kenntnisse erworben hat. Sein eigentliches Schwerpunktfach aber bildete die Philosophie. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit der Tradition des Deutschen Idealismus, woraus resultierend sich der konstitutionsidealistische Ansatz Fichtes (1762-1814) als ein perspektivisches Zentrum etabliert, zeigt sich der junge Gehlen vor allem durch die Lebensphilosophie, insbesondere durch die Schriften Schopenhauers (1788-1860), Nietzsches (1844-1900) und Bergsons (1859-1941) beeinflußt. In dieser Richtung erfuhr er entscheidende Förderung durch seinen Lehrer und späteren Doktorvater Hans Driesch (1867-1941), dessen neovitalistischer Ansatz sich als eine anregende Verbindung der philosophischen und naturwissenschaftlichen Interessen Gehlens erwies. Im Wintersemester 1925/26 weilte er für kurze Zeit in Köln, um die dort lehrenden Nikolai Hartmann (1882-1950) und Max Scheler (1874-1928) zu hören. Besonders die Einflüsse des letztgenannten sollten sich einige Jahre später, im Zuge seiner Hinwendung zur philosophischen Anthropologie, als überaus fruchtbar herausstellen. Das Studium beendete Gehlen am 5.11. 1927 mit der Promotion, dessen Themenstellung noch ganz dem Leipziger Theoriezusammenhang geschuldet ist, dessen inhaltliche Durchführung jedoch bereits deutliche Züge späterer Akzentsetzungen erkennen läßt. Die Dissertationsschrift trägt den Titel: "Zur Theorie der Setzung und des setzungshaften Wissens bei Driesch". Ein gutes Jahr später hatte Gehlen die Arbeit an seiner zweiten Qualifikationsschrift abgeschlossen. Die Habilitation für das Fach Philosophie erfolgte am 17.7. 1930, ebenfalls in Leipzig. Gutachter der Arbeit, die unter dem Titel "Wirklicher und unwirklicher Geist" (1931) veröffentlicht wurde, waren neben Hans Driesch Theodor Litt (1880-1962), Felix Krueger (1874-1948) und Hans Freyer (1878-1969), dessen späterer Assistent er wurde. Die Privatdozentenzeit in Leipzig endete mit dem Sommersemester 1933, als er vertretungsweise den Lehrstuhl Paul Tillichs (1886-1965) in Frankfurt am Main übernahm, nachdem dieser unter dem Druck der politischen Ereignisse in die USA emigrieren mußte. Gehlens Karriere hingegen nahm unter der Herrschaft der Nationalsozialisten einen glänzenden Aufstieg. Er, der wie viele andere namhafte Intellektuelle das "Bekenntnis der deutschen Geisteswelt zu Adolf Hitler" unterschrieben hatte und am 1.5. 1933 in die NSDAP eingetreten war, wurde nach einer einsemestrigen Assistentenzeit in Leipzig an Freyers Institut für Soziologie (ab 1933: Institut für Kultur- und Universalgeschichte) am 1.11. 1934 als Nachfolger seines Lehrers Hans Driesch zum ordentlichen Professor der Philosophie berufen. Das bereits Mitte der Dreißigerjahre erkennbar nachlassende Engagement für die nationalsozialistische Idee, welche er beispielsweise als Führer des Leipziger Dozentenbundes und als Lektor für das "Amt Rosenberg" vertreten hatte, scheint hierfür allerdings nicht ausschlaggebend gewesen zu sein. Vielmehr kam seine Berufung auf den Driesch-Lehrstuhl nur unter erheblichem Widerstand des Dresdner Ministeriums zustande. Gehlen versäumte daher nicht, jene Loyalität bekundende Verneigung vor dem NS-Regime vorzunehmen, welche sich in der 1935 gehaltenen Antrittsvorlesung "Der Staat und die Philosophie" ausspricht. Daß Gehlen, der zu diesem Zeitpunkt bereits einige viel beachtete Veröffentlichungen, wie vor allem seine 1933 erschienene "Theorie der Willensfreiheit", vorzuweisen hatte, im Kontext der zeitgenössischen Philosophie ein beträchtliches Ansehen genoß, zeigt seine Berufung auf den Kant-Lehrstuhl der Universität Königsberg im Jahr 1938. Ein Jahr zuvor erfolgte die Heirat mit Veronika Freiherrin von Wolff. Aus der Ehe ging die Tochter Caroline hervor. In Königsberg vollendete Gehlen, nachdem er sich bereits von 1935 an in verschiedenen Vorlesungen mit zentralen Fragestellungen der Anthropologie und Kulturtheorie auseinandergesetzt hatte, das große Hauptwerk "Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt" (1940). Dieses Buch kann ohne Übertreibung als der einflußreichste und in vieler Hinsicht maßgebliche anthropologische Entwurf des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden. Nicht nur der Umstand, daß bereits vier Jahre nach der Erstveröffentlichung der Schrift die dritte von insgesamt mehr als vierzehn Auflagen gedruckt wurde, sondern vor allem die intensive und weit über die Grenzen des philosophischen Faches hinausreichende Rezeption des in "Der Mensch" entfalteten Ansatzes, hat zu einer ungemeinen Verbreitung seines Denkens beigetragen. Die überragende Stellung Gehlens unter den Repräsentanten der so genannten "Philosophischen Anthropologie", als deren weitere Vertreter neben dem bereits genannten Max Scheler vor allem Helmut Plessner (1892-1985) zu nennen ist, begründet eine philosophiegeschichtlich bemerkenswerte Opposition zu der seinerzeit nahezu alternativlos in Geltung stehenden "Existenzphilosophie" unter der Vorherrschaft Martin Heideggers (1889-1976) und - weniger einflußstark - Karl Jaspers´ (1883-1969). Am 1.1. 1940 folgte Gehlen einem Ruf an die Universität Wien, wo er zugleich die Leitung des Instituts für Psychologie übernahm. Unter Beibehaltung seiner Professur, jedoch bei ausgesetzter Lehrtätigkeit, trat er von Oktober 1941 bis Mai 1942 in den Dienst der Prüfstelle des heerespsychologischen Dienstes mit Sitz in Prag. Aus dieser Zeit rührt auch der Kontakt zu dem Sozialpsychologen Peter R. Hofstätter (1913-1994), dessen Forschungen die eigenen gesellschaftstheoretischen Studien Gehlens maßgeblich beeinflußt haben. Den Zenit seiner akademischen Anerkennung als Professor der Philosophie erreichte Gehlen 1942 mit der Übernahme des Vorsitzes der Deutschen Philosophischen Gesellschaft. Im Januar 1943 wurde auch er endgültig zum Heeresdienst eingezogen. Nachdem er Anfang 1945 in Oberschlesien schwer verwundet worden war, erlebt Gehlen das Ende des Krieges als amerikanischer Kriegsgefangener in Österreich. Als "reichsdeutscher" Professor, wurde er 1945 seines Amtes enthoben und einem Entnazifizierungsverfahren unterzogen, das 1948 mit einer unbedenklichen Einstufung zum Abschluß kam. Einen Ruf an eine der renommierteren Universitäten hat Gehlen nicht wieder erhalten, doch bezog er bereits 1947 eine Position an der neu gegründeten Akademie für Verwaltungswissenschaften in Speyer, die in ihm einen ihrer scharfsinnigsten und profiliertesten Lehrer fand. Zunächst als Leiter der philosophischen Abteilung tätig, übernahm er, als die Akademie 1950 in eine Hochschule überführt wurde, den Lehrstuhl für Soziologie und Psychologie. Von 1951 bis 1953 hatte Gehlen das Rektorat der Hochschule inne. Die Zeit in Speyer wurde die produktivste Phase seines literarischen Schaffens. Trotz eines immensen Pensums an Lehrveranstaltungen - zu diesen zählten neben diversen philosophischen, soziologischen, wirtschafts- und staatstheoretischen Veranstaltungen vor allem sozialpsychologische Themenstellungen - entstanden hier sein kulturtheoretisches Hauptwerk "Urmensch und Spätkultur" (1956), die gemeinsam mit Helmut Schelsky (1912-1984) herausgegebene "Soziologie. Ein Lehr- und Handbuch zur modernen Gesellschaftskunde" (1955) und die "Zeit-Bilder. Zur Soziologie und Ästhetik der modernen Malerei" (1960). Weiterhin erschien in der Speyerer Zeit Gehlens berühmte sozialpsychologische Studie "Die Seele im technischen Zeitalter" (1957), deren erste Fassung bereits 1949 unter dem späteren Untertitel "Sozialpsychologische Probleme in der industriellen Gesellschaft" veröffentlicht worden war. Von 1962 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1969 lehrte Gehlen als Professor an der Technischen Universität in Aachen. Wie bereits in Speyer hatte er auch hier die Wahl zwischen dem Lehrstuhl für Philosophie und dem für Soziologie; auch im Falle der Aachener Professur entschied er sich ohne weiteres für den soziologischen Lehrstuhl. Dies entspricht seiner werkgeschichtlichen Entwicklung, infolge derer er von einem zunächst rein philosophisch ausgerichteten Wissenschaftsprofil zunehmend in Richtung der Sozialwissenschaften tendierte. Die elementaren kulturanthropologischen Aussagen der frühen Hauptschriften wurden in der Folge empirisch unterlegt und ihre gesellschaftstheoretische Erschließungskraft in den unterschiedlichsten Erörterungskontexten zur Anwendung gebracht. Im Zuge dieser Neuausrichtung erhielt die Person Gehlens in der öffentlichen Wahrnehmung immer mehr das Gepräge eines politisch konservativen Denkers, dessen pointierte zeitdiagnostische Analysen nicht nur im Kontext des Akademischen Beachtung fanden. Wenngleich die zumeist gegenwartskritische Stoßrichtung im Urteil einiger sachkundiger Betrachter gelegentlich als melancholische Opposition zu den von ihm selbst konstatierten Unumkehrbarkeiten der modernen Daseinswirklichkeit gewertet wurde, haben die von Gehlen herausgestellten zeitdiagnostischen Kategorien und Begriffe wie etwa die der "Reizüberflutung", der "Dauerreflexion", der "Entinstitutionalisierung" oder der "Entlastung" inzwischen Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden, ohne daß man sich ihres genuinen Verwendungszusammenhangs bewußt wäre. So selbstverständlich und weitgehend die zentralen Einsichten und Termini Gehlens von der neueren kulturtheoretischen Debatte auch adaptiert wurden, an der konservativ-polemischen Akzentuierung seiner Gedankengänge entzünden sich von Beginn an sowohl lebhafter Zuspruch als auch erbitterte Ablehnung. Daß Gehlens Position, die den Institutionen eine fundamentale Rolle bei der Stabilisierung der individuellen und sozialen Existenz beimißt, zur Zeit der 1968 im Gange befindlichen Studentenproteste nicht eben auf uneingeschränkte Zustimmung stieß, hat die Schärfe seiner Diktion nicht etwa gemildert, sondern zusätzlich befördert. Die sprachlich imposanteste, wenn auch ironisch stark überzeichnete Abrechnung mit den Kritikern aus dem Lager der gebildeten Linken findet sich in seiner pluralistischen Ethik, die 1969 unter dem Titel "Moral und Hypermoral" veröffentlicht wurde. Deutlich maßvoller und distinguierter zeigt sich Gehlen in den gemeinsamen Rundfunk- und Fernsehdiskussionen mit Theodor W. Adorno (1903-1969). Wenn auch die von Adorno vertretene kritische Theorie bei Gehlen auf keinerlei Gegenliebe stieß, wie umgekehrt die Zeitkritik Gehlens in ihrer institutionentheoretischen Begründung geradezu den Gegensatz zu der Auffassung Adornos bildete, wußten sich beide Denker in ihrer Skepsis gegenüber einem individualistisch vereinseitigenden Verständnis der modernen Subjektivität in weitreichender Übereinstimmung. Die differente Beurteilung der politischen Notwendigkeiten und die sehr unterschiedlichen wissenschaftlichen Grundhaltungen haben, wie der umfangreiche Briefwechsel zeigt, einer intensiven sachorientierten Auseinandersetzung durchaus nicht die Sicht verstellt. Die darin sich aussprechende Weite und Unbefangenheit des Blicks sind ein Charakteristikum der Person Gehlens. Die Werke der durch den Nationalsozialismus geächteten Autoren, wie etwa die Helmut Plessners und Sigmund Freuds (1856-1939), hat er sich ebenso zueigen gemacht, wie den amerikanischen Pragmatismus, der zu der Zeit, als Gehlen in seinen eigenen Arbeiten die Schriften John Deweys (1859-1952) und George Herbert Meads (1863-1931) rezipierte, in Deutschland noch weitgehend unbeachtet war. Die Option eines kontinuierlichen Kontextwechsels zeigt sich unter anderem an den beiden Gastprofessuren, die Gehlen im Laufe seiner akademischen Tätigkeit wahrnahm. Im Wintersemester 1953/1954 lehrte er als Gastdozent an der Universität Istanbul, im Sommersemester 1967 an der Eidgenossischen Technischen Hochschule in Zürich. Im Zusammenhang mit dem Aufenthalt in der Türkei steht auch die Veröffentlichung des kleinen Buches "Insan" [Der Mensch], Istanbul 1954. Im In- und Ausland war Gehlen als fachlich und gesellschaftspolitisch profilierter Denker gefragt. Die Verleihung des Adenauer-Preises, den er im Jahre 1971 erhielt, ist dafür ein weniger aussagekräftiger Beleg als seine begehrten Auftritte als Redner auf Fachtagungen, Kolloquien und Fortbildungsveranstaltungen, welche zu dieser Auszeichnung geführt haben. Vor allem in seiner späteren Schaffensphase hat Gehlen in starkem Maße als Essayist und Redner gewirkt. Nicht nur die evangelischen Akademien und die politischen Stiftungen gaben ein geneigtes Forum seiner Vortragstätigkeit ab, sondern auch die gesellschaftlichen Organisationen und Verbände, nicht zuletzt aber die Industrie und das Beamtentum begegneten den soziologischen und kulturkritischen Analysen Gehlens mit großem Interesse. Die Palette der dabei behandelten Themen umfaßt Artikel und Vorträge über "Die Rolle des Lebensstandards in der heutigen Gesellschaft" (1952), den "Aufbau und Wandel der Gesellschaftsstruktur" (1963), die "Soziologie der Macht" (1961), "Die öffentliche Meinung" (1954), "Gleichheit" (1964), "Demokratisierung" (1972), "Das Elitenproblem" (1952), "Die Öffentlichkeit und ihr Gegenteil" (1973), "Bürokratisierung" (1950), "Das Berufsbeamtentum in der modernen Gesellschaft" (1961), "Das Engagement der Intellektuellen gegenüber dem Staat" (1964) oder auch "Die Säkularisierung des Fortschritts" (1967). Im Zentrum des Gehlenschen Denkens steht die in immer neuen Anläufen thematisierte Opposition von Handlung und Reflexion, Institution und Subjektivität. Sowohl die frühen reflexionstheoretischen Untersuchungen der Dreißigerjahre als auch die zeitdiagnostisch fokussierten Vorträge und Kurzschriften der letzten Schaffensperiode finden im Thema der neuzeitlichen Subjektivität und der durch diese bedrohten Institutionen die Frontstellung und Begrifflichkeit, in der sich die konservative Kulturkritik Gehlens aussprechen kann. Bereits in seiner Habilitationsschrift "Wirklicher und unwirklicher Geist" (1931) erfährt der Standpunkt einer isolierten Subjektivität eine vehemente Kritik. Die signifikante Unverbindlichkeit und Realitätsferne der modernen Subjektivität beschreibt Gehlen als Trennung des Geistes vom Lebenszentrum der Person. Das aus seinen Wirklichkeitsbezügen freigesetzte Subjekt verliert sich in rastlos vorantreibender, letztlich unfruchtbarer Reflexion. Objektive Gewißheiten fallen dahin bzw. verflüchtigen sich zu Hypothesen. Die handelnde Bezugnahme auf die Realität verschwindet zugunsten reflektierter Meinungen. Die ursprünglich fraglose und unmittelbare Einheit der Wirklichkeit dagegen ist nach Auffassung Gehlens nur in der eigenen Handlung erlebbar. Nur auf dem Weg eines aktiven Weltverhältnisses kann sich das Subjekt als frei erfahren. Hierin sieht Gehlen die eigentliche Entdeckung Fichtes. Als die entscheidende Kategorie seiner Philosophie bestimmt er von daher die Handlung. Ausgehend von einem dem existentialistischen Denken nicht unähnlichen Ansatz stößt Gehlen vermittels einer an der Philosophie Fichtes orientierten idealistischen Theoriekonzeption Ende der Dreißigerjahre zu einer anthropologisch vertieften Position vor, welche er in enger Bezugnahme auf den amerikanischen Pragmatismus, vor allem auf die handlungs- und sozialisationstheoretischen Einsichten John Deweys und George Herbert Meads, sowie der Ergebnisse der Verhaltensforschung im Sinne des Ethologen Konrad Lorenz (1903-1989) und des Umwelttheoretikers Jakob von Uexküll (1864-1944) entwickelte. In seinem Hauptwerk "Der Mensch" (1940) beschreibt Gehlen den Menschen als das handelnde Wesen. Demnach muß sich der Mensch, den Gehlen in Anknüpfung an Johann Gottfried Herder (1744-1803) als "Mängelwesen" bestimmt, infolge seiner organischen Unspezialisiertheit, der fehlenden Umwelteinpassung und der weitgehenden Instinktreduktion vom Druck der Umstände durch Handlung entlasten. Im Unterschied zum Tier ist der Mensch nicht durch spezifische Umweltbedingungen determiniert, sondern "weltoffen" (Scheler). An eben der Stelle, die für das Tier die Umwelt einnimmt, steht für den Menschen die Kultur. Der Mensch gilt Gehlen in Abgrenzung zu der entfremdungstheoretischen Bestimmung des Kulturbegriffes durch Jean Jacques Rousseau (1712-1778) als das "Kulturwesen von Natur aus". Ausgezeichnet durch die wesentliche Plastizität seiner Antriebe und versehen mit der dazu erforderlichen Antriebsenergie, welche Gehlen in erkennbarer Nähe zur Trieblehre Freuds mit dem Begriff des "Antriebsüberschusses" bezeichnet, muß der Mensch sein Dasein handelnd führen und vermag so die konstitutionelle Gefährdungssituation seiner Existenz selbsttätig zu kompensieren. Darüber hinaus bedarf es der äußeren Stabilisierung durch "Oberste Führungssysteme". Als solche behandelt Gehlen in der Erstfassung der Anthropologie vor allem die Religion und die Weltanschauungen. Ab 1950 wird die ursprüngliche Ordnungstheorie sukzessive zu einer umfaßenden Institutionenlehre ausgebaut. In seinem zweiten großen Hauptwerk, der Kulturtheorie "Urmensch und Spätkultur" (1956), zeigt Gehlen, wie die biologische Sonderstellung des Menschen, die er in der "elementaren Anthropologie" herausgearbeitet hatte, in den Institutionen die erforderliche Stabilisierung erfährt. Da die diffuse Artikulation der Triebstruktur für den Menschen in höchstem Maße bedrohlich ist, besteht die fundamentale Funktion der Institutionen seines Erachtens vor allem in der Lenkung dieser Antriebsenergien. Sie regulieren das gesellschaftliche Miteinander ebenso wie sie ein Muster geben für die individuelle Daseinsführung. Institutionen bieten "Hintergrundserfüllungen" für die chronischen Bedürfnisse des Menschen und bieten auf diese Weise eine weitreichende Entlastung von der fortwährenden Kontingenzbehaftung menschlicher Existenz. In diesem Sinne garantiert zum Beispiel das moderne Gesundheitssystem eine hintergründige Gewährleistung im Krankheitsfall zu beanspruchender medizinischer Leistungen. Den kulturgeschichtlichen Ausgangspunkt der Institutionenbildung sieht Gehlen jedoch nicht in den hochkulturellen Versorgungsinstitutionen, sondern in den weniger differenzierten archaischen Organisations- und Verhaltensformen wie etwa der Ritualgemeinschaft, der Familie oder dem Totemismus und der an diesem ausgerichteten Sozialverbandsordnung. Institutionen stabilisieren das menschliche Dasein nach innen wie nach außen, indem sie die Erfüllung chronischer Bedürfnislagen virtuell oder real auf Dauer stellen. Auf der Basis institutionell verbürgter Sicherheiten erlaubt die Kulturentwicklung des Menschen die Anreicherung des Gegebenen zu immer höheren Niveaustufen. Entscheidende Wegmarken hierbei bilden für Gehlen der neolitische Übergang zur Seßhaftigkeit, das Aufkommen des Monotheismus sowie die Entstehung der modernen Industriekultur. Jeweils handelt es sich um so genannte "absolute Kulturschwellen". Die Dynamik des kulturgeschichtlichen Prozesses leitet sich, wie Gehlen gegenüber dem funktionalistischen Ansatz der Ethnographieforschung hervorhebt, nicht aus der Funktion der Institutionen als Instanzen der humanen Bedürfnisbefriedigung ab, sondern erweist sich als das Produkt "sekundärer Zweckmäßigkeiten", welche sich im Zuge der handelnden Daseinsbewältigung als tragend herausstellen. Ein Beispiel hierfür sieht Gehlen in der Entstehung von Ackerbau und Viehzucht als Nebenfolge kultischer Praktiken, zu deren materieller Durchführung tabugeschützte Verzichtleistungen die entscheidende Voraussetzung bildeten. Weniger umstritten als die zuletzt genannte These ist Gehlens Charakterisierung der modernen Industriekultur als eine fundamental neue Epoche der Menschheitsgeschichte. Auch hier spielt der Begriff der Subjektivität eine herausragende Rolle. In ihm lassen sich die verschiedensten Phänomene einer "vom Handeln abgefilterten Kultur" einer zeitdiagnostischen Einordnung zuführen. Gehlen betrachtet die Herausbildung der Reflexionssubjektivität in der Neuzeit als das Spezifikum, als das weltgeschichtliche Novum dieser jüngsten Kulturschwelle, die mit dem Eintritt in das technische Zeitalter einhergeht. Infolge dieser grundstürzenden Entwicklung diagnostiziert Gehlen einen dramatischen Zerfall der Institutionen, welche unter dem Druck einer zunehmenden Individualisierung ihrer einstigen Geltungsmacht verlustig gehen. Von dem unmittelbaren Wirklichkeitsbezug früherer Generationen durch den Strukturwandel der Industrialisierung und die modernen Massenmedien immer weiter entfremdet, droht dem modernen Subjekt eine geradezu autistische Selbstzentrierung, welche Gehlen in seiner sozialpsychologischen Studie "Die Seele im technischen Zeitalter" (1957) mit Begriffen wie "Entsinnlichung", "Erfahrung zweiter Hand" oder "Erfahrungsverlust" zur Sprache bringt. Das dabei zugrunde gelegte Verfallsschema hat in der Forschung bisweilen heftigen Widerspruch erfahren. Auf sehr moderate Weise hat Gehlens Schüler Schelsky in seinem berühmten Aufsatz "Ist die Dauerreflexion institutionalisierbar?" seinen Lehrer für die Möglichkeit empfänglich gemacht, daß die moderne Reflexionssubjektivität nicht notwendig im Abseits der klassischen Institutionen zu stehen kommen muß, sondern sich, wie beispielsweise in Form der kirchlichen Gesprächskreise, auf die Schelsky in seinem Artikel hinwies, neue und eigene Wege der Institutionalisierung schafft. Die Kritik an der eigenen Position schien Gehlen jedenfalls insoweit einleuchtend, daß er sich in der 1961 erschienenen Aufsatzsammlung unter dem Titel "Anthropologische Forschung. Zur Selbstbegegnung und Selbstentdeckung des Menschen" zu einer merklich veränderten Einschätzung durchringen konnte. Vor allem in dem Bereich der bildenden Kunst, mit der er sich zeitlebens überaus intensiv beschäftigt hat, schien ihm der Gedanke einer sekundären Institutionalisierung der modernen Subjektivität begründet und nachvollziehbar. Die moderne Kunst ist, wofür die plötzlich unverzichtbar gewordene Gattung der Kommentarliteratur ein augenfälliges Indiz darstellt, ihrem Wesen nach Reflexionskunst. Die "Zeit-Bilder" von 1960 zeichnen dann auch ein wesentlich differenzierteres Bild der modernen Subjektivität. In den Fokus der Kritik gerät hier nicht mehr die neuzeitliche Subjektivität als solche, sondern vor allem deren als Selbstmißverständnis des modernen Bewußtseins apostrophierte Erscheinungsform der Unmittelbarkeitssubjektivität, im Unterschied dazu er der in Gestalt der Begriffskunst ("peinture conceptuelle") sich aussprechenden Reflexionssubjektivität eine gewisse Hochachtung durchaus nicht versagen kann. Während also der Expressionismus von Gehlen mit der Signatur einer leerlaufenden subjektivistischen Erlebniskultur belegt wird, gelten ihm die Werke Paul Klees (1879-1940), Wassily Kandinskys (1866-1944) oder Piet Mondrians (1872-1944) als Inbegriff der modernen Malerei. In nochmals zugespitztem Ton kritisiert die letzte große Monographie "Moral und Hypermoral" (1969) den frei fluktuierenden Subjektivismus der Moderne als einen solchen, dem jede bezugnehmende Selbstbegrenzung und realitätsorientierte Erdung abhanden gekommen ist. Unter dem Stichwort des "Humanitarismus", der "Ferneethik" und der "Hypermoral" polemisiert Gehlen gegen die ethischen Universalismen und sozialutopistischen Vorstellungen, welche in den Sechzigerjahren eine ihm verdächtig erscheinende Konjunktur hatten und identifiziert diese als eine luxurierte Überdehnung industriegesellschaftlicher Wohlfahrtsansprüche. Die hypertrophe Expansion des ursprünglichen Kleingruppenethos auf Zusammenhänge außerhalb der Reichweite handelnd wahrzunehmender Verantwortung scheitert seines Erachtens an der Mißachtung institutioneller Rahmenbedingungen, deren stabilisierende Wirkung durch die Angriffe einer blind um sich selbst rotierenden Subjektivität nach der Auffassung Gehlens allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Demgegenüber empfiehlt sich ihm als persönlicher Standpunkt die freiwillige Selbstbeschränkung moralischer Allgemeinheitsansprüche und die Wahrung asketischer Distanz. Die massive Kritik am Gleichheits- und Demokratisierungsgedanken hat die elementaren anthropologisch-soziologischen Beobachtungen zur Mehrstämmigkeit ethischer Grundorientierung nahezu vollständig in den Hintergrund treten lassen. Neben instinktiven Wurzeln der Ethik, wie zum Beispiel die Schutz- und Pflegereaktionen der Eltern im Verhältnis zu ihren Kindern, rekonstruiert Gehlen das Ethos der Gegenseitigkeit, das Sippenethos und das Ethos der Institutionen als separate, bisweilen geradezu im Widerstreit miteinander befindliche, Quellen des Ethischen. Der an politischen Frontstellungen sich entzündende pessimistische Beigeschmack seiner Untersuchung hat eine positive Würdigung dieser Schrift vornehmlich auf konservative Kreise beschränkt. Aufs Ganze gesehen aber hat dies die Wirkung seines Denkens kaum gemindert. Die anthropologischen und kulturtheoretischen Grundaussagen Gehlens sind, unabhängig von der politischen und theoretischen Selbstverortung ihrer Rezipienten, in weitem Umfang bis heute gültig geblieben.
Gesamtausgabe: Arnold Gehlen Gesamtausgabe. Band 1: Philosophische Schriften 1 (1925-1933), hrsg. v. Lothar Samson, Frankfurt a.M. 1978 [GA1]; Arnold Gehlen Gesamtausgabe. Band 2: Philosophische Schriften II (1933-1938), hrsg. v. Lothar Samson, Frankfurt a.M. 1980 [GA2]; Arnold Gehlen Gesamtausgabe. Band 3: Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt, hrsg. v. Karl-Siegbert Rehberg, Frankfurt a.M. 1993, 2 Bände, [GA3]; Arnold Gehlen Gesamtausgabe. Band 4: Philosophische Anthropologie und Handlungslehre, hrsg. v. Karl-Siegbert Rehberg, Frankfurt a.M. 1983 [GA4]; Arnold Gehlen Gesamtausgabe. Band 6: Die Seele im technischen Zeitalter und andere sozialpsychologische, soziologische und kulturanalytische Schriften, hrsg. v. Karl-Siegbert Rehberg, Frankfurt a.M. 2004 [GA6]; Arnold Gehlen Gesamtausgabe. Band 7: Einblicke, hrsg. v. Karl-Siegbert Rehberg, Frankfurt a.M. 1978 [GA7].
Schriftensammlungen: Theorie der Willensfreiheit und frühe philosophische Schriften. Neuwied 1965; Anthropologische Forschung. Zur Selbstbegegnung und Selbstentdeckung des Menschen. Reinbek bei Hamburg 1961 (15. Aufl., Hamburg 1981); Studien zur Anthropologie und Sozialpsychologie. Soziologische Texte Band 17, 1. Aufl. Neuwied/Berlin 1963 [Studien 1]; 2., durchges. und veränderte Aufl. 1971 [Studien 2]; Anthropologische und sozialpsychologische Untersuchungen. Mit einem Nachwort von Herbert Schnädelbach, Reinbek 1986.
Hauptwerke: Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt. Berlin 1940. Kritische Bearbeitung der verschiedenen Auflagen in: GA3; Urmensch und Spätkultur. Philosophische Ergebnisse und Aussagen, 5. Aufl., Bonn 1956, (unveränderter Nachdruck der 4. Aufl., Wiesbaden: 1986); Die Seele im technischen Zeitalter. Sozialpsychologische Probleme in der industriellen Gesellschaft, Reinbek 1957, (15. Aufl., Hamburg 1976). Kritische Bearbeitung der verschiedenen Auflagen in: GA6; Zeit-Bilder. Zur Soziologie und Ästhetik der modernen Malerei, Frankfurt a.M./Bonn 1960, (2. neu bearb. Aufl., Frankfurt a.M. 1965; 3. erw. Aufl., hrsg. v. Karl-Siegbert Rehberg, Frankfurt a.M. 1986); Moral und Hypermoral. Eine pluralistische Ethik, Frankfurt a.M. 1969 (3., verb. Aufl. Frankfurt a.M. 1975; 5. Aufl. Nachdruck der 4. Aufl. Wiesbaden 1986).
Schriften: [Eine vollständige Bibliographie der Schriften Arnold Gehlens und der Sekundärliteratur bis 1994 (inkl.), einschließlich der von oder über Gehlen verfaßten Rezensionen, Nachrufe und Zeitungsartikel sowie Angaben über einige Rundfunk- und Fernsehaufzeichnungen, findet sich in: Helmut Klages u. Helmut Quaritsch (Hrsg.): Zur geisteswissenschaftlichen Bedeutung Arnold Gehlens, Berlin 1994, 900-1001.]; Rede über Hofmannsthal, Leipzig 1925, 40-52, (Wiederabdruck: GA1, 1-17); Zur Theorie der Setzung und des setzungshaften Wissens bei Driesch. Inauguraldissertation zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde einer Hohen Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig, Leipzig 1927, (Wiederabdruck: GA1, 19-95); Reflexionen über Gewohnheit, in: Festschrift für Hans Driesch zum 60. Geburtstag am 28. Oktober 1927, hrsg. v. Hermann Schneider und Werner Schingnitz. 2. Teil. Ordnung und Wirklichkeit, Leipzig 1927, 123-140, (Wiederabdruck: GA1, 97-111); Wirklicher und unwirklicher Geist. Eine philosophische Untersuchung in der Methode absoluter Phänomenologie, Leipzig 1931, (Wiederabdruck: GA1, 113-382); Theorie der Willensfreiheit, Berlin 1933, (Wiederabdruck: GA2, 1-179); Heinrich Rickert und die Transzendentalphilosophie (zu Rickerts 70. Geburtstag am 25.5.1933), in: Blätter für Deutsche Philosophie 7 (1933), H. 1/2, 129-134, (Wiederabdruck: GA1, 403-413); Wirklichkeitsbegriff des Idealismus, in: Blätter für Deutsche Philosophie 7 (1933), H. 5, 379-391, (Wiederabdruck: GA2, 181-197); Idealismus und Existentialphilosophie, Leipzig 1933, (Wiederabdruck: GA1, 383-402); Die Struktur der Tragödie, in: Ganzheit und Struktur. Festschrift zum 60. Geburtstag Felix Kruegers, München 1934, 47-58, (Wiederabdruck: GA2, 199-213); Der Staat und die Philosophie [Antrittsvorlesung], Leipzig 1935, (Wiederabdruck: GA2, 295-310); Deutschtum und Christentum bei Fichte, Berlin 1935, (Wiederabdruck: GA2, 215-293); Der Idealismus und die Lehre vom menschlichen Handeln, in: Zeitschrift für deutsche Kulturphilosophie 1 (1935), H. 3, 263-292, (Wiederabdruck: GA2, 311-345); Der Idealismus und die Gegenwart, in: Völkische Kultur 3 (1935), 323-329, (Wiederabdruck: GA2, 347-358); Noch einmal: Der Idealismus und die Gegenwart, in: Völkische Kultur 3 (1935), 560-562, (Wiederabdruck: GA2, 358-361); Vom Wesen der Erfahrung, in: Blätter für Deutsche Philosophie 10 (1936), H. 3, 207-224, (Wiederabdruck: GA4, 3-24); Die Bedeutung Descartes' für eine Geschichte des Bewußtseins, in: Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie 30 (1937), H. 4, 37-47, (Wiederabdruck: GA2, 363-376); Descartes im Urteil Schellings, in: Travaux du IXe Congres International de Philosophie (Congres Descartes, Paris, 1-6 Aout 1937). Publ. par les soins de Raymond Bayer, Paris 1937, 70-74, (Wiederabdruck: GA2, 377-383); Rede über Fichte, in: Zeitschrift für die Gesamte Staatswissenschaft 98 (1938), H. 2, 209-218, (Wiederabdruck: GA2, 385-395); Die Resultate Schopenhauers, in: Carl August Emge u. Otto v. Schweinichen (Hrsg.), Gedächtnisschrift für Arthur Schopenhauer zur 150. Wiederkehr seines Geburtstages, Berlin 1938, 96-118, (Wiederabdruck: GA4, 25-49); Rezension: Gotthard Günther und Helmut Schelsky. Christliche Metaphysik und das Schicksal des modernen Bewußtseins. Leipzig 1937, in: Deutsche Literaturzeitung v. 10.4.1938, H. 15, 512-515; Über Kants Persönlichkeit, in: Heroen des Geistes im deutschen Osten. Copernicus - Kant, Königsberg o.J. 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Friedrich Ley
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2006
Manfred Lauermann, Zurück zum polit. Biedermeier. Von Soziologie entlastet: E. Tagung in Dresden über A.G., in: FAZ Nr. 33 vom 8.2.2006, S. N 3; - Heike Delitz, Arnold Gehlen. Zur Genese und Aktualität seines Werkes. Internationale Konferenz, TU Dresden, 26.-28.01.2006 (Tagungsbericht), in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 2, Jg. 58 (Juni 2006) 410-412; -
2007
Beatrix Zug, Kunst als Handeln. Aspekte e. Theorie d. schönen Künste im Anschluss an John Dewey u. A.G. Tübingen 2007; -
2009
Heinz Witteriede, Eine Einf. in d. philos. Anthropologie. Max Scheler, Helmuth Plessner, Arnold Gehlen. Frankfurt/M. 2009; - Friedrich Ley, A.G.s Begriff d. Religion. Ritual - Institution - Subjektivität. Tübingen 2009.