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Band XXIII (2004) Spalten 503-509 Autor: Volker Herrmann

GERHARDT, Paul Martin Johannes, ev. Theologe, Begründer des Archivwesens der Inneren Mission und der Diakoniegeschichtsforschung, * 1.12. 1894 in Berlin, † 27.5. 1952 in Köln; - G. wuchs als Sohn des Gymnasialprofessors Oswald Gerhardt im Berlin der Kaiserzeit auf. Nach dem Abitur begann er im Sommersemester 1913 das Theologiestudium in Tübingen. Die folgenden Semester in Berlin wurden durch die Kriegsteilnahme, eine schwere Verwundung und die erst Ende März 1919 mögliche Heimkehr unterbrochen. Unter den veränderten Umständen in Deutschland folgten in den kommenden Jahren das 1. theologische Examen (1920), ein Vikariatsjahr in Potsdam (1921) sowie (1922) die Promotion zum Licentiaten der Theologie bei Prof. Karl Holl (Berlin), das 2. theologische Examen, erste Kontakte mit der Inneren Mission durch eine halbjährige Tätigkeit als Sekretär beim 'Christlichen Bund für Gasthausangestellte' und die Habilitation für das Fach Kirchengeschichte in Erlangen. Nach zwei Semestern als Privatdozent, in denen er Vorlesungen zur Geschichte der Alten Kirche hielt, wurde er im Oktober 1923 Archivar des Rauhen Hauses in Hamburg. Der Direktor und der Verwaltungsrat des Rauhen Hauses, welches gerade sein 90-jähriges Bestehen feiern konnte, hatten trotz der wirtschaftlichen Krisenzeit den kühnen Entschluß gefaßt, einen Archivar anzustellen. Durch ihn sollten der handschriftliche Nachlaß Johann Hinrich Wicherns und seiner Nachfolger sowie die Akten der Einrichtung dem steten Verfall entzogen und eine sachgemäße und wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der eigenen Einrichtung zum 100-jährigen Bestehen (1933) ermöglicht werden. Für Gerhardt brachten die Hamburger Jahre (1923-1931) neben der Einrichtung des Archivs des Rauhen Hauses auch die intensive Beschäftigung mit Johann Hinrich Wichern u.a. anhand der dortigen Originalquellen. Die daraus entstandene dreibändige Wichernbiographie ist bisher unersetzt geblieben. 1924 promovierte Gerhardt von Hamburg aus zum Doktor der Philosophie (Erlangen). In die Hamburger Zeit fielen auch seine Heirat mit Ilse Höfer sowie die Geburt zweier der drei Töchter des Ehepaares Gerhardt. 1929 regte er die Organisation eines Archivwesens für die gesamte Innere Mission als Grundlage für deren Geschichtsschreibung an. 1931 wechselte Gerhardt an die Diakonissenanstalt Kaiserswerth, um dort das Fliedner-Archiv und die Fachbücherei für weibliche Diakonie einzurichten. Frucht dieser Arbeit war u.a. die zweibändige - heute ebenfalls noch nicht ersetzte - Biographie Theodor Fliedners. Dem Nationalsozialismus stand Gerhardt zunächst positiv gegenüber. In einem neuen starken Staat erhoffte er die Einigung des Protestantismus in Form einer deutschen Reichskirche und eine umfassende und wirksame Volksmission. Als diese Hoffnungen schwanden, beendete er 1936 seine Mitarbeit bei der nationalsozialistisch ausgerichteten Bewegung der 'Deutschen Christen'. Im Sommersemester 1937 wurde Gerhardt, dem schon länger die Wiederaufnahme der akademischen Lehrtätigkeit vorschwebte, zunächst Lehrbeauftragter und ab Wintersemester 1937/38 Ordinarius für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen. Ebenfalls 1937 wurde er von der 'Arbeitsgemeinschaft landeskirchlicher Archive' gebeten, in ihr die Archivarbeit der Inneren Mission zu vertreten. Von 1939 an nahm Gerhardt als Offizier am Krieg teil und war u.a. in Norwegen stationiert. Er verfaßte in dieser Zeit eine deutschsprachige Geschichte Norwegens. Nach dem Zusammenbruch des 'Dritten Reiches' wurde Gerhardt im Zuge der Entnazifizierung zunächst aus der Universität entlassen. Lediglich die Weiterarbeit im Bereich der Inneren Mission wurde ihm von der Militärregierung erlaubt; so wandte er sich erneut dem Archivwesen und der Geschichtsschreibung der Inneren Mission zu. Zum 100-jährigen Bestehen des Central-Ausschusses für Innere Mission legte er 1948 als Auftragsarbeit dessen Geschichte in zwei Bänden vor. Angesichts des unendlichen menschlichen Leids, das der NS-Staat heraufbeschworen hatte, distanzierte sich Gerhardt darin ausdrücklich von den Aktivitäten der NSDAP und der 'Deutschen Christen'. Während der Arbeit an der Biographie Friedrich von Bodelschwinghs (d.Ä.), zu der die Anstalt Bethel den Auftrag gegeben hatte und deren erster Band bereits 1950 erschien, starb Martin Gerhardt 57-jährig am 27. Mai 1952 in Köln. Die Vorlesung, die er - in die Göttinger Fakultät als Honorarprofessor erneut aufgenommen, nachdem er 1948 als entlastet eingestuft worden war - angekündigt hatte, konnte er nicht mehr halten. Gerhardt hat mit seinem Engagement für die Archivarbeit sowie mit der Erforschung der Geschichte der Inneren Mission Außerordentliches geleistet, so daß die "Geschichtsschreibung der Inneren Mission ... untrennbar mit dem Namen des Theologen und Historikers Martin Gerhardt verbunden" (Jochen-Christoph Kaiser) ist.

Bibliographie: Volker Herrmann, Schriftenverzeichnis: Martin Gerhardt, in: Ders., Martin Gerhardt (1894-1952) der Historiker der Inneren Mission. Eine biographische Studie über den Begründer der Diakoniegeschichtsforschung (Veröffentlichungen des Diakoniewissenschaftlichen Instituts 15), Heidelberg 2003, 544-569.

Werke: Selbständige Veröffentlichungen und Herausgeberschaften Martin Gerhardts: (Hrsg.), Der junge Wichern. Jugendtagebücher Johann Hinrich Wicherns, Hamburg 1925; Johann Hinrich Wichern. Ein Lebensbild, Bd. 1: Jugend und Aufstieg 1808-1845, Hamburg 1927, Bd. 2: Höhe des Schaffens 1846-1857, Hamburg 1928, Bd. 3: Ausbau und Ende 1857-1881, Hamburg 1931; (Hrsg.), Die innere Mission der deutschen evangelischen Kirche. Eine Denkschrift an die deutsche Nation, im Auftrage des Centralausschusses für die innere Mission verfasst von J.[ohann] H.[inrich] Wichern, Hamburg 1933, 21948; Theodor Fliedner. Ein Lebensbild, Bd. 1, Düsseldorf-Kaiserswerth 1933, Bd. 2, Düsseldorf-Kaiserswerth 1937; Norwegische Geschichte, Hamburg 1942, 21963 neubearbeitet von Walther Hubatsch; Ein Jahrhundert Innere Mission. Die Geschichte des Central-Ausschusses für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche, 1.Teil, Die Wichernzeit, Gütersloh 1948, 2.Teil, Hüter und Mehrer des Erbes, Gütersloh 1948; mit Walther Hubatsch, Deutschland und Skandinavien im Wandel der Jahrhunderte, Bonn 1950, 21963; Friedrich von Bodelschwingh. Ein Lebensbild aus der deutschen Kirchengeschichte, Bd. 1: Werden und Reifen, Bethel 1950, Bd. 2: Das Werk. Erste Hälfte, Bethel 1952, Bd. 2: Das Werk. Zweite Hälfte, fortgeführt von Alfred Adam, Bethel 1958; unveränderter Nachdruck Bethel 1980.

Gesammelte Aufsätze finden sich in: Martin Gerhardt, Johann Hinrich Wichern und die Innere Mission. Studien zur Diakoniegeschichte, hrsg. von Volker Herrmann (Veröffentlichungen des Diakoniewissenschaftlichen Instituts 14), Heidelberg 2002: I. Leben und Werk Johann Hinrich Wicherns: Die Vorfahren Johann Hinrich Wicherns (1927/28), 2-4; Johann Hinrich Wichern auf dem Hamburger Johanneum und dem Akademischen Gymnasium (1929), 5-18; Wicherns Lebenswerk, ein Weg zur Volkskirche (1926), 19-29; Wicherns Stellung zu Staat, staatlicher Wohlfahrtspflege und Gesellschaft (1927/28), 30-44; Wichern und Luther (1929), 45-61; Wichern und England (1930), 62-83; Die ökumenischen Versuche Wicherns in Beziehung auf den französischen Protestantismus (1929), 84-101; Johann Hinrich Wichern. Seine Persönlichkeit und sein Werk. Versuch eines Gesamtbildes (1932), 102-125; Um Wicherns Erbe. Geschichtliche Einordnung und grundsätzliche Besinnung (1951), 126-157; Die christlich-evangelische Erneuerungsbewegung im 19. Jahrhundert und die Ursache ihres Versandens (1948), 158-164; II. Archiv- und Bibliothekswesen der Inneren Mission: Das Archiv des Rauhen Hauses (1925), 166-176; Ein Fliednerarchiv in Kaiserswerth (1932), 177-179; Die Kaiserswerther Fachbücherei für weibliche Diakonie (1937), 180-185; Vereins- und Anstaltsarchive (1928), 186-187; Die Organisation eines Archivwesens für die gesamte Innere Mission (1929), 188-192; Die Archive der Inneren Mission in ihrer Bedeutung für die neuere deutsche Kirchengeschichtsforschung (1938), 193-204; Über das Archivwesen der Inneren Mission (1947), 205-208; III. Forschungsaufgaben der Inneren Mission: Aufgaben der Wichernforschung, in: Neue Kirchliche Zeitschrift (1928), 210-219; Wissenschaftliche Aufgaben der weiblichen Diakonie, in: Die Diakonisse. Zeitschrift für weibliche Diakonie (1933), 220-223; Hauptaufgaben einer Geschichtsforschung der Inneren Mission (1932), 224-234.

Weitere Aufsätze und kleinere Schriften: Zu Johann Hinrich Wichern und dem Rauhen Haus: A. Überblicke: Johann Hinrich Wichern (Stimmen aus der Christlichen Gefangenenhilfe 14), Celle/Blankenburg 1931; Johann Hinrich Wichern und sein Werk (Das Wagnis mit Gott 2), Hamburg 1933, 21948; Johann Hinrich Wichern, in: Kaiserswerther Verband Deutscher Diakonissen-Mutterhäuser (Hrsg.), Diakonissenbuch, Düsseldorf-Kaiserswerth 1935, 93-103; B. Fallstudien: Aus Wicherns Erziehungsarbeit an Hamburger Proletarierkindern, in: Freie Wohlfahrtspflege 3 (1928/29), 209-221; 318-331; 374-386; Wichern und die Innere Mission in Berlin, in: Nachrichtendienst des Evangelischen Hauptwohlfahrtsamtes 8 (1931), 1-7; Wichern als Bahnbrecher der Volksmission, in: IM 28 (1933), 269-276; Wicherns Stellung zu Staat und Kirche, in: IM 23 (1933), 170-185; Wicherns Bedeutung für die Entwicklung des Kindergottesdienstes, in: Der Kindergottesdienst 43 (1933), 73-80; Wicherns Bedeutung für die Geschichte der evangelischen Anstaltserziehung, in: Evangelische Jugendhilfe 9 (1933), 208-213; C. Kleinere Beiträge: Die religiöse Grundeinstellung in Wicherns Pädagogik, in: Deutsche Lehrer-Zeitung 37 (1924), 489-493; Der Begründer der Inneren Mission, in: Süddeutsche Monatshefte 26 (1928), 174-179; Wicherns Erbe, in: Aus Gottes Garten 80 (1929), 39-42; Wichern und Bremen. Das Ergebnis meiner Nachforschungen in Bremen vom 11.-16. Februar 1929, in: Bremer kirchliche Monatshefte 1 (1929), 51-53; Johann Hinrich Wichern und das Rauhe Haus [1929], in: Gerhard Lüdtke/Lutz Mackensen (Hrsg.), Deutscher Kulturatlas IV: Von Goethe bis Bismarck, Berlin/Leipzig 1928-1938, Karte 32b; Zum 50. Todestage Johann Hinrich Wicherns, in: Heinz Beckmann/Theodor Knolle (Hrsg.), Hamburger Kirchenkalender 1931. Jahrbuch für die Hamburgischen Gemeinden, Hamburg 1931, 61-63; Johann Hinrich Wichern, in: Das Johanneum 4 (1931), 98-100; Der Leitgedanke in Wicherns Lebenswerk, in: Aus Gottes Garten 82 (1931), 52-56; Wichern und die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche, in: Die Evangelisch-Lutherische Freikirche. Zeitschrift zur Belehrung und Erbauung für evangelisch-lutherische Christen 64 (1939), 10-11; D. Das Rauhe Haus: Das Rauhe Haus in Hamburg, die Brunnenstube der Inneren Mission in Deutschland, in: Hamburg, hrsg. vom Fremdenverkehrsverein in Hamburg, Hamburg 1926, 119-121; Die Geschichte des Rauhen Hauses, in: Das Rauhe Haus. Die Brunnenstube der Inneren Mission, Hamburg 1927, 7-22; Wie das Rauhe Haus entstand, in: Paul Blau (Hrsg.), Am Wegsaum. Ein Jahrbuch für das deutsche Haus 18, Hamburg 1927, 88-94; Art. Rauhes Haus, in: Ludwig Clostermann/ Theodor Heller/P.Stephani (Hrsg.), Enzyklopädisches Handbuch des Kinderschutzes und der Jugendfürsorge, Leipzig 21930, 596-597; Der erste Bruder des Rauhen Hauses, in: Brüder-Bote des Rauhen Hauses 1930, 70-72; Die Beziehungen des Rauhen Hauses zu Niederdeutschland, in: Niederdeutsche Kirchenzeitung 3 (1933), 157-161.

Zu Theodor Fliedner und Kaiserswerth: A. Theodor Fliedner: Theodor Fliedners Bedeutung für die evangelische Frauenwelt, in: Aufgaben und Ziele. Zeitschrift des Frauenwerks der Deutschen Evangelischen Kirche 2 (1935), 18-22; Fliedner und das Dresdner Mutterhaus, in: Dienst und Freude. Dresdner Diakonissen-Hauskalender auf das Jahr 1936, 30-33; Fliedner und die Diakonissenanstalt, in: Karl Heck, Geschichte von Kaiserswerth. Chronik der Stadt, des Stiftes und der Burg, mit Berücksichtigung der näheren Umgebung, Düsseldorf 31936, 153-158; Theodor Fliedner. 1800 bis 1864, in: Rudolf Vaupel (Hrsg.), Nassauische Lebensbilder 1, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau, Wiesbaden 1940, 118-129; B. Kaiserswerth: Die Anfänge des Kaiserswerther Asyls für weibliche Strafentlassene, begründet durch Theodor Fliedner am 17. Sept. 1833, in: Zur Freiheit. Mitteilungen aus der Christlichen Gefangenenhilfe 6 (1933), 85-90; Die Gründung des Kaiserswerther Asyls. Aus der soeben erscheinenden neuen Lebensbeschreibung Fliedners, in: Die Wiege von Kaiserswerth, Kaiserswerth 1933, 10-14, [gemeinsames Heft von Armen- und Krankenfreund und Taube] = Armen- und Krankenfreund 85 (1933), 174-178 = Taube, 1933, 134-138; Aus der Vorgeschichte von Kaiserswerth, in: Armen- und Krankenfreund 86 (1934), 170-176; Die weibliche Diakonie auf der Ausstellung "Frau und Volk" in Düsseldorf, in: Armen- und Krankenfreund 87 (1935), 141-148; Die Diakonie im "Haus der rheinischen Heimat" in Köln, in: Diakonisse 11 (1936), 209-211; Kaiserswerther Hundertjahrausstellung "Vom Werden der weibl. Diakonie in Kaiserswerth", in: Diakonisse 12 (1937), 20-22; Kaiserswerther Hundertjahr-Ausstellung "Vom Werden der weiblichen Diakonie", in: Armen- und Krankenfreund 89 (1937) 93-96; Kaiserswerther Jahrhundertausstellung. "Vom Werden der weiblichen Diakonie", in: Der Friedensbote [hrsg. von der Evangelischen Synode der Evangelischen und Reformierten Kirche, St. Louis] 88 (1937), 85; Vom Ende der ersten Diakonissen-Mutter. Aus: Martin Gerhardt, Theodor Fliedner - ein Lebensbild, 2. Band 1937, in: Taube, 1938, 42-46.

Zur Inneren Mission: Der Name "Innere Mission", in: IM 19 (1924), 147-148; Der Kampf um die Ideale des Gasthausgewerbes, Berlin 1924; Der 42. Kongreß für Innere Mission in Königsberg Pr. vom 15.-21. September 1928, in: IM 23 (1928), 511-517; Erwecker der Kirche, in: Theodor Knolle (Hrsg.), Das lutherische Hamburg. Aufsätze zu Geschichte und Gegenwart des Luthertums in Hamburg, Hamburg 1928, 89-99; Die Einrichtung von Abendgottesdiensten in Bremen, in: Bremer kirchliche Monatshefte 1 (1929), 155-161; Erweckung, in: Theodor Knolle (Hrsg.), Aus Hamburgs Kirche 1529-1929. Festbuch zum Reformations-Jubiläum, Hamburg 1929, 34-38; Aus 25-jähriger volksmissionarischer Arbeit der Wichernvereinigung, in: IM 28 (1933), 89-95; Volksmission im Geiste Wicherns (Kirche in Bewegung und Entscheidung 6), Bonn 1934; Schicksalsstunden aus der Geschichte der Inneren Mission, in: IM 29 (1934), 84-89; Graf von der Recke und die Anfänge der weiblichen Diakonie, in: Diakonisse 9 (1934), 174-178; Die Väter der Inneren Mission, in: IM 30 (1935), 121-135; = in: Gerhard Schröder (Hrsg.), Das Gebot der Liebe. Aufsätze über den Auftrag der Inneren Mission, Berlin 1935, 121-135; Die Bedeutung der evangelischen Erziehungsheime für das deutsche Volk, in: Evangelische Jugendhilfe 11 (1935), 90-95; Kurzer Überblick über die Geschichte der weiblichen Diakonie, in: Taschenbuch für evangelische Schwestern, Berlin 1936, 193-196; Kurzer Überblick über die Geschichte der weiblichen Diakonie, in: 1836-1936. Hundert Jahre Mutterhausdiakonie. Eine Handreichung für evangelische Pfarrer und Religionslehrer, hrsg. vom Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissen-Mutterhäuser, Potsdam [1936], 18-20; Der Wittenberger Kirchentag 1848, in: IM 33 (1938), 185-195; (Hrsg.), Innere Mission (Kirchengeschichtliche Quellenhefte 3), Gladbeck 1949.

Zur Kirchengeschichte: Die Geschichte des christlichen Chiliasmus bis auf Augustin, [Überarbeitung der Antrittsvorlesung Erlangen 1922], in: Christentum und Wissenschaft 3 (1927), 13-28; Zur Vorgeschichte der Reichskirche. Die Frage der kirchlichen Einigung in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert (Kirche in Bewegung und Entscheidung 10), Bonn 1934; Mythos - Geschichte - Offenbarung, in: Diakonisse 10 (1935), 77-89; Das kirchliche Erbe des 19. Jahrhunderts, in: Friedrich Grünagel (Hrsg.), Evangelische Theologie vor deutscher Gegenwart. Vorträge der Theologischen Tagung in Wittenberg, Oktober 1935 (Kirche in Bewegung und Entscheidung 24), Bonn 1935, 13-28; Die Kirchenpolitik der Habsburger in ihren Auswirkungen auf das Deutschtum der Ostmark, in: Ansprachen und Vorträge anlässlich der Göttinger Hochschultage 1939 und des Kreistages der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei, Göttinger Akademische Reden 8, Göttingen 1939; Die Kirchenpolitik der Habsburger in ihren Auswirkungen auf das Deutschtum der Ostmark (Schriftenreihe Kommende Kirche 7), Bremen 1940.

Lit.: Helmut Talazko, Die Landeskirchlichen Archive und das Archivgut der Diakonie, in: Allgemeine Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für das Archiv- und Bibliothekswesen in der evangelischen Kirche, 1971, H. 2, 2-8; - Volker Herrmann, Die Aufgabe einer Geschichtsschreibung der Inneren Mission. Zum diakoniegeschichtlichen Lebenswerk Martin Gerhardts aus Anlass seines 100. Geburtstags, in: Diakonie 20 (1994), 391-395; - ders., Martin Gerhardt (1894-1952) - ein Biogramm, in: Ders./Uwe Mletzko/Martin Wedek (Hrsg.), Miszellen aus Studium und Forschung am Diakoniewissenschaftlichen Institut (DWI-Info 28), Heidelberg 1994, 36-37; - ders., Vom Patristiker zum Biographen J.H. Wicherns. Der Lebensweg des Diakoniehistorikers Martin Gerhardt (1894-1952) bis zum Jahre 1931, Diplomarbeit am Diakoniewissenschaftlichen Institut (Beiträge zur Diakoniewissenschaft N.F. 36), Heidelberg 1995; - ders., Martin Gerhardt (1894-1952) - der Historiker der Inneren Mission. Eine biographische Studie über den Begründer der Diakoniegeschichts-Forschung, Diss. theol. (masch.), Heidelberg 1999, erschienen: (Veröffentlichungen des Diakoniewissenschaftlichen Instituts 15), Heidelberg 2003; - Kurt Nowak, Erbe und Auftrag Johann Hinrich Wicherns. Die Geschichtsschreibung der Diakonie als Thema der Kirchengeschichte, in: Ingolf Hübner/Jochen-Christoph Kaiser (Hrsg.), Diakonie im geteilten Deutschland. Zur diakonischen Arbeit unter den Bedingungen der DDR und der Teilung Deutschlands, Stuttgart u.a. 1999, 204-218; - Volker Herrmann, Der deutsche Diakoniehistoriker Martin Gerhardt - seine Bedeutung für die Diakoniewissenschaft und sein Aufenthalt in Norwegen (1940-1945). Ein Beitrag zur Geschichte der Diakoniewissenschaft in europäischer Perspektive, in: Ders./Bettina Rost (Hrsg.), Diakoniewissenschaft 2000 (DWI-Info 33), Heidelberg 2000, 73-78; - ders., Diakoniewissenschaft im Nationalsozialismus - der Diakoniehistoriker Martin Gerhardt in Göttingen (1937-1939), in: Hans Otte/Thomas Scharf-Wrede (Hrsg.), Caritas und Diakonie in der NS-Zeit. Beispiele aus Niedersachsen, Hildesheim u.a. 2001, 63-106; - ders., Einführung des Herausgebers, in: Martin Gerhardt, Johann Hinrich Wichern und die Innere Mission. Studien zur Diakoniegeschichte, hrsg. von Volker Herrmann (Veröffentlichungen des Diakoniewissenschaftlichen Instituts 14), Heidelberg 2002, XII-XIX.

Volker Herrmann

Literaturergänzung:

Hermann Petrich, Auf P.G.s Segensspur. [Cottbus] 2005.

Letzte Änderung: 18.04.2006